25.02.2013

Der deutsche Traum

Eine neue Generation von Migranten sucht in der Bundesrepublik eine Zukunft: Hochqualifizierte aus Süd- und Osteuropa. Ohne sie erlahmt die Konjunktur - Deutschland muss lernen, die Zuzügler zu halten.
Ein halbes Jahrhundert nachdem ihr Großvater Juan mit dem Zug von Sevilla nach Deutschland fuhr, löste Carolina López, 28, ein Ticket für den Billigflieger nach Berlin. Es war die Not in Spanien, die sie im Frühsommer 2012 trieb. Denn dort taumelt die Wirtschaft, mehr als jeder Vierte ist arbeitslos, gerade junge Leute finden keinen Job mehr. Carolina López wollte Arbeit und vor allem eine Perspektive.
Es war auch die Not, die ihren Großvater getrieben hatte, damals, 1961, denn in Spanien konnte er nicht genug verdienen, um seine Familie zu ernähren.
Wenn Carolina López über ihren Großvater spricht, fallen ihr trotzdem mehr Unterschiede ein als Gemeinsamkeiten. Das Deutschland, das sie aus seinen Erzählungen kennt, gibt es nicht mehr. Der einzige Deutsche, an den Großvater Juan sich erinnert, ist der Vorarbeiter in der Fabrik von Continental in Korbach, der ihn immer anbrüllte. Juan wollte schnell Geld verdienen und kehrte so bald wie möglich nach Spanien zurück.
Carolina López ist nicht von anderen Jungberlinerinnen zu unterscheiden: Ein weites Shirt fällt über ihre Röhrenjeans, die Füße stecken in Skateboard-Latschen. Sie lacht gern und viel, sie nimmt das Leben ernst, aber nicht zu ernst. López hatte bereits während ihres Marketing-Studiums 2009 ein halbes Jahr lang in Berlin gelebt, in einer Wohngemeinschaft in Kreuzberg. Berlin kam ihr freigeistig und international vor, sagt López, so modern, wie sie es aus Spanien nicht kannte. Jetzt ist sie zurück und diesmal will sie bleiben, arbeiten, leben und Berlin zu ihrem Zuhause machen.
Eine neue Generation von Migranten kommt nach Deutschland: die europäischen Krisenflüchtlinge. Sie sind jung, gut ausgebildet, sie sprechen mehrere Sprachen. Zu Hause sehen viele keine Chancen mehr, seit das europäische Finanzsystem zu wanken begann und bald danach der Arbeitsmarkt daheim zusammenbrach. Sie gehen nach Deutschland, wie vor einem halben Jahrhundert ihre Großeltern, auf der Suche nach einer Zukunft.
Die Gastarbeiter aus Südeuropa bildeten in den sechziger Jahren die erste große Migrantengruppe, die in die BRD zog, um zu arbeiten. Nun kommen ihre Enkel und bilden die nächste große Welle von Einwanderern, die der Arbeitsplätze wegen nach Deutschland kommen. Wie ihre Vorfahren suchen sie hier Jobs und Möglichkeiten, die ihnen ihr Heimatland nicht bieten kann.
Doch die neuen Gastarbeiter stehen nicht am Fließband, sondern im Universitätslabor. Sie erledigen nicht die Arbeit, für die sich andere zu schade sind, sondern sie beziehen Eckbüros, werden Oberärzte, entwerfen Produkte, die andere herstellen. Sie sind besser ausgebildet und selbstbewusster als frühere Migrantengenerationen und sehen sich deshalb weder als Gäste noch als Arbeiter. Sie fühlen sich als Bürger Europas und wollen selbstverständlich überall dazugehören, und ebenso selbstverständlich wieder gehen, wenn es ihnen woanders besser gefällt. Es ist eine Elite, die nun einwandert und das Bild verändert, das sich die Gesellschaft von Einwanderern macht.
Bislang waren Zuwanderer, die nach Deutschland kamen, deutlich weniger gebildet als Immigranten in anderen Ländern. Jetzt sind fast die Hälfte der Neuankömmlinge Akademiker, zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, und sie kommen zahlreich. Seit den neunziger Jahren sind nicht mehr so viele Menschen nach Deutschland zugezogen. Allein im ersten Halbjahr 2012 waren es mehr als eine halbe Million.
Sie treffen auf eine Gesellschaft, die langsam begreift, dass die Migranten den Wohlstand in Deutschland nicht bedrohen, sondern bewahren. "Die neue Qualität der Zuwanderung ist ein Glücksfall", sagt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. "Sie hilft unserem Land, macht es jünger, kreativer und internationaler. Jeder gewinnt. Die jungen Leute, weil sie im Beruf durchstarten können, unsere Wirtschaft, weil Fachkräfte auf offene Stellen nachströmen." Es sind ungewohnte Töne einer Unionspolitikerin. Dass das Land sich mit den Einwanderern ändern muss, um zu bleiben, was es ist: eine der führenden Wirtschaftsnationen der Welt, deren Reichtum vor allem in den Köpfen ihrer Menschen entsteht.
