Vereinte Nationen
Rezept gegen das Scheitern
Weil sie den Vereinten Nationen stets umfangreiche Blauhelm-Kontingente zur Verfügung gestellt hat, schlägt die kanadische Regierung jetzt eine grundlegende Reform künftiger Friedensmissionen vor. Als Lehre aus den Aktionen in Somalia und Bosnien müsse sich die Uno einen eigenen Militärstab und ein "Frühwarn-Alarmsystem" zulegen, das auf Krisenherde aufmerksam macht und vorbeugend Pläne für ein Eingreifen mit zivilen oder militärischen Mitteln ausarbeitet. Ohne eine eigene ständige Eingreiftruppe aufzubauen, solle die Uno mit interessierten Staaten Verträge über abrufbereite Truppenkontingente schließen. Um die Bereitstellung von Material zu beschleunigen, könnten in allen Erdteilen Depots für Blauhelm- und Katastropheneinsätze angelegt werden.
DER SPIEGEL 40/1995
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