22.02.1999

Blutrache für Apo

Die Krawalle nach der spektakulären Verschleppung des PKK-Chefs Abdullah Öcalan aus Kenia erschüttern Europa. In Bonn streiten Politiker um Sicherheitsmängel und den Doppel-Paß. Terrorexperten warnen, Deutschland könnte zum Hauptschlachtfeld des Konflikts werden.
Sein letztes Telefongespräch als freier Mann führte Abdullah Öcalan, 50, am Nachmittag des vergangenen Montag. Via Telefon überbrachte der griechische Außenminister Theodoros Pangalos dem Kurdenführer ein Ultimatum.
Entweder, so der Politiker, verlasse Öcalan die griechische Botschafterresidenz in Nairobi freiwillig - oder eine kenianische Spezialeinheit werde die Vertretung binnen einer Stunde stürmen. Er habe aber nichts zu befürchten, versicherte Pangalos dem Kurdenchef, am Jomo-Kenyatta-Flughafen warte bereits eine Maschine der Holländer, die ihn nach Amsterdam bringen solle. Die Einreise dort sei geklärt.
Der Mann mit dem wuchtigen Schnauzbart zögerte, verlangte eine Garantie der Niederländer, wollte zumindest mit seinen Anwälten in Europa telefonieren. Doch mit den Apparaten in der Residenz konnte er nicht ins Ausland wählen.
Eilig beriet der Gejagte sich mit seinem kleinen Hofstaat, der ihn auf seiner monatelangen Flucht begleitet hatte - einem Vertrauten, der mit schwedischem Paß reiste, sowie drei Frauen: Bilan, 39, die einen belgischen Ausweis besaß, die syrische Dolmetscherin Nucan, 23, und Melsa, 20, beide asylberechtigt in Griechenland. Ziemlich verzweifelt willigte Öcalan ein: "Der Präsident hat geglaubt, daß ihm die Türen nach Europa offenstehen", sagt eine seiner Begleiterinnen.
Gegen 18 Uhr verließen Öcalan und sein Gefolge die Botschafterresidenz an der Muthaiga Road 12. Öcalan mußte allein in einen Jeep steigen, in dem bereits vier Männer auf ihn warteten, die Begleiter wurden in andere Wagen abgedrängt. "Warum vertraut ihr uns nicht?" fragten die Kenianer, "ihr fahrt doch hinterher. Und am Flughafen seht ihr euch wieder."
Daraus wurde freilich nichts. Abdullah Öcalan, Generalsekretär der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und Staatsfeind Nummer eins der Türkei, war in eine Falle gegangen: Auf dem vierspurigen Mombasa-Highway beschleunigte der Jeep plötzlich und verschwand in der Dunkelheit (siehe Seite 24).
Das Finale der Operation "Safari", wie der türkische Geheimdienst MIT das Kidnapping des Kurden taufte, fand wenig später in der Luft statt. In der Privatmaschine, in der Öcalan ausgeflogen wurde, hoben die Häscher ihre Hände zum "High Five", vor laufender Kamera rissen sie dem benommenen Öcalan breite weiße Klebestreifen von den Augen. "Du bist jetzt unser Gast. Herzlich willkommen in deiner Heimat", höhnten die Agenten. "Ich liebe die Türkei", stammelte der offenbar unter Drogen gesetzte Guerrilla-Boß, den die Türken für 30 000 Tote verantwortlich machen.
Doch was Ankara wie den endgültigen Sieg über die PKK inszenierte, markierte in Wirklichkeit nur den Auftakt zu einer Krise, die seither europaweit für Angst und Schrecken sorgt. Denn mit Öcalans Festnahme war die Gewalt der militanten Kurdenbewegung keineswegs beendet - in Europa fing sie erst richtig an.
Kaum hatte der von London ausstrahlende Kurdensender Med-TV in der Nacht zum vergangenen Dienstag die Festnahme des "geliebten Führers" vermeldet, toste die erste Welle der Gewalt über Europa. Ob in Stockholm oder London, in Zürich oder Den Haag - mit dem Schlachtruf "Blutrache für Öcalan" besetzten kurdische Stoßtrupps griechische Botschaften und Konsulate, verwüsteten türkische Reisebüros, nahmen Geiseln, drohten mit Brandanschlägen und Selbstverbrennungen.
Wie die selbsternannten Märtyrer in Athen oder Kopenhagen übergoß sich auch im schwäbischen Hechingen ein 17jähriges Mädchen mit brennbarer Flüssigkeit und zündete sich an, um für ein freies Kurdistan zu sterben (siehe Seite 28).
Bundesweit wurde Großalarm für Polizei und Bundesgrenzschutz ausgelöst. Einen "Angriff auf die öffentliche Ordnung auf dem gesamten Kontinent" sah die "New York Times" - und die Bundesrepublik mit der weltweit größten Exil-Kurdengemeinschaft bildete das Epizentrum.