Dieser Reichtum würde ohne die neuen Einwanderer schwinden. Immer weniger Berufstätige müssen immer mehr Senioren ernähren. Selbst wenn im nächsten Jahrzehnt mehr Frauen und mehr Ältere Vollzeit arbeiten sollten, gäbe es nicht genug Arbeitskräfte, um die Wirtschaft erfolgreich am Laufen zu halten, so eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Bevölkerungswissenschaftler stellen eine einfache Rechnung auf: Nur wenn jedes Jahr 400 000 Menschen mehr zu- als abwandern, kann Deutschland seine wirtschaftliche Kraft erhalten. Und so wie jetzt müsse es einige Jahre lang weitergehen, in keinem anderen industrialisierten Land werde die Erwerbsbevölkerung dramatischer schrumpfen als in der Bundesrepublik, warnt die OECD.
Denn jetzt gehen die ersten geburtenstarken Jahrgänge in Rente, die Kinder des Wirtschaftswunders. Im Jahr 2025 werden etwa fünfeinhalb Millionen Fachkräfte fehlen. Unternehmen in den Boom-Regionen der Republik spüren den Mangel schon heute. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags klagen drei von vier Mittelständlern darüber, dass sie zu wenig qualifizierte Mitarbeiter finden. Jeder dritte mittelständische Betrieb habe bereits Aufträge ablehnen müssen, weil das Personal fehle, berichtet der Bundesverband mittelständische Wirtschaft.
Es ist allerdings noch nicht lange her, dass Politiker und Journalisten befanden, Deutschland sei kein Einwanderungsland; die Gesellschaft könne keinen weiteren Zuzug vertragen. Über Migranten sprach man so, als seien sie eine Plage, eine Bedrohung, mindestens eine Last. Migrationspolitik bedeutete in erster Linie, Migration zu verhindern.
Mit Erfolg: 2008 und 2009 kehrten mehr Menschen Deutschland den Rücken als neu hinzukamen. Die Bundesrepublik wurde zum Auswanderungsland. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung machten sich vor allem Wissenschaftler und Führungskräfte davon.
Menschen nach Deutschland zu locken, sie einzuladen, es ihnen so leicht wie möglich zu machen, hier heimisch zu werden - diese Kultur hat es nie gegeben. Nun zwingen die Demografie und der Mangel an Arbeitskräften die Deutschen, ihren Argwohn zu überwinden und um Migranten zu werben. Sie sollen nicht länger fragen: "Wann geht ihr wieder?", sondern bitten: "Bleibt doch noch!"
Carolina López fand im Mai 2012 ein Zimmer in Kreuzberg. Sie legte ihre Klamotten aufs Bett, stellte ein Foto ihres Freundes ins Regal und machte sich auf die Suche nach einer Sprachschule. In den ersten Wochen lebte sie von ihren Ersparnissen. Bald fuhr sie jeden Morgen mit der U-Bahn zum Deutschkurs und schrieb nachmittags Bewerbungen. Mit ihrem Freund, der in Spanien geblieben war, telefonierte sie über Skype.
López hat in Sevilla und Cardiff studiert und arbeitete in den vergangenen zwei Jahren für eine PR-Firma in La Coruña. Das Unternehmen verschuldete sich in Folge der Euro-Krise, Projekte wurden gestrichen, Gehälter gekürzt. Als ein Dutzend Kollegen entlassen wurden, schmiss López hin und zog fort. Nach drei Monaten in Berlin unterschrieb sie einen Vertrag als Marketing-Managerin bei "Twago", einer Internetfirma. "Ich lebe den deutschen Traum", sagt sie.
López ist Teil einer neuen europäischen Völkerwanderung: 27 056 Spanier gingen im ersten Halbjahr 2012 den gleichen Weg wie sie. Aus Italien kamen 32 633, aus Griechenland 26 382, aus Portugal 9914. Und dies sind nur die offiziellen Zahlen. Die tatsächliche Zuwanderung könnte etwa dreimal so groß sein, sagt Vassilis Tsianos, Migrationsforscher an der Universität Hamburg. Viele Einwanderer meldeten sich erst mal nicht, wenn sie nach Deutschland kämen.
