11.03.2013

EUROPA

Unter Eierköppen

Von Feldenkirchen, Markus

Der Deutsche Martin Schulz spielt eine zentrale Rolle in Europa. Als Präsident des Straßburger Parlaments will er seiner Institution mehr Macht und vor allem größere Anerkennung verschaffen. Und sich selbst. Von Markus Feldenkirchen

Am 26. Juni 1980 sitzt Martin Schulz nachts um vier am Schreibtisch seiner Wohnung in Würselen und denkt daran, sich umzubringen. Er ist sternhagelvoll heimgekommen, dort hat er sich noch eine halbe Flasche Martini reingezogen. Er ist 24 und ohne Arbeit, Freundin, Lebensmut, dafür hat er Schulden und ein Alkoholproblem. "Es ging nix mehr", wird er später erzählen. "In dieser Nacht wollte ich Schluss machen."

Er ruft seinen älteren Bruder Erwin an. Um Abschied zu nehmen? Ein Hilferuf? Er weiß es selbst nicht. Gegen sechs verlässt Schulz seine Wohnung und läuft zu Erwin. Es ist der Versuch, seine Sucht hinter sich zu lassen - und die größte Herausforderung seines Lebens.

32 Jahre später, am 17. Januar 2012, steht Martin Schulz am Rednerpult des Europäischen Parlaments in Straßburg. Gerade wurde er zum Präsidenten von 754 Abgeordneten aus 27 Ländern gewählt. Sie sollen die Interessen von 500 Millionen Bürgern durchsetzen und werden doch meist belächelt. Das EU-Parlament wirkt neben den anderen farblosen Institutionen, dem Rat der Staats- und Regierungschefs und der Kommission, wie die graue Maus Europas. Schulz will ihm endlich Würde verleihen, es geht um Selbstbewusstsein und um Macht.

"Entscheidungen, die uns alle betreffen, werden von Regierungschefs hinter verschlossenen Türen getroffen", sagt er. "Das ist für mich ein Rückfall in einen lange überwunden geglaubten Zustand der europäischen Politik: Es erinnert an die Zeit des Wiener Kongresses im 19. Jahrhundert." Das Parlament werde dem nicht länger zusehen. Ein Hauch von Revolution weht durch Straßburg.

"Ich werde kein bequemer Präsident sein", verspricht er. Er werde alles geben, "das verlorengegangene Vertrauen der Menschen in den europäischen Einigungsprozess zurückzugewinnen. Ja, ich werde versuchen, wieder Begeisterung für Europa zu wecken!"

Es ist keine Antrittsrede, sondern eine Kampfansage. Schulz will Europa aufrütteln, es umkrempeln, demokratischer machen. Es wird die zweite große Herausforderung seines Lebens.

München, Restaurant Pfistermühle, 3. Februar 2012

Die Tische sind gut besetzt, aber kein Gast erkennt ihn. Seit 18 Jahren gehört Schulz dem Europäischen Parlament an, er ist der wichtigste Deutsche in Brüssel, aber in der Heimat ist das kaum bekannt. Niemand ärgert das mehr als Schulz.

"Wo soll ich sitzen?", fragt er. "Unter dem Ochsen?" Er zeigt auf ein Gemälde an der Wand. "Na gut, passt ja."

Die Frage ist, ob der SPIEGEL ihn ein Jahr durch seine Präsidentschaft begleiten darf. Dann ließe sich vielleicht sagen, ob seine Ziele realistisch sind. Ob sich Europa tatsächlich verändern lässt.

Schulz willigt ein. Es gebe nur ein Problem. Er sei, nun ja ... etwas impulsiv. Auf so schöne Ausdrücke wie "Pfeifenheini", "Rindvieh", "dumme Gans" oder "Armleuchter" in Verbindung mit hohen EU-Repräsentanten und Regierungschefs muss daher in diesem Text verzichtet werden. Auf "Eierkopp" hingegen nicht.

Schulz sitzt unter dem Ochsen und bestellt Ente, dazu Apfelschorle. Vier Dinge will er verändern. Sein Daumen klappt hoch. Als Parlamentspräsident müsse er endlich an den Sitzungen des Rats teilnehmen. Man müsse an allen Gremien zur Euro-Rettung beteiligt sein. Zeigefinger. Die Regierungschefs müssten viel öfter nach Straßburg kommen und sich dort erklären. Mittelfinger. Und dann brauche man Aufmerksamkeit. "Wir vertreten 500 Millionen Menschen, aber wir haben eine Wahrnehmung wie der Kreistag von Pinneberg." Vier Finger stehen in der Luft.

"Die Mächtigen müssen Angst haben vor dem Parlament. Sonst machen wir Krawall. Ich schwitze den Machtanspruch ja aus jeder Pore." Wieder ein Hauch von Revolution, jetzt in der Pfistermühle.

