24.04.1995

ZeitgeschichteDer große Showdown

Zwölf Jahre hat es gedauert, dann war es aus. Am 11. März 1945 verließ der deutsche Diktator Adolf Hitler zum letztenmal sein Hauptquartier, die Berliner Reichskanzlei. Mit einem graugrünen Militär-Volkswagen besuchte der "Führer" die übriggebliebenen Generäle und Obristen seiner 9. Armee an der nahe gelegenen Oder-Front.
Auf dem Schloß Freienwalde mußten sich die Offiziere letzte Durchhalteparolen Hitlers anhören. Doch der, befand ein Zeuge, habe schon ausgesehen wie dem Grabe entstiegen. Leichenblaß, den Rücken gebeugt, mit hervorquellenden Augen, fuhr der einst mächtigste Mann Europas zurück in den Bunker der Reichskanzlei. Sein eigenes Ende und das seines Imperiums vor Augen.
Zwei Wochen später, am 29. März, verließ auch Franklin Delano Roosevelt, sein Bezwinger, zum letztenmal den Amtssitz ereignisreicher Zeiten, das Weiße Haus in Washington. Auch er nach zwölf Jahren, auch er abgekämpft, grau im Gesicht und mit tiefen Schatten um die Augen.
Geschlaucht durch die Konferenz von Jalta, gedachte er sich auf seinem Ferienanwesen Warm Springs in Georgia zu erholen. Danach, am 25. April, wollte der Präsident in San Francisco zur Gründung der Vereinten Nationen mit einer visionären Rede den Sieg über Hitlers Deutschland zelebrieren.
Es war sein Sieg. Ohne ihn und sein Land wäre gegen Hitler nicht mehr viel auszurichten gewesen. Ohne ihn wäre der Strom des Jahrhunderts anders verlaufen. In einem Kreuzzug ohnegleichen hatte der amerikanische Präsident die Weltherrschaftspläne des Deutschen zerschlagen. Doch wie Adolf Hitler seine Niederlage nicht mehr erlebte, starb auch Franklin Roosevelt noch vor seinem Triumph.
Was zwischen Roosevelt und Hitler geschah, ist einzig in der Menschheitsgeschichte. Sie kamen und sie gingen fast im gleichen Moment. Sie waren die großen Antipoden der Zeit zwischen 1933 und 1945, der Jahre, die das Bild des Jahrhunderts prägten.
Hitler wollte mit den sogenannten Achsenmächten Deutschland, Italien und Japan ein festes Netzwerk totalitärer und faschistischer Mächte über die Welt legen, das vorwiegend er zu dirigieren gedachte. Roosevelt trat als Bewahrer, schließlich als Retter der westlichen Demokratien auf.
Dabei verstand sich der Amerikaner keineswegs als Menschheitsbeglücker. Er handelte vor allem im Sinne seiner eigenen Nation. Hitlers System, sah er voraus, werde weltweit zu blockhaften, merkantilistischen Handelsbeziehungen führen und den Militarismus begünstigen. Der demokratische Zuschnitt seines Landes, ahnte der Präsident, werde dadurch gefährdet: Kaum ein anderer Staatsmann, so der ehemalige amerikanische Außenminister Henry Kissinger in seinem Buch "Diplomacy", habe so deutlich wie Roosevelt die Bedrohung der Welt durch den Faschismus und Adolf Hitler begriffen.
Die beiden prallten unabwendbar aufeinander. Die Weltwirtschaftskrise von 1929, ausgebrochen an der New Yorker Wall Street, hatte sie nach oben gebracht. Sie hatte politische Krusten aufgebrochen und das Staatsverständnis verändert. Der Publizist Walter Lippmann zählte 1933 nur noch fünf Gegenden auf der Welt, die unbeirrt demokratischen, westlichen Werten folgten: Nordamerika, Großbritannien, Skandinavien, Frankreich und die Schweiz.
In Europa breitete sich eine totalitäre Gegenwelt aus. Italien, Spanien, Portugal, die baltischen und die Balkanstaaten und selbst Polen waren ihr verfallen. Zunehmend erschien, neben dem Italiener Benito Mussolini, Adolf Hitler als Leitfigur. Je mehr sich ihr Faschismus mit Japans imperialen Gelüsten verbündete, desto klarer wurde, daß nur noch ein Land sie bremsen konnte, die USA. Glück für die Welt, Pech für Hitler, daß dort am 8. November 1932 Franklin Roosevelt zum Präsidenten gewählt worden war.
Ihr Kampf wurde zum Kampf der Systeme. Doch er begann sanft, abwartend, fast unbemerkt. Und zeitweise mit bizarren Gemeinsamkeiten. Als Hitler am 30. Januar 1933 Reichskanzler wurde, feierte Roosevelt - gewählt, aber noch nicht im Amt - gerade seinen 51. Geburtstag. Als Roosevelt am 4. März seine Amtsgeschäfte als Staats- und Regierungschef übernahm, machte Hitler erste Jagd auf linke Oppositionspolitiker. Er war auf dem Weg zum Diktator.
Beide nutzten die Möglichkeiten ihrer Ämter sofort. Sie standen in jenen Märztagen 1933 vor einer ganz ähnlichen Lage. Die Weltwirtschaftskrise hatte Staat und Gesellschaft im Kern beschädigt. In den USA irrten, ohne nennenswerte Unterstützung, rund 15 Millionen Arbeitslose umher. 5000 Banken waren dicht, das Sozialprodukt hatte sich seit 1929 von 100 auf knapp 70 Milliarden Dollar ermäßigt. Die republikanischen Politiker um Roosevelts Vorgänger Herbert Hoover, besessen vom Laisser-faire-Prinzip, hatten die Wirtschaft paralysiert.
In Deutschland gab es 6 Millionen Arbeitslose, dazu noch Millionen "Ausgesteuerter" - arbeitslose Wohlfahrtsempfänger. Insgesamt hatten im Herbst 1932 rund 36 Prozent des Volkes, 23,3 Millionen Menschen, von öffentlichen Mitteln gelebt. Auch in Deutschland hatten die Regierungen an den damals vorherrschenden Theorien der zyklischen Wirtschaftskrisen gehangen: Je schneller eine Volkswirtschaft an den unteren Punkt der Krise getrieben würde, desto schneller würde der Wiederaufstieg beginnen. Das Mittel dafür hieß Deflationspolitik, also die Senkung von Kosten und Preisen - vor allem von Lohnkosten.
Auch in Deutschland wurde dadurch die Wirtschaft gelähmt. Der wirtschaftlichen folgte eine Depression der Gemüter. Die Völker verlangten eine Art Messias. Hitler und Roosevelt hatten leichtes Spiel. Was sie im Wahlkampf versprochen hatten, sah sehr kreativ aus.
Franklin Roosevelt, schrieb Frank Freidel, einer seiner besten Biographen, "besaß in diesem Augenblick bessere Voraussetzungen für Innovationen als jeder andere Präsident vor ihm, und er holte das Äußerste aus dieser Situation heraus".
