31.07.1995

Der Kronzeuge

Mevludin Oric kann aus eigener, leidvoller Erfahrung über den Verbleib von mehreren tausend Moslems berichten, die nach dem Fall der Schutzzone Srebrenica verschwunden sind. Daß die meisten von den siegreichen bosnischen Serben getötet wurden, fürchtet auch Emma Bonino, EU-Kommissarin für Humanitäre Angelegenheiten: "Ich muß mit dem Schlimmsten rechnen." Sie hatte in den Flüchtlingslagern von Tuzla ohne Ergebnis nach den Verschwundenen geforscht. Auch in dem Anfang August erscheinenden Bericht des Uno-Menschenrechtsbeauftragten für das frühere Jugoslawien, Tadeusz Mazowiecki, werden Gewalttaten gegen die Zivilbevölkerung nach dem Fall Srebrenicas "in enormem Umfang" dokumentiert - neben der Untätigkeit der Weltgemeinschaft wohl einer der Hauptgründe für den Rücktritt Mazowieckis. Überprüfungen dieser Aussagen durch unabhängige Journalisten haben die bosnischen Serben vor Ort bislang verhindern können.


DER SPIEGEL 31/1995
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