Den vorläufigen tragischen Höhepunkt markierte, zwei Tage nach Öcalans Verschleppung, die Schlacht um das israelische Generalkonsulat in Berlin-Wilmersdorf. Ein Trupp Kurden stürmte die Villa in der Schinkelstraße 10, aufgewühlt durch Gerüchte, der israelische Geheimdienst Mossad habe den Türken geholfen.
Um die Frage, ob die Berliner Polizei beim Schutz der Israelis versagt hat, tobt ein heftiger Streit. Als um 13.15 Uhr eine "Blitzmeldung" des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) die Gefahr für das Konsulat meldete, schützten nur ein paar Wachleute das Gebäude. Mehr Polizeibeamte standen nicht zur Verfügung - Hundertschaften riegelten die neue SPD-Parteizentrale und die US-Botschaft ab. Um 13.28 Uhr wurden eilig 30 Beamte in Marsch gesetzt, die zeitgleich mit einem Trupp Kurden eintrafen.
Die mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffneten PKK-Kämpfer knüppelten die verzweifelt um Verstärkung rufenden Polizisten nieder: "Mit Eile die Kräfte her. Wir haben Schlagstockeinsatz."
Die Kurden drangen bis in die Empfangshalle des Konsulats vor. Als sie versuchten, einem Sicherheitsbeamten seine gezogene Waffe zu entwinden, eröffnete ein zweiter Wachmann sofort das Feuer. Dann schossen beide die Pistolenmagazine ihrer "Jericho 941" leer. Zwei Männer und eine Frau starben, 14 wurden durch die Schüsse zum Teil schwer verwundet, 24 Polizisten wurden bei dem Angriff verletzt.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu rechtfertigt den Einsatz: "Unsere Sicherheitsleute haben stehende Order, notfalls unter Einsatz ihrer Schußwaffen Versuche abzuwehren, Geiseln zu nehmen." Außenminister Ariel Scharon hat die Schützen belobigt, nach den bisherigen Ermittlungen billigt die Staatsanwaltschaft den Israelis Notwehr zu.
Auch politisch haben Festnahme und Krawalle erheblichen Flurschaden angerichtet. In Griechenland wurden Minister ihre Jobs los, zwischen Athen und den EU-Partnern macht sich deutliche Verstimmung breit. In Bonn wankt nach der Kurden-Randale das Konzept der doppelten Staatsbürgerschaft noch mehr.
Und der schwarze Mittwoch könnte nur der Auftakt zu einer langen, blutigen Auseinandersetzung sein: Von Selbstmordattentaten bis zu Flugzeugentführungen - eine geheime Lageeinschätzung des Verfassungsschutzes schließt derzeit keine Spielart des Terrorismus aus, "wenn mit einer derartigen Aktion auch Feinde in den Tod gerissen würden". Der Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt, Ernst Uhrlau: "Die PKK hat die Eskalationsschraube angezogen."
Erstmals seit der Terror-Hochphase der siebziger Jahre gilt in Deutschland wieder flächendeckend höchste Alarmstufe. Aber anders als zu RAF-Zeiten, als sich vor allem einzelne Politiker und Wirtschaftsbosse fürchten mußten, ist die Bedrohung diesmal diffuser.
Von der türkischen Dönerbude bis zum Berliner Reichstag, von der jüdischen Kindergärtnerin bis zum Bundeskanzler - jeder kann jederzeit Opfer der fanatisierten Kurden werden, deren Wut sich ständig neue Ziele sucht. "Jeder Kurde ist jetzt eine Bombe", droht Jamal Mousa, Chef des kurdischen Zentrums in Bonn.
Wer die PKK nach Öcalans Festnahme überhaupt noch kommandiert, ist unklar; jede Minute kann eine Order aus dem Nirgendwo den 11 000 Aktivisten die nächste, noch brutalere Welle der Verwüstung befehlen.
Nur drei Stunden nach dem Blutbad von Berlin beriefen die Innenminister von Bund und Ländern eine Schaltkonferenz ein, an der auch die Spitzen der Sicherheitsbehörden teilnahmen. Eine solche hat es ewig nicht gegeben.
Bundesinnenminister Otto Schily gab sich als Hardliner und verlangte von Nordrhein-Westfalen, endlich das Kurdistan-Informationszentrum in Köln zu schließen: "Wir müssen der PKK die logistische Basis entziehen." Die Verfassungsschützer trieb Schily an, Strategie und Taktik der Kurden aufzuklären. Bayerns Günther Beckstein (CSU) forderte, umgehend nach Wegen zu suchen, um Gewalttäter in die Türkei abzuschieben.
