03.04.1995

HITLERS HÖLLENFAHRT

Als er Europa zerstört hatte, verkroch sich Adolf Hitler in seinem Berliner Bunker, um sein Leben noch zu verlängern - er suchte Annäherung an Stalin. Wie er starb, ob durch Gift oder Kugel, von eigener oder fremder Hand, war lange ungewiß. Wo sein Leichnam verblieb, bezeugt ein sowjetisches Geheimdokument, das dem SPIEGEL vorliegt.

Auf dem Grundstück Klausenerstraße 36 in Magdeburg, neben der Garage, stellten im Frühling 1970 ein paar Sowjetsoldaten ein Zelt auf. Geheimdienstleute bezogen getarnte Beobachtungsposten in den anliegenden Häusern, in denen Deutsche wohnten. In der Nacht vom 4. auf den 5. April stiegen fünf KGB-Offiziere in das Zelt und gruben die Erde auf.

Sie fanden fünf kreuzweise übereinandergestellte Kisten, luden sie auf einen Lkw und fuhren befehlsgemäß zum nächsten Übungsgelände ihrer Pionier- und Panzertruppen. Da sie nur eine halbe Stunde unterwegs waren, dürften sie zum Biederitzer Busch gelangt sein, hinter den Kasernen in Magdeburg-Herrenkrug. Dort verbrannten sie die fast verrotteten Kisten samt ihrem Inhalt: morschen Knochen.

Es waren die Überreste von Eva und Adolf Hitler, Magda und Joseph Goebbels sowie deren sechs Kindern und wahrscheinlich auch des Generals Hans Krebs, die allesamt 1945 im Berliner Führerbunker zugrunde gegangen waren.

Diesen letzten Strich unter das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zog mit größter Heimlichkeit Jurij Andropow, der damalige Chef der sowjetischen Geheimpolizei KGB.

Ein Kenner der verborgenen Grube in Magdeburg hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, daß in der Elbestadt ein Pilgerziel für Neonazis entstehen könnte, falls einmal die sowjetischen Besatzer den Platz räumten - offenbar kamen Zweifel an der Dauerhaftigkeit der Sowjetpräsenz in der DDR auf, nachdem Kanzler Willy Brandt soeben in Erfurt die Sympathiebekundungen von DDR-Bürgern entgegengenommen und sein Staatssekretär Egon Bahr in Moskau Verhandlungen begonnen hatte.

"Gewisse Spannungen zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland" gibt Andropows damaliger Kanzleichef Wladimir Krjutschkow heute als Grund für die Knochenbeseitigung "mit geeigneter Technologie" an, und: "Der Umfang unserer militärischen Anwesenheit wurde eingeschränkt", in der Magdeburger Klausenerstraße.

Andropow schrieb am 13. März 1970 einen höchst geheimen Brief an das ZK der KPdSU - also an seinen Parteichef Leonid Breschnew; die wichtigsten Sätze waren nicht mit der Maschine geschrieben, sondern von Hand eingefügt, damit nicht einmal die auf Geheimhaltung eingeschworenen Stenotypistinnen erfuhren, worum es ging:
" Im Februar 1946 wurden in der Stadt Magdeburg auf dem "
" Gelände der Militärsiedlung, das heute die "
" Sonderabteilung des KGB bei der 3. Stoßarmee der Gruppe "
" der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland belegt, die "
" Leichen Hitlers, Eva Brauns, Goebbels'', seiner Frau und "
" Kinder (insgesamt zehn Leichen) beerdigt. Die genannte "
" Militärsiedlung wird derzeit aus Gründen dienstlicher "
" Zweckmäßigkeit und im Interesse unserer Truppen von der "
" Armeeführung an deutsche Behörden übergeben. "
" Im Hinblick auf die Möglichkeit von Bau- oder anderen "
" Erdarbeiten auf diesem Gelände, die zu einer Entdeckung "
" des Grabes führen können, würde ich es für dienlich "
" halten, die Leichen zu entfernen und durch Verbrennen zu "
" beseitigen. Die genannte Maßnahme wird unter strikter "
" Geheimhaltung durch die operative Gruppe der "
" Sonderabteilung des KGB bei der 3. Stoßarmee der Gruppe "
" der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland durchgeführt "
" und muß entsprechend dokumentiert werden. "

Auf dem Schreiben mit dem Aktenzeichen 655-A und dem Kürzel "ow" (besonders wichtig), dessen Kopie dem SPIEGEL vorliegt, zeichneten Breschnew, Premier Alexej Kossygin und der Vorsitzende des Obersten Sowjet, Nikolai Podgorny, den Vermerk "Zustimmen" ab. Nach Auskunft des früheren Kanzleichefs von Kossygin, Boris Bazanow, gehörte das Dokument zur "K-Serie", das hieß, ein Beamter der Allgemeinen Abteilung des Partei-ZK mußte den Brief Breschnew persönlich vortragen.

Andropows Kanzleichef Wladimir Krjutschkow, später selbst KGB-Chef, Putschist gegen den Staatspräsidenten Michail Gorbatschow und heute Rentner in Moskau, hat dem SPIEGEL die Echtheit des Dokuments bestätigt:

"Ich erinnere mich genau. Jurij Andropow hat die wichtigsten Passagen mit eigener Hand reingeschrieben. Dann bekam ich vom Chef des 1. Referats der Allgemeinen Abteilung des ZK eine Nachricht, Andropows Vorschlag sei angenommen. Die entsprechenden Vorbereitungen traf dann die Dritte Verwaltung des Komitees, die für die Tätigkeit der KGB-Organe in den Truppen verantwortlich war. Ihr Chef war damals Witalij Fedortschuk", später KGB-Chef und Innenminister.

Der SPIEGEL verfügt über den Text der Vollzugsmeldungen des Magdeburger KGB. Demnach ist jetzt erstmals klargestellt, unter welchen bislang unbekannten Umständen sich der Führer des Großdeutschen Reiches verflüchtigt hat, wo seine Leiche verblieben ist: Seine Asche ist so wie die seiner in Nürnberg gehängten Kumpane und seines Exekutors Adolf Eichmann vom Wind verweht.

Die lange Reise der Hitler-Knochen bis in ein Loch neben der Magdeburger Garage hatte der Moskauer Historiker Lew Besymenski, reuiger Öffentlichkeitsarbeiter des militärischen Aufklärungsdienstes GRU, bereits recherchiert (SPIEGEL 30/1992). Jetzt fand er in russischen Archiven Stalins Handakten über Hitlers Ende - Signatur 41-Sch/2-w/1.

Besymenski übergab dem SPIEGEL die Ablichtung eines ominösen Papierbündels: "Operation Mythos". Es ist das Protokoll eines Geheimdienstunternehmens, mit dem 1946 alle vorhandenen Informationen, Aussagen und Sachbeweise zum Verbleib des deutschen Tyrannen im Detail überprüft werden mußten, um seinem russischen Widerpart "die Umstände des Verschwindens Hitlers" (Überschrift) zu erklären. Denn Stalin glaubte nicht an Hitlers Tod.