Beim Nachtisch erzählt er von seinem ersten EU-Gipfel vor vier Tagen, seiner ersten Rede vor den Staats- und Regierungschefs. Es ging darum, wer den Fiskalpakt aushandeln darf, die Schuldenbremse für Europa. Das Parlament müsse einbezogen werden, verlangte Schulz. "Durch uns erhalten Entscheidungen der EU ihre demokratische Legitimation."

Bei bisherigen Gipfeln musste der Parlamentspräsident gleich nach seiner Rede den Raum verlassen. Sie war nicht mal ein Impulsreferat, eher ein Grußwort. Nach 20 Minuten waren die Mächtigen unter sich. "Bei mir gab es sofort acht Wortmeldungen", sagt Schulz. Merkel und Sarkozy, alle Wichtigen. "Ich war 'ne gute Stunde drin. Das gab's noch nie - eine echte Debatte!" Es herrscht die Euphorie des Anfangs, Veränderung scheint möglich. Über die Regierungschefs sagt er: "Sie haben mich gewogen und für schwer genug befunden."

Schulz, der kein Studium, kein Abitur hat, fühlte sich anderen lange Zeit unterlegen. Heute, sagt er, sei das Gefühl der Minderwertigkeit dem Stolz gewichen, es auf eigenem Wege geschafft zu haben.

Athen, 28. Februar 2012

"Ach, Moment, mein Hippo", ruft Schulz. Er kramt in seiner Tasche nach einem Plastik-Nilpferd und stellt es auf die Armlehne. "Mein Talisman. Das weitgereisteste Hippo aller Zeiten."

Für die Passagiere der Business Class ist es ein unruhiger Flug nach Athen. "Armin, Armin", ruft Schulz, wann immer sein Sprecher Armin Machmer helfen soll. Er bezeichnet sich selbst als Perpetuum mobile, als eine Maschine, die, einmal in Gang gesetzt, ständig in Bewegung bleibt. Als Armin sich ein Frühstück servieren lässt, ruft er laut: "Der Eierkopp kriegt nichts. Dat is ein Fresskopp!" Die Leute zucken. Schulz redet oft so mit seinen Mitarbeitern, nichts ist böse gemeint, sein Lieblingsspruch lautet: "Ihr seid alle entlassen!" In Wahrheit sind sie eine verschworene Gemeinschaft.

Schulz ist der erste prominente EU-Politiker, der in diesem Jahr nach Griechenland reist, seine Konkurrenten, Kommissionschef José Manuel Barroso und Ratschef Herman Van Rompuy, waren noch nicht da. Am Abend soll er eine Rede vor dem Parlament halten.

Das Vorhaben sei nicht risikofrei, es könne zu Tumulten kommen, sagt Schulz. "Aber ich kann nicht den Anspruch erheben, Einfluss zu nehmen und dem Parlament eine angemessene Rolle zu verschaffen, ohne mich ins Getümmel zu stürzen." Es gehe beim Kampf um ein neues Europa ja nicht nur um Inhalte. "Du musst heutzutage inszenieren." Seine Hand rührt in der Luft.

Vor dem Parlament in Athen wird wieder protestiert, es brennen EU-Flaggen. Es gebe derzeit eine irre Situation in Europa, sagt Schulz auf dem Weg ins Parlament. 26 von 27 Ländern seien für zusätzliche Hilfen für Griechenland. Eine sei dagegen. Er meint Angela Merkel.

Über Merkel kann er fluchen wie ein Rohrspatz und tut das fast täglich. Ebenso oft telefoniert er mit ihr, er ist stolz, ihre Handy-Nummer zu haben. "Die anderen wissen, dass ich sie habe." Das hilft.

Im Parlament hält Schulz eine kluge, leidenschaftliche Rede, er sagt: "Nie darf die Hilfe des einen die Würde des anderen in Frage stellen." Es ist die Rede, die sich die anderen Politiker Europas bislang nicht zu halten trauten.

Danach lädt ihn der Präsident zum Essen ein. Bevor sich Schulz an den Tisch setzt, fragt er Armin, ob die "Tagesschau" etwas gebracht habe. Offenbar nicht, er ist enttäuscht. Auf der Rückfahrt sagt Armin, das "heute journal" habe eine Eloge gesendet. "Na bitte", sagt Schulz. "Kinder, wisst ihr was? Der Martin macht jetzt Bubu." Am Hotelaufzug verabschiedet er seine Mitarbeiter. "Wenn ihr noch was hört von wegen Medienberichte, schickt mir unbedingt 'ne SMS. Gute Nacht!"

In Schulz' Wahlkreisbüro sitzt ein Professor aus Aachen, der ein Buch herausgeben will: "Klassiker des Europäischen Denkens". Ob er zwei Beiträge über "Koryphäen Europas" beisteuern könne?

"Bin ich da auch drin?", fragt Schulz.

