04.12.1995

Tödliche Chemie

Wenn Graham aus der Schule heimkommt, erwartet ihn das englische Vorstadt-Familienidyll der sechziger Jahre: prügelnder Vater, hysterische Stiefmutter, keifende Schwester. Kein Wunder, daß der chemiebesessene Einzelgänger irgendwann durchdreht. In dem Film "Das Handbuch des jungen Giftmischers" landet er nach zwei Morden in der geschlossenen Anstalt. Aber dann wird der Mix aus Zeitsatire und sanftem Horror, den sich Benjamin Ross für sein Spielfilmdebüt ausgedacht hat, erst richtig eklig: Ein gutgläubiger Seelendoktor (Anthony Sher) resozialisiert den Jungen, prompt startet Graham (Hugh O'Conor) seine nächsten Großversuche - wieder so munter moralfrei, wie sich das im Kino leider nur die soliden Briten erlauben.


DER SPIEGEL 49/1995
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