Die Sowjets hatten im Mai 1945 den Tatort in Berlin okkupiert und den Kadaver geborgen, obduziert, vergraben, später wieder exhumiert und nachuntersucht. Während sich die Amerikaner mit Hitlers Chauffeur Erich Kempka, der Fliegerin Hanna Reitsch, dem Reichsjugendführer Artur Axmann und Hitlers Zahnarzt Hugo Blaschke begnügen mußten, waren die wichtigeren Zeugen in sowjetische Gefangenschaft geraten: Hitlers Leibwächter Johann Rattenhuber, SS-Adjutant Otto Günsche, Kammerdiener Heinz Linge, Chefpilot Hans Baur und Blaschke-Assistentin Katharina Heusermann.

Sie wurden im Zuge der "Mythos"-Nachforschungen erneut permanenten Nachtvernehmungen unterworfen, mußten anhören, wie im Nebenraum ein Untersuchungshäftling unter Schlägen schrie, und wurden selbst gefoltert; dazu wurden deutsche Spitzel in ihre Zellen eingeschleust, die über Äußerungen und Reaktionen berichten konnten.

Alle Zeugen blieben dabei, daß Hitler tot sei; in Einzelheiten stimmten ihre Aussagen nicht überein. Die Untersuchungsführer fertigten lange Vergleichstabellen - wer wo wann was warum gesagt hatte: wo Hitler in der Todesstunde gewesen war, mit welcher Waffe er geschossen hatte, wer die Leiche hinaustrug und wie man sie verbrannte.

Die Zeugen wurden 1946 aus dem Moskauer Geheimdiensthauptquartier Lubjanka zu einem neuen Lokaltermin nach Berlin gebracht. Danach verschwanden sie für ein Jahrzehnt im Gulag. Die Welt erfuhr nichts von den Ermittlungsergebnissen der Sowjets; nach Stalins Tod mußte Besymenski verbreiten, Hitler habe sich nicht wie ein Soldat erschossen, sondern kläglich vergiftet.

Aus den Aktenfunden, ergänzt um neue Erkenntnisse westlicher Autoren, läßt sich nun, nach exakt 50 Jahren, ein annähernd vollständiges Bild jener letzten Wochen rekonstruieren, in denen sich Hitler in der Erde verkroch, um zur Hölle zu fahren*. Sein Untergang im Berliner Bunker gleicht einer überdimensionalen Shakespeareschen Tragödie mit Szenen eines Satyrspiels.

"Deutschland wird Weltmacht oder gar nicht sein", hatte Hitler einst im Gefängnis zu Landsberg proklamiert: Alles oder nichts. Das eine war zum Preis von 55 Millionen Menschenleben ausgeträumt, das Nichtsein näherte sich, als Hitler am 16. Januar 1945 - dem Tag der Zerstörung seiner späteren letzten Ruhestätte Magdeburg durch britische Bomben - mit der Eisenbahn aus Westdeutschland nach Berlin zurückkehrte: Seine letzte Offensive gegen die Amerikaner war gescheitert. Die Russen aber standen am Oderbruch, 80 Kilometer vor Berlin.

Die Berliner erfuhren nichts von Hitlers Anwesenheit, seit langem war er öffentlich nicht mehr aufgetreten, seine letzte Rundfunkrede hatte er am 20. Juli 1944 gehalten. Nun ließ er sich noch einmal, zum letztenmal, im Radio vernehmen - am 30. Januar, zwölf Jahre nach seiner Ernennung zum Reichskanzler: "Wie schwer auch die Krise im Augenblick sein mag - sie wird . . . gemeistert werden. Es wird auch in diesem Kampf nicht Innerasien siegen . . ." Am nächsten Tag stießen sowjetische Panzer über die Oder vor.

Im Februar knüpfte ohne Hitlers Wissen SS-Chef Heinrich Himmler Kontakte zu dem Vizepräsidenten des Schwedischen Roten Kreuzes, Folke Graf Bernadotte, um mit den Westmächten ins Gespräch zu kommen (Omnibusse holten 20 000 KZ-Häftlinge nach Dänemark und Schweden); Außenminister Ribbentrop ließ - in Hitlers Auftrag - in Stockholm und beim Papst sondieren.

Während die 16jährigen zur Wehrmacht einberufen wurden, fuhr Hitler Mitte März per Pkw an die nahe Ostfront. Dort stand die 9. Armee. Den Männern, die ihr Leben einsetzen sollten, um sein Leben zu verlängern, erzählte Hitler etwas von alles wendenden Wunderwaffen.

Tatsächlich parkte auf dem Flughafen Rechlin nördlich von Berlin eine Staffel der neuen Düsenjäger, aber sie hatten keinen Treibstoff. Rüstungsminister Albert _(* Pierre Galante, Eugene Silianoff: ) _("Voices from the bunker". G. P. Putnam''s ) _(Sons, New York 1989; Tony Le Tissier: ) _("Der Kampf um Berlin 1945". Ullstein ) _(Verlag, Berlin 1991; Olaf Groehler: "Die ) _(Neue Reichskanzlei - Das Ende". ) _(Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin ) _(1995. ) Speer übergab seinem Herrn eine Denkschrift, wonach die deutsche Volkswirtschaft in acht Wochen zusammenbrechen werde. Er wollte Hitler von einem Befehl abbringen, der im September 1944 ergangen war: In allen dem Feind anheimfallenden Gebieten sei alles zu zerstören: "verbrannte Erde" nach dem Muster eines Stalin-Befehls von 1941.

Nicht nur Fabriken, Telefonzentralen, Gas- und Kraftwerke sollten vernichtet werden, sondern auch Bauernhöfe und Baudenkmäler, Lebensmittelvorräte und Behördenunterlagen. Die Einwohner waren zu evakuieren. Hitler, der keine bombenzerstörte deutsche Stadt hatte anschauen wollen und auch keine Bilder vom Flüchtlingselend im Osten, wünschte sich eine "Zivilisationswüste".

Er schenkte Speer ein silbergerahmtes Foto von sich, mit krakeliger Widmung. Sein rechter Arm zitterte beim Schreiben, sein linker ständig, auch das Bein - wohl Parkinsonsche Krankheit. Er wiederholte seine Weisung: "Rücksicht auf die Bevölkerung können wir nicht mehr nehmen."

So enttarnte sich der Asylant aus Österreich nun selbst ganz offen als gefährlichster Feind des deutschen Volkes. Es sei nicht nötig, auf die Grundlagen, die es zu seinem primitivsten Weiterleben brauche, Rücksicht zu nehmen, sagte Hitler zu Speer, "denn das Volk hat sich als das schwächere erwiesen, und dem stärkeren Ostvolk gehört ausschließlich die Zukunft" - den Russen.

Ähnlich hatte er sich schon im November 1941, als die deutschen Truppen vor Moskau standen, dem dänischen Außenminister Scavenius offenbart. Bald darauf, eine Woche nach der Wannseekonferenz über die Auslöschung der Juden, äußerte Hitler in der Wolfschanze: "Ich bin auch hier eiskalt - wenn das deutsche Volk nicht bereit ist, für seine Selbsterhaltung sich einzusetzen, gut: Dann soll es verschwinden!"