Zu Hause hatten viele von ihnen hin und her überlegt: Wird das Heimatland die Krise in den Griff bekommen, oder ist es besser zu gehen? Nun sind es die Jungen, die Gutausgebildeten, die Mutigen, die nach Deutschland kommen, im Durchschnitt sind sie 32 Jahre alt. "Sie schließen eine Wette auf ihre eigene Zukunft ab", sagt Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Die Wette des Italieners Enrico Orselli scheint aufgegangen zu sein. Jeden Morgen fährt der 33-Jährige mit seinem Ford von Köln nach Leverkusen, streift sich im Werk von Bayer seinen Kittel über, setzt die Schutzbrille auf und geht ins Labor. Er leitet ein Team, das Kunststoffe entwickelt, die unter elektrischer Spannung ihre Form ändern. Viermal ist Orselli umgezogen in den vergangenen neun Jahren: Er hat in Bologna Chemie studiert, ging für ein Forschungsjahr nach Amsterdam, promovierte in Münster und arbeitete vier Jahre in Brüssel.
Auf einer Party in Münster, organisiert für die Studenten des größten europäischen Austauschprogramms Erasmus, lernte er im Herbst 2005 seine heutige Freundin Astrid kennen. Sie führten eine Fernbeziehung zwischen Brüssel und Münster, bis Orselli die Stelle bei Bayer fand. Jetzt wohnen sie in Köln, Astrid schreibt an ihrer Doktorarbeit. Zurück will er vorerst nicht; er sagt, dass er in Deutschland alt werden möchte.
Die neue Generation der Jobmigranten wird Europa verändern. "Im Idealfall wird der europäische Arbeitsmarkt zur Drehscheibe für Berufswissen und Wohlstand. Dann geht auch der junge Deutsche nach Spanien, um die Solartechnik voranzubringen", sagt Arbeitsministerin von der Leyen.
Viele sind nicht mehr in einem Land zu Hause, sondern auf einem Kontinent. Sie arbeiten oder studieren eine Zeitlang im Ausland, allein das Erasmus-Programm vermittelt 200 000 junge Europäer pro Jahr. Sie lernen neue Sprachen, sammeln Erfahrungen, finden Freunde, gehen nach einiger Zeit zurück nach Hause - und wieder ins Ausland. Sie leben heute die Idee vom vereinten Europa, mehr als die Gründerväter der EU sich das träumen ließen. Selbst wenn es die Euro-Krise war, die diese Entwicklung befeuert hat.
Für sie ist das europäische Bewusstsein, das Bundespräsident Joachim Gauck am vergangenen Freitag in seiner Grundsatzrede beschwor, längst Realität. "Ihr habt euer erstes Taschengeld in Euro erhalten, ihr lernt mindestens zwei Fremdsprachen, ihr fahrt zur Klassenreise nach Paris, London, Madrid, vielleicht auch nach Warschau, Budapest, Prag. Ihr erlebt tatsächlich mehr Europa als alle Generationen vor euch!" Die Generation Erasmus findet zueinander durch Billigflieger wie Easyjet, sie kommuniziert über Skype und Facebook, und ihr Sehnsuchtsort ist zurzeit: Berlin.
Heimweh kenne sie nicht, sagt Emilia Cincu, 28, Biologin an der Humboldt-Universität Berlin. Wenn sie doch einmal jemanden vermisst, fährt sie nicht nach Timisoara, das ist ihre Heimatstadt, die drittgrößte Stadt in Rumänien. Sie löst ein Ticket nach London oder Budapest, denn dort wohnen heute ihre Freunde.
Der Zuzug aus Südeuropa ist in den vergangenen zwei Jahren sprunghaft gestiegen, noch beliebter aber ist Deutschland in Osteuropa: Von dort kamen 2011 über zwei Drittel aller EU-Migranten, die meisten aus Polen, Rumänien und Bulgarien. Manche von ihnen sind bitterarm, einige werden von unseriösen Vermittlern nach Deutschland gelockt, wo sie für Hungerlöhne auf dem Bau schuften oder sogar in der Obdachlosigkeit landen (siehe Seite 36). Nach einer Debatte über eine neue Armutswanderung drohte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vergangene Woche prompt mit einer "Einreisesperre" für "solche Menschen", die Sozialleistungen missbrauchen wollten.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass fast jeder dritte osteuropäische Einwanderer Akademiker ist. Diese Leute richten sich nicht am Rand der Gesellschaft ein, sie wollen in die Mitte oder an die Spitze.
Emilia Cincus Eltern - er Ingenieur, sie Bibliothekarin - haben Rumänien selten verlassen. Sie hatten nicht die Chance, ein Leben zu führen, wie ihre Tochter es genießt. Emilia Cincu war gerade fünf, als der Eiserne Vorhang fiel. Nach dem Studium begann sie zu reisen, zu studieren, zu arbeiten und vor allem zu leben, wo immer sie wollte: Sie forschte in Budapest und Wien. In Timisoara ist sie nur noch zwei- bis dreimal im Jahr, an Feiertagen, um ihre Eltern zu sehen.
