31.05.1993

GESTORBEN Otto von Simson,

80. Dem Hehren und Ewigen blieb der Kunsthistoriker stets verbunden: Seine Studien über Ravennas Kirchenmosaiken und das Standardwerk "Die gotische Kathedrale" behandelten Fixpunkte europäischer Kultur; als der Pinder-Schüler nach fast zwei Jahrzehnten US-Exil 1957 aus Chicago renommiert zurückkehrte, wurde er rasch Deutschlands ständiger Delegierter bei der Unesco in Paris, politischer Anwalt also zur Bewahrung des künstlerischen Welterbes. Nie vergaß er die Heimatstadt Berlin, wo sein Urgroßvater erster Reichstagspräsident gewesen war; 1964 lehnte er gar eine Professur in Oxford ab, um in sein Geburtshaus zurückzukehren. Ein streitbar konservativer Dekan der Freien Universität während der Studentenbewegung 1968, lehrte von Simson bis 1979; seither engagierte sich der Kunst-Interpret für den Schutz preußischer Schlösser und Gärten. Otto von Simson starb am vorvergangenen Sonntag in Berlin.

DER SPIEGEL 22/1993
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