In seinem Buch "Mein Kampf" stand, Rebellion sei die Pflicht eines jeden, wenn eine Regierung das Verbrechen begehe, ein Volk heroisch untergehen zu lassen.

Jetzt standen die sowjetischen Truppen vor Berlin, am 23. März 1945 begann die Offensive der angloamerikanischen Truppen über den Rhein. Der interne Stimmungsbericht des SS-Spitzelnetzes meldete: "Das Volk hat kein Vertrauen zur Führung mehr."

Da zog Hitler in den Bunker unter dem Garten der Reichskanzlei - eines der 15 Hauptquartiere, die er vor allem im Lauf des Krieges gigantomanisch hatte graben lassen; eines in Schlesien ("Riese") hatte 1944 mehr Stahlbeton verbraucht, als der deutschen Bevölkerung für ihre Luftschutzbauten zugeteilt wurde.

Seiner wölfischen Natur zuwider zog es ihn in Stollen tief unter der Erde. Er wußte um seinen menschenfeindlichen Charakter: Als IM der Reichswehr trug er 1919/20 den Decknamen "Wolf", seinen Veitstanz beim französischen Waffenstillstandsersuchen 1940 führte er im belgischen Hauptquartier "Wolfsschlucht" auf, sein Hauptquartier im ukrainischen Winniza nannte er "Werwolf", das im ostpreußischen Rastenburg hieß "Wolfschanze".

Das letzte Aufgebot eines Krieges mit Partisanen ("Werwolf") im Sinn, kroch der Räudige in die Höhle, in der er verenden sollte. Er kam nur noch ans Licht, um durch die in Ruinen zerfallende Reichskanzlei zu streichen oder seine Hündin "Blondi" im Garten auszuführen, in dem erste Krokusse und Märzbecher neues Leben verhießen. Sie hatte Welpen geworfen, das niedlichste Streicheltier, einen Rüden, nannte er "Wolf".

Die Reichskanzlei verfügte über riesige Luftschutzkeller mit fast 100 Räumen, in denen verwundete Soldaten, bald auch Passanten Unterschlupf fanden. Dort befand sich eine Wehrmachtsnachrichtenstelle mit einem kleinen Mittel- und Langwellensender, dessen Antenne oft durch Beschuß ausfiel - als Befehlszentrale eines Hauptquartiers ungeeignet. In den Gewölben unter dem Regierungssitz hauste auch der Gefechtsstand des SS-Brigadeführers Wilhelm Mohnke, Kommandeur einer Garde von gut tausend Mann.

In den Garten hatte der Baumeister Carl Piepenburg mit der Firma Hochtief seit März 1943 einen Führerbunker gestampft, der 1 353 460,16 Reichsmark gekostet hatte. Die Sohle lag zwölf Meter tief, die Betondecke - unter einer Zwei-Meter-Erdschicht - war 3,50 Meter stark. Der Bau war noch nicht fertig und nicht ausgetrocknet - eine Tropfsteinhöhle. Überall lagen Kabel und Wasserschläuche herum. Bei Beschuß bebte die Gruft im sandigen Untergrund, aber sie hielt.

Ständig tuckerte ein 60-Kilowatt-Dieselgenerator, er trieb eine eigene Heizung, die Wasserpumpe für den Tiefbrunnen und die permanent surrenden Ventilatoren an; unter der Haube eines Luftstutzens war ein Mikrofon verborgen, das die Geräusche von außen übertrug.

Zu erreichen war das Mausoleum vom Keller der Reichskanzlei aus. Eine Treppe führte - vorbei an Kaffeeküche und Mannschaftskantine - in den durch drei Stahltüren automatisch abzuschottenden Vorkeller mit je sechs Wohn- und Vorratsräumen, links und rechts von einem Mittelgang, dann kam eine Wendeltreppe in den Führerbunker.

Rechts vom Flur befanden sich Maschinenraum, eine kleine Telefonzentrale mit zwei Klappenschränken, Wachstube, Sekretariat und die Sanitätsstation, in welcher bald der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, Obdach nahm; links Hitlers Wohn-, Schlaf- und Arbeitsraum, jeweils etwa drei mal vier Meter groß, ein Besprechungszimmer und das Appartement seiner Geliebten Eva Braun, 33, sowie eine Kabine für die Hunde und drei Toiletten.

Den Flur bedeckte ein roter Teppich. Ein Notausgang führte über 37 Stufen in den Garten, ein zweiter in einen Beobachtungsturm, der noch nicht fertig war. Nur gut zwei Dutzend Leute hielten sich ständig in der Katakombe auf - der Telefonist Rochus Misch und der Haustechniker Johannes Hentschel; Freundin Eva, ein blondes Mädel aus Bayern, das gern Charleston tanzte, war in ihrem rasch auf Grau gespritzten Mercedes gegen Hitlers Willen aus München nach Berlin gekommen. Der Staats- und Parteichef nahm nur seine engste Entourage mit in den Untergrund:
* den Chef seiner Parteikanzlei, Reichsleiter Martin
Bormann;
* den Kammerdiener SS-Sturmbannführer Linge;
* den SS-Adjutanten Sturmbannführer Günsche;
* den Leibwächter SS-Brigadeführer Rattenhuber samt
dessen Vize, Standartenführer und Kriminalrat Högl.

Hinzu kamen die Sekretärinnen Johanna Wolf, Traudl Junge, Gerda Christian, Christa Schroeder und Else Krüger, die Diätköchin Constanze Manziarly, Leibarzt Dr. Ludwig Stumpfegger, Chauffeur Kempka und Chefpilot Generalleutnant Baur.

Sie kamen alle in dem höhergelegenen Vorbunker unter oder in den Kellern der Reichskanzlei, auch der Generalstabschef des Heeres, Hans Krebs, und die Verbindungsleute zu den übrigen, sich auflösenden Machtorganen des Reiches in Liquidation:
* für Himmlers SS Eva Brauns Schwager, der
SS-Gruppenführer Hermann Fegelein;
* für Görings Luftwaffe Oberst Nikolaus von Below;
* für die Marine des Großadmirals Dönitz der Vizeadmiral
Hans-Erich Voss und
* für den Außenminister Ribbentrop der Altnazi
Botschafter Walter Hewel.

Von diesem Loch aus konnte Hitler keinen Krieg mehr führen. Mit ergrauten Haaren und zitternden Gliedern, krumm und mit schleppendem Gang taperte der Greis, 55, wie ein Geist, der niemals Ruhe findet, durch die Unterwelt und räsonierte. Früher kleinbürgerlich akkurat bis zum Waschzwang, störten ihn nicht mehr die fehlende Rasur, die befleckte Uniform. "Du mußt nicht versuchen, in allem wie der Alte Fritz auszusehen", rügte ihn Freundin Eva (der Preußenkönig bevorzugte ein speckiges Exterieur).