Im Nebenraum wartet ein alter Freund, der heute sein Heimatbüro leitet. Er erzählt, wie er 1994 das erste Mal mit ihm nach Straßburg gefahren sei. Da habe sich der Martin im leeren Sitzungssaal auf den Stuhl des Präsidenten gesetzt und gesagt: "Hier sitze ich eines Tages."

Die Frage ist, wo all das herrührt, dieser unbändige Ehrgeiz, die ewige Sorge, zu kurz zu kommen? Der Freund zuckt mit den Schultern.

Nach der Sprechstunde spaziert Schulz durch die Innenstadt von Würselen. Hier in der Nähe saß er in den frühen Stunden des 26. Juni 1980 mit der Flasche Martini, als ihn der Lebensmut verließ.

Als Jugendlicher spielte er als linker Verteidiger bei Rhenania 05 Würselen und träumte davon, Fußballprofi zu werden. "Er war nicht gerade ein Filigrantechniker", sagt sein früherer Mannschaftskollege Franz-Josef Hansen. "Aber er war die Lokomotive, die uns alle mitgerissen hat." Man komme zwar aus dem kleinen Würselen, habe der Martin den Leuten eingebläut, aber man dürfe keine Angst vor den großen Vereinen haben. So erkämpfte seine Mannschaft aus der Provinz sogar die westdeutsche Vizemeisterschaft der B-Junioren, im Finale unterlag sie Schalke 04. Das Ziel, Profi zu werden, schien zum Greifen nah. Er wohnte neben dem Sportplatz und hatte nichts als Fußball im Kopf. Nach der elften Klasse musste er die Schule verlassen, weil er zweimal sitzengeblieben war.

Dann verletzte er sich auf einem Rasenplatz in Würselen schwer am Kniegelenk. Er ließ sich zum Buchhändler ausbilden und hatte doch das Gefühl, seine Chance auf Anerkennung vertan zu haben. Die Leere in sich füllte er mit Alkohol.

Er zog nach Bonn und arbeitete im "Buchladen 46". Dort verliebte er sich in eine Kollegin, bald träumten sie von einem Leben zu zweit. Irgendwann verließ ihn die Frau, weil es mit ihm, dem Dauerbetrunkenen, nicht auszuhalten war. Er zog in die kleine Wohnung in Würselen und glaubte, alles verloren zu haben, was ihm einmal wichtig gewesen war.

Brüssel, Europäischer Rat, 28. Juni 2012

Schulz ist einer der Ersten an diesem Tag, er trägt einen grauen Anzug mit roter Krawatte. Am Eingang des Saals steht Ratschef Van Rompuy und empfängt die Spitzen Europas wie ein Hausbesitzer seine Gäste zum Essen.

Vorher hat Schulz erzählt, dass er "so einen Hals" habe. Um künftige Krisen zu vermeiden, wurde eine Vierergruppe beauftragt, einen Masterplan zur Zukunft Europas zu entwickeln. Mitglieder sind die Chefs des Rats, der Kommission, der Zentralbank und der Euro-Gruppe. Das Parlament ist nicht vorgesehen.

"Die haben mich wieder ausgeschlossen", sagt Schulz. "Eine Unverschämtheit! Wenn Sie mich fragen, hat das die Merkel veranlasst."

Das tiefere Problem heißt Krise. Um den Euro zu retten und die Verschuldung in den Griff zu bekommen, haben die Regierungen immer neue Maßnahmen und Gremien entwickelt, an denen weder die nationalen Parlamente noch das Europaparlament beteiligt sein sollen.

Krisenzeiten sind Belastungsproben für die Demokratie. In der Krise muss man schnell und entschieden handeln, Parlamente aber wollen gründlich sein, diskutieren, sie haben ihre Verfahren, Fristen, Rituale, das macht sie langsamer. Sie wirken wie Störenfriede der Effizienz.

Bislang ist offen, wie viel Krise die Demokratie verträgt. Aber wenn Europa nicht aufpasst, könnten sich die autoritären Staaten Asiens oder der Golfregion bald als überlegene Modelle erweisen.

Bevor die Sitzung beginnt, plaudert Schulz mit Frankreichs Präsident Hollande. Er ist froh, dass sein Freund François gerade Nicolas Sarkozy besiegt hat, sie kennen sich lange. Schulz hat über Jahre ein Netzwerk aufgebaut und Kontakte zu Politikern aus allen Ländern gepflegt. Aus Kontakten wurden Regierungschefs und Partner für seinen Kampf. Er selbst sagt: "Wenn du so lange in Europa dabei bist wie ich, kennst du jedes Schwein."

Er nimmt neben dem Ratspräsidenten Platz. "Es ist nicht akzeptabel, dass die einzige direkt gewählte EU-Institution, die Stimme der Bürgerinnen und Bürger in Europa, von der Debatte über die Zukunft der EU ausgeschlossen wird", warnt er die Regierungschefs. Er habe kein Verständnis dafür, dass die Krise ausgenutzt werde, um im Herzen des neuen Europas einen Autoritarismus zu installieren. "Der Notfall wird zur Regel erklärt."

