18.11.1996

Hausmitteilung Betr.: Mutter Teresa

Mutter Teresa, die katholische Missionarin und Friedensnobelpreisträgerin, die im Elend von Kalkutta ihr barmherziges Werk tut, verstand den Wissensdurst des SPIEGEL-Korrespondenten Tiziano Terzani aus Neu Delhi überhaupt nicht: "Warum fragen Sie mich so viel?" Weil er über sie schreiben wolle, antwortete Terzani, aber damit war seine Gastgeberin nicht zufrieden: "Über mich? Schreiben Sie lieber über Gott, nein: arbeiten Sie für ihn."
Genau das, konnte Terzani da antworten, habe er schon getan. Denn gleich am ersten Tag seiner Recherche hatte sich der SPIEGEL-Mann im "Heim für Sterbende" gemeldet, einer der Räumlichkeiten im Samariterkomplex der Teresa - und zwar nicht als Journalist, sondern als Helfer. Von sieben Uhr früh bis zum späten Mittag packte Terzani mit an, kochte die Eier fürs Frühstück der Schwerstkranken, half beim Baden und beim Wechseln der Bettwäsche. Noch zwei Wochen blieb er danach, zusammen mit Fotograf Dieter Ludwig, vor Ort - Zeit genug, um auch die ketzerische Kritik abwägen zu können, die dem Mythos der Mutter Teresa und der Arbeit ihrer Nonnen neuerdings entgegenschlägt (Seite 184).

DER SPIEGEL 47/1996
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