In einem Keller des Labyrinths war ein Modell von Hitlers Lieblingsstadt Linz aufgebaut - so wie er sie sich als Alterssitz wünschte, an den er sich mit "Fräulein Braun" und Hündin Blondi zurückziehen wollte. In dieser Puppenstube unter der Voßstraße schmiedete Hitler zusammen mit seinem Chefarchitekten Speer weiterhin Zukunftspläne. War er nicht zum Sterben in die Katakombe gekommen?

Er dachte ernsthaft daran, seine Residenz verteidigen zu lassen, und fungierte zeitweilig selbst als Kampfkommandant des Regierungsviertels, auf das sein Lebensraum nun schrumpfte. Diesem Militärbereich gab er den Namen seiner letzten großen, gescheiterten Offensive im Osten, bei Kursk: "Zitadelle".

Er befiehlt, Betonschutzlöcher zu gießen, Granatwerfer einzubauen und Panzerfäuste im Garten zu lagern. Er läßt Schießscharten schlagen und Mauern schleifen, um Schußfeld für Panzerabwehrkanonen zu schaffen. Mohnke, der Militär, sammelt Angehörige der Leibstandarte, skandinavische SS-Leute aus der Division Nordland, 90 Franzosen von der SS-Division Charlemagne, ein paar Letten und Spanier.

Marinekadetten werden eilig eingeflogen, Teilnehmer eines Funkmeßlehrgangs von der Insel Fehmarn ohne jede militärische Ausbildung. Deren Verteidigungsbereich ist die Wandelhalle der Reichskanzlei samt Hitlers Arbeitssaal, seinen Kartentisch benutzen sie als Splitterschutz.

Noch sind für Hitler die Straßen von Berlin das Schußfeld, die Mietshäuser, Bürogebäude, Kirchen der drei Millionen Berliner der Kugelfang, ihre Körper die letzte Barrikade.

Eine Großstadt verteidigen? Warschau und Rotterdam hatten sich nicht lange halten können, aber Stalingrad hatte ihm, dem Angreifer, ein Cannae bereitet. Leningrad suchte er auszuhungern (er wollte die Stadt dem Erdboden gleichmachen); in Moskau, an dessen Stelle er einen großen Stausee hatte setzen wollen, erreichten seine Stoßtrupps nur die Stadtgrenze bei Chimki; im Sommer 1944 phantasierte er davon, London zu vernichten, Paris, New York.

Hitler haßte die großen Städte. Die reaktionärsten Elemente im krausen Weltbild des Zollbeamtensohns aus Braunau am Inn rührten von seinen Eindrücken im multikulturellen Wien. Die undurchschaubare, kaum regierbare Agglomeration von Menschen jeglicher Couleur, die nur mit Toleranz zusammenleben können, ihre Konventionen mißachtende Dynamik samt dem Risiko wuchernder Kriminalität, all das war ihm zuwider.

Goebbels, sein Mephistopheles, rühmte sich, Berlin für die Nazis gewonnen zu haben - dabei bekamen die in den letzten freien Wahlen 1932 dort nur knapp 24 Prozent der Stimmen, die Kommunisten aber fast 38 Prozent. Nun brachte Hitler die Bewohner der ungeliebten Metropole einem Götzen zum Opfer dar: sich selbst.

Alle Ratschläge, Berlin zu verlassen und sich in seinem Berghof in den Alpen zu verschanzen, lehnte Hitler ab. Feig war der Hasardeur nie, weil er Risiken nicht einzuschätzen vermochte; jetzt suchte er die Nähe des Gegners, der sich als der Stärkere erwiesen hatte.

Er ernennt anstelle des Nichtmilitärs Heinrich Himmler einen neuen Befehlshaber der Heeresgruppe Weichsel, den General Gotthard Heinrici, der alles versucht, um Häuserkämpfe in der Reichshauptstadt zu vermeiden. Sein Kriegsherr befiehlt der 9. Armee, die Oderfront zu halten, doch deren General Busse hat das Gegenteil im Sinn: seine Soldaten in die rettende amerikanische Gefangenschaft zu führen.

Am 29. März schickt Stalin dem US-Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower ein Telegramm: Berlin habe seine frühere strategische Bedeutung verloren, die Rote Armee habe deshalb auch nicht vor, demnächst die Stadt zu erobern. Eisenhower überredet auch seinen britischen Kollegen Bernard Montgomery, nicht nach Berlin zu marschieren.

Am nächsten Tag läßt Stalin seine beiden Marschälle Georgij Schukow, den Sieger von Stalingrad, und Iwan Konjew den Operationsplan gegen Berlin vorlegen. Die beiden Rivalen konkurrieren darum, Berlin bis zum 1. Mai, dem höchsten Festtag der Sowjetunion, zu erobern; sie einigen sich auf eine Zangenbewegung: Schukows Heeresgruppe, die 1. Belorussische Front, soll von Osten und Nordosten her, Konjews 1. Ukrainische Front von Südosten den Ring schließen.

Stalin fürchtet, seine Allianz mit dem Westen halte nicht mehr, die Amerikaner könnten sich mit den Deutschen arrangieren: Sein Nachrichtendienst hatte ihm gemeldet, der SS-General und Himmler-Vertraute Karl Wolff verhandle in der Schweiz mit dem US-Spionagechef Allen Dulles.

Zwei Wochen später eröffnen Schukow und Konjew die Offensive, am 16. April. Schon am übernächsten Tag brechen die Rotarmisten unter unsäglichen Opfern auf beiden Seiten den deutschen Widerstand auf den Seelower Höhen, wo heute noch die Knochen russischer und deutscher Grenadiere aus dem Waldboden ragen. Die Oder-Neiße-Front zerbricht.

"Der Bolschewist wird dieses Mal das alte Schicksal Asiens erleben, das heißt, er muß und wird vor der Hauptstadt des Deutschen Reiches verbluten", hat Hitler als Tagesbefehl ausgegeben.

Mit über zwei Millionen Mann und 6250 Panzern wälzt sich die Rote Armee nach Westen. Die Hauptstadt verteidigen 50 000 Soldaten mit weniger als 100 Panzern, dazu 42 531 zum Kampf gezwungene Zivilisten ("Volkssturm"), 3532 Hitler-Jungen und ein "Freikorps Adolf Hitler" aus Parteifunktionären und NS-Frauen, das vor allem gegen Deserteure kämpft, mit dem Strick. Auf Flakbunkern im Zoo, im Friedrichs- und im Humboldthain hat die Luftwaffe starke Geschütze installiert, die in den Erdkampf eingreifen sollen.

Das Endspiel beginnt, und dem Regisseur wird am Schluß seines erbärmlichen Lebens doch noch etwas vom Schicksal seiner hilflosesten Opfer widerfahren. Schon seine Wolfschanze erschien dem Generaloberst Jodl wie ein KZ, das Hauptquartier erinnerte Speer an "die dicken Wände und Decken eines Gefängnisses, eiserne Türen und eiserne Läden schlossen die wenigen Öffnungen, und auch die kärglichen Spaziergänge innerhalb des Stacheldrahtes brachten ihm nicht mehr Luft und Natur als der Rundgang im Gefängnis einem Gefangenen".

