26.06.1995

Strafjustiz„Sie sind zu klein . . . zu eng“

Nicole Simpson, die getötete, geschiedene Ehefrau des Angeklagten Orenthal James Simpson, 47, genannt "O. J.", hat am 18. Dezember 1990 in der Manhattan-Filiale des Kaufhauses Bloomingdale''s in New York zwei Paar braune Lederhandschuhe, Größe XL, also extra large, Hersteller Aris Isotoner, gekauft.
Staatsanwalt Christopher Darden fordert den Angeklagten auf, ein von der Anklage beschafftes Paar dieses Handschuhmodells, Größe XL, überzuziehen. Richter Lance A. Ito, 44, läßt das zu, ordnet aber an, daß O. J. Simpson das Handschuhpaar anzieht, das zu den Beweismitteln in diesem Prozeß gehört. Vorher muß er sich Schutzhandschuhe über die Hände streifen, damit er sich nicht infiziert.
Einer der Handschuhe ist mit Blutspuren am Tatort, vor dem Haus, in dem Nicole Simpson wohnte, gefunden worden. Der andere, gleichfalls mit Blutspuren, auf dem Grundstück von O. J. Simpson. Doch die Verteidigung behauptet, diese Handschuhe seien von der Polizei manipuliert worden, um ihren Mandanten zu belasten.
Die Handschuhe sind also umkämpfte Beweisstücke ersten Ranges in einem Prozeß, in dem es um Indizien, um mittelbare Beweise geht gegen einen Angeklagten, der sich für unschuldig erklärt hat.
O. J. Simpson streift die weißen Schutzhandschuhe über, und dann - versucht er die Handschuhe anzuziehen, die für die Anklage das wichtigste Beweismittel gegen ihn sind. Er zieht und zerrt, er zupft und rüttelt, er muß Kraft anwenden, viel Kraft, er verzieht sein Gesicht, so sehr muß er sich anstrengen.
Schließlich hält er die Hände hoch, zur Jury hin, deren Mitglieder sich aufrichten oder weit vorbeugen und die Vorführung fasziniert beobachten. "Sie sind zu klein . . . sie sind zu eng", sagt er, und kopfschüttelnd, ein wenig amüsiert wiederholt er: "Zu eng . . . zu eng."
Der ehemalige Nationalheld des American Football ist nach seiner Sportkarriere nicht nur ein Star der Werbung gewesen. Er trat auch in vielen Filmen auf, in Nebenrollen, aber immerhin neben Männern wie Lee Marvin und Richard Burton.
O. J. Simpson hat nicht einfach gezeigt, daß ihm die Handschuhe nicht passen. Er hat eine Vorstellung gegeben. Er hat die blutbeschmierten Handschuhe, die "bloody gloves", überführt.
Die Szene spielte sich am Donnerstag vorletzter Woche ab. Sie läuft immer wieder über die Bildschirme und beschäftigt den Rundfunk, die Zeitungen und Zeitschriften bis zur darauffolgenden Woche. Und die Szene erläutert, warum sich das Fernsehen, nachdem die Seifenopern die Grenze ihres Publikums erreicht hatten und Reality-TV eben doch nur eine inszenierte, nachgestellte Wirklichkeit war, an die Eroberung der Gerichtssäle gemacht hat.
Die Gerichtsverhandlung - sie ist das Leben in seiner Unberechenbarkeit und seiner Eintönigkeit. Sie liefert Handlungen, die mehr Spannung und Dramatik produzieren, als der beste Autor erfinden kann. Das Rollenverzeichnis der Beteiligten steht fest. Dem Zuschauer ist bekannt, wer was zu tun hat.
Es gibt Regeln, nach denen zu verhandeln ist, und diese Regeln lassen sich viel effektvoller diskutieren als etwa die Frage, ob sich ein Fußballspieler, der eben ein Tor geschossen hat, im Abseits befand oder nicht. Denn die Streitenden sind Juristen, und die finden für jede Antwort, für die eine, aber auch für die andere, gegenteilige, überzeugende Begründungen.