Ihre Doktorandenstelle fand sie übers Internet. Sie schickte eine Mail mit ihrem Lebenslauf an verschiedene Universitäten, Berlin antwortete am schnellsten. Sie war gerade angekommen, da schrieb sie eine Liste der Orte, die sie sofort besuchen wollte: den botanischen Garten, die Spandauer Zitadelle, das Brandenburger Tor, den Reichstag. Mit dem Stadtplan in der Hand erkundete sie die Straßen, zum Abschluss verlief sie sich mit Absicht. Mit diesem Ritual ist Emilia Cincu bisher in jeder neuen Stadt gut angekommen.
Sie kam nach Deutschland, weil sie hier einen Platz, Geld und Zeit zum Forschen fand. Ob sie bleibt? Mal sehen. Im Sommer gibt sie ihre Dissertation ab - und wenn sie dann ein besseres Angebot bekommt, zieht sie weiter.
Die Generation von Carolina López, Enrico Orselli und Emilia Cincu kommt, weil die Konjunktur der größten europäischen Wirtschaftsnation stabil ist. Die Krise hat die Menschen aus ihren Heimatländern vertrieben, doch wenn sie auf Dauer bleiben sollen, muss Deutschland ihnen dafür gute Gründe geben.
"Lange sind Zuwanderer nicht so behandelt worden, als wären sie willkommen. Unsere Gesellschaft kann noch nicht so entspannt mit Vielfalt umgehen wie andere Einwanderungsländer", sagte Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge der "Welt".
Dass eine moderne Wirtschaftsnation um die besten Köpfe werben muss, versucht Deutschland gerade im Eilverfahren zu lernen. Noch 2005, erinnert sich Monika Varnhagen, Chefin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit, war sie damit beschäftigt, für deutsche Arbeitslose Jobs im Ausland zu finden.
Nun versucht sie, auf Jobbörsen und Messen, Südeuropäer für eine Karriere in Deutschland zu begeistern. Es fehlt an Ingenieuren, Mechanikern, Altenpflegern, Ärzten - an Menschen wie Pedro Mauro dos Silvos und seiner Frau Ana. Beide sind Ingenieure, 29 und 30 Jahre alt. Sie kommen aus Portugal, arbeiten jetzt in Künzelsau, einer Kleinstadt in Baden-Württemberg, und versuchen, schnell Deutsch zu lernen.
Vor einigen Wochen hat das Arbeitsministerium ein 139-Millionen-Euro-Programm gestartet, das jungen Europäern Deutschkurse in ihren Heimatländern und anschließend Praktika in Deutschland finanziert.
Emilio García Barea, 30, aus Cádiz in Andalusien hatte daheim drei Monate lang keinen Lohn mehr erhalten. Am 6. Dezember 2011 holte ihn die Arbeitsagentur Stuttgart zusammen mit 95 spanischen Ingenieuren nach Baden-Württemberg. Dort trafen sie Chefs, die Personal suchten. Zwei Tage lang hatten sie Zeit, sich zu finden. Bei 33 von ihnen hat es mit einem Job geklappt. Emilio García Barea arbeitet jetzt für Seeber & Partner, ein Ingenieurbüro in der Nähe von Stuttgart. Sein Personalchef sagt: "Motivierte und flexible Mitarbeiter wie Emilio García sind in Deutschland kaum noch zu finden."
Der Ingenieur hat einen unbefristeten Vertrag und keine Angst mehr, dass am Ende des Monats das Konto leer bleibt. Zu Anfang besuchte er jeden Abend einen Deutschkurs an der Volkshochschule. García Bareas Brüder, zwei Anwälte, blieben in Cádiz. Sie sind arbeitslos. "In Spanien gibt es für uns keine Zukunft", sagt García.
Seine Arbeit gefällt ihm, die Bezahlung ist gut, aber an die baden-württembergische Provinz muss er sich gewöhnen. Manchmal fährt er deshalb nach Stuttgart, zu einer Kneipe im Osten der Stadt. Hier treffen sich spanische Gastarbeiter, die vor Jahrzehnten nach Deutschland kamen. Sie schauen spanischen Fußball, trinken Bier und unterhalten sich in ihrer Heimatsprache. Einige von ihnen haben in 50 Jahren weniger Deutsch gelernt als García in 15 Monaten.
Die neuen Migranten sind keine exotischen Multikulti-Vertreter in den alternativen Quartieren der Großstädte. Auch in konservativen Milieus, in den Kleinstädten, in den Dörfern, sind sie vielerorts willkommen - weil sie gebraucht werden.
In Deggendorf zum Beispiel, am Rande des Bayerischen Walds, erklärt Landrat Christian Bernreiter (CSU) den Bürgern, warum dringend mehr Ausländer kommen müssen. Vor wenigen Wochen flog er bis ans Schwarze Meer, um Lehrlinge für seinen Landkreis zu finden, nach Burgas, ganz im Osten Bulgariens.