Wenn das so weitergehe, werde er beim nächsten Gipfel stur sitzen bleiben, sagt er später mal. "Und wenn die mich rausschmeißen, setz ich mich vor die Tür mit einem Schild: ,Das ist das Demokratieverständnis von Angela Merkel!'"

Berlin, Hamburgische Landesvertretung, 28. August 2012

Die Schwarzkopf-Stiftung verleiht ihm an diesem Nachmittag ihren Europapreis. "Er ist der Einzige", so die Laudatio, "der mit Europa den Saal rocken kann."

Nach der Ehrung kommt eine Frau in seinem Alter auf ihn zu. Sie hat im Publikum gesessen, nun will sie gratulieren. Er erkennt sie zunächst nicht. Erst als sie ihren Namen nennt, erinnert er sich. Sie ist seine große Liebe aus Bonn, ein Wiedersehen nach über 30 Jahren.

Nach der Trennung hing Schulz in Würselen rum. Er schämte sich, weil er die Finger nicht vom Alkohol lassen konnte. Und trank dann aus Scham. Die Jusos, denen er sich mit 19 angeschlossen hatte, setzten ihn als Anführer ab.

Erwin, der Bruder, ist Arzt. Am Morgen nach der Nacht, in der Schulz beschlossen hatte, sein Leben zu ändern, gab er ihm Pillen, falls der Entzug zu heftig würde. Bald darauf begann Schulz eine viermonatige Therapie in einer Klinik. Ein Freund schrieb ihm: "Du hast jetzt die einmalige Chance, Dich nur mit Dir selbst zu beschäftigen. Nutze sie!"

Schulz lernte über sich, dass er zur Selbstüberschätzung neigt. Er steckte sich zu hohe Ziele, wollte immer mit den Großen mitspielen, auch in der lokalen Politik, obwohl ihm dazu noch die Fähigkeiten fehlten. "Ich musste lernen, bescheidener zu werden", sagt er heute. Und dass man sich Erfolge erst erarbeiten muss, bevor man sie einfordern kann.

Sie sei stolz auf ihn, sagt die Frau, die ihn einst an den Alkohol verlor.

Dublin, Hotel Merrion, 3. Oktober 2012

In einem antiken Zimmer soll der Ablauf seines Irland-Besuchs besprochen werden. Schulz beugt sich über den Tisch und liest: "Erster Punkt: Arrival Dublin Airport. Das ham wir schon mal geschafft." Später soll er eine Rede im irischen Parlament halten. "Wissen Sie, wer das als letzter Gast durfte?", fragt Schulz. Geheimnisvolle Pause. "Bill Clinton!" Seine Augen leuchten. "Das ist ein starkes Signal! Das zeigt das Upgrading des Parlaments."

Dann kommt er wieder auf seine Lieblinge zu sprechen, die Staats- und Regierungschefs. "Bei denen kannst du dich auf nix mehr verlassen. Weil irgendeine von den 27 Regierungen immer im Wahlkampf ist und glaubt, irgendeinen Scheiß erzählen zu müssen."

Ein Beispiel ist der Ire Enda Kenny, mit dem er später vor die Presse treten wird. Die meisten EU-Mitgliedstaaten favorisieren eine Finanztransaktionsteuer, um die Spekulanten an den Kosten der Krise zu beteiligen, aber Kenny spricht sich dagegen aus, die Briten wollen schließlich auch nicht mitmachen. Beide Länder haben der Finanzindustrie eine attraktive Heimat geboten. Dass Irland wie kaum ein anderes Land von der EU profitiert hat, scheint Kenny egal zu sein. Die EU ist für viele Staaten wie der Geldspeicher von Dagobert Duck, aus dem man möglichst viel mitnehmen möchte, ohne selbst etwas zu geben.

Solches Denken bringt Schulz zur Verzweiflung, er schüttelt den Kopf. "Es gibt eigentlich nur eine einzige Lösung: Ich muss an die Macht. Alle Macht zu mir!"

Schulz öffnet die Tür zu einem Klinkerbau an der Kaiserstraße von Würselen und steht in einem Buchladen. Vorn stapeln sich Romane bis zur Decke, hinten Kinderbücher, fast wie damals, als er den Laden gründete, kurz nach der Therapie.

Als Buchhändler wurde Schulz zum Autodidakten, er wollte seinem Ehrgeiz endlich ein Fundament legen. Er verkaufte Bücher und las wie ein Besessener, Romane aus Lateinamerika, USA, Europa und unzählige Geschichtsbücher.

In dieser Zeit lernte er seine heutige Frau kennen, sie bekamen einen Sohn und eine Tochter. Nebenbei engagierte er sich wieder in der Politik, mit 31 wurde er Bürgermeister von Würselen. 1994 brach er auf nach Europa.