Vor allem aber nimmt der Zuschauer an einer Vorstellung teil, in der nicht wie bei einer Aufführung von Shakespeares "Hamlet" feststeht, wie viele Leichen zuletzt die Bühne schmücken werden. Es ist alles offen. Vom Freispruch bis zum Todesurteil reicht die Spanne, der die unüberbietbare Spannung entspringt.
Der Eintönigkeit kann man begegnen: Ein Verteidiger, zum Beispiel F. Lee Bailey im Simpson-Prozeß, befragt einen zurückhaltenden, arg blassen Zeugen. Und so konzentriert sich die Kamera auf das Gesicht des Anwalts, auf das Spiel der Falten in seinem Gesicht, in dem sich widerspiegelt, worauf er hinauswill und wie nah oder fern er dem Ziel seiner Fragen ist. Auch kann man der Eintönigkeit begegnen, wenn man nicht gerade einen "Prozeß des Jahrhunderts" sendet, wie das Verfahren gegen O. J. Simpson. Man kann auf einen anderen Prozeß irgendwo in den Staaten umschalten, in dem es spannender zugeht. Auch kann man Experten auftreten lassen und mit ihrem Streit untereinander "action" machen.
Im übrigen macht einen Reiz der Unberechenbarkeit ja aus, daß man auf sie wartet. Bricht sie dann herein, so stürzt man sich um so begeisterter auf sie, je länger man ihrer harren mußte: Da - da - da - da - da!
Die Bloody Gloves im Simpson-Prozeß, die nicht auf die Hände des Angeklagten passen (genauer: zu passen scheinen, aber darum geht es jetzt ja gar _(* Am 12. Juni, dem ersten Todestag ) _(von Nicole: Schwester Tanya, eine ) _(Freundin, Mutter Judi, Schwester Denise. )
nicht angesichts eines O. J. Simpson, der offenbar die in die Handschuhe wie in Schraubstöcke gezwängten Hände hochhält): Diese Bloody Gloves sind so ein beglückender, überwältigender Einbruch des in jedem Augenblick möglichen, unberechenbaren Überraschungsmoments, daß alles davor vorbei, vorüber und zu vergessen ist. Die Hände in den Handschuhen, die O. J. hochreckt wie ein Boxer, der über den K.o.-Schlag jubelt, den er seinem Gegner eben versetzt hat - das ist es.
Was danach kommt, ist natürlich genauso uninteressant angesichts dieser Bilder wie alles davor. Richard Rubin, früherer Vizepräsident von Aris Isotoner, dem Hersteller der Handschuhe, wird noch einmal in den Zeugenstuhl geholt von der Anklage. Die Handschuhe können schrumpfen, sagt er.
Doch im Kreuzverhör der Verteidigung muß er einräumen, daß weniger Kubikzentimeter Blut in den Handschuhen errechnet worden sind als die Kubikzentimeter, von denen er gesagt hat, daß sie zum Schrumpfen führen können. Und er muß auch zugestehen, daß diese Handschuhe für den Osten der Staaten gedacht, also besonders witterungsbeständig sind.
Und am Mittwoch vergangener Woche zieht O. J. Simpson ein frisches, unbenutztes Paar der Handschuhe von Aris Isotoner über, Größe XL. Und die passen nach Meinung eines Experten ausgezeichnet. Es ist also möglich, daß die Bloody Gloves tatsächlich um eine Größe geschrumpft sind.
Doch das zählt nicht, das geht unter. Das Medium, das nur zu hören ist, und das Medium, das gedruckt wird, sie haben im erbitterten Kampf gegen die laufenden Bilder nach- und zugelegt. Von einem "verheerenden Fehler" der Anklage, die durch die Handschuh-Demonstration nichts zu gewinnen und alles zu verlieren hatte, ist zu hören und zu lesen gewesen und natürlich auch auf dem allmächtigen Bildschirm zu sehen. Davon werde sich die Anklage nicht erholen. Die Reaktion der Jury, die man auf dem Bildschirm nicht sehen darf, über die deshalb aber in Ton und Wort emsig berichtet wird, lasse keinen Zweifel.