70 Schulabgänger der örtlichen Gymnasien saßen da vor ihm, ins Meerescasino hatte er sie eingeladen, und er begrüßte sie mit Sätzen, in denen immer wieder die Worte "Willkommen", "Wir brauchen", "Wir bieten", "Zukunft in Deutschland" vorkamen.
In Burgas gibt es ein deutschsprachiges Goethe-Gymnasium, und auch auf den berufsbildenden Fachgymnasien für Tourismus, Elektronik und Mechatronik lernen Jugendliche Deutsch. Bernreiter war schon zum dritten Mal dort. Seinem Landkreis geht der Nachwuchs aus. Bis 2028 wird es ein Drittel weniger Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren in Deggendorf geben. Bereits im vergangenen Jahr konnte fast ein Drittel der rund 3000 angebotenen Lehrstellen im Deggendorfer Arbeitsagentur-Bezirk nicht besetzt werden.
Bevor er nach Bulgarien ging, sagt Bernreiter, habe er gleich hinter der Grenze in Tschechien Ausschau gehalten - aber die ehrgeizigen jungen Leute dort seien schon alle weg gewesen: nach Großbritannien, Irland oder Frankreich. "Es war ein Irrglaube anzunehmen, wenn wir die Ausländer irgendwann brauchen, würden sie schon kommen", sagt Bernreiter. "Warum auch, wenn man ihnen jahrelang predigt, dass sie hier nicht so gern gesehen werden?"
Seit 2011 sind 36 Lehrlinge aus Burgas nach Deggendorf gezogen. Dimitar Menchev, 19, kam vergangenen August und verlegt heute Stromkabel im Gasthof Goldener Engel am Deggendorfer Marktplatz. "Ich will in Deutschland bleiben", sagt der Elektrikerlehrling. Jeden Samstag nimmt er sechs Stunden Deutschunterricht.
Menchev bekommt in Deggendorf 660 Euro. Das ist so viel, wie seine Eltern daheim zusammen erhalten, sie als Bankkauffrau, er als Elektriker. Die Firma zahlt Menchev außerdem den Sprachkurs und zwei Flüge pro Jahr nach Hause. Er hat sie beide schon genommen, so sehr vermisst er seine Familie und das Meer. In seinem Zimmer in Deggendorf hängen Bilder von ihm, auf denen er eine Jolle segelt, sowie Medaillen von Regatten. Die Deggendorfer organisieren Fahrradtouren mit den Neuankömmlingen, laden zu Grillfesten ein und zum Fußball. Dimitar Menchev hält sich noch zurück. Er sucht eher Kontakt zu seinen Landsleuten als zu den Einheimischen. "Ich muss erst mal richtig ankommen", sagt er.
Seine Geschichte erinnert an die erste Anwerbewelle vor 50 Jahren, als Deutschland Arbeitskräfte ins Land holte. Einfache deutsche Arbeiter sollten zu Fachkräften ausgebildet werden - und "um das besorgen zu können", sagte Ludwig Erhard, damals Bundeswirtschaftsminister, "müssen wir die relativ primitiveren Arbeiten bei Anhalten dieser Konjunktur schließlich doch mal von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen".
Bereits 1955 hatte die Bundesregierung das erste Anwerbeabkommen abgeschlossen, mit Italien. Es folgten im Laufe der Jahre sieben weitere Verträge, mit Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien. Auch die DDR holte Arbeitskräfte ins Land - etwa aus Vietnam und Kuba. Die Gastarbeiter bekamen ein auf wenige Jahre befristetes Aufenthaltsrecht. Wenn die Zeit abgelaufen war, mussten sie nach Hause zurückkehren und wurden durch neue Leute aus ihrem Land ersetzt.
Schon in den sechziger Jahren begann dieses System zu scheitern. Weder hatten die Betriebe ein Interesse, die angelernten Arbeiter ziehen zu lassen, noch wollten diese ihre Jobs aufgeben. Übrig blieb die Fiktion vom "Gastarbeiter".
1973 kam die Ölkrise, die Wirtschaft brach ein und Deutschland verhängte einen sogenannten Anwerbestopp. Die Gastarbeiter wurden nicht mehr gebraucht. Wie man den Produktionsfaktor Mensch geholt hatte, wollte man ihn auch wieder loswerden.
Der Anwerbestopp erwies sich aber als folgenschwerer Bumerang. Die Gastarbeiter wussten, dass sie in Deutschland bleiben mussten, um ihre Aufenthaltserlaubnis zu behalten. Viele entschlossen sich deshalb, ihre Familien nachzuholen. Die Neuen hatten ein niedriges Bildungsniveau und größere Schwierigkeiten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, als diejenigen, die vor ihnen eingereist waren.
