23.08.1993

GESTORBENGerd Nienstedt

61. Der Bayreuth-Entrümpler Wieland Wagner schätzte ihn hoch und herzlich, Pierre Boulez holte ihn zur Uraufführung der dreiaktigen "Lulu" nach Paris, in Frankfurt am Main machte er bei Zimmermanns "Soldaten" gute Figur - mit rund 140 Partien hat der gebürtige Hannoveraner seine Laufbahn in einem soliden Crescendo entwickelt: Aus der Provinz (Debüt 1954 in Bremerhaven) stieg er über die gehobene Mittelklasse (Köln) in den Olymp der Wiener Staatsoper auf und gastierte danach regelmäßig an vielen Knotenpunkten der Kehlenkunst, allein 14 Sommer lang bei Wagners auf dem Grünen Hügel. In den achtziger Jahren versuchte er sich als Intendant in Hof, Detmold und Eutin: ein durchaus selbstbewußter Prinzipal, der immer mal wieder auf der Bühne seinen imposanten Baß dröhnen ließ. Nienstedt starb vorvergangenes Wochenende an den Folgen einer Operation in Wien.

DER SPIEGEL 34/1993
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GESTORBEN:
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