Langes Schweigen herrschte, als Sachsens Ressortchef Klaus Hardraht (CDU) die Frage stellte: "Und was passiert, wenn die Polizei das nicht mehr leisten kann?"
Exakt darauf scheint die Strategie der PKK zu zielen. Die Lageeinschätzung der Verfassungsschützer zeichnet ein wahres Horror-Szenario: Weitere Angriffe auf Konsulate seien denkbar - die "eine Dimension wie seinerzeit bei der Besetzung der japanischen Botschaft in Peru" erreichen könnten. Als besonders gefährdet gelten neben türkischen auch israelische und amerikanische Einrichtungen, denn auch der US-Geheimdienst wird verdächtigt, den Türken bei der Öcalan-Operation zur Hand gegangen zu sein. Das Bundeskriminalamt (BKA) geht Meldungen nach, auch die "Entführung türkischer Diplomaten" sei geplant.
Dabei, so die Einschätzung der Fachleute, setzt die PKK auf eine Abnutzungsstrategie: Solange die Polizei massive Präsenz zeige, hielten die Kurden sich zurück. Erst wenn die "Schutzmaßnahmen herabgefahren" würden, schlügen sie wieder gezielt zu.
Die Taktik könnte aufgehen: Allein in der Hauptstadt mußten die Beamten nach Öcalans Festnahme 129 zusätzliche Objekte schützen. Vor der US-Botschaft sind Panzerwagen aufgefahren. Bundesweit schieben die Einsatzhundertschaften massenhaft Überstunden, die Parteizentralen sind abgeriegelt. "Ein solches Programm kann die Polizei notfalls über Wochen, aber nicht über Monate hinweg durchhalten", sagt der niedersächsische Innenminister Heiner Bartling (SPD).
Der Personenschutz für Politiker wurde verstärkt, Spezialeinheiten stehen bereit, um bei weiteren Geiselnahmen umgehend auszurücken. Deutschland im Belagerungszustand - und Innenminister Schily ahnt, daß die Kurden "ihr Potential noch nicht ausgeschöpft" haben.
In seinem gelegentlich schnarrenden Kasinoton droht er drakonische Abschiebungsmaßnahmen an: "Ein Innenminister, der nicht eine gewisse Härte erkennen läßt, ist fehl am Platze." Der einstige Grüne marschiert Hand in Hand mit dem christsozialen Kollegen Beckstein aus Bayern, der sogar Ausweisungen ohne Gerichtsurteile verlangt. Von den wenigen bisher abgeschobenen PKK-Anhängern durften einige freilich schon wieder zurück - sie konnten nachweisen, daß sie trotz türkischer Zusicherungen brutal gefoltert worden waren. Eine in dieser Woche stattfindende routinemäßige Innenministerkonferenz wird jetzt das Thema PKK auf der Tagesordnung haben.
Schily wie auch das Kanzleramt trafen die generalstabsmäßig organisierten Krawalle völlig überraschend. Sichtlich verärgert mühte sich der Innenminister zu überspielen, daß die Bundesregierung vom Öcalan-Coup zuerst von Nachrichtenagenturen erfahren hatte. Noch Tage zuvor hatte der mit der Aufklärung des Öcalan-Verstecks beauftragte Bundesnachrichtendienst (BND) bei den Kollegen in Griechenland und Kenia nachgefragt. Doch die reagierten nicht einmal.
So ging der Dienst weiter jedem noch so vagen Hinweis nach, einschließlich der Variante, daß Öcalan in Sachsen untergetaucht sei. "In der Voraufklärung gibt es sicherlich Defizite", klagt Schily (siehe Interview Seite 26).
Mit zweimonatiger Verspätung hat das Kurdenproblem die Bundesregierung doch noch eingeholt. Aus Angst vor Krawallen hatte Kanzler Schröder trotz eines bestehenden Haftbefehls des Bundesgerichtshofs gegen Öcalan (Rädelsführerschaft in einer terroristischen Vereinigung, fünffacher Mord) auf die Auslieferung aus Italien verzichtet. Die Behörden in Rom hatten Öcalan aufgrund des deutschen Haftbefehls festgesetzt.
Die europäischen Regierungen, vorneweg Schröder und sein Außenminister Joschka Fischer, hatten nach der Ergreifung in Italien ein diplomatisches Trauerspiel aufgeführt. Die Türken sollten Öcalan wegen der drohenden Todesstrafe nicht bekommen, aber den Prozeß wollte ihm hier auch niemand machen - man fürchtete die Rache seiner Anhänger.
Schröder feuerte nur ein Arsenal diplomatischer Floskeln ab ("europäische Lösung", "Initiative") und versprach ein internationales Gericht für Öcalan sowie flankierende Überlegungen, wie der Kurdenkonflikt beizulegen sei. Natürlich passierte nichts, außer daß Außenminister Fischer ein bißchen durch die Welt jettete und die Stirn in Betroffenheitsfalten legte. Unterdessen kassierte die Regierung den internationalen Steckbrief für Öcalan.
