27.03.1995

BeruflichesJens Odewald

Jens Odewald, 54, verlor über Nacht seinen Job als Kaufhof-Chef. Die Aufsichtsräte wurden am Freitag vergangener Woche von ihrem Vorsitzenden Erwin Conradi aufgefordert, dem Rausschmiß schriftlich zuzustimmen. Begründung: "Unterschiedliche Akzente bezüglich der Geschäftspolitik." Conradi leitet die Metro, die mit mehr als 50 Prozent der Aktien den Kaufhof beherrscht. Odewald zählte bislang zu den mächtigsten Männern der deutschen Wirtschaft. Er berät Bundeskanzler Helmut Kohl, der ihn auch zum Chef der Telekom machen wollte. 16 Jahre lang arbeitete Odewald für den Kaufhof, davon 10 als Vorstandsvorsitzender. Aus dem Warenhausunternehmen machte er einen weitverzweigten Multi. In seinem Drang nach Wachstum erwarb er auch Beteiligungen, die ihren Preis nicht wert waren, wie an dem Werbeartikel-Versender Oppermann. Sein Versuch, einen starken Reisekonzern aufzubauen, war nicht erfolgreich. Odewalds Nachfolger soll sein Stellvertreter Wolfgang Urban, 49, werden.

DER SPIEGEL 13/1995
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