Diese Erfahrungen prägten die Wahrnehmung von Migranten als bedürftige Habenichtse, die die Gesellschaft nicht stützen, sondern ihr zur Last fallen. Die Antwort der deutschen Politiker auf Einwanderung lieferte Helmut Kohl kurz nach seinem Wahlsieg 1983: "Die Zahl der Ausländer muss halbiert werden." Seine Regierung verabschiedete ein Gesetz, das ausreisewilligen Migranten eine Prämie von 10 000 DM bot, wenn sie das Land für immer verließen.
Noch Anfang der achtziger Jahre beklagten 15 rechtskonservative Hochschulprofessoren in einem "Heidelberger Manifest", eine "Unterwanderung des deutschen Volkes durch Zuzug von vielen Millionen Ausländern und ihren Familien, die Überfremdung unserer Sprache, unserer Kultur und unseres Volkstums". Deutsch wurde ein Mensch durch das Blut seiner Eltern, nicht durch den Geburtsort. Dass Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland ziehen konnten, verstanden Linke als Gnadenakt für Notleidende, Rechte als Gefahr.
Nach dem Anwerbestopp gab es kaum Möglichkeiten für Menschen aus Nicht-EU-Ländern, nach Deutschland zu ziehen und dort zu arbeiten. In dieser Zeit kamen die Zuwanderer hauptsächlich als Familiennachzügler und als Aussiedler, als Asylbewerber und als Flüchtlinge. Deutschland wollte kein Einwanderungsland sein - und wurde hinter den USA und Russland das drittgrößte der Welt. Fast elf Millionen Menschen sind immigriert, mehr als nach Kanada. Es kamen also nicht weniger Menschen, es kamen nur weniger qualifizierte Menschen.
Der sozialdemokratische Kanzler Gerhard Schröder war der Erste, der das ändern wollte. Ziel seiner "Green-Card-Initiative" im Jahr 2000 war es, IT-Spezialisten aus Ländern außerhalb der EU für zunächst fünf Jahre anzuwerben. Die Zahl der Bewerber blieb jedoch überschaubar.
Innenminister Otto Schily (SPD) setzte darum eine Expertenkommission ein, geleitet von der CDU-Politikerin Rita Süßmuth. Sie präsentierte im Juli 2001 einen Neuentwurf der deutschen Migrationspolitik. Der erste Einleitungssatz des Papiers lautete: "Deutschland braucht Zuwanderinnen und Zuwanderer." Zwei Monate später, nach dem 11. September, verschwand das Papier in der Schublade. Das Zuwanderungsgesetz, auf das sich Regierung und Opposition dreieinhalb Jahre später einigten, blieb beim Anwerbestopp, es wurden lediglich ein paar Ausnahmen für Akademiker und Selbständige geschaffen.
Bis vor kurzem habe hierzulande eine "Gnadenerlasskultur" geherrscht, sagt der Migrationsforscher Klaus Bade. Wenn man in den USA fragte, "Kann ich einwandern?", dann habe es geheißen: "Ja!" Und dann würden die Bedingungen formuliert. Wenn man in Deutschland fragte, "Kann ich einwandern?", dann habe es lange geheißen: "Nein! Aber es gibt da diese und jene Ausnahme."
Starnberg. Starnberg klinge gut, fand die Anästhesistin Alexandra Mani, 36. Vor einem Jahr bewarb sie sich am Klinikum Starnberg, ohne zu wissen, dass sie in eine der teuersten Ecken des Landes kommen würde. In Athen hatte sie durch die Krise ihren Job verloren. Sie ist verheiratet, hat einen sechsjährigen Sohn und eine dreieinhalbjährige Tochter. Ihr Mann ist ebenfalls Arzt, doch sein Gehalt wurde um die Hälfte gekürzt. Die Eigentumswohnung, das Auto, die Privatschule für den Sohn - das alles hätten sie ohne Manis Gehalt nicht mehr bezahlen können.
Ärzte werden gebraucht in Deutschland, vor allem außerhalb der Großstädte. Mani bekam schnell eine Zusage, auch weil sie fließend Deutsch spricht. Sie hat sechs Jahre in Innsbruck studiert. Die Krankenhausverwaltung suchte ihr eine Wohnung, ihre Einrichtung kaufte sie bei Ikea. Die Familie sieht sie jeden Abend im Videochat, alle drei Wochen fliegt sie nach Athen.
"Deutschland hat mich sehr willkommen geheißen", sagt Mani. In München gibt es eine große griechische Gemeinde, aber mit der hat sie kaum etwas zu tun. Ihre Freizeit verbringt sie am Starnberger See mit deutschen Freunden. Zweimal haben ihr Mann und die Kinder sie schon in Starnberg besucht. Jetzt wollen sie Deutsch lernen. Falls Mani kein attraktives Angebot aus Griechenland bekommt, werden sie sobald wie möglich nachziehen.