Als Öcalan Rom am 16. Januar verließ, begann eine "moderne Odyssee", so der deutsche Öcalan-Anwalt Hans-Eberhard Schultz. Der Kurdenführer wollte als Asylant in Europa bleiben, nur hier fühlte er sich vor seinen türkischen Verfolgern sicher. Aber selbst traditionell kurdenfreundliche Staaten wie die Niederlande, Schweden oder Belgien lehnten ab.
Alle Versuche seiner Anwälte, auch mit der rot-grünen Regierung über einen Ausweg zu verhandeln, blockte Bonn ab. Öcalan hatte schon in Italien seine Juristen mit Verhandlungen beauftragt: Er wollte anbieten, daß bis zu zwei Drittel der in Deutschland lebenden Kurden sofort in ihre Heimat zurückkehren würden, wenn dort eine "Befriedung eingetreten sei".
Öcalan träumte davon, daß die Bundesrepublik das Verfahren gegen ihn mit Hilfe des Paragraphen 153d der Strafprozeßordnung stoppen könnte. Die Klausel besagt, daß Ermittlungen eingestellt werden können, wenn ein Verfahren "die Gefahr eines schweren Nachteils für die Bundesrepublik herbeiführen würde" - eine Vorschrift, die den Austausch von Agenten ermöglichen soll. Mindestens wollte er, daß die Bundesanwaltschaft Teile ihrer Vorwürfe streiche, um ihm lebenslange Haft zu ersparen.
Aber Innenminister Schily verweigerte ebenso jedes Gespräch wie Justizministerin Herta Däubler-Gmelin. Eine Emissärin der Öcalan-Anwälte ließ der Bonner Justiz-Staatssekretär Hansjörg Geiger abblitzen: "Da ist nichts zu machen." Als Ultima ratio erwog der Kurdenführer, auch ohne irgendwelche Zusagen in einen deutschen Knast einzurücken.
Ob des Desinteresses der Europäer verfiel der PKK-Chef immer mehr in Depression. Die Angst vor den Verfolgern setzte ihm zu, Öcalan war sich so sicher gewesen, daß sein "Opfergang" nach Italien der Startschuß für eine internationale Lösung der Kurdistan-Frage sein würde.
Nun bekommt die Bundesregierung die Quittung fürs Zaudern, fallen doch die Straßenschlachten mitten in den Versuch der rot-grünen Koalition, die doppelte Staatsbürgerschaft politisch durchzusetzen. In Schilys Ministerium halten Experten jetzt selbst das nach der verlorenen Hessen-Wahl vorgeschlagene Kompromißmodell für derzeit "nicht vermittelbar". Die grüne Parteisprecherin Gunda Röstel fürchtet: "Das wird uns schwer auf die Füße fallen."
Die Kampagne des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, der Anfang des Jahres polemisiert hatte, Einbürgerungen von radikalen Ausländern schafften eine Gefahr "höher als bei der RAF", könnte zum politischen Renner werden. Möglicherweise wird die Unterschriften-Aktion der Union weiteren Zulauf bekommen, SPD und Grüne fürchten für die in diesem Jahr noch anstehenden 17 Wahlen.
Und das ist nur ein kleiner Teil des europaweiten Chaos, das die Festnahme des untersetzten Landarbeitersohns mit dem markanten Schnäuzer ausgelöst hat. In der vergangenen Woche brach auf, was sich seit Jahrzehnten angestaut hatte. Denn der Kurdenkonflikt ist nicht nur ein seit Jahrhunderten schwelendes regionales Problem, er birgt Sprengstoff mit internationaler Durchschlagskraft.
Die etwa 25 Millionen Kurden sind ähnlich wie die Palästinenser ein verstreutes Volk mit großen Gemeinden im Irak, in Iran, in Syrien und der Türkei. Nach dem Ersten Weltkrieg, als die europäischen Alliierten das Osmanische Reich aufteilten, glaubten sie sich dem Ziel eines eigenen Staates nahe. Aber im Vertrag von Lausanne, den die Siegermächte 1923 mit General Mustafa Kemal, genannt "Atatürk", schlossen, wurden die meisten Kurdengebiete der neugeschaffenen Türkischen Republik eingegliedert. Es begann eine brutale Unterdrückung, die bis heute anhält.
Öcalans PKK ist nur eine von mehreren rivalisierenden Parteien und Privatarmeen in den Bergen Kurdistans, aber keine andere lieferte sich einen 15jährigen blutigen Konflikt mit Ankara.