Vor der Buchhandlung steigt Schulz ins Auto, er hat Hunger. "Wir könnten zum Restaurant des Golfplatzes fahren." Kurze Irritation. Spielt er Golf? "Um Gottes willen. Ich bin doch ein kleiner Prolet."

Er zeigt aus dem Fenster. "Da vorne, dat Kaff, da komm ich her." Kurz darauf hält sein Wagen vor einem Fünfziger-Jahre-Bau. "In dem Zimmer, wo die Rolllade runter ist, bin ich geboren." Sein Vater war der einzige Polizist im Dorf Hehlrath, die Familie wohnte in der Polizeistation.

Am Ende der Straße klaffte früher das Loch des Braunkohletagebaus. Die Kumpel in der Nachbarschaft und sein Großvater, auch ein Bergarbeiter, lehrten den kleinen Martin den Stolz des Arbeiters. Es hat sich diesen Stolz bis heute bewahrt, die Lust am Aufbegehren gegen die da oben. Wenn er über Regierungschefs spricht, klingt es, als redete er über Fabrikbesitzer, die ihre Arbeiter kleinhalten.

Später rollt sein Wagen durch Herzogenrath, die deutsche Grenzstadt zu Kerkrade. "Schwupps", ruft Schulz, "schon ist man in den Niederlanden." In seiner Kindheit wohnten die Verwandten in der Nähe und doch auf drei Länder verteilt: Deutschland, Niederlande und Belgien. Für Familientreffen mussten sie an der Grenze Schlange stehen. Sein Großvater kämpfte im Ersten Weltkrieg gegen die eigenen Cousins aus Belgien und Holland.

Während viele seiner Kollegen in Straßburg sitzen, weil sie von ihrer Partei abgeschoben wurden, wollte Schulz nie etwas anderes sein als Europapolitiker. Als sein Freund Sigmar Gabriel ihn im Sommer 2010 bat, er solle in die Bundespolitik wechseln, sagte er: "Kommt nicht in die Tüte. Ich bleibe in Europa."

Im nächsten Jahr will er als europaweiter Spitzenkandidat der Sozialdemokraten antreten. Sein Ziel ist der Vorsitz der Kommission. Der würde ihm endlich jene Macht und Aufmerksamkeit sichern, nach der er sich sehnt.

Im Restaurant Seehof von Herzogenrath erreicht ihn eine SMS aus Italien. "Sie müssen mal mit mir nach Italien kommen", sagt er. "Weil ich da ein Volksheld bin. Nicht wie in Deutschland."

Am 2. Juli 2003 war es zur Konfrontation mit Silvio Berlusconi in Straßburg gekommen. Schulz könne prima den Kapo in einem Nazi-Film spielen, schimpfte der Italiener, weil er dessen heftige Kritik leid war. Eines Tages traf Schulz Marcello Dell'Utri, einen Vertrauten Berlusconis, im Fahrstuhl.

"Sie fahren Aufzug?", fragte Dell'Utri.

"Sieht man doch", antwortete Schulz.

"Das ist gut. Denn auf der Treppe stürzt man so leicht." Schulz kam sich vor wie bei der Mafia, aber er ließ sich nicht einschüchtern. Später wollte Berlusconi sich versöhnen. "Aber ich bin da stur geblieben." Stur sein kann er gut.

Autobahn A 5, 19. November 2012

"Kinners, ich muss mal kurz ein Nickerchen machen", sagt er auf dem Weg von Frankfurt nach Straßburg. Er lehnt den Kopf gegen das Fenster und schließt die Augen. Nach 30 Sekunden öffnet er sie wieder. "Ich könnte was singen. Oder soll ich ein Gedicht aufsagen?" Niemand reagiert. "Dann kommt jetzt das Gedicht ,Bauernabschied' von Martin Schulz." Er macht eine kurze Pause: "Sense."

Schulz saust mit seinem Hippo durch Europa wie der Trommelhase aus der Werbung. Seine Tage haben 18 Stunden, die Wochenenden fallen oft aus. Die meisten Fahrer aus dem Pool des Parlaments lehnen es ab, für ihn zu arbeiten, weil ihnen sein Programm zu anstrengend ist.

Die Sucht, die ihn zu zerstören drohte, hat er überwunden, aber der Drang nach dem Kick und dem großen Vergessen ist geblieben. Die bietet jetzt die Politik. Für sein Parlament, das oft vergessen wird, ist er keine schlechte Besetzung.

Nach dem Bauerngedicht ruft ein Mann vom Nobelpreis-Komitee auf seinem Handy an. Die EU soll den Friedensnobelpreis erhalten, die Frage ist, wer ihn entgegennehmen darf. Kommissionschef Barroso? Ratspräsident Van Rompuy? Oder er selbst? "Die eitlen Herren wollten ohne mich nach Norwegen fahren", sagt Schulz. "Ich fand es aber unter meiner Würde, darum zu betteln, dass ich mitfahren darf."

