02.01.1995

Europa gegen Hollywood

Seinen letzten Kampf als Präsident der EU-Kommission wird Jacques Delors wohl verlieren. Als starke Bundesgenossen für eine von ihm geplante Änderung der EU-Fernsehrichtlinie stehen nur Frankreich und Portugal zur Seite. Nach den Plänen von Delors, der Ende Januar sein Amt abgibt, sollen die Fernsehsender verpflichtet werden, jeweils mindestens 51 Prozent ihrer Filme und Serien aus Europroduktionen zu nehmen. Deutschland und England, die bei einer Probeabstimmung siegten, kämpfen vehement gegen den Plan. So dürfte Delors auf der entscheidenden Sitzung Mitte dieser Woche bei den 17 EU-Kommissaren kaum die einfache Mehrheit erreichen. Frankreichs Regierung hat jedoch noch einen Trumpf, um die von Delors bekämpften Groß-Importe aus Hollywood zu blockieren: Der staatlich beeinflußte Mischkonzern Havas fordert die TV-Firmen Canal Plus und CLT - bei beiden ist Havas Aktionär - zur Bildung eines Eurokonzerns auf. Partner soll Medienriese Bertelsmann werden, der mit Canal Plus die Sender Vox und Premiere besitzt.

DER SPIEGEL 1/1995
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