Die ersten politischen Opfer der Affäre Öcalan gab es in der vergangenen Woche in Griechenland. Drei Minister und der Geheimdienstchef, die von Öcalans Asyl in der Residenz in Nairobi gewußt haben sollen, mußten gehen. Unter ihnen ist auch Außenminister Pangalos, der letzte Anrufer in Nairobi.
Ein gewaltiges Donnerwetter der EU-Partner droht den Griechen an diesem Montag beim turnusmäßigen Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg. Die Europäer sind stocksauer, weil Athen die Partner nicht von Öcalans Aufenthalt in der Botschaft unterrichtete. So traf die Rache der Kurden die Sicherheitsbehörden völlig überraschend.
Der hilflose Zorn des staatenlosen Volkes richtet sich nun gegen alle, die ihnen irgendwie in das Kidnapping ihres Anführers verwickelt scheinen. Welcher Geheimdienst wirklich geholfen hat, ist noch unklar. Der türkische Staatschef Bülent Ecevit: "Ich kann keinen Namen nennen, Sie dürfen raten." Die Kenianer haben aus Angst vor Attentaten bereits weltweit alle Botschaften schließen lassen. Ähnliches überlegen die Israelis.
Dabei dementieren sie hartnäckig, daß ihr berüchtigter Geheimdienst Mossad mit der Verschleppung etwas zu tun gehabt haben könnte. Regierungschef Benjamin Netanjahu hat das vergangene Woche auch dem Kanzleramt versichert - doch solche Dementis haben Tradition.
Die Bande zwischen Ankara und Jerusalem, soviel steht fest, sind eng. Mossad und der türkische MIT tauschen routinemäßig Informationen aus. Israel sammelte Kurden-Interna mit Hilfe von Agenten in der Bekaa-Ebene im Libanon, wo neben Hisbollah-Milizen auch PKK-Kämpfer trainierten.
Andererseits: Für eine Beteiligung gibt es keinerlei Beweise, nur Gerüchte, Spekulationen. In einer einmaligen Aktion hat der Mossad einen Brief an alle seine Agenten geschrieben: Die Meldungen enthielten "nicht das kleinste Körnchen Wahrheit".
Der stolze MIT will von fremder Hilfe nichts wissen: "Im Palast des Sultans bellen nur türkische Hunde", heißt es in der Türkei dazu. Aber als wahrscheinlich darf gelten, daß die amerikanische CIA dem Nato-Partner Türkei bei der Operation Öcalan assistiert hat. Seit dem Anschlag auf die US-Botschaft in Nairobi im August des vergangenen Jahres durch islamistische Terroristen operieren Hunderte von US-Agenten in Kenia.
Und die Amerikaner haben immer deutlich gemacht, daß der Kurdenführer vor ein türkisches Gericht gehört. Das Weiße Haus ließ verlauten, es sei "very pleased" über die Verhaftung, dementierte aber jede Beteiligung an der Verschleppung.
So hat Abdullah Öcalan - von seinen Anhängern "Apo" (die Kurzform für Abdullah) und von seinen Feinden "Kurden-Stalin" gerufen - auf einen Schlag eine ganze Reihe brisanter internationaler Fragen aufgeworfen: Wie geht es weiter im Zypern-Konflikt zwischen Athen und Ankara, zumal Öcalan einen offenbar gefälschten zyprischen Paß auf den Namen Lazaros Mavros bei sich trug? Welche Folgen drohen der griechischen Regierung, nachdem sie sich in den Augen des Volkes als Kollaborateur der Türken betätigt hat?
Nur die Türken jubeln, feiern die Entführung wie den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft. "Ich weiß gar nicht, was wir jetzt machen sollen", strahlte die ansonsten strenge Moderatorin des Nachrichtenkanals NTV nach der Festnahme in die Kamera, "ich glaube, wir schauen uns dieses Stück Geschichte gleich noch einmal an."
Die Bilder des Fernsehsenders Kanal 6 schmückte neben dem Logo des Senders in der rechten oberen Ecke ein makabrer Schriftzug: "Der Baby-Killer ist gefaßt - herzlichen Glückwunsch, Türkei!" Das türkische Massenblatt "Sabah" jubelte: "Der Satan hinter Gittern".
Vor lauter nationaler Glückseligkeit über die Verhaftung des Staatsfeindes verdrängt die türkische Regierung, daß das Land womöglich auf nordirische Verhältnisse zusteuert. Schon kam es in der Istanbuler Slum-Siedlung Gazi Mahallesi zu ersten Straßenkämpfen zwischen Kurden und Sicherheitskräften, Jugendliche demolierten Geschäfte und feuerten mit Pistolen und Gewehren um sich. Am vergangenen Freitag gab es in der Provinz Mardin den ersten Toten, einen 18jährigen Kurden.