Sie werden nun doch zu dritt nach Oslo reisen. Es wird ein Podest geben, auf dem sie gemeinsam sitzen. "Ich bin also auf Augenhöhe. Das ist das Entscheidende." Van Rompuy und Barroso werden Reden halten, Schulz bekommt die Medaille, das ist der Kompromiss. "Jetzt mal ehrlich", sagt er. "Deren Reden interessieren am Ende niemanden. Aber die Bilder mit der Medaille, die gehen um die Welt!"

Sein Kabinettschef reicht ihm die Einladungsliste des Protokolls. "Ha, da ham wir's doch! Ich bin die Nummer eins!"

Straßburg, Büro des Präsidenten, 21. November 2012

Schulz sitzt am gedeckten Frühstückstisch, als sein Handy klingelt, der silberne Nokia-Klassiker aus dem Jahr 2002.

"Ahh, der Barroso. Darf ich kurz?"

Es beginnt der wichtigste Kampf seiner Amtszeit. Die EU muss sich auf den Finanzrahmen bis 2020 einigen. Der britische Premier David Cameron will ihr deutlich die Mittel kürzen, Barrosos Kommission und Schulz' Parlament verlangen dagegen eine Aufstockung.

"Okay, ich ruf den Hollande an, du Juncker und Monti", sagt Schulz ins Telefon. Er und Barroso mögen über Oslo streiten, in der Budget-Frage aber sind sie Partner. "Das ist echt dreist!", sagt er, als er aufgelegt hat. "Die Merkel dealt mit 'nem Typen wie dem Cameron." 30 Milliarden weniger hätten sie vereinbart. "So machen die die EU kaputt!"

Schulz stürmt die endlosen Flure entlang, er muss jetzt mit den Fraktionschefs reden. Dank des Vertrags von Lissabon muss das Parlament dem Sieben-Jahres-Budget zustimmen - das gibt ihm größere Macht. Schulz könnte mit einem Veto drohen, aber dafür muss er eine Mehrheit seines Parlaments hinter sich wissen.

"Was ist unsere Strategie?", fragt er, als er den Fraktionschefs gegenübersitzt. "Wenn wir 30 Milliarden kürzen, werde ich das Parlament bitten, die Arbeit einzustellen." Er fragt alle einzeln ab, ob sie die Zustimmung ihrer Abgeordneten für seinen Kurs garantieren können. Nur mit deren Rückhalt kann er in die Schlacht gegen die Regierungschefs ziehen. Es sind diese Runden, in denen er Politik macht.

Am Ende der Sitzung hat er die gewünschte Unterstützung. "Okay, Leute, sehr ernste Ansage." Er richtet sich auf. "Das ist ein großes Spiel. Was wir jetzt entscheiden, kann ein großer Moment in der Geschichte des Parlaments sein. Ich zähle auf euch! Ich spiele das hart. Nicht dass es am Ende heißt: April, April."

Oslo, Grand Hotel, 9. Dezember 2012

Am späten Abend lässt sich Schulz in einen Sessel der Limelight Bar fallen, er kommt vom Abendessen mit dem Nobel-Komitee. "Feines Rumsitzen. Gepflegtes Im-Essen-Rumpicken." Er macht vor, wie man mit spitzen Fingern Messer und Gabel hält. "Nä, das ist nix für mich."

Morgen wird im Rathaus der Preis vergeben, aber er wirkt so deprimiert wie nie zuvor in diesem Jahr. "Ich habe 19 Jahre in die Europapolitik investiert. Aber mit der Zeit habe ich das Vertrauen, dass es gut wird mit Europa, verloren."

Leider gebe es keine Politiker mehr, die bereit seien, ihr persönliches Schicksal mit dem Europas zu verknüpfen. "Ich habe mir als alter Sozi niemals träumen lassen, dass ich einmal Sehnsucht nach Helmut Kohl haben würde."

Er hat viel Zeitung gelesen die letzten Tage. Aus den Kommentaren sprach reichlich Häme, dass ausgerechnet die Europäische Union den Nobelpreis bekommt. Das hat ihn frustriert. Als Schulz ins Bett geht, bleibt der Eindruck zurück, keiner Jubelfeier beizuwohnen, sondern einer Beerdigung.

Am nächsten Tag hält er im Café des Hotels eine Schatulle mit der goldenen Medaille neben sein Gesicht und klappt sie auf und zu wie das Maul eines Krokodils. Er könne nicht glauben, tatsächlich dieses Ding in der Hand zu halten, sagt er. "Wenn ich daran denke, wo ich in meinem Leben auch mal war, nämlich mal ganz unten, und dass ich jetzt, pfffff ..."