Der Alltag eines Strafprozesses ist ein grauer Alltag, gerade für das Fernsehen, das ihn überträgt. Aber da sind eben die Glanzlichter, die alles herausreißen.
Verteidiger Robert Shapiro, ein Messer, das der nicht aufgefundenen Tatwaffe gleichen soll, von links oben nach rechts schwingend, er verhandelt gerade mit dem Chef der Pathologie der Staatsanwaltschaft von Los Angeles darüber, ob ein Rechts- oder ein Linkshänder zugestochen hat und ob nicht doch vielleicht zwei Täter am Werk gewesen sein können; ein Staatsanwalt, wie ein Lamm auf der Schlachtbank, während der hinter ihm stehende Pathologe an seinem Hals demonstriert, wie der tödliche Schnitt geführt wurde nach seiner Ansicht - das sind Glanzlichter. Auf die konzentriert sich die Kamera, die stehen dann im Mittelpunkt der Gespräche außerhalb des Saals 103 im neunten Stock des Kriminalgerichts. Welche Bedeutung sie tatsächlich haben im grauen Alltag eines Strafprozesses - das wird ignoriert.
Die Anklage im Simpson-Prozeß zeigt Wirkung nach den Bloody Gloves, nach _(* Links: der Kampfhund Nicole ) _(Simpsons; rechts: mit Rhonda Shear in ) _("Up all Night". )
einem Debakel in der veröffentlichten Meinung. Auch der nächste Zeuge, den sie auftreten läßt, ist ein Flop, ein Mann vom FBI. Der kann zwar mitteilen, daß die Abdrücke der Schuhe, die man gefunden hat, von Schuhen stammen, die von Bruno Magli hergestellt wurden. Doch diese Mitteilung ist ohne jede Bedeutung, wie man auf dem Bildschirm sieht und hört, wie man hört und liest, denn es hat sich kein Beleg und kein Zeuge dafür finden lassen, daß O. J. Simpson solche Schuhe gekauft und besessen hat.
Und so verkürzt denn die Anklage in einer Art Nervenkrise das Aufgebot ihrer Zeugen: Sie verzichtet auf Zeugen, die aussagen sollten, daß O. J. Simpson seine Frau Nicole wiederholt brutal mißhandelt hat.
Selbstverständlich, so tönt es, wie zu hören und zu lesen ist, verkürzt die Anklage nicht einer Nervenkrise wegen. Sie hat ein Gebirge von überwältigendem Belastungsmaterial zusammengetragen. Sie ist ihrer Sache sicher. O. J. Simpson hat seine geschiedene Frau Nicole, 35, brutal ermordet, weil er sie weiterhin als seinen eifersüchtig gehüteten Besitz betrachtete, und es den Anschein hatte, als wolle sie sich nun endgültig von ihm trennen, nachdem man trotz der Scheidung bis dahin noch ständig in engem Kontakt geblieben war. Und O. J. Simpson hat, so hält es die Anklage für erwiesen, auch Ronald Goldman, 25, einen Augenzeugen, ermordet, der als Bedienung in einem Restaurant zufällig bei Nicole war, um ihr die Brille zu bringen, die ihre Mutter in dem Lokal vergessen hatte.
Nun, die Gewalt in der Ehe, die "domestic violence", hat für die Anklage einen erheblichen Stellenwert gehabt bislang. In der Silvesternacht 1989 hat O. J. Simpson seine Frau so mißhandelt, daß sie über Notruf die Polizei alarmierte. Die Fotos von ihrem von schwersten Schlägen mißhandelten Gesicht sind schrecklich. Spielt vielleicht eine Rolle, daß eine, selbstverständlich bereits ausgeschiedene, Jurorin gesagt hat, die Domestic Violence interessiere die Geschworenen gar nicht, das werde ja nur vorgebracht, um den Charakter von O. J. Simpson zu schwärzen? Nein, dergleichen spielt keine Rolle für die Anklage. Sie versucht keineswegs, sich besser auf die Jury einzustellen. Sie hat keine Nervenkrise.