So reibungslos wie bei Alexandra Mani läuft der Start nur selten. Politiker wie Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sprechen gern davon, dass Deutschland eine "Willkommenskultur" erlernen und den Neulingen etwas bieten muss. "Wir werden Hochqualifizierte nur anziehen können, wenn wir ihnen sagen, auch dein Partner und deine Kinder sind uns willkommen und haben in Deutschland gute Perspektiven und Karrierechancen", sagt von der Leyen. Für sie heißt das: gute Kitas und Schulen, bessere Information und Unterstützung für die Familien. "Da liegt noch ein weiter Weg vor uns", sagt von der Leyen.
Auch die deutschen Firmen haben noch einen weiten Weg vor sich. Sie klagen, sie fänden keine qualifizierten Leute - aber bemühen sie sich auch um Europas junge Elite? Laut einer Studie der OECD hatten zwischen Juli 2010 und Juli 2011 neun von zehn deutschen Unternehmen offene Stellen, doch nur jedes vierte machte sich daraufhin auch außerhalb Deutschlands auf die Suche. Bei Klein- und Mittelständlern ziehen dies gerade mal 15 Prozent in Betracht. "Die Überzeugung ist weitverbreitet, dass eine Personalgewinnung im Ausland komplex und unzuverlässig ist", schreibt die OECD. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt mahnt die Betriebe zur Aufgeschlossenheit: "Wir müssen den Menschen aus anderen Ländern klare Signale geben, dass wir sie dringend benötigen und dass sie bei uns willkommen sind. Da haben wir in der Vergangenheit sicherlich nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft."
Viele Arbeitsmigranten aus den südeuropäischen Ländern brechen auf gut Glück nach Deutschland auf, ohne einen Vertrag und ohne soziale Anbindung. Sie wenden sich oft zuerst an die Gemeinde ihrer Landsleute in Deutschland. Um während der Arbeitssuche und des Deutschlernens ein Auskommen zu haben, bitten sie zum Beispiel in griechischen oder spanischen Restaurants um einen Job in der Küche. Doch solche Beschäftigungen sind zumindest in Großstädten kaum noch zu finden.
Staatliche Anlaufstellen gebe es auch heute kaum, aber sie seien weitgehend unbekannt, kritisiert der Migrationsforscher Bade. Er fordert Willkommenszentren, in denen Zuwanderer vor allem in den zentralen praktischen Fragen beraten werden: Wie finde ich einen Job? Wo eine Wohnung?
Wie schwer es Einwanderern mitunter noch gemacht wird, zeigt das Beispiel Schwäbisch Hall. Anfang 2012 schrieb eine portugiesische Journalistin einen Artikel über das baden-württembergische Städtchen, über die Ruhe, die schönen Fachwerkhäuser dort - und die freien Stellen. Außerdem schrieb sie diesen einen entscheidenden Satz über den Text: "Lernen Sie die deutsche Stadt kennen, die Portugiesen beschäftigen will." Kurz darauf fanden die Mitarbeiter des Jobcenters Schwäbisch Hall mehr als 2500 Bewerbungen in ihren Online-Postfächern. Alle aus Portugal. Eine davon war die von Isabel do Espírito Santo aus Lissabon.
Sie erhielt sofort eine Absage, doch so schnell wollte Espírito Santo nicht aufgeben. Sie verschenkte ihre Möbel an Freunde und Nachbarn, kündigte die Wohnung und buchte einen Flug nach Stuttgart. In Portugal hatte sie mit ihrem Mann eine Automobil-Zuliefererfirma aufgebaut. 40 Angestellten gaben sie Arbeit. In der Krise verloren sie ihre Aufträge, gingen pleite. Auch die Ehe zerbrach. Espírito Santo nahm einen Job als Zahnarzthelferin an, sie verdiente 600 Euro im Monat.
Schwäbisch Hall sehe aus wie auf den Fotos in der Zeitschrift, fand sie am Anfang. Sie ging zum Rathaus und fragte nach einer Unterkunft. Sie müsse erst einen Job finden, hieß es. Dann könne man ihr helfen. Sie ging zur Arbeitsagentur und fragte nach einer Stelle, sie sei aus Portugal gekommen. Eine Beamtin schob ihr einen Zettel zu. Da stand auf Portugiesisch: Wenn Sie aus Portugal kommen, gehen Sie bitte zurück nach Hause. Wir haben leider keinen Job für Sie.
Schließlich wurde sie zu einem Vorstellungsgespräch bei einer Spedition geschickt. Dort sagte man ihr: "Das ist zu hart für Sie." Sie blieb trotzdem. Jetzt fährt sie Gabelstapler und packt Kisten. Sie bekommt 8,50 Euro die Stunde, macht rund 1000 Euro netto im Monat. Das reicht für den Lebensunterhalt, aber für mehr auch nicht. In ihrem Zimmer steht nur das, womit sie ankam: ein Koffer mit Klamotten.
