28.08.1995

GESTORBENManfred Donike

61. Mit der weltweiten wissenschaftlichen Anerkennung als Biochemiker und dem öffentlichen Image als "Doping-Papst" wuchs auch seine Lust, die Betrügereien im Sport zu enthüllen. Jahrelang galt der ehemalige Radrennfahrer als loyaler Mann der Athleten und Funktionäre, die Doping institutionalisiert hatten - er behielt sein Wissen gern für sich. Erst als der Kanadier Ben Johnson 1988 in Seoul erwischt wurde, wandelte Donike sich zum kompromißlosen Anti-Doping-Kämpfer. Er überführte die Sprinterin Katrin Krabbe und die Weitspringerin Susen Tiedtke ebenso wie die chinesischen Schwimmerinnen. Seine in einem SPIEGEL-Interview (Nr. 32/1993) dargelegte Maxime ("Ich trau' keinem aus dem Osten") löste stürmische Proteste aus. Der Fahndungseifer, den der Leiter des Kölner Dopinglabors in der Endphase seiner Karriere entwickelte, irritierte und verärgerte Funktionäre und Sportler. Manfred Donike starb vergangenen Montag auf einem Flug zu Dopingtests nach Simbabwe an einem Herzinfarkt.

DER SPIEGEL 35/1995
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