Der Prozeß gegen O. J. Simpson ist eine Katastrophe. Nicole Simpson war eine von jenen unseligen Frauen, die sich, wie man in den Staaten sagt, mit den Männern definieren, mit denen sie Sex haben. Sie ist auf diesem Weg gewesen, ob sie nun am Strand für Pelzmoden als Model figurierte oder ob sie mit O. J. Simpson verheiratet war.
Sie hat, nachdem sie sich aus geradezu überwältigenden, extrem gewalttätigen Gründen von ihm scheiden ließ, nicht von ihm lassen können. Es gibt Fotos aus der Zeit danach, die ein Paar zeigen, das im Honeymoon seiner Beziehung zu stehen scheint. Sie hat nicht von dem Mann lassen mögen, mit dem sich Präsident Nixon schmückte vor den Fotografen und mit dem sich Präsident Clinton beim Golfspiel zeigte.
Nicole Simpson ist grausam getötet worden. Die Beschreibung der Fotos von den Leichen, die nur die Jury sah, die aber auch Journalisten gezeigt wurden, sind unsäglich. Und was mit Goldman, dem Zufallsopfer, das sich, jung und kräftig, zu wehren versuchte, geschah - das war eine Explosion, ein Abschlachten. Es geht um Mord, um Mord, um Mord. Und da tritt dann ein Zeuge wie Brian "Kato" Kaelin auf, der auf freundschaftlicher Basis Hausgast bei O. J. Simpson war - und sagt brillant so aus, daß er das Fundament für eine Karriere als Schauspieler legt. Er entlastet seinen Gastgeber nicht, aber er belastet ihn auch nicht.
Doch danach schreibt er ein Buch, das auch noch "The Whole Truth", die "ganze Wahrheit" heißt - und sagt dort, bislang und wohl auf ewig straflos, was er vor Gericht als Zeuge nicht gesagt hat. Er sagt seinem Ghostwriter, er halte O. J. für den Mörder. Für ein Honorar von 545 000 Dollar, das er freilich mit dem Ghostwriter zu teilen hat, sagt "Kato" alles. Er hat einen blendenden, überwältigenden Eindruck gemacht während der vielen, vielen Stunden, die man ihn auf dem Bildschirm sah. Mit Rhonda Shear, blond und mächtig busig, wird man ihn in "Up all Night" sehen können: die Zeugenrolle als Raketenstart in eine Karriere.
Da sind die Eltern von Nicole, die Browns, und Nicoles Geschwister; da sind die Angehörigen von Ron Goldman. Die "experts" haben auch zu ihnen eine klare Meinung: Die Browns sind sehr töricht. Sie erscheinen nicht mehr im Gerichtssaal. Man sieht sie auf Fotos allenfalls noch am Todestag Nicoles. Die Goldmans jedoch sitzen im Saal, und wenn sie auch versuchen, ihren Schmerz zu verbergen, während sie mitanhören, wie Ron geschlachtet wurde und was er gelitten hat - so sind sie doch wenigstens ein Bild; ein Glanzlicht, wie O. J. in den geschrumpften Bloody Gloves. Das Bild von ihnen bricht herein, es wird begeistert aufgenommen, wie die Goldmans ihren Jammer zu beherrschen versuchen - sie wirken auf die Jury. Die Browns nicht. Die haben nicht begriffen, daß man als Angehöriger präsent zu sein hat. Das ist ekelhaft den Browns und den Goldmans gegenüber. Keiner weiß, wie er sich in einer solchen Situation verhalten würde. Den einen hilft es, nicht dabei, die anderen brauchen es, anwesend zu sein.
Es heißt, daß der Prozeß über die Schuld oder Unschuld von O. J. Simpson in Wahrheit ein Prozeß über das amerikanische Justizwesen schlechthin sei. Das ist falsch und richtig. Richtig ist, daß die US-Justiz vorgeführt wird als Angeklagte. Falsch ist, daß gegen sie ein Prozeß stattfindet. Denn ein Strafprozeß in den Staaten hat drei mögliche Resultate: das "schuldig" oder "unschuldig" der Jury. Oder eine "hung jury", eine Jury, die sich nicht zu einem einstimmigen Urteil entschließen kann.