Als so gut wie sicher gilt, daß die Frontkommandeure der PKK jetzt verstärkt "weiche Ziele" angreifen wollen: Innenstädte etwa oder die Urlaubsgebiete an der türkischen Riviera. Die Armee hat bereits vor der Verhaftung Anti-Terror-Einheiten aus Kurdistan ins Hinterland der Touristenstrände abgeordnet.
Anschläge auf die Tourismushochburgen gehörten schon in der Vergangenheit zum PKK-Repertoire: Im Juni 1993 wurden durch Bombenanschläge in Antalya 26 Urlauber verletzt.
Eilig aktualisierte das Auswärtige Amt in der vergangenen Woche seinen "Sicherheitshinweis" für die Türkei. Es seien "jüngste Drohungen PKK-naher Kurdenkreise gegen Touristenziele" bekannt geworden. Genaueres wisse man noch nicht.
Ümit Özbag, Terrorismus-Experte von der Ghazi-Universität in Ankara, fürchtet, daß sich die Urlauber auf "Terroranschläge nach palästinensischem Muster einstellen müssen". Noch wiegeln die Reiseveranstalter ab, doch Haydar Isik, Mitglied des kurdischen Exilparlaments, hat allen Deutschen zur Umbuchung geraten: Reisen seien jetzt "höchst gefährlich".
Das Aufflammen des kurdischen Terrors trifft deutsche Sicherheitsexperten ziemlich unvermittelt. Denn die Bombe PKK galt in Deutschland schon als fast entschärft. 1995 reisten zwei Deutsche zu Öcalan, der damals sein Hauptquartier in Syrien hatte. Der frühere Berliner Innensenator Heinrich Lummer (CDU) und der Abteilungsleiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Klaus Grünewald, mahnten ein Ende der Gewalt an.
Die Vorstellung, wie einst PLO-Führer Jassir Arafat oder ANC-Präsident Nelson Mandela vom geschmähten Terroristen zum geachteten Staatsmann aufzusteigen, schmeichelte Öcalan. So wurde er zum Gesprächspartner Bonns, er zwang die gewaltbereiten Heißsporne in Europa immer wieder auf seinen neuen Kurs.
Im Gegenzug lockerten die Behörden das PKK-Verbot. Sie übersahen schon mal großzügig, daß Öcalan-Anhänger bei Demonstrationen ihre verbotenen Symbole präsentierten oder der Führer per Satellitentelefon einen leidenschaftlichen Appell an 60 000 Kurden im Müngersdorfer Stadion zu Köln richtete.
Der Öcalan-Vertraute Ali Ghasi verhandelte mit der Bundesanwaltschaft, um für die bereits gefaßten PKK-Kader milde Strafen herauszuschlagen. Das Konzept ging auf: Kurden bereuten vor Gericht die Krawalle früherer Jahre und beteuerten, Gewalt auf deutschem Boden werde es nicht mehr geben (siehe Interview Seite 32).
Der alte deutsche Haftbefehl gegen Öcalan aus dem Jahr 1990 schien kein Hindernis für die Gespräche mit den Kurden zu sein. Schließlich galt als sicher, daß man den PKK-Führer ohnehin nie zu fassen bekommen würde.
Im Untergrund, das zeigen die Ereignisse der vergangenen Woche, ist die PKK seit ihrem Verbot 1993 nur noch stärker geworden. Mit rund 11 000 Anhängern ist sie eine der größten extremistischen Organisationen auf deutschem Boden - und die am straffsten geführte.
Die europäische Diaspora wird von einem kleinen Funktionärszirkel dirigiert, einer Versammlung eingeschworener Öcalan-Vertrauter. Ihr unterstehen Hunderte von Kadern, die dafür sorgen, daß das Wort Abdullah Öcalans bis hinunter in die Stadtteilkomitees gehört wird. Per Kurier werden Befehle übermittelt, Telefonketten dienen der blitzschnellen Mobilisierung - eine kampfstarke Einheit, perfekt organisiert.
Erst Anfang des Monats hob der Generalbundesanwalt nach einjähriger Telefonüberwachung das sogenannte Heimatbüro der PKK aus: Die Abteilung soll professionell Reisepässe von anerkannten kurdischen Asylbewerbern in ganz Europa eingesammelt und mit neuen Paßfotos versehen haben. So wurde polizeilich gesuchten Kurden problemloses Reisen ermöglicht. Jetzt wird geklärt, ob auch Öcalans Begleitkommando mit solchen Dokumenten reiste.
Zum Netzwerk der PKK gehören Dutzende von deutsch-kurdischen Freundschaftsvereinen und die sogenannten Y-Gruppen - eigens gegründete Vereinigungen für Lehrer, Händler, Frauen oder Kinder. So wuchert die Öcalan-Partei immer tiefer in die kurdischen Gemeinden (siehe Grafik Seite 33).