Gleich in seiner Antrittsrede verlangte Roosevelt umfängliche Kompetenzen. Er werde "einen Krieg gegen den Notstand führen", mit den gleichen Vollmachten, wie sie ihm im Falle der Invasion einer ausländischen Macht zustünden. Die Präsidentschaft habe aufgehört, nur eine Verwaltungsangelegenheit zu sein. "Sie ist vor allem eine Sache moralischer Führerschaft." Er fühle sich "als Instrument des Volkswillens". Nicht einmal George Washington oder Abraham Lincoln hatte so dick aufgetragen. Doch die Kriegsanalogie war schon ein erster Hinweis darauf, daß Roosevelt sich einem Kampf der Wertsysteme gegenübersah. Er wollte das Land ohne Verletzung seiner Verfassungswerte aus der Depression holen. Hitler und seine Freunde dagegen wollten ein ganz anderes, ein totalitäres System. Würden sie die Depression beenden und er nicht, wäre Amerikas demokratischer Entwurf gescheitert. Es begannen die berühmten ersten hundert Tage des Präsidenten Franklin Roosevelt.
Sie begannen unter dem Zeichen des New Deal. Der neue Plan sollte erste Hilfe, aber auch dauerhafte gesellschaftliche Reformen bringen. Für erste Hilfe war jeder, für weitgehende Reformen aber waren zumindest Big Business und die republikanischen Abgeordneten nicht. Roosevelt mußte schnell handeln. Nur hundert Tage hatte er Zeit bis zum Beginn der Parlamentsferien. Nach den Ferien würde sich die Lähmung der Parlamente lösen, und die Widerstände gegen seine Politik würden wachsen.
Binnen zwei Monaten präsentierte Roosevelt ein Gesetz zum Schutz der Farmer, ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, zu dem das Civilian Conservation Corps, eine Art demokratischer Arbeitsdienst, gehörte. Außerdem ein Sparerschutzgesetz und ein Gesetz zur Gründung der berühmten Tennessee Valley Authority (TVA), Muster für großangelegte Energieversorgung aus Wasserkraft und für landwirtschaftliche Bewässerung. Am 17. Mai schließlich folgte ein Gesetz zur Gesundung der Industrie. Der Aktienindex stieg von März bis September 1933 um fast hundert Prozent.
Trotz wachsender Widerstände ließ Roosevelt auch später nicht locker. Zwischen 1933 und 1938 gab es 14 weitere Reformgesetze. Milliardenbeträge flossen. Der Präsident hoffte, so Freidel, daß seine Programme eine Initialzündung bewirken würden: "Mit dem Ansteigen der Nachfrage würde die Geschäftswelt dazu gebracht, ihr Geld in neue Unternehmungen zu stecken."
Das hieß Deficit spending nach der damals noch nicht ausformulierten Lehre des britischen Ökonomen John Maynard Keynes. Er hatte zwar schon in den zwanziger Jahren über neue Formen der Wirtschaftspolitik bei schweren Konjunkturkrisen geschrieben. Erst 1936 aber erschien sein Standardwerk "Die Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes". Roosevelt hatte nach seinem Instinkt gehandelt. Keynes lernte er erst später kennen.
Auch Hitler, in Wirtschaftssachen längst nicht so kompetent wie der Amerikaner, folgte solchem Instinkt. In der ersten Märzhälfte empfing er den ehemaligen Reichsbankpräsidenten und Währungsreformer Hjalmar Schacht: Wieviel ein umfängliches Arbeitsbeschaffungsprogramm, finanziert durch die Reichsbank, wohl kosten würde. Schacht beteuerte, die Reichsbank könne genügend Geld in ein solches Programm pumpen, "um auch den letzten Arbeitslosen von der Straße zu bringen". Schacht, schon bald "der Zauberer" genannt, wurde wieder Reichsbankpräsident. Er finanzierte Hitlers Arbeitsbeschaffungsprogramm perfekt.
Dabei hatten Hitler und Schacht es leichter als Roosevelt. Erstens brauchten sie sich um parlamentarische Prozesse nicht zu kümmern, und zweitens war alles, was sie sonst brauchten, bereits vorhanden. In Form der "Oeffa" (Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG) gab es bereits eine Organisation für den gewünschten Zweck. Die Oeffa hatte vorher an Bahn und Post schon kurzfristige Wechselkredite gegeben. Schacht brauchte die kurzfristigen Wechsel nur noch zu verketten und das Kreditvolumen aufzublasen.
Show-Stück des 6,2 Milliarden Reichsmark umfassenden Programms war, mit 600 Millionen, der Autobahnbau. Auch mit ihm konnte der autobesessene Hitler sofort loslegen. Der 1926 gegründete Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansestädte-Frankfurt-Basel ("Hafraba") hatte für das Reichsarbeitsministerium die Autobahnpläne schon entwickelt. Bereits 1934 hatte sich die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland gegenüber 1932 so gut wie halbiert. Bis 1939 waren die 600 Oeffa-Millionen für die Autobahnen nahezu zurückgezahlt, und es gab kaum noch Arbeitslose. Hitlers Kumpan Hermann Göring hatte mit seinem "Vierjahresplan" die militärische Aufrüstung begonnen. Roosevelt kam nur langsam voran. Er mußte sich zunächst mit zivilen Programmen begnügen.
Hitler und Roosevelt standen in ihren Ländern nun für gesellschaftlichen und technologischen Wandel. Nichts mehr verband sie mit den Handlungen ihrer eigenen Vorgänger - wenig verband sie mit den Vorgängern selbst. Sie bedienten sich in ihren Kampagnen der modernsten Techniken. Sie nutzten neue Verkehrs- und revolutionäre Kommunikationsmittel.
Hitler ließ sich im offenen Mercedes durchs Land chauffieren, Roosevelt im offenen Lincoln. Hitler hypnotisierte das Volk mit dröhnenden Reichstags- und Parteitagsreden, die über Rundfunk und Wochenschau verbreitet wurden. Roosevelt brachte dem Volk seine Politik mit "Plaudereien am Kamin" nahe, die das Radio übertrug. Millionen hörten beiden zu. Sonst aber hatten sie nicht viel gemein.
Hitler habe die Psyche "eines Urmenschen und eines Gangsters" gehabt, schreibt der Biograph Hans-Jürgen Eitner. "Ruchloser zu sein als die anderen", erkannte der Historiker Golo Mann, "das war sein einfacher Trick gewesen." Ihm fehlte, so der Publizist Sebastian Haffner 1978, alles, was einem Mann "normalerweise Schwere, Wärme und Würde gibt: Bildung, Beruf, Liebe und Freundschaft, Ehe, Vaterschaft". Seine Herkunft ist verschwommen. Noch 1930 wollte ein Sohn seines Halbbruders dem Führer beibringen, der gemeinsame Vorfahr sei ein Grazer Jude gewesen.
Im Gegensatz zu Hitler, der nahezu aus dem Nichts auftauchte, stammte Roosevelt aus der damals wohl bedeutendsten Politikerfamilie Amerikas und aus der Ureinwanderer-Elite der Nation. Als sie noch aus Farmern bestand, hatten der Familie Roosevelt große Teile von Manhattan gehört.