Der fensterlose Berliner Bunker entsprach Hitlers Neigung, die Nacht zum Tage zu machen (wie Stalin auch), er schlief von fünf oder sechs Uhr morgens bis gegen elf; sein unterirdischer Betonwohntrakt ähnelte nach Größe und Grundriß beinahe einem Leichenkeller der Auschwitzer Krematorien. Hitler fürchtete ständig den Beschuß mit Giftgas durch die Russen und achtete selbst darauf, regelmäßig die Filter der Be- und Entlüftungsanlage auswechseln zu lassen - im Ersten Weltkrieg hatte ihn ein Gasangriff schwer verwundet. Ausgerechnet sein Baumeister Speer behauptete später, im Februar 1945 geplant zu haben, Giftgas in den Bunker einzuleiten, um Hitler zu erledigen.

Am Ende sollten die Eheleute Hitler durch die spezifisch nationalsozialistischen Mordmethoden sterben - Blausäure und Erschießen - und ihre Körper mit Benzin verbrannt werden wie die Ermordeten von Sobibor und Treblinka.

Dieses Ende zögert er hinaus. Hitler setzt alles auf eine Karte, die er seit Kriegsbeginn nicht mehr gespielt hat: Er will den militärisch längst verlorenen Krieg doch noch gewinnen, nun mit politischen Mitteln. Die beiden letzten Spießgenossen, die ihm geblieben sind, bestärken ihn in der Hoffnung auf ein Auseinanderbrechen der feindlichen Allianz: sein Chefpropagandist Goebbels, der zynische Intellektuelle, und der ordinäre, machtlüsterne Bormann.

Sie erwarten den Konflikt zwischen Moskau und dem Westen - ein gar nicht unrichtiges Kalkül: Untertöne auf der Jalta-Gipfelkonferenz im Februar, angloamerikanische Beschwerden über Stalins Griff nach Griechenland und Polen kündigen eine Entfremdung an, die sehr bald in die jahrzehntelange Konfrontation des Kalten Krieges mündet - tatsächlich zum Vorteil der als Partner, als Prellbock nun begehrten Deutschen.

Verhielt sich Hitler demnach rational, das Ende der Kämpfe und den eigenen Tod möglichst hinauszuzögern? Er verdrängte, daß er selbst es war, der Barbar, der die Alliierten im Widerstand einte - und damit zum Hindernis für jeden Versuch eines Verhandlungsfriedens geworden war.

Goebbels, Erfinder vom Slogan eines "Eisernen Vorhangs" zwischen Ost und West mitten in Europa, hämmert seinem Führer ein, die Differenzen zwischen Bolschewiken und Angloamerikanern wüchsen von Tag zu Tag. Es sei allein wichtig, auf den endgültigen Bruch vorbereitet zu sein, der unweigerlich bevorstehe - so Goebbels zu Finanzminister Schwerin von Krosigk Mitte April 1945: Binnen drei oder vier Monaten werde die Allianz zerbrochen sein.

Am 18. April schleppt sich Hitler mit einem Gehstock zum Luftschnappen durch den Reichskanzleigarten und eröffnet dem SS-General Wolff, der schon mit den Amerikanern konspiriert, seine letzte Karte: Zwischen Russen und Amerikanern komme es zum Streit um die Zonengrenzen, er werde dann mit seinen restlichen Divisionen als Zünglein an der Waage die Seite unterstützen, die am meisten biete.

Der frühere NSDAP-Linke Goebbels bearbeitet Hitler, Deutschlands schwaches Gewicht aber nicht auf die Waagschale des Westens zu werfen, er möge vielmehr auf die Seite Stalins treten, den Hitler stets und immer mehr bewundert hatte, den "Tiger".

Schon im September 1943 hatte Goebbels in sein Tagebuch geschrieben: "Mit Stalin wäre der Führer schon eher zu verhandeln bereit . . ." Im September 1944 übermittelte er Hitler eine Denkschrift (die in die Hand der Sowjets fiel): Die einzige Chance sei nun nur noch ein Sonderfrieden mit der UdSSR. Noch am 5. März 1945 notiert Goebbels: "Als Ziel schwebt dem Führer vor, eine Möglichkeit der Verständigung mit der Sowjetunion zu finden und dann den Kampf gegen England mit brutalster Energie weiter fortzusetzen."

Am 12. März: Ein Sonderfrieden mit dem Kreml "würde die Kriegslage natürlich radikal verändern . . . den Krieg im Osten zu beseitigen und im Westen operativ zu werden - welch eine schöne Vorstellung!"

Bunkergefährte Walter Hewel, mit dem Hitler beinahe befreundet war, berichtete unmittelbar vor seinem Selbstmord: "Selbst in den letzten Tagen war Hitler fest davon überzeugt, zwischen den vorrückenden Truppen der Angloamerikaner im Westen und der Russen im Osten werde es innerhalb kürzester Zeit zum Kampf kommen."

Das also hielt Hitler am Leben: "Er glaubte, über die Reichskanzlei hinweg würden die schon völlig zerstrittenen Partner der Anti-Hitler-Koalition sich erbitterte Artillerieduelle liefern; und wenn diese gnadenlose, welthistorische Auseinandersetzung entbrannt sei, werde der Nationalsozialismus unter seiner Führung geläutert, ja neugeboren, wie ein Phoenix aus der Asche dieses sechsten Kriegsjahrs auferstehen . . . Die Meldung vom Beginn der Schlacht zwischen Russen und Westalliierten erwartete er von Tag zu Tag."

Hitler fiel auf die Propaganda seines Propagandaministers herein. Der las ihm Carlyles Biographie Friedrichs II. vor, die Meditationen des Preußenkönigs in aussichtsloser Lage am Ende des Siebenjährigen Kriegs - Berlin eingeschlossen, mit kaum noch kampffähigen Truppen: Sollte sich die Kriegslage bis zum Februar 1762 nicht ändern, gebe er auf und nehme Gift. Der "tapfere König", so Carlyle, brauchte nur noch bis zum 5. Januar zu warten: Da starb die russische Zarin, ihr Sohn war ein Bewunderer Friedrichs und schloß Frieden.

Als Goebbels die Passage vorlas, heulte Hitler. Er wäre gern ein Friedrich gewesen, dessen Bild (von Anton Graff) in seinem Bunkerwohnraum hing.

Am Freitag, dem 13. April, Wien ist gerade an die Russen gefallen, das Ruhrgebiet von US-Truppen eingekesselt und das KZ Buchenwald befreit, überbringt ihm Goebbels per Telefon die Nachricht vom Tod seiner Zarin: "Mein Führer, Roosevelt ist tot."

In der Tat zeigte sich Harry Truman, der nächste US-Präsident, Stalin gegenüber nicht mehr derart willfährig wie sein Vorgänger. Doch es war Traumtänzerei, so kurz vor dem Sieg einen Wechsel der Koalition zu erwarten, mochte auch Churchill jetzt den Verlust des Bollwerks gegen ein russisches Vordringen nach Mitteleuropa bedauern.