Rund eine halbe Million türkischer Kurden leben in Deutschland. Jeder zehnte gilt als Patriot. Ständig sammeln sie Geld für die Partei und den Krieg.
Die Guerrilla plant die Geldbeschaffung so straff wie eine Drückerkolonne: Bei der jährlich stattfindenden "Spendenkampagne" werden jedem Kader präzise festgelegte Summen vorgeschrieben. Wie er sie eintreibt, ist seine Sache. Wer das Soll nicht schafft, muß sich rechtfertigen.
Die Kurden unterscheiden zwischen "Spendengeldern" und "Strafgeldern": Für beide Inkasso-Gruppen gilt freilich, daß bei Zahlungsunwilligen auch mit Gewalt nachgeholfen wird.
Das Minimum für eine kurdische Familie sind 30 Mark monatlich, bei Geschäftsleuten richtet sich der Betrag nach dem Umsatz. "Strafgelder" kassiert die PKK vor allem von Drogendealern. Im BKA läuft ein Sonderprojekt ("Anadolu"), um diese Verbindungen zwischen der PKK und den Rauschgifthändlern aufzuklären.
Deutschland ist die Hauptquelle für den Wohlstand der Öcalan-Bewegung: Rund 50 Millionen Mark, schätzen Staatsschützer, kommen hier Jahr für Jahr zusammen. Geldkuriere bringen das Bare in den Südosten der Türkei.
Das Geld aus Deutschland wird dort vor allem für Waffen gebraucht - doch die allein helfen den Kämpfern nicht mehr: Die militärische Lage der PKK in der Türkei ist verzweifelt. Den Kampf in den Bergen Kurdistans hat das türkische Militär in den letzten Monaten für sich entschieden, immer wieder dringen Ankaras Truppen in den Nordirak vor, um letzte PKK-Stellungen auszuheben. Nur 4000 von einstmals 15 000 Guerrilleros sollen noch übrig sein.
Fraglich ist für die deutschen Staatsschützer allerdings, wer Öcalans Nachfolge antreten wird: PKK-Gründungsmitglied Cemil Bayik, der Stratege Murat Karayilan oder Osman Öcalan, der jüngere Bruder des Großen Vorsitzenden.
Vom neuen Führer hängt der künftige Kurs ab. Er muß entscheiden, ob die Partei weiter auf Gewalt setzen soll oder auf politische Lobby-Arbeit - und ob das Zentrum des Widerstandes gegen die verhaßten Türken tatsächlich in die Bundesrepublik verlagert wird. Die Zahl der Verhaftungen spricht dafür, am Ende der vergangenen Woche waren es schon über 500.
Deutsche Staatsschützer fürchten nun, daß "Warlords" das Kommando übernehmen und den gemäßigten Flügel abdrängen könnten. Dann würden Deutschland weitere Anschläge und Straßenschlachten drohen. "Im Moment ist die Frage, wer setzt sich durch: die Falken oder die Tauben", sagt der Direktor des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Hartmut Ferse. Unentschieden klingen derzeit denn auch noch die Botschaften der PKK: Versuche, die aufgebrachten Kurden zu beruhigen, wechseln sich mit martialischen Aufforderungen zum Kampf ab.
Allein ein Zirkel von 20 Funktionären, schätzt Peter Frisch, Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, werde jetzt über den weiteren Kurs der PKK entscheiden. "Es ist völlig ausgeschlossen, daß das kurdische Volk aufgibt", verspricht die Europa-Sprecherin Mizgin ¸Sen. Das gilt erst recht, da alsbald der Prozeß gegen Öcalan beginnen wird.
Zum Horrorszenario Bonns gehört, daß dann zunehmend die hier lebenden zwei Millionen Türken und Kurden aufeinander losgehen und die Konflikte ihres Heimatstaates auf deutschem Boden austragen. Ein gefährlicher Anfang ist gemacht: In Heilbronn stürmten sieben Vermummte einen türkischen Kulturverein, knüppelten drei Gäste mit Baseballschlägern krankenhausreif und warfen Molotow-Cocktails. Brandbomben flogen auch in türkische Geschäfte und Wohnhäuser. Die Sicherheitsbehörden haben das Kanzleramt gewarnt, der nächste Schritt der Eskalation sei Sprengstoff.
Hektisch mühen sich Ermittler aufzuklären, was die PKK noch alles vorhat. Am vergangenen Donnerstag registrierte das BKA eine massive "Gefährdung des Luftverkehrs": Beim Piloten der Istanbul Airlines 242, einer türkischen Passagiermaschine, die sich gerade über dem Rheinland befand, meldete sich um 15.06 Uhr ein vermeintlicher Fluglotse und befahl, auf eine "von der Flugsicherung nicht freigegebene Höhe" (BKA) zu steigen.