Urvater Claes Martenszen Van Rosenvelt war im 17. Jahrhundert aus den Niederlanden gekommen, die englischen Vorfahren von Roosevelts Mutter Sarah Delano angeblich schon um 1620, kurz nach der legendären "Mayflower".
Vorfahr Isaac Roosevelt (1726 bis 1794) war Präsident der Bank von New York und einer der ersten Senatoren dieses Gebiets. Der entfernte Vetter Theodore ("Teddy") Roosevelt war von 1901 bis 1909 Präsident der USA und erhielt den Friedensnobelpreis. Seine Nichte Eleanor wurde Franklin Roosevelts Frau.
Sie kenne keinen Menschen, gestand die beachtliche Eleanor, der sich weniger von anderen beeinflussen lasse als ihr Ehemann Franklin. Roosevelts langjährige Arbeitsministerin Frances Perkins nannte den Chef gar "das komplizierteste Wesen, das ich je gekannt habe". Niemand begriff ihn vollkommen. Viele haßten ihn, doch noch mehr liebten den Mann. Er polarisierte und blieb dabei immer auf der richtigen Seite.
Franklin Roosevelt war die wohl größte Sphinx des Jahrhunderts. Gebildet, aber nicht sehr belesen. Populistisch, doch im Kern verschlossen. Zögerlich, doch in bestimmten Augenblicken knallhart. Charmant und voller Storys, doch zuweilen rücksichtslos. Pragmatisch wie er war, mißtraute er großen Theorien. Politische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge erfaßte er instinktiv. Seine Selbstdisziplin war legendär, ebenso wie sein Sinn für Entspannung. Sonst hätte er das Präsidentenamt nie durchstehen können.
Denn der Mann, der Amerika länger regiert hat als jeder andere, war seit seinem 40. Lebensjahr ein Krüppel. 1921 hatte ihn, damals schon Spitzenpolitiker der Demokraten, eine Kinderlähmung getroffen. Die Beine blieben, bis hoch in die Beckenmuskeln, gelähmt. Doch bis kurz vor seinem Tod 24 Jahre später hatte kaum jemand das ganze Maß des Unheils erfahren. Nie zeigte er sich im Rollstuhl. Festgekrallt am Arm eines anderen, mit schweren Metallschienen an den Beinen, schob er sich bei öffentlichen Auftritten mühsam voran. Mit seinem mächtigen Oberkörper regierte er alles und blieb auch noch heiter dabei.
"All what is in me, goes back to the Hudson", erklärte er sein Wesen. In Hyde Park am Hudson-River sind er und auch seine fünf Kinder aufgewachsen. In der stabilen Umwelt eines Landedelmannes: Nichts konnte Roosevelt je aus der Ruhe bringen. In den schlimmsten Situationen behielt er den Überblick. Hitler war ihm nicht gewachsen.
Roosevelts Gespür für die unterschiedlichen Welten Amerikas und Deutschlands war dank des Reichtums der Familie und ihrer politischen Tradition früh geprägt worden. In seiner Kindheit war er neunmal in Europa. 1891 saß er, um Deutsch zu lernen, sechs Wochen lang in einer Volksschule in Bad Nauheim. 1896 radelte er mit einem Hauslehrer durch das Reich Wilhelms II.
Das wilhelminische Deutschland empfand der Großbürgersohn nicht als böse. Es reizte eher seinen Sinn für Komik. Doch im Ersten Weltkrieg wandelte sich sein Deutschland-Bild rasch. Als junger Marine-Unterstaatssekretär besuchte er 1918 auf französischer Seite die Front - während Hitler auf der anderen Seite im Bunker hockte - und sah die Greuel des Krieges.
Es gab sie auf beiden Seiten. Krieg ist Krieg. Doch der künftige Präsident erfuhr sie aus der Sicht des Poilu, des französischen Frontschweins. Roosevelts Gefühle wandten sich gegen die politische Kultur Deutschlands. Er hielt sie am Ende für eine Bedrohung der Zivilisation. In Hitler sah er sein Vorurteil bestätigt.
Die Konfrontation der beiden war von Anfang an ein fast übersinnlicher Prozeß. Jeder schien dem anderen nahezu abstrakt und nicht aus Fleisch und Blut. Jeder empfand das Land des anderen wie einen fremden Stern. Die kulturelle und politische Diskrepanz zwischen den USA und Deutschland ist nie so groß gewesen wie in den dreißiger Jahren.
Hitler mischte die Eigenarten der deutschen Tradition, genannt Volkscharakter, für seine Zwecke gekonnt auf: Den emotionalen Brei aus Idealismus und Romantik, die manipulierbaren Kraftmeiereien aus Gehorsam, Unduldsamkeit und Gewalt, die Ordnungsstrukturen der friderizianischen Zeit und die naturwissenschaftliche Intelligenz, die aus den Humboldtschen Reformen kam.
Roosevelt nutzte, wie kein anderer vor ihm, die Ressourcen des Angelsächsischen: Balance of power, Rationalität, Pragmatismus, Widerstandskraft, Liberalität, Unverfrorenheit und Konsensbildung. Roosevelt brachte es dabei zur Meisterschaft des Spiels mit vielen Bällen. Er war stets auch sein eigener Propagandist. "Er war ein Superverkäufer seiner selbst", schrieb sein Sohn James, "und sogar nachdem die Kinderlähmung seine Erscheinung beeinträchtigt hatte, blieb er als Person eindrucksvoll."
So ähnlich die Kontrahenten zu Krisenzeiten ihre Wirtschaftspolitik betrieben, so kontrovers führten sie denn auch die übrigen Geschäfte. In der Außenpolitik kamen sie sich bald ins Gehege. Mißtrauisch las Roosevelt Hitlers programmatisches Bekennerbuch "Mein Kampf" in englisch. Sein Exemplar enthält den handschriftlichen Vermerk: "Diese Übersetzung ist so reingewaschen, daß sie ein völlig falsches Bild von dem gibt, was Hitler wirklich sagt - das deutsche Original würde ein anderes Bild geben." Noch vor seiner Amtseinführung bemerkte Roosevelt gegenüber Paul Claudel, dem französischen Botschafter in Washington: "Hitler ist ein Verrückter."
"Ich möchte einen amerikanischen Liberalen in Deutschland haben, als stets mahnendes Beispiel" entschied Roosevelt. Botschafter wurde William Dodd, ein angesehener Historiker, der 1900 in Leipzig promoviert hatte.
Auch Hitler ernannte einen ungewöhnlichen Mann zum Botschafter: den Reichsbankpräsidenten und früheren Reichskanzler Hans Luther. Damit glaubte er die USA ruhiggestellt. Aber Roosevelt lud Hitler gemeinsam mit zehn europäischen Regierungschefs schon am 7. April 1933 zu persönlichen Gesprächen nach Washington ein. Seine Idee war, die Weltkrise durch Abrüstung und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu überstehen.
Beides wollte Hitler natürlich nicht. Im Gegenteil. Er wollte Aufrüstung und Autarkie. So stand es in seinem Buch der Bücher. Er redete sich mit anderen Terminen heraus und schickte Hjalmar Schacht. Roosevelt begegnete dem ehrgeizigen Mann mit überschwenglichen Gesten. Schacht meldete fälschlich nach Berlin, der neue Präsident habe "zweifellos Sympathie" für Hitler. Andere Ergebnisse gab es nicht. Roosevelt baute seine Staudämme, Hitler seine Autobahnen.