Optimistisch gestimmt, begeht Hitler am 20. April, als Sowjetpanzer Bernau im Norden und Baruth im Süden Berlins erreichen und einen S-Bahnzug beschießen, seinen 56. Geburtstag.

Er muß den Belagerungszustand verkünden. Die Amerikaner haben Magdeburg erobert. An diesem Tag erfahren sowjetische Kundschafter, daß Hitler in Berlin bleiben will.

Zur Gratulationscour am Mittag in einem noch einigermaßen intakten Saal der Reichskanzlei erscheinen etwa hundert Gäste (Eva Braun im knöchellangen Seidenkleid), noch einmal versammeln sich die Größen des NS-Reiches; die Überlebenden sehen sich erst vor dem Nürnberger Tribunal wieder. Anschließend flüchtet der höchste Henker Himmler nach Mecklenburg, am Tag zuvor landete ohne Hitlers Wissen in Berlin-Tempelhof Dr. Norbert Masur, ein Vertreter des Jüdischen Weltkongresses, mit ihm verhandelt Himmler.

Der morphiumsüchtige Reichsmarschall Göring zieht sich nach Berchtesgaden zurück, nachdem er schnell noch eigenhändig sein Landschloß Karinhall bei Berlin gesprengt hat ("So etwas muß man manchmal machen"). Drei Tage später retiriert Außenminister Ribbentrop in Richtung Hamburg, er hat von seinem Führer Bedauern über den Krieg mit Amerika gehört, "da wir keine wesentlichen Meinungsverschiedenheiten mit dieser großen Nation hatten". Und: Deutschland müsse zu guten Beziehungen mit Sowjetrußland gelangen, so Hitler, "da auf lange Sicht beide Völker Seite an Seite leben" müßten.

Sich selbst schenkt Hitler das perverse Empfinden, es gebe noch Kinder, die ihm ihr Leben opfern. Zwanzig minderjährigen, mit dem Kreuz von Eisen dekorierten Hitler-Jungen tätschelte er im Garten der Reichskanzlei die Wange. Am nächsten Tag beschießt russische Artillerie die Innenstadt, Sowjetpanzer besetzen das Armeehauptquartier Zossen und Erkner, Hoppegarten, Lichtenberg, Frohnau, Niederschönhausen.

Stalins Truppen kesseln die 9. Armee ein. Die 12. Armee, die an der mittleren Elbe die Amerikaner aufhalten sollte, wird umgedreht: Sie sollte sich mit der 9. Armee vereinigen und Berlin entsetzen. Die Kampfgruppe des SS-Obergruppenführers Felix Steiner, der schon im Herbst 1943 erwogen hatte, Hitler zu kidnappen und für geisteskrank erklären zu lassen, entzieht sich mangels Munition dem Angriffsbefehl.

Am nächsten Tag ist russisches Artilleriefeuer im Bunker zu hören. "Sind die Russen schon so nah?" fragt ein ungläubiger Hitler und vermutet eine weit entfernte Eisenbahn-Batterie.

Noch einen Tag später, am 22. April, wecken sowjetische Salven Hitler schon um neun Uhr. Die Russen erreichen die Bernauer Straße. Mittags erscheint im Bunker ein Obersturmbannführer der 6. SS-Panzerarmee des SS-Generals Sepp Dietrich, die mit einer Offensive in Ungarn gescheitert und von Hitler dafür mit Degradierung bestraft worden war: Alle Angehörigen mußten ihre Ärmelstreifen abreißen. Der Emissär bringt als Geburtstagsgeschenk einen Scheck über 7,5 Millionen Reichsmark, welche die SS-Leute gespendet haben.

Er stößt auf eine gute Stimmung im Bunker: "Warte nur ab", hört er, "noch zwei- oder dreimal 24 Stunden, dann wird es einen großen Knall geben, und der Krieg ist aus und gewonnen." Eva Braun ist "blendender Laune, oder sie tat jedenfalls so".

Um 15 Uhr ist Lagebesprechung, und die Lage ist so, daß Hitler einen Nervenzusammenbruch bekommt und von Selbstmord redet. Er tut es nicht, Zehntausende müssen noch seinetwegen sterben. Er läßt seine Geheimakten verbrennen und schickt Eva Braun und die Sekretärinnen nach Süddeutschland: "Es ist vorbei. Es gibt keine Hoffnung mehr." Eva: "Du weißt genau, daß ich dich niemals verlasse." Er küßt sie, was bis dahin niemand zu sehen bekam, auf den Mund. Die meisten Frauen bleiben im Bunker.

Die Militärs trösten Hitler mit intakten Armeen, die noch in der Tschechoslowakei, in Österreich und Norwegen stehen. Laut den erbeuteten alliierten Plänen über die künftige Zoneneinteilung würden die Amerikaner nicht über die Elbe gehen (sie bilden tatsächlich nur Brückenköpfe). Wenn es nicht um die Verteidigung ginge, sondern "aufs Verhandeln ankäme", sagt Hitler da, "das kann der Reichsmarschall besser als ich".

Goebbels richtet ihn mit seinen Sprüchen wieder auf, dessen Ehefrau Magda siedelt mit sechs kleinen Kindern in den Bunker über. Hitler läßt den Berlinern seine Präsenz in der Stadt mitteilen - bis zum letzten Atemzug werde er kämpfen.

Am nächsten Tag, dem 23. April, schreibt Eva Braun ihrer Schwester Gretl, die seit Juni 1944 mit dem SS-Adjutanten Fegelein verheiratet und hochschwanger ist: "Adolf sieht heute schon heller als gestern in die Zukunft." Adolf steigt mühsam in die Reichskanzlei; vor der Terrasse des Mitteltrakts - über dem Notlazarett, in dem die Verwundeten schreien und sterben - blickt er über seinen lädierten Amtssitz (siehe Titelbild).

Danach hat Adolf Hitler seinen Bunker lebendig nicht mehr verlassen. Am selben Tag befiehlt Sowjetmarschall Schukow, einen "Sondertrupp mit 25 Panzern" einzusetzen, um Hitler, Himmler und Goebbels zu schnappen oder wenigstens an der Flucht zu hindern. Wo Hitler sich aufhält, bleibt den Russen verborgen.

Im Bunker erscheint der Auschwitz-Arzt Karl Gebhardt mit dem Ansuchen, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes zu werden (er wird dann in Nürnberg gehängt). Der Ernährungsinspekteur der Wehrmacht und SS, Dr. Ernst-Günther Schenck, trifft ein, er hat Lebensmittel für 3000 Mann auf sechs Wochen herbeigeschafft. In den Kellern stapeln sich Säcke mit Mehl, Dauerbrot, Hülsenfrüchten und Fleischdosen.

Arzt Schenck hilft dem schwer lungenkranken Professor Haase, einem früheren Leibarzt Hitlers, der im Kellerlazarett Notoperationen an den Verwundeten ausführt. Als Krankenschwestern dienen 20 BDM-Mädchen aus Steglitz, die vor den Russen geflüchtet sind.