14 Minuten später versuchte der "bisher nicht lokalisierte Funksender" auch eine Boeing 757 der Condor, die mit 192 deutschen Urlaubern aus Madeira zur Landung ansetzte, auf diesen Kurs zu bringen. Die mißtrauischen Piloten erkundigten sich beim Düsseldorfer Tower und behielten ihre Route bei. Die Vorfälle verbuchten die Staatsschützer bisher unter dem Rubrum "Aktionen zur Festnahme Öcalans", mittlerweile ist man aber skeptisch geworden, ob die Kurden tatsächlich dahinterstecken.
Der, den die Kurden ehrfurchtsvoll "Präsident" nennen, die Türken dagegen den "Staatsfeind Nummer eins", sitzt jetzt ganz allein auf der Gefängnisinsel Imrali im Marmara-Meer. Fregatten aus deutscher Produktion patrouillieren stetig um das Eiland. Für den prominenten Häftling räumten die Behörden vergangene Woche das komplette türkische Alcatraz - sogar Napoleon hatte man einst Gesellschaft zugestanden. Hier soll Öcalan auch der Prozeß gemacht werden.
Das zuständige Staatssicherheitsgericht gilt selbst bei türkischen Rechtsgelehrten als nicht gerade unabhängig: Mindestens einer der drei Vorsitzenden Richter ist Offizier und mithin an militärische Weisungen gebunden. "Da ist kein fairer Prozeß zu erwarten", sagt Öcalan-Anwalt Schultz.
Daß das Verfahren mit der Todesstrafe endet, ist ziemlich wahrscheinlich. Sollte es tatsächlich so weit kommen, werden die Richter, als Symbol der drakonischsten Strafe, einen Bleistift über der Akte zerbrechen.
Die Exekution des Kurdenidols wollen die Europäer mit allen Mitteln verhindern. Kanzler Schröder hat Ankara schon gemahnt. Er erwarte, daß die Todesstrafe "entsprechend der Praxis in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union nicht verhängt wird". In der Türkei wurde das letzte Urteil im Oktober 1984 vollstreckt.
Aber mit einem Gnadenakt, Öcalan trotz Todesurteils nicht zu hängen, sondern nur lebenslang einzusperren, dürfte die türkische Milde wohl schon am Ende sein. Außenminister Ismail Cem hat sich jeden Ratschlag seiner europäischen Kollegen bereits verbeten: "Die Zeit ist vorüber, daß Kolonialherrscher ihre Besitztümer inspizieren."
Und es drohen Kurden-Fanatiker: "Wenn Apo stirbt, geht Europa in Flammen auf."
CAROLIN EMCKE, ANNETTE GROßBONGARDT,
UDO LUDWIG, GEORG MASCOLO, BERNHARD ZAND
[Grafiktext]
Endloser Kampf Die Geschichte der Kurden 1830 Kurdenaufstände unter der Führung von Bedir Khan im Osmanischen Reich 1880 Entstehung der Nationalbewegung unter Scheich Ubeidallah 1918 Zerfall des Osmanischen Reiches, Auftei- lung der kurdischen Gebiete 1920 Vertrag von Sèvres sichert den Kurden po- litische und kulturelle Selbstverwaltung zu 1923 Im Vertrag von Lausanne wird der größte Teil des Kurdengebiets formal in den neuen türkischen Staat eingegliedert 1925-1937 Türkische Armee schlägt Aufstände der Kurden nieder 1961-1970 Kurdenkrieg im Irak: Zugeständnis der Teilautonomie im "Märzmanifest" 1978 Abdullah Öcalan gründet die marxistische Ar- beiterpartei Kurdistans (PKK), Ziel ist ein unab- hängiger Kurdenstaat 1979 Kurdenaufstand in Iran wird niedergeschlagen 1984 PKK beginnt den bewaffneten Kampf in Südost- anatolien, dort gilt ab 1987 der Ausnahmezustand 1988 Saddam Hussein setzt Giftgas gegen Kurden in Halabdscha ein, 5000 Zivilisten sterben 1991 Irak verliert den Krieg um Kuweit, schwere Kämpfe bei Kurdenaufständen im Nordirak 1992 Türkische Armee bekämpft PKK erstmals im Nordirak; Wahlen in drei kurdischen Provinzen des Nordirak 1993 PKK-Verbot in Deutschland durch Innenminister Kanther; Gründung von Hadep, der jüngsten kurdischen Partei in der Türkei 1995 Kurdisches Exilparlament wird in Den Haag gegründet 1996 Der geachtete türkische Autor Yasar Kemal wird in der Türkei wegen prokurdischer Äußerungen auf Bewährung verurteilt 1998 