Doch der Konflikt rückte näher. Am 1. Juli hatte Hitler im sogenannten Röhm-Putsch die Führung seiner SA-Braunhemd-Truppe und noch ein paar Oppositionelle dazu im Handstreich füsilieren lassen. Er war nun das Recht selber. Nach dem Tode des versteinerten Reichspräsidenten Paul von Hindenburg machte Parteiführer und Reichskanzler Hitler sich auch noch zum Staatsoberhaupt. Damit unterstand ihm die Armee. "Hitler und Mussolini beabsichtigen, ganz Europa zu kontrollieren", alarmierte Botschafter Dodd den Präsidenten. Douglas Miller, Dodds Handelsattache, warnte die US-Regierung gleichzeitig vor allzu großer Beteiligung amerikanischer Firmen an Deutschlands nun klar erkennbarer Aufrüstung.
Die lief zügig an. 1933 zwar hatte Hitler die Rüstungsausgaben nur von 620 auf 720 Millionen Reichsmark erhöht. 1934 aber versechsfachten sie sich auf 4,2 Milliarden Reichsmark. Zauberer Schacht nutzte zur Finanzierung die Mefo-Wechsel einer Metallurgischen Forschungsgesellschaft mbH, ein ähnlich elegantes Instrument wie die Oeffa-Wechsel. Während Hitler vor allem seine Luftwaffe mit modernem Gerät ausstattete, standen Roosevelt nur 132 000 Soldaten zur Verfügung. Die U. S. Navy galt als nicht einsatzbereit.
Der Präsident und sein Finanzminister Henry Morgenthau stutzten nun den Handel mit Hitler. Deutsche Importe wurden mit Sonderzöllen belegt. 1929 noch hatte der US-Anteil an den deutschen Importen bei 13,3 Prozent gelegen, 1938 lag er bei nur 3,4 Prozent.
Demokratien, wußte Roosevelt, reagieren langsam, doch dann bulldozerhaft. Er mußte sein Volk auf einen offenen Konflikt mit Hitler vorbereiten. Am 25. April 1935 bereits wettete er mit seinem Vertrauten William Bullit, Botschafter in Paris, ein Krieg werde zuerst in Europa ausbrechen und nicht, wie lange befürchtet, im Pazifik.
Zwei Monate später erhielt Roosevelt Besuch aus der Schweiz. Der dorthin emigrierte deutsche Schriftsteller Thomas Mann erschien im Weißen Haus. Der Präsident redete Fraktur. "Als ich ihn verließ", so der Literat ungewohnt lakonisch, "wußte ich, Hitler war verloren." Der Verfasser der "Buddenbrooks" hatte in Franklin Roosevelt den "geborenen und bewußten Feind des Infamen" ausgemacht. "Der Infame" war Hitler.
Denn bei den Nazis ging es nun Schlag auf Schlag. Nachdem Hitler am 16. März 1935 die Allgemeine Wehrpflicht eingeführt hatte, schloß er am 18. Juni mit Großbritannien ein Flottenabkommen, das seiner Kriegsmarine 35 Prozent der Größe von Englands Royal Navy zubilligte. Und dann kamen, am 15. September, die Nürnberger Rassengesetze, mit denen die ohnehin schon schikanierten Juden ganz offiziell zu Menschen zweiter Klasse erklärt wurden.
Roosevelt blieb nach außen hin immer noch still. Er hatte Probleme mit dem Kongreß. Seine Mehrheit lehnte jede interventionistische Außenpolitik ab. Das hatte Tradition in den USA und hieß Isolationismus. Die Abgeordneten sahen zwar auch Gefahren im fernen Europa, aber im Gegensatz zu Roosevelt keine für Amerika. Eilig beschlossen sie ein Neutralitätsgesetz. Inhalt: keine Waffenlieferungen an Konfliktparteien. Der Stärkere und Größere, vor allem aber Hitler, würde sich nun in seiner Region durchsetzen können, ahnte Roosevelt.
Am 7. März 1936 marschierte Hitlers Wehrmacht denn auch in das laut Locarno-Vertrag entmilitarisierte Rheinland ein. Frankreich, psychisch abwesend, schickte keine Truppen. Hitler fühlte sich zu neuen Taten ermutigt. Es begannen seine vielen unblutigen Gebietsgewinne.
US-Botschafter Bullit allerdings sah nun (mit 65prozentiger Sicherheit!) schon während der Amtszeit des nächsten US-Präsidenten - 1937 bis 1941 - Krieg in Europa kommen.
Zunächst aber plante Hitler für 1936 mit den Olympischen Spielen in Berlin noch die ganz große Show des Dritten Reichs. Da Sport in Amerika stets sehr populär war, saß Roosevelt in der Falle: Boykottierte er die Spiele, würden die Republikaner und die Sportfunktionäre über ihn herfallen. Schickte er seine Sportler nach Berlin, könnte Hitler einen globalen Sympathieerfolg verbuchen.
Was denn auch geschah. Vor allem aber konnte Hitler mit den Olympischen Spielen davon ablenken, daß gerade ein Vorspiel zum europäischen Krieg, der ein Weltkrieg wurde, begann: Am 13. Juli hatte mit dem Aufstand des Generals FrancIsco Franco der Spanische Bürgerkrieg angefangen. Deutschlands Legion Condor, mit bestens trainierten Piloten und modernen Flugzeugen, gewann für Franco die Luftüberlegenheit. Es war ein Probelauf für Hitlers eigenen Krieg und trug zum Sieg der spanischen Faschisten bei.
Bei Roosevelt entstand nun der Gedanke, nach dem er in den kommenden acht Jahren einsam handelte. An den Rollstuhl gebunden, nahm er sich oft Zeit zur Reflexion. Für die künftige Form einer Industriegesellschaft hatte er vier grundsätzliche Alternativen ausgemacht: Imperialismus, Faschismus, Kommunismus und Sozialen Kapitalismus. "Er lehnte die ersten drei ab", so der US-Publizist Robert Herzstein, "wählte die vierte aus und glaubte an eine Koexistenz mit der dritten Möglichkeit, dem Kommunismus." Das klare Ergebnis: Hitler mußte weg.
Gegen Ende seiner ersten Amtsperiode wurde Roosevelt, ein anderer war ja auch nicht sichtbar, zum Welt-Staatsmann. Als er im November 1936 einen erdrutschartigen Wahlsieg für seine zweite Amtszeit erfocht, jubelte die französische Tageszeitung Paris-Soir: "Von nun an hat die Demokratie ihren Lenker." Botschafter Bullit schrieb dem Präsidenten: "Sie sind dabei, die Rolle des Wundermannes zu übernehmen."
Hitler hatte Amerika anfangs als dekadentes Völkergemisch verachtet, als eine entscheidungsschwache Demokratie. Nun hatte ein demokratischer Staatsmann sein Land ähnlich schnell verändert, wie er selbst es tat. Mit den subtileren Mitteln des demokratischen Prozesses. Doch die eigentliche Probe stand noch aus: Würde das amerikanische System ähnlich steuerbar sein, wenn es um Krieg ging? Könnte Amerika, wie 1917 unter Roosevelts Idol Woodrow Wilson, in Übersee eingreifen? Auch wenn Amerika selbst gar nicht sichtbar bedroht wäre?