Auf der Ost-West-Achse (heute: Straße des 17. Juni) zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule landet an diesem 23. April 1945 ein Fieseler Storch mit dem Rüstungsminister Albert Speer. Der gesteht Hitler, den Befehl zur Vernichtung der deutschen Industrie und Infrastruktur sabotiert zu haben; Hitler schweigt und erteilt die Genehmigung, die Direktoren der tschechischen Skoda-Werke zu amerikanischen Geschäftsfreunden ausreisen zu lassen. Um politische Kontakte anzubahnen?

Speer hört von Goebbels, Hitler habe eine "Entscheidung von weltpolitischer Bedeutung getroffen: Er hat den Kampf nach dem Westen einstellen lassen, so daß die westlichen Truppen ungehindert nach Berlin hereinkommen können".

Das heißt nicht, daß Hitler sich zur West-Option entschlossen hätte. Von Göring kommt aus Bayern ein Telegramm, in dem er ultimativ um die "Gesamtführung des Reiches" ansucht, er will einen separaten Waffenstillstand mit den Amerikanern abschließen: Hitler habe doch gesagt, "daß ich, falls Verhandlungen notwendig würden, dazu leichter in der Lage wäre als Sie in Berlin".

Da tritt Bormann in Aktion, der Mann im Hintergrund (der Abwehrchef der Wehrmacht, Admiral Canaris, hatte ihn im Verdacht, ein sowjetischer Agent zu sein). Er bestürmt seinen Chef, Görings Griff nach Vollmachten sei ein Staatsstreich. Hitler nennt seinen Reichsmarschall "faul", "korrupt", "seit Jahren Morphinist" und befiehlt die Festnahme des "Verräters" in Berchtesgaden. Der Befehl wird sogar ausgeführt - Göring kommt unter Hausarrest.

Sowjetische Truppen besetzen Pankow, Karlshorst, Köpenick, Schöneweide, Buckow. Für den Stadtbezirk Pankow gibt es eine erste Bilanz: 450 getötete Zivilisten, 510 Gefallene auf den Straßen, 450 Selbstmorde, davon 200 Frauen und Mädchen. Die Sieger schonen nicht Teenager und nicht Greisinnen. Zwei Befehle hallen über das eroberte Terrain: "Frau komm" und "Uri, uri!"

Hitler ernennt den General Helmuth Weidling vom LVI. Panzerkorps, den er gerade noch erschießen lassen wollte, weil er angeblich seinen Gefechtsstand nach Döberitz - westlich von Berlin - verlegt hatte, zum Befehlshaber des Verteidigungsbereichs Berlin. Weidling bringt den Rest seiner Truppe, die eine Woche zuvor noch 50 000 Mann zählte, in die Stadt: 15 000 Panzergrenadiere und Fallschirmjäger.

Fliegende Standgerichte auf den Straßen machen mit Fahnenflüchtigen kurzen Prozeß, ein Schneidermeister, der eine weiße Fahne aus dem Fenster zeigte, wird aufgehängt, auch ein 15jähriger Hitler-Junge. Hitler hat einen Aufruf an die Berliner erlassen, Verräter seien "augenblicklich zu erschießen oder zu hängen". Unter Vertrauten sagt er: "Das deutsche Volk verdient, wenn es so feige und schwach ist, nichts anderes als einen schmählichen Untergang."

Dr. Schenck beobachtet in den Kellern der Reichskanzlei einen Gestapo-Schergen im braunen Ledermantel und mit einem Tirolerhut, der unter den Schutzsuchenden nach Deserteuren fahndet und einen gleich im Garten erschießt. Unbehelligt hockt im Keller ein irgendwie gestrandeter Rotarmist in Uniform.

Am 24. April ist die 9. Armee endgültig eingekesselt, in Berlin-Zehlendorf, Tempelhof und Neukölln wird gekämpft. Alle sechs Minuten schlagen Granaten beim Bunker ein. Das Oberkommando der Wehrmacht - Generalfeldmarschall Keitel, Generaloberst Jodl - befiehlt allen Heeresgruppen, "alle Kräfte gegen den bolschewistischen Todfeind einzusetzen . . . wobei große Geländeverluste gegenüber den Angloamerikanern in den Hintergrund zu treten haben". Die US-Truppen würden "in den nächsten Tagen Berlin" erreichen, verbreitet Stabschef Krebs: Die Armee Wenck halte ihnen schon bei Potsdam den Weg offen.

Goebbels aber putscht Hitler auf mit einem Szenario, was wohl die Überlegungen Stalins seien: "Das Europa, das ich mir vorstelle, kriege ich nicht . . . Also mache ich mit den Deutschen Kippe und mache irgendein Übereinkommen." Und Goebbels stellt eine Prognose für 1995: "Würde der Führer in Berlin einen ehrenvollen Tod finden und Europa bolschewistisch werden - in fünf Jahrzehnten spätestens wäre der Führer eine legendäre Persönlichkeit und der Nationalsozialismus ein Mythos, weil er durch den letzten großen Einsatz geheiligt wäre." Das ist der Mythos, dem Stalin dann mit seiner Geheimoperation von 1946 begegnen möchte.

Dem Gauleiter von Baden-Elsaß, Robert Wagner, hat Hitler am Telefon gesagt, er sei strikt gegen jede Verhandlung mit den Westmächten. Führt er etwas anderes, überhaupt noch etwas im Schilde? Hitler sinniert, er sei ein "ruhmloser Flüchtling vom Parkett der Weltgeschichte". Die Oderfront ist zusammengebrochen, die Armeen Schukows und Konjews haben sich westlich Berlins getroffen, bei Ketzin; die Hauptstadt ist somit eingeschlossen. Und an der Elbe bei Torgau stoßen Amerikaner und Sowjets aufeinander - sie umarmen sich, anstatt aufeinander zu schießen.

26. April: Berlin-Tegel, Charlottenburg, Steglitz, das Tempelhofer Feld sind die Front. Marschall Konjew protokolliert unter diesem Datum in seinem Tagebuch den Verlust von 800 Panzern und Sturmgeschützen. Die verzweifelten Soldaten, übermütigen Hitler-Jungen, die alten, mit einer Armbinde als Kombattanten ausgewiesenen Männer vom Volkssturm, auch rachedurstige Flüchtlingsfrauen aus Breslau haben eine Motivation gefunden, von Barrikaden, Fenstern, Kellern aus mit Handgranaten und Panzerfäusten - an Gewehren mangelt es - gegen Sowjetpanzer anzugehen.

Die Disziplin der Rotarmisten ist zusammengebrochen. Ihre Partei-Feldprediger ermuntern sie, zu marodieren und zu plündern und die Frauen des Feindes als Beute zu nehmen, an die 90 000 Vergewaltigungsopfer nennt später Oberbürgermeister Ernst Reuter. "Wir verachten sie, weil sie die Mütter, Frauen und Schwestern von Henkern sind", hat Ilja Ehrenburg in der Armeezeitung geschrieben: "Töte den Deutschen!" Marschall Schukow hat einen Tagesbefehl ausgegeben: "Wehe dem Land der Mörder, nichts wird uns mehr aufhalten!"