Zum Kellner sagt er: "Für mich einen vierstöckigen Cognac bitte!" Aufgekratzt erzählt er, dass er und Angela Merkel sich eben im Rathaus angesehen hätten, als am Ende der Zeremonie das Lied "Dein ist mein ganzes Herz" gesungen wurde. "Und ich dachte: Ne, du nicht. Du gewiss nicht." Den Cognac bestellt er wieder ab. "War nur ein Witz."

Eine Stunde später sitzen Barroso, Van Rompuy und er einem CNN-Moderator gegenüber. "Warum sitzen hier eigentlich drei Präsidenten rum?", fragt der Journalist und bemüht sich, das Konstrukt der EU zu erklären. Später wird darauf hingewiesen, dass die Pendelei des Parlaments zwischen Brüssel und Straßburg 200 Millionen Dollar im Jahr koste. "Das macht doch keinen Sinn", sagt der Moderator. "Warum machen Sie das?"

"Wenn Sie das ändern wollen, brauchen Sie einen einstimmigen Beschluss des Rats", sagt Schulz. Er schaut Van Rompuy, den Ratspräsidenten, an, aber der wirft nur die Hände in die Luft.

Die Wahrheit ist, dass Frankreich den Standort Straßburg vor Jahrzehnten ausgehandelt hat und ihn niemals aufgeben würde, nur weil es Sinn ergeben könnte. Es ist wie mit Irland und der Finanztransaktionsteuer oder den Briten mit der Budgetkürzung. Solange die EU in entscheidenden Fragen einstimmige Beschlüsse aller 27 Mitglieder verlangt, wird sie selten entscheiden, was gut für den Kontinent ist. Sie wird entscheiden, was niemandem weh tut.

In den Verträgen stehe nun mal: Sitz des Parlaments ist Straßburg, antwortet Schulz. "Wir reisen also gar nicht von Brüssel nach Straßburg. Wenn, dann reisen wir von Straßburg nach Brüssel." Es ist schwer, für einen Koloss zu werben, über den die meisten den Kopf schütteln.

Am Abend stehen Hunderte Menschen vor dem Grand Hotel. Sie haben Fackeln in der Hand, sie wollen die Friedensnobelpreisträger feiern, wie jedes Jahr. Um 19 Uhr treten die drei Herren von der EU auf den Balkon. Die Menge applaudiert verhalten, kein Vergleich mit den Vorjahren. Die Herren versuchen es mit Winken. Barroso geht als Erster wieder rein.

Schulz dreht nun auf. Er bewegt die Arme, als würde er ein Baby schaukeln, tanzt auf der Stelle, reckt beide Daumen in die Luft, strahlt, als hätte er ein Siegtor geschossen. Plötzlich schwappt seine Freude auf den Platz über, die Leute johlen, skandieren "EU, EU". Schulz dirigiert sie, faltet die Hände zum Megafon, brüllt: "Norway, Norway." Van Rompuy ist längst geflüchtet. Die Leute mögen Schulz nicht kennen, aber sie lieben ihn jetzt. Es scheint, als sei er der Einzige in dieser grauen, unterkühlten EU-Welt, der sich die Leidenschaft bewahrt hat.

"Wissen Sie, was das Schönste an diesem Tag war?", fragt er später. Dann präsentiert er eine SMS von seiner Frau: "Ich war so aufgeregt wegen Dir, mir sind heute fünf Frikadellen angebrannt."

Brüssel, Parlamentsgebäude, 9. Januar 2013

Die Euphorie über den Preis ist verflogen, Schulz ist zurück im Alltag Europas, draußen ist es grau, drinnen überheizt.

Drei Leute vom Parlaments-TV stehen in seinem Büro. Ein Jahr Präsident, eine Bilanz. "Welche Sprache?", fragt Schulz. Er spricht Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Rheinisch, alles fließend, in manchen Konferenzen wechselt er in zwei Minuten fünfmal die Sprache. Die Redakteure überlegen.

"Jut, dann mache mer datt op Kölner Platt", sagt Schulz, grinst und stellt sich selbst die Fragen. "Ein Johr als Präsident, wie wor datt? Jut! Un sons? Och jut!"

Seine wahre Bilanz ist ebenfalls nicht schlecht. Er ist der stärkste Präsident, den das Parlament je hatte. Immer mehr Regierungschefs reisen nach Straßburg, wollen dort reden, sich erklären, zusammenarbeiten. Mit einigen, wie seinem Freund François Hollande, versuchte er, Bündnisse gegen dessen Kollegen im Rat zu schmieden, häufig auch gegen Merkel. Die Vierergruppe zur Zukunft Europas heißt jetzt "4 plus 1". Kleine Erfolge.

Würselen, 7. Februar 2013

Am Tag des Showdowns verlässt Schulz um zehn ein verklinkertes Haus im Magnolienweg. Auf nach Brüssel. Heute soll im Rat der Regierungschefs die Entscheidung über das Budget fallen. Schulz wird wieder die Auftaktrede halten.