Die Tonlage wurde härter. Bald nach dem Ende der Olympischen Spiele in Berlin hatten Hitler, Göring, vor allem aber Goebbels, auch den Druck auf die deutschen Juden wieder verstärkt. Das verursachte in der reichlich von Juden bewohnten Stadt New York am 3. März 1937 einen explosiven Zwischenfall.
Fiorello LaGuardia, der populäre und den Juden gewogene Bürgermeister der Stadt, sagte bei der Präsentation seiner Planungen für die Weltausstellung in Flushing Meadows, man müsse Hitler als Braunhemd-Fanatiker in einer Schreckenskammer ausstellen.
Diplomatisch war das starker Tobak. Doch weit entfernt, sich dafür zu entschuldigen, warnte US-Botschafter James Dodd Hitlers Außenminister Konstantin von Neurath vor einem Stimmungsumschwung in den USA, falls Nazi-Deutschland es weiter so treibe. Ein halbes Jahr später, am 5. Oktober 1937, kam der Präsident selber mit seiner berühmten Quarantäne-Rede in Chicago zur Sache.
"Frieden, Freiheit und Sicherheit von 90 Prozent der Weltbevölkerung", lautete der entscheidende Absatz, "wird von den restlichen 10 Prozent in Frage gestellt, die den Zusammenbruch aller internationalen Regeln betreiben. Es scheint leider wahr, daß sich eine Epidemie weltweiter Gesetzlosigkeit ausbreitet. Wenn eine physische Krankheit epidemisch wird, beschließt die Gemeinschaft normalerweise eine Quarantäne der Patienten, um sich gegen die weitere Verbreitung der Epidemie zu schützen."
Es war Roosevelt, wie man ihn kannte: Durch scheinbar harmlose Analogien machte er eine im Kern brisante Aussage zunächst verdaulicher und schärfte sie gerade dadurch noch an. Gemeint war immerhin, daß Hitler, Mussolini und deren japanische Freunde, die gerade erst China überfallen hatten, der Bannstrahl treffen solle. Jeder wußte, daß Aufrüstung die Folge sein werde.
Im nächsten Monat schrieb Hitlers Wehrmachtsadjutant Friedrich Hoßbach ins Protokoll einer Besprechung, der Führer halte die Zeit gekommen für einen europäischen Krieg. Von Todesahnungen geplagt, hatte Hitler gerade eine Nervenkrise überstanden und wollte "die Probleme, die gelöst werden müssen", ganz schnell lösen.
Leute, die nicht mehr in sein Bild paßten, wurden nun entfernt. Wehrminister Werner von Blomberg mußte unter dem Vorwand gehen, er habe - übrigens mit Hitler als Trauzeugen - eine Dame mit Hautgout geheiratet. Hitler übernahm die Wehrmacht selbst. Danach wurde der adlige Außenminister von Neurath durch den adoptierten Adligen Joachim von Ribbentrop ersetzt, der in die Henkell-Spirituosenfamilie eingeheiratet hatte und deshalb "der Sektreisende" hieß. Er galt als Echo Hitlers.
Auch die Tage des Finanzzauberers Hjalmar Schacht, dem das Risiko der Rüstungsfinanzierung nun unheimlich wurde, waren gezählt. Anfang 1939 mußte er gehen. Im gleichen Jahr fraß Hitlers Rüstungsetat bereits 61,4 Prozent des Staatshaushalts.
Roosevelt dagegen hing in den Fesseln des Neutralitätsgesetzes. Sein Verteidigungsbudget erreichte mit 525 Millionen Dollar etwa fünf Prozent des Staatshaushalts. Doch da marschierte Hitler am 12. März 1938 in Österreich ein und nannte sein gewachsenes Imperium nun das "Großdeutsche Reich". Anschließend griff er sich von der Tschechoslowakei das deutschsprachige Sudetenland. Am 29. September gestanden ihm Italiener, Franzosen, vor allem aber der damalige Briten-Premier Neville Chamberlain im Münchner Abkommen die neue Eroberung zu, wenn er nur eine Garantie für den Rest der Tschechoslowakei abgebe.
Ohne Schießkrieg hatte Hitler fast den gesamten deutschen Sprachraum in Europa unter seiner Hakenkreuz-Fuchtel vereint. Damit hatte er zwar noch nicht alles ausgereizt, wohl aber die Grenzen seines eigenen Charakters. Die Sicherungen schlugen durch. Dem Briten Chamberlain nahm er es persönlich übel, den Krieg durch Zugeständnisse abgewendet zu haben. Mit seinem Nachgeben, so Hitler, habe Chamberlain ihn "überrumpelt".
Noch 1945, im Angesicht des Endes, lamentierte Hitler im Bunker der Reichskanzlei: "Man mußte den Krieg 1938 machen. Das war die letzte Chance, ihn zu lokalisieren." Hatte Roosevelt es schon 1938 so gesehen? Obwohl er Chamberlains Appeasementpolitik nicht mehr deckte, schrieb er ihm nach dem Münchner Abkommen die rätselhaften Worte "Good man". Er brauchte Zeit.
Die Entscheidung, es auf einen Krieg mit Hitler ankommen zu lassen, fiel im Spätherbst 1938. Am 10. November 1938 wurden bei einem von SA und SS organisierten Pogrom 91 Juden ermordet. 170 Synagogen brannten nieder, und 7500 Geschäfte wurden zerstört. Die Versicherungssummen dafür kassierte der Staat. Man nannte das frivol die "Reichskristallnacht".
Wer Roosevelt kannte, seine Körperhaltung, seine Sprache, sein mächtiges Kinn, seine Bewegungen beim Mixen des allabendlichen Martini, wußte, was vorging: "He has finished with appeasement."
"Buchen Sie auf dem ersten nichtdeutschen Schiff", beorderte der Präsident seinen neuen Botschafter Hugh Wilson aus Berlin nach Washington. Wenige Tage später mußte auch Hans Dieckhoff, der als Nachfolger Luthers nach Washington geschickte deutsche Botschafter, zurück in die Heimat. Wilson und Dieckhoff sahen ihre Schreibtische nie wieder. Von November 1938 bis Dezember 1941, dem Ausbruch des Krieges zwischen Deutschland und den USA, erledigten Geschäftsträger das Tagewerk der Botschaften.
Die Eiszeit hatte begonnen. Roosevelt verlangte in der "State of the Union"-Botschaft am 4. Januar 1939 gleich 1,3 Milliarden Dollar, 15 Prozent des Bundeshaushalts, für die Rüstung. Nie hatte es in Friedenszeiten so etwas gegeben. Als Hitler am 15. März, kein halbes Jahr nach dem Münchner Abkommen, seine Panzer nach Prag schickte, beschloß der US-Präsident, ihn vor der Weltöffentlichkeit, vor allem aber in Amerika selbst, als hemmungslosen Kriegstreiber bloßzustellen.