Ein Anlauf der Prawda zwölf Tage zuvor, dem Kollektivhaß entgegenzutreten, bleibt ohne Wirkung. Die Verteidiger ahnen nur, was ein halbes Jahrhundert später aus einem Moskauer Archiv ans Licht kommt: Stalin hat im Februar befohlen, alle arbeitsfähigen Deutschen, auch die Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren, in die Sowjetunion zu deportieren. Aus Rumänien und Ungarn sind schon 97 487 Deutsche in die UdSSR verbracht, als Stalin am Tag des Hitler-Geburtstags den Befehl wiederaufhebt.

Betrunkene Kompanien machen keine Gefangenen. Als in einer Pankower Straße aus einem Fenster geschossen wird, holen die Sowjetsoldaten alle Männer aus den Kellern dieser Straße und richten sie hin.

Auch die Rotarmisten sind nach fast vier Kriegsjahren ausgeblutet, bei einem Überfluß an Panzern, Geschützen und Flugzeugen mangelt es an Infanteristen. Proviant, Schuhwerk und Fahrzeuge der Roten Armee stammen weithin aus Hilfslieferungen der Amerikaner. Nach der Einnahme von Berlin-Siemensstadt drängen feiernde Sieger ihren Deutsch sprechenden Genossen Wiktor Bojew, von einem Haus aus - im Erdgeschoß liegen Bewohner, die sich vergiftet haben - Goebbels anzurufen.

Leutnant Bojew wählt die Auskunft unter derselben Nummer wie in Moskau, wo das Fernsprechsystem auch von der Firma Siemens installiert worden war, er wird zum Propagandaministerium durchgestellt und hört nach einer Weile: "Dr. Goebbels." Bojew stellt sich vor, und: "Wie lange sind Sie imstande und willens, um Berlin zu kämpfen?" Goebbels: "Ihr habt Sewastopol neun Monate verteidigen können, warum wir nicht unsere Hauptstadt?" Bojew: "Einen Galgen halten wir für Sie schon bereit."

Sein Oberbefehlshaber Hitler kommandiert immer weiter, obwohl es nichts mehr zu kommandieren gibt: Er befiehlt der 9. Armee, die von den Sowjets eingeschlossen ist, und der 12. Armee, die sich von den Amerikanern lösen soll, Berlin zu befreien.

Aber auch Realisten unter seinen Getreuen scheitern an diesem Tage. SS-Gruppenführer Fegelein, Partisanenkiller in Polen und den Pripjat-Sümpfen, hat sich nach Charlottenburg zu einer Freundin abgesetzt, die womöglich im Dienst des britischen Geheimdienstes steht. Er ruft seine Schwägerin Eva, die innig für ihn schwärmt, im Bunker an, sie solle Hitler verlassen, ehe es zu spät sei: "Jetzt ist es eine Frage von Leben und Tod."

In der Abenddämmerung schwirrt ein Fieseler Storch auf die Ost-West-Achse zu, gesteuert vom Flieger-Generalobersten Ritter von Greim. Hinter ihm sitzt in der Kabine die Testfliegerin Hanna Reitsch. Beim Landeanflug durchschlägt eine Infanteriepatrone eine Wade des Piloten, Reitsch greift über seine Schulter zum Steuerknüppel und landet.

Den beiden Besuchern erzählt der Mann, der einmal die ganze Welt in Furcht und Schrecken versetzt hat, unter Tränen: Der feige Göring "hat mich wie auch sein Vaterland betrogen, hinter meinem Rücken hat er Verbindungen zum Feind geknüpft". Goebbels: "Dieses Schwein."

Er habe fest daran geglaubt, daß Berlin an den Ufern der Oder gerettet würde, redet sich Hitler heraus, aber der General Wenck werde die Russen schon schlagen. Den verwundeten Greim immerhin kann er noch hypnotisieren: Der berichtet per Telefon seinem Stabschef Karl Koller, wie ein "Jungbad" wirke auf ihn der Aufenthalt im Bunker, "es gedeiht noch alles zu einem guten Schluß".

Zum erstenmal liegt die Reichskanzlei an diesem Tag unter permanentem Beschuß, der sich am nächsten Tag zum Trommelfeuer steigert. Sowjetische Infanterie, die sich, mit kyrillisch beschrifteten Stadtplänen ausgestattet, geschickt im Panzerschutz von Haus zu Haus und Keller zu Keller vorkämpft, dringt bis zum Halleschen Tor vor, zum Alexander- und Potsdamer Platz - nahe der Reichskanzlei.

"Eines Tages wird die Welt erkennen, daß wir recht gehandelt haben, daß wir mit unserem Leben die Welt vor dem Bolschewismus bewahren wollten", tönt derweil Goebbels, das Sprachrohr jenes Hitler, der in Mitteleuropa bolschewistische Methoden eingeführt, mit seinem Pakt 1939 Stalin mit mächtigen Landgewinnen zur Expansion gelockt und ihn mit dem Krieg nach Mitteleuropa hineingezogen hat.

Hitler verleiht Magda Goebbels ehrenhalber das Goldene Parteiabzeichen für Alte Kämpfer und befiehlt, die Tunnel der U- und S-Bahn am Anhalter Bahnhof zu fluten (es gibt knapp hundert Tote).

Die Sowjets ernennen ihren Generalobersten Bersarin schon zum Stadtkommandanten. Eine russische Bombe trifft direkt den Hitler-Bunker, ohne Folgen. Im leeren Führerraum der Reichskanzlei läßt sich eine Küchenhilfe mit einem Chauffeur trauen, das Brautpaar tanzt zu den Klängen einer Violine und eines Akkordeons auf dem Vulkan. *HINWEIS: Im nächsten Heft Der Verrat der SS - Hitler heiratet und begeht Selbstmord - Reichskanzler Goebbels schreibt Stalin einen Brief - Die lange Reise der Hitler-Leiche

Ein blondes Mädel aus Bayern, das gern Charleston tanzte

Hitler mit grauen Haaren, zitternd und krumm - wie ein ruheloser Geist

Artillerieduelle zwischen den Alliierten über der Reichskanzlei?

"Ein großer Knall, der Krieg ist aus und gewonnen"

"Das deutsche Volk verdient nichts anderes als Untergang"

Stalins Befehl, alle Arbeitsfähigen zu deportieren

[Grafiktext]

Hitlers Bunker

Die Reichskanzlei

Berlin in der Zange

[GrafiktextEnde]

* Pierre Galante, Eugene Silianoff: "Voices from the bunker". G. P. Putnam''s Sons, New York 1989; Tony Le Tissier: "Der Kampf um Berlin 1945". Ullstein Verlag, Berlin 1991; Olaf Groehler: "Die Neue Reichskanzlei - Das Ende". Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1995.

DER SPIEGEL 14/1995
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