18.09.1995

StaatsbesucheHakenkreuze präsentiert

Wenn ausländische Staatsgäste nach Bonn kommen, tritt ihnen zu Ehren das Wachbataillon der Bundeswehr an und präsentiert das Gewehr. Was Besuchern wie dem israelischen Premier Jizchak Rabin entging: Jahrelang zeigten die Parade-Soldaten alte Wehrmachtskarabiner vom Typ 98 K mit aufgeprägtem Hakenkreuz vor. Erst als sich im August dieses Jahres Angehörige der Zeremonien-Truppe beim SPD-Bundestagsabgeordneten Hans Wallow beklagten, wurde das Verteidigungsministerium aktiv. Die Parlamentarische Staatssekretärin Michaela Geiger (CSU) versuchte den SPD-Mann zu beschwichtigen: Aus den Depots seien zwar "vereinzelt" Karabiner geliefert worden, "die noch Wehrmachts-Beschußstempel mit Hakenkreuz trugen". Mittlerweile aber sei "sichergestellt, daß keine Karabiner mit NS-Symbol mehr verwendet werden". Allerdings lehnt es die Hardthöhe ab, alle Reserve-Waffen des Wachbataillons in den Lagern vorsorglich überprüfen und von Hakenkreuzen befreien zu lassen. Die "Entkonservierung und Neukonservierung" würde "Kosten von mehr als 80 000 Mark" verursachen.

DER SPIEGEL 38/1995
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