Der Prozeß über das Justizwesen der Staaten wird indessen keines dieser Ergebnisse haben. Er wird damit enden, daß man auseinandergeht - und daß weiterhin nichts geschieht, um Zustände zu ändern, die nicht neu sind, sondern die nur, durch die Mitwirkung des Fernsehens, in diesem Prozeß so dramatisch vorgeführt wurden, wie das bislang nicht möglich war.
Das Problem "Jury" überfüllt die Fachbibliotheken. Daß dieses Relikt aus der Zeit der Urväter in einer von den Medien überfluteten Welt nicht mehr vertretbar ist - das ist nicht neu. Das will man nur nicht wahrhaben.
Denn man lebt schließlich in einem Land, in dem es möglich ist, die Raucher innerhalb von ein paar Jahren zu einer asozialen Randgruppe zu machen, in dem man sich jedoch mit Rücksicht auf die Pioniere, die das Land gründeten, nicht dazu entschließen mag, den Erwerb und Besitz von Schußwaffen auch nur ein wenig strenger zu handhaben. Die Bombe von Oklahoma City war nicht zuletzt ein Protest gegen den Versuch, den Erwerb und Besitz von Schußwaffen restriktiver zu behandeln. Doch das hat nichts bewirkt.
Der Strafprozeß in den Vereinigten Staaten, neuerdings mit dem Fernsehen aus der Sitzung versehen, ist eine Lebenshilfe für die Nation. Da mögen die Republikaner, Newt Gingrich an der Spitze, das Soziale wegsparen - man starrt fasziniert auf den Simpson-Prozeß und vergißt den Rest.
Einen Simpson-Prozeß vor Augen, muß man sich nicht damit befassen, daß die Staaten sich hartnäckig weigern, der Uno-Menschenrechtskonvention, der sie 1992 beigetreten sind, auch darin zuzustimmen, daß Jugendliche unter 18 Jahren nicht mit dem Tode bestraft werden dürfen. Der Rechtsberater des State Department brachte vor, die Möglichkeit, 16 und 17 Jahre alte Jugendliche hinzurichten, entspreche dem demokratisch geäußerten Willen der amerikanischen Bevölkerung. Warum boykottiert man eigentlich nur eine Ölgesellschaft wegen eines Bohrturms?
Man muß sich auch nicht der Tatsache stellen (sosehr in dieser Hinsicht der Simpson-Prozeß auch lehrt, daß eine Jury, der schwarze Amerikaner angehören, niemals einen einstimmigen Beschluß gegen O. J. Simpson zulassen wird), daß der Graben zwischen den gerade von der Justiz mißachteten und benachteiligten schwarzen Amerikanern und den Weißen eine unüberbrückbare, fast unheilbare Kluft ist.
Die US-Justiz steht vor Gericht, aber es wird kein schuldig oder unschuldig und nicht einmal eine uneinige Jury geben. Man wird auseinanderlaufen. Man wird von O. J. Simpson sprechen und streiten über seine Schuld oder Unschuld. Vielleicht hört man ja noch die Abhörtonbänder, auf denen er seiner Mutter Eunice gesagt haben soll, daß "alles die Schuld von Nicole" war. In dieser Woche erreicht der Prozeß den 100. Sitzungstag.
Und vielleicht, warum auch nicht, bringt man noch Kato zum Sprechen, den Hund von Nicole, den einzigen Zeugen der beiden Morde. Er ist ein Kampfhund. Warum hat er den Täter nicht angegriffen? Kannte er ihn?
Kato muß sprechen - oder nein, besser nicht: Der Tod von Nicole und Ron hat ein Rätsel zu bleiben. Sonst ergeht doch noch ein Spruch über, und zwar gegen die US-Justiz. Y
* Am 12. Juni, dem ersten Todestag von Nicole: Schwester Tanya, eine Freundin, Mutter Judi, Schwester Denise. * Links: der Kampfhund Nicole Simpsons; rechts: mit Rhonda Shear in "Up all Night".
Von Gerhard Mauz

DER SPIEGEL 26/1995
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