Anfang April forderte Roosevelt von den "Gangster-Staaten" Deutschland und Italien für 31 namentlich genannte unabhängige Nationen eine zehnjährige Nichtangriffsgarantie. Im Gegenzug bot er eine Abrüstungskonferenz an und den unbegrenzten Zugang aller Länder zu den Weltrohstoffquellen.
Manche der 31 Länder, Pakistan etwa und Syrien, waren zu dieser Zeit gar nicht unabhängig. Göring erklärte Roosevelt für "geisteskrank". Hitler, der nicht recht wußte, was der Amerikaner bezweckte, verfaßte eine spektakuläre Reichstagsrede, in der er Roosevelt verhöhnte und seinen Vorschlag ausgiebig zerpflückte. "Er hatte sein Vergnügen", schrieb Henry Kissinger bissig.
Roosevelts Vergnügen war größer. Die Amerikaner begriffen, was es mit Hitler auf sich hatte. Gerade rechtzeitig zu Hitlers Überfall auf Polen am 1. September 1939 schlug in den USA die Stimmung um.
Anfang 1940 versuchte Roosevelt den letzten Test. Im Februar schickte er seinen Außen-Staatssekretär Sumner Welles auf Erkundungstour nach Europa, wo im Westen eine trügerische Waffenruhe herrschte. Am 2. März war Welles bei Hitler, auch um ihn zu warnen. Doch der erklärte schroff, es ginge gar nicht darum, ob Deutschland nun dem Risiko der Vernichtung ausgesetzt sei. Es werde sich bis zum Äußersten wehren. "Im allerschlimmsten Fall werden alle vernichtet."
Im Sommer 1940, nachdem Frankreich erobert war, beschloß der US-Kongreß eine umfassende Aufrüstung. Die Republikaner wählten ihre isolationistischen Führer ab. Der Internationalist Wendell Willkie wurde ihr Präsidentschaftskandidat für die nahe Wahl. Er dachte wie Roosevelt. Der aber war nicht amüsiert. Überzeugt, nur er könne Hitler stoppen, visierte er eine dritte Präsidentschaft an.
Das hatte es noch nie gegeben. Zwei vierjährige Amtsperioden galten, seit Gründerpräsident George Washington in freiwilliger Selbstbeschränkung dieses Maß gesetzt hatte, als das Äußerste. Franklin Roosevelt forderte, wegen Hitler, eine 150 Jahre alte Tradition heraus. Nicht George Washington war mehr der Maßstab, sondern er, Franklin Delano Roosevelt.
Der Wahlkampf lief für ihn denn auch nicht nach Wunsch. In der Wahlnacht vom 4. November 1940 geriet Roosevelt an den Rand seiner Fassung, seiner Nervenkraft und seiner Contenance. Es ist das einzige überlieferte Beispiel dieser Art.
Wie immer hatte er den Wahltag auf dem ererbten Familiensitz in Hyde Park am Hudson zugebracht. Dort saß er im Studierzimmer und mühte sich unkonzentriert um seine berühmte Briefmarkensammlung. Als die ersten Wahlergebnisse aus den Regionen eintrafen, bat Roosevelt seinen Sicherheitsbeamten Mike Reilly: "Mike, ich wünsche niemanden hier drin zu sehen." - "Auch die Familie nicht?" - "Ich sagte: Niemand!" fauchte der Präsident. Wendell Willkie lag in Führung.
Roosevelt rollte sich an den großen Eßtisch im Raum. Nach jeder neuen Zwischenmeldung rechnete er den Wahlausgang hoch. Stunden. Dann war es heraus: Er würde gewinnen. Er öffnete die Tür. Zum erstenmal erreichte ein Präsident die dritte Amtsperiode. Sie brachte den einsamen Triumph.
Aus Franklin Roosevelt, dem Präsidenten des New Deal, wurde nun der Kriegspräsident. Der unbestrittene Führer des Anti-Hitler-Bündnisses. Es waren seine Intuition, seine Kreativität und seine Alleingänge, die den Weg der Auseinandersetzung bestimmten.
Das alles bedeutete filigrane, langfristig angelegte Balance-Politik. Roosevelt mußte zunächst dem Briten-Premier Winston Churchill genügend Waffen zum Überleben liefern. Er mußte die eigenen Parlamente überzeugen, daß mehr Aufrüstung nötig sei. Er mußte Japans Expansionsdrang im Pazifik bremsen, ohne militärisch zu drohen, und er mußte Hitler so dosiert reizen, daß der deutsche Diktator nicht zu früh aus der Deckung kommen würde. "Roosevelts Methoden waren komplex", schrieb Henry Kissinger neidisch, "kein anderer Präsident hätte sie je im Amt überlebt."
Drei seiner einsamen Entschlüsse gehören zur politischen Sonderklasse: Das Lend-Lease-(Leih- und Pacht-)Programm, das eiskalte Warten auf Hitlers Kriegserklärung an Amerika und die überfallartige Feststellung, eine bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte sei das Kriegsziel.
Das Leih- und Pacht-Programm rettete nicht nur Großbritannien, sondern bald auch die Sowjetunion vor einer vernichtenden Niederlage gegen Hitler. Ende 1940 hatten die USA den im Krieg befindlichen Briten zwar schon genügend Waffen liefern können, doch England konnte nicht mehr zahlen. Nach den Cash-and-Carry-Bestimmungen, die von den US-Neutralitätsgesetzen übriggeblieben waren, mußten die Briten und auch alle anderen Amerikas Waffenlieferungen in bar bezahlen und auf eigenen Schiffen abholen.
Im Weißen Haus gab es darüber eine Krisensitzung nach der anderen. Niemand wußte eine Lösung. Roosevelt druckste herum, wurde aber nicht konkret. Dann plötzlich teilte er mit, sich für zehn Tage auf dem Kreuzer "Tuscaloosa" zur Erholung in die Karibik absetzen zu wollen. Sein Vertrauter Harry Hopkins sollte mitkommen. Die Kabinettsmitglieder erstarrten.
Auch Churchill war irritiert. Er schickte per Kurierflugzeug einen dringenden Notruf zu Roosevelts Karibik-Kreuzer: England sei zahlungsunfähig und deshalb auch wehrlos gegen Hitler. Roosevelt sagte selbst Harry Hopkins nichts über den Inhalt der Botschaft. Er saß mit aufgekrempelten Ärmeln an Deck und angelte.
"Er tankt auf", erkannte Hopkins. Dann, eines Abends, kam Roosevelt mit seiner "Lend-Lease"-Idee heraus. Es war ein komplettes Programm, es entschied den europäischen Krieg. Es löste fast alle Probleme. Es hebelte die Cash-and-Carry-Bestimmung aus. Monate fruchtloser Debatten, Papierhaufen, Blockaden - alles war weggewischt. Die innere Logik war verblüffend. Nirgends tauchte ein Fehler auf.
Roosevelt war kein Systematiker. Er war, was dies betrifft, ein Künstler. Er war, so Frances Perkins, wie ein Komponist, der plötzlich die Struktur einer vollständigen Symphonie sieht. Die Idee: Amerika schickt England - später auch der Sowjetunion - unbeschränkt amerikanisches Militärgut und läßt es sich nach dem Krieg zurückgeben oder ersetzen. Weil es amerikanisches Gut war, brauchte es nicht bezahlt und auch nicht auf eigenen Schiffen abgeholt zu werden. Es war "geliehen".
