05.12.1994

RÜCKSPIEGELZitate, Der SPIEGEL berichtete . . .

Die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten aus Arhus über EUROPA: SPIEGEL-Gespräch mit Kommissionspräsident Jacques Delors über die EU (Nr. 48/1994):
Der Vorsitzende der EU-Kommission Jacques Delors hat sich indirekt in den norwegischen EU-Wahlkampf eingemischt, als er am Wahltag verkündete, für eine europäische Föderation von Nationalstaaten zu sein. - Er wurde in Norwegen zitiert. Die Einlassung hat er Montag im deutschen Nachrichtenmagazin der SPIEGEL gemacht. Der norwegische Außenminister Björn Tore Godal distanzierte sich sofort von Delors' Aussage. Godal versuchte damit, einer neuerlich aufkeimenden EU-Furcht unter den Wählern in der Schlußphase der angespannten norwegischen EU-Debatte zu begegnen . . . Delors' Aussage könnte noch kurz vor Toresschluß die Zweifler in der Abstimmungsfrage beeinflußt haben. Im Pressebüro des Außenministeriums lief am Montag das grüne Telefon heiß, die Hälfte der Anrufe betraf allein den Vorschlag von Delors zur EU-Föderation. *ÜBERSCHRIFT: Der SPIEGEL berichtete . . . *EINLEITUNG: . . . in Nr. 38/1994 SPIONAGE-BERICHTE VON "ERICH" über die langjährige Spitzeltätigkeit des Stasi-Spions Dietrich Staritz. Der derzeitige Mannheimer DDR-Forscher hatte bis Anfang 1973 umfangreiche Agentenberichte nach Ost-Berlin geliefert - zuerst als Student und wissenschaftlicher Mitarbeiter über die Freie Universität, später als West-Berliner SPIEGEL-Korrespondent über Redaktionsgeheimnisse des SPIEGEL.
Vorige Woche gab die Mannheimer Universität bekannt, daß sie sich "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" von Professor Staritz trennen wolle. Rektor Peter Frankenberg hatte, auf Anforderung, in der Vorwoche zwar erst 7 der insgesamt 2200 Seiten umfassenden Staritz-Akte von der Gauck-Behörde erhalten. Doch er beriet sich mit Professor Hermann Weber, Leiter des Mannheimer DDR-Forschungsbereichs, dem als Wissenschaftler vorrangig bereits ein großer Aktenbestand ausgehändigt worden war. Staritz, dem Weber "wissenschaftliche Standards" bescheinigt, sei als DDR-Forscher dennoch unhaltbar, lautete die Uni-Entscheidung. Mit seinem Ausscheiden ist, nach Einhaltung der Formalitäten, binnen zwei Monaten zu rechnen.

DER SPIEGEL 49/1994
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