06.03.1995

KomikerOtto - der Flop

Er war, mit vielen guten Wünschen, auf den Bildschirm heimgekehrt. Von Otto Waalkes und seiner neuen 13teiligen Humoreske versprach sich RTL einen Quotenschub im Kampf gegen Sat 1 und dessen Erfolgsserien "Kommissar Rex" oder "Ein Bayer auf Rügen". Auch die Otto-Gemeinde, die dem Komiker alte Film-Sünden längst verziehen hat, hungerte nach neuen Scherzen. Doch die elektronischen Späßchen mit altdeutschen Edgar-Wallace-Filmen, die Waalkes in seinem Hamburger Rüssl-Studio zurechtgebastelt hat, vergraulen nun auch seine hartnäckigsten Verehrer. Der Fan-Club von "Otto - die Serie" ist, nach fünf Folgen, von anfangs 7,64 auf kümmerliche 4,11 Millionen geschrumpft. "Alzheimer-Humor", "Angeberei eines altgewordenen Kindes", so spotteten Kritiker. Nur in der Titanic hat Waalkes noch einen Getreuen: Hans Mentz. Unter diesem Pseudonym schreiben dort Bernd Eilert, Peter Knorr und Robert Gernhardt Humorkritiken - dasselbe Trio, das auch Drehbücher für Otto-Possen verfertigt. Kürzlich lobhudelte Mentz, von allen deutschen TV-Komikern habe sich "nur einer weiterentwickelt: Otto Waalkes mit seiner laufenden Montags-Serie". Ein Fall von Demenz, oder hängt da einer seinen Rüssel in den Wind?

DER SPIEGEL 10/1995
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