Dem Washingtoner Pressekorps verkaufte der Präsident die Idee anhand eines Beispiels aus dem Landleben: "Wenn das Haus meines Nachbarn brennt, was mache ich dann? Ich gebe ihm meinen Gartenschlauch. Wenn das Feuer gelöscht ist, berechne ich ihm dafür keine 15 Dollar, sondern erhalte den Schlauch zurück." That simple.
Für Roosevelt war es die einzige Möglichkeit, sein Land noch aus dem Krieg herauszuhalten. Den aber hatte Hitler zum Schneeballsystem verwandelt. Jede neue Schwierigkeit, die für ihn auftrat, beantwortete er mit der Ausweitung des Krieges. Bei dem Angriff auf Polen hatte er Krieg mit England und Frankreich in Kauf genommen, den er - noch? - nicht wollte. Um den Briten ihren Zugang nach Skandinavien abzuschneiden, besetzte er Norwegen und Dänemark.
Die Eroberung Frankreichs bedingte für ihn die Besetzung der neutralen Länder Belgien, Luxemburg und der Niederlande. Weil das verbündete Italien in die Bredouille kam, okkupierte er 1941 Jugoslawien. Weil er den Krieg mit England nicht schnell genug gewinnen konnte, griff er 1941 die Sowjetunion an, um die erst mal loszuwerden. Als er wegen der Leih- und Pachtlieferungen auch mit ihr nicht fertig wurde, erhoffte er sich von einem Angriff der Japaner auf Amerika Erleichterung.
Am 7. Dezember 1941 griffen die Japaner Pearl Harbor auf Hawaii an. Amerika war im Krieg mit Japan. Doch Roosevelt blieb dabei, daß Hitler der Feind Nummer eins sei, daß der europäische Krieg die unbedingte Priorität behalten müsse. Der Versuchung, Hitler auch gleich den Krieg zu erklären, aber widerstand der Präsident. Er wollte die Einheit der Nation, und die gab es bei einer Kriegserklärung Amerikas nicht. Er wartete.
Die Tage verstrichen. Dann plötzlich, am 11. Dezember, erklärte der deutsche Diktator in einer Reichstagsrede von ätzendem Haß gegen Roosevelt Amerika den Krieg. "Kriegshetzer Roosevelt am Ziel", tönten die deutschen Sender. "Welch ein Narr", bemerkten Roosevelts Berater. Hitlers Manie, den Krieg immer größer zu machen, je bedrängter er sich fühlte, hatte seine logische Grenze erreicht. Er hatte nun den globalen Krieg. Der große Showdown begann.
Hitler fühlte sich als Führer der Achsenmächte Deutschland-Italien-Japan. Roosevelt wurde zur Integrationsfigur der gegen sie gerichteten Großen Allianz aus USA, Großbritannien und der Sowjetunion. Sie standen sich nun direkt gegenüber. So hatte Hitler es gern.
Seine Achsenmächte standen im Zenit ihrer Okkupationsfolge. Sie näherten sich, jedenfalls geographisch, der Weltherrschaft. Hitler hatte Europa und die nordafrikanische Mittelmeerküste so gut wie vollständig unter Kontrolle. Japan beherrschte Asien. Selbst Australien und Hawaii waren bedroht. In Berlin erklärte der Physiker Werner Heisenberg, eine deutsche Atombombe sei in drei bis vier Jahren möglich.
Doch Amerikas industrielle Kraft brachte, dank Lend-Lease, überraschend schnell die Wende. Das deutsche Kernwaffenprojekt wurde von Hitler und seinem Rüstungsminister Albert Speer auf Eis gelegt, weil es für diesen Krieg zu lange dauerte. Roosevelt dagegen hatte unter Robert Oppenheimer sein der Atombombe dienendes Manhattan-Projekt angeschoben. Japans Flotte wurde Anfang Juni 1942 bei den Midway-Inseln unerwartet schwer geschlagen. Deutschlands Wüstenfuchs Erwin Rommel wurde im November von dem Briten Bernard Montgomery bei El-Alamein in Nordafrika gestoppt. Drei Wochen später schloß die Rote Armee den Ring um Stalingrad.
Selten hatte ein Aggressor eine solche Abfolge militärischer Desaster erlebt. Roosevelt handelte sofort. Schon am 24. Januar 1943 erklärte er in Gegenwart des überrumpelten Winston Churchill auf der gemeinsamen Konferenz in Casablanca vor Journalisten die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte zum Kriegsziel. Es war Roosevelt-Regie: clever, aus der Hüfte geschossen, wohlüberlegt und zur richtigen Zeit. Im erstmöglichen Augenblick wurde Hitler als Verlierer hingestellt. Die rüde Verlautbarung bestimmte nicht nur den Ausgang des Krieges, sondern ein halbes Jahrhundert Nachkriegszeit.
Verhandlungsfrieden war nun nicht mehr möglich. Für die Diktatoren ging es um Leben und Tod. Unausweichlich steuerte der Führer auf seine Endzeit zu, so wie er es Anfang 1940 zu Sumner Welles gesagt hatte: Alles wird zerstört.
Hauptopfer aber wurden zunächst die Juden. Egal, wie der Krieg ausgehen werde, das "schutzloseste Volk der Welt" (Golo Mann) wurde in die "Endlösung" getrieben. Roosevelt vermochte, nachdem Hitler Europas Juden dort zusammengetrieben hatte, wo er sie noch rechtzeitig umbringen konnte, nichts mehr zu tun. Nie hat es eine massive Aktion Amerikas gegeben, die europäischen Juden dem Griff Hitlers zu entwinden.
Informationen über Vernichtungsaktionen gerieten zunächst nicht nach oben. Erst am 28. Juli 1943 gelang es dem polnischen Widerstandskurier Jan Karski, der KZ und Warschauer Ghetto erlebt hatte, bis zu Roosevelt vorzudringen, dem immerhin judenfreundlichsten Präsidenten, den Amerika bis dahin hatte.
Karski hatte 80 Minuten Zeit. Der Präsident stellte, wie meist, hundert Fragen und äußerte sich selbst nur kurz. Es sei nun so spät, sagte er, daß die rasche Vernichtung Hitlers die einzige Chance für Europas Juden sei. Es wurde ein Wettlauf, den er verlor; seine einzige große Niederlage. Als die Alliierten unter Roosevelts General Dwight D. Eisenhower im Juni 1944 in der Normandie landeten, hatte der Marsch in die großen Vernichtungslager längst stattgefunden.
Zur gleichen Zeit ging es mit der Gesundheit des Präsidenten bergab. 1944 fielen Roosevelts Mitarbeitern erstmals Wandlungen in seinem sonst so kräftigen Erscheinungsbild auf. Roosevelt hatte stets zu Infektionskrankheiten und Nebenhöhlenentzündungen geneigt. Sein Leibarzt Ross McIntire war Fachmann in diesen Disziplinen, von anderen Krankheiten verstand er nicht genug.
