12.04.1993

GESTORBEN Eduardo Caballero Calderon

83. Er lebte und schrieb im Schatten der großen Lichtgestalt Gabriel GarcIa Marquez, und doch ist die zeitgenössische lateinamerikanische Literatur ohne Caballero Calderon nicht denkbar. Den ausladenden Erzählungen seines berühmten Landsmannes Marquez setzte der Kolumbianer knappe, präzis geschilderte Studien seiner Heimat entgegen. Daß er in seinen Werken stets den Menschen näher war als der großen Kunst, hat ihm wahrscheinlich den internationalen Erfolg verwehrt. Doch in Kolumbien hat man ihn dafür verehrt. Und als Vertreter seines Volkes verstand sich der gelernte Jurist Caballero Calderon immer, egal, ob er als Schriftsteller, Bürgermeister oder Diplomat bei der Unesco in Paris arbeitete. Eduardo Caballero Calderon ist am vorvergangenen Samstag in Bogota gestorben.


DER SPIEGEL 15/1993
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.