Trotzdem soll Deutschland für sie keine Station auf Zeit sein, sondern ihr neues Zuhause. Sie will "teilhaben an dieser Gesellschaft", will keine Gastarbeiterin alter Definition sein und hat einen zweiten Job angenommen, in einem Gasthaus als Küchenhilfe.
Im November ist einer ihrer Söhne nachgekommen, er arbeitet jetzt auch in der Spedition. Espírito Santo würde gern besser Deutsch lernen. Doch die Kollegen bei der Arbeit sprechen entweder Russisch oder Türkisch, und einen Sprachkurs am Goethe-Institut oder an der Volkshochschule kann sie sich nicht leisten. Am Anfang zahlte die Spedition noch eine Unterrichtsstunde pro Woche, als die Geschichte von Schwäbisch Hall und den Portugiesen in den Zeitungen stand.
Seit ein paar Jahren bietet auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Kurse an, in denen Menschen aus Nicht-EU-Staaten Deutsch lernen können. Wer wie Espírito Santo aus einem EU-Land kommt, darf jedoch nur an ihnen teilnehmen, wenn Plätze frei bleiben - und nur gegen eine Gebühr.
Knapp zwei Drittel der Migranten, die 2011 einreisten, kamen aus der EU. Auf Dauer wird die Bundesrepublik ihren Bedarf an qualifizierten Zuzüglern jedoch nur decken können, wenn sie für Menschen aus aller Welt attraktiv wird. "Deutschland muss seinen Blick über Europa hinausrichten", sagt Christine Langenfeld, die Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration.
Das Land ist dabei deutlich weiter, als es scheint: Ausgerechnet die konservative schwarz-gelbe Regierung von Angela Merkel hat so leise wie beharrlich eine rechtliche Hürde nach der anderen für Migranten aus dem Weg geräumt, während der Stammtisch über "Sozialschmarotzer" diskutierte.
Im August 2012 führte die Bundesregierung die sogenannte Blaue Karte EU ein: Danach können Migranten von außerhalb der EU einwandern, die eine Stellenzusage mit einem Jahresgehalt von mindestens 46 000 Euro in Deutschland nachweisen. Bedingung: ein Universitätsabschluss. Bei Berufen, für die es wenige Kandidaten aus dem Inland gibt, liegt die Grenze bei 36 000 Euro. Ausländische Hochschulabsolventen können ein sechsmonatiges Visum beantragen, um sich eine Arbeit zu suchen. Laut OECD ist Deutschland durch die Reformen inzwischen "eines der Länder mit den geringsten Beschränkungen" für hochqualifizierte Migranten geworden.
Die Universitäten helfen dabei, qualifizierten Nachwuchs ins Land zu holen. 2011 begannen hierzulande fast 73 000 junge Menschen, die im Ausland die Schule abgeschlossen hatten, ein Studium - so viele wie noch nie. Ein Viertel der Jungakademiker bleibt schon jetzt, darunter viele Chinesen und Russen. Es müssen aber noch mehr werden.
Arbeitsministerin von der Leyen ist zudem davon überzeugt, dass Deutschland nicht nur auf ausländische Akademiker angewiesen ist. Sie will die Zuwanderung für Facharbeiter erleichtern und noch in dieser Legislaturperiode eine neue Beschäftigungsverordnung ins Kabinett bringen.
Auch die Stadt Hamburg will es Einwanderungswilligen leichter machen. Sie hat ein "Welcome Center" gegründet, in dem verschiedene Behördendinge auf einmal erledigt werden können. Wer nach Hamburg gezogen ist, kann hierher kommen, um eine Aufenthaltserlaubnis zu beantragen, um den Wohnsitz eintragen zu lassen - oder um sich erklären zu lassen, wie man in Deutschland einen Kindergartenplatz findet. Alles an einem Ort. Fast jeder Mitarbeiter spricht Englisch.
Das Zentrum liegt in einem klassizistischen Bau in der Innenstadt: hohe Decken, gemütliche Sessel, Wände aus Glas. Keine Wartenummern, dafür ein freundlicher Händedruck. Ein paar Fragen, in verbindlichem Ton, am Ende ein Stempel. Vielen Dank, alles Gute. Bis zum nächsten Mal. Die Hansestadt übt schon mal eine neue deutsche Bitte: Bleibt doch hier!
Von Sven Becker, Markus Dettmer, Markus Flohr, Özlem Gezer, Simone Kaiser, Ann-Kathrin Nezik, Christoph Pauly, Maximilian Popp und Janko Tietz

DER SPIEGEL 9/2013
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