Bald spürte auch das Volk den Verschleiß, dem der schwerbehinderte Präsident ausgesetzt war. Nach einer langwierigen Infektion im Frühjahr 1944 magerte der sinnenfreudige Mann bedrohlich ab. Wie Hitler plagten auch ihn Todesahnungen. Er war nur nicht so theatralisch dabei. Aber er fühlte, wie der große Entschluß, trotz seiner Lähmung ein volles Leben zu führen, die Spanne des Lebens verkürzen würde.
Als er, um dennoch über Hitler zu triumphieren, eine vierte Amtsperiode ansteuerte, bemerkte Harry Truman, der sein Vizepräsident werden sollte: "Sein Geist ist präsent, aber physisch zerfällt er in Stücke." Wenig später diagnostizierte der als zusätzlicher Leibarzt hinzugezogene Howard Bruenn eine schwere Verhärtung der Gehirnarterien. Roosevelts Hände zitterten, gelegentlich schien er abwesend. Die Wahl gewann er dennoch.
Als Roosevelts vierte Amtszeit begann, saß Hitler, ähnlich angeschlagen, tief unten im Keller der Reichskanzlei, in einem winzigen Wohnraum, ein Bild Friedrichs des Großen an der Wand. Fanatismus, Depressionen, Mord- und Selbstmordgelüste durchfuhren ihn. Gedächtnis, Konzentration und Realitätssinn setzten zunehmend aus.
So war der Zustand der Kontrahenten, als Anfang Februar 1945 im sowjetischen Jalta auf der Krim die letzte Konferenz der Kriegskoalition begann, bei der es noch um Hitler ging. Stalin, dessen Volk selbst für die Kriterien des Sowjet-Diktators allzusehr geblutet hatte, wollte Beute sehen. Roosevelt, ohne den der Krieg nie gewonnen worden wäre, aber wollte den Georgier nicht verärgern. Er brauchte ihn noch als Verbündeten im grausamen pazifischen Krieg. Und er brauchte ihn als Partner für die Konstituierung der Vereinten Nationen, mit der er noch vor Kriegsende den Weltfrieden sichern wollte.
Roosevelt konnte die Konferenz, bei der er außerhalb der offiziellen Sitzungen die meiste Zeit im Bett verbringen mußte, leidlich beherrschen. Es ging um die Kontrolle Nachkriegsdeutschlands, um ein anderes, ein nach Westen verschobenes Polen. Daß seine Atombombe funktionieren könnte, wußte der Präsident zu dieser Zeit nicht. Manche hielten sie immer noch für Hokuspokus. Roosevelt bemühte sich, nicht alles vorschnell festzulegen. Doch "nichts, was in Jalta unternommen wurde", schrieb US-Historiker Gordon Craig, "brachte Hitler Trost oder Hoffnung".
Am 1. März 1945 präsentierte Roosevelt beiden Kammern des amerikanischen Parlaments diese Ergebnisse. Er war gerade 63 Jahre alt. Aber er war nun so schwach, daß er den Stolz eines Vierteljahrhunderts aufgeben mußte. Zum erstenmal ließ er sich im Rollstuhl ans Rednerpult fahren und sprach im Sitzen. "Es ist gut, wieder zu Hause zu sein", begann er seine Rede. Die Abgeordneten erhoben sich. In seinen zwölf Jahren hatte Franklin Roosevelt wie kein anderer dem Land soziales Gewissen und weltpolitische Statur gegeben. Auch seine Feinde ahnten nun, einer Legende gegenüberzustehen.
Während Roosevelt seine neue Weltordnung vorstellte, brütete Adolf Hitler über Ideen zur Vernichtung seines eigenen Volkes. Während Roosevelt den Plan seines Freundes Morgenthau fallengelassen hatte, Deutschland zum Kleinbauernstaat zu reduzieren, war Hitler entschlossen, selbst solche bäuerliche Lebensgrundlage noch zu vernichten. Der "Nero"-Befehl zur Zerstörung der Infrastruktur und der Industrie folgte. Das besiegte Germanentum sollte gefälligst mit ihm untergehen.
Roosevelts Kreuzzug war vorbei. Statt der Weltherrschaft durch die Achsenmächte gab es nun eine halbe Pax Americana. Der Präsidenten-Expreß rollte nach Warm Springs. Dort, in der Sonne Georgias, wollte Roosevelt, klapperig wie nie, noch einmal auftanken. Staatsgeschäfte, ein paar Gespräche. Viel Sonne, viel Schlaf. Frauen, die ihm vertraut waren.
Am 9. April erschien dort auch Lucy Rutherford, geborene Mercer, seine Geliebte aus Washingtoner Tagen im Ersten Weltkrieg. Fast wäre damals seine Ehe zerbrochen, und er wäre wohl nie Präsident geworden. Lange hatte er Lucy Mercer, einem Versprechen folgend, nicht sehen dürfen. Aber die Apriltage rochen nach Endlichkeit mehr als nach Wiederbeginn.
Der Präsident kam noch einmal auf Touren. Kühn lud er die Ladys zu einem Trip durch die Hügel Georgias ein. Er chauffierte selbst. In seinem Ford-Phaeton-Kabriolett, Baujahr 1936. Die Pedale konnte er über Gestänge an der Steuersäule bedienen. Mit diesem Auto hatte der gelähmte Mann einst sogar das britische Königspaar herumkutschiert.
Am 11. April verfaßte er seine geplante Ansprache zum Geburtstag des Verfassungsgebers Thomas Jefferson: "Ich habe vieles schon handschriftlich gemacht", teilte er zufrieden mit. "Die einzigen Grenzen unseres Umgangs mit der Zukunft sind unsere Zweifel in der Gegenwart", stand darin. Am nächsten Morgen, dem 12. April, saß er der Malerin Elizabeth Shoumatoff für ein Porträt. Er blickte auf Lucy Rutherford.
Plötzlich, gegen Mittag, kurz vor dem Ende der Sitzung, rieb er sich die Stirn, dann den Nacken. Er lächelte matt und verlegen: "Ich habe einen fürchterlichen Schmerz im Hinterkopf." Dann kippte er vornüber.
Goebbels erhielt die Nachricht vom Tode Roosevelts während eines schweren alliierten Bombenangriffs auf Berlin. Er rief Hitler an: "Mein Führer, ich gratuliere Ihnen." Im Bunker kam hysterische Hochstimmung auf. Hatte nicht der Tod der russischen Zarin im Siebenjährigen Krieg 1762 Friedrich den Großen gerettet? War es jetzt nicht allein Roosevelt, an dem alles hing?
Das war nun nicht mehr so. Stalins Rote Armee stand vor der Reichshauptstadt. Am 15. April kam Eva Braun, des Führers hausbackene Mätresse, in den Bunker. Endzeitstimmung zog auf, nibelungenhaft. Am 29. April, neun Tage nach seinem 56. Geburtstag, heiratete Hitler Eva Braun in einer gespenstischen Untertage-Szene. Am 30. April beging das Ehepaar Selbstmord.
Das Spiel war aus. Y
Von Werner Meyer-Larsen

DER SPIEGEL 17/1995
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