Auf der Autobahn sucht er Barrosos SMS vom Vorabend. Sichere Quellen sagen, dass Cameron und Merkel einen letzten Deal gemacht hätten, schreibt der Kommissionschef: 908 Milliarden. "Ich beschwöre Dich, das zurückzuweisen!"

Schulz hat die Information gleich an Hollande weitergesimst. "Ich kann das nicht akzeptieren", kam als Antwort zurück. Schulz informiert jetzt seine anderen Freunde unter den Regierungschefs. Es wird überhaupt viel gesimst in Europa.

Er holt das Manuskript seiner Rede hervor und übt: "Sie alle wissen, dass Sie zu Hause für Ihre Beschlüsse die Zustimmung des Parlaments brauchen", ruft er in den Wagen, sein Fahrer nickt instinktiv. "Sie müssen lernen, dass das in Europa auch so ist. Das Parlament braucht nicht die Gnade der Exekutive. Die Exekutive muss die Zustimmung des Parlaments gewinnen." Seine Hände stoßen gegen das Fahrzeugdach. "Hier im Auto darf ich ja ausflippen." Nachher im Rat müsse er wieder den Staatsmann spielen.

Schulz betritt das Ratsgebäude lange vor seiner Rede, um Einzelgespräche mit seinen Vertrauten zu führen, mit Hollande, dem Belgier Elio di Rupo, Mario Monti aus Italien, dem österreichischen Kanzler Werner Faymann. Sie sollen in den Verhandlungen auf das Veto-Recht des Parlaments hinweisen, bläut er ihnen ein.

Nach seiner Rede verlassen die Regierungschefs mit ihm den Saal für ein Gruppenfoto. Danach lassen sie ihn stehen und ziehen sich zur Entscheidung zurück.

Schulz fährt runter ins Erdgeschoss, um eine Pressekonferenz zu geben. Er steht am Pult, entschlossener Blick. "Ich sage Ihnen ganz klar: Ich unterschreibe keinen Defizithaushalt." Es ist der vorerst letzte Versuch, die Staats- und Regierungschefs das Fürchten zu lehren.

Gegen halb zwölf steht Schulz vor seiner Limousine und fragt sein Team, wo es noch etwas zu essen gebe. Allgemeines Achselzucken. "Ihr Eierköppe, ihr wohnt doch alle hier. Ihr seid alle entlassen."

Kurz vor Mitternacht sitzt er in der Brasserie L'Esprit de Sel am Place Jourdan, bestellt ein halbes Hühnchen mit Pommes und wirkt zufrieden. "Wir wurden zum ersten Mal ernst genommen", sagt er. "Darauf habe ich seit Jahren hingearbeitet. Das ist mein größter Erfolg."

Als das Huhn serviert ist, erreicht ihn eine SMS von Österreichs Kanzler Faymann mit dem Stand der Verhandlungen. Man mag ihn vor die Tür gesetzt haben, aber er hat dafür gesorgt, dass er trotzdem ein wenig mit am Tisch sitzt. "Nicht hinnehmbar", sagt er und isst weiter.

Um 0.21 Uhr vibriert sein Handy, ein Anruf. "Der Werner!" Während Schulz telefoniert, malt er Zahlen auf seine Serviette, dann sagt er. "Ihr müsst in die Schlussfolgerungen schreiben: Das ist ein Angebot an das Europäische Parlament. Das ist ganz wichtig. Nicht dass ihr reinschreibt: Das ist es jetzt. Dann gibt's ein Nein! Aber kämpft erst mal für die 930."

Am Ende werden es 908 Milliarden. Bei diesem Ergebnis werde er nicht zustimmen, hatte er zuvor getönt. Da könne man "den Laden dichtmachen".

Am Mittwoch dieser Woche wird das Parlament das Angebot wohl zurückweisen, es wird dann weiterverhandelt, alles läuft auf einen Kompromiss hinaus, der weder Gewinner noch Verlierer kennt.

Nach ein Uhr nachts schließt Schulz die Tür zu seiner Brüsseler Wohnung auf. Er steht in einem kahlen Raum, ein Tisch, ein Sofa, links geht das kleine Schlafzimmer ab. Er knipst das Licht an, schaut auf die Uhr und schüttelt den Kopf.

So erschöpft hat er das ganze Jahr nicht gewirkt. Die EU hat viel von seiner Energie geschluckt, sie ist irgendwo versickert, ohne dass Europa sich groß verändert hätte. Um das zu erreichen, müsste es wohl mehr von seinem Kaliber geben. "Ich bin hundemüde", ruft er in das leere Wohnzimmer.

Als junger Mann träumte Schulz davon, Fußballprofi zu werden. Das Ziel erschien zum Greifen nah.

Während viele Kollegen nach Europa abgeschoben wurden, wollte er nie etwas anderes machen.

Seine Frau schickt ihm eine SMS: "Ich war so aufgeregt, mir sind fünf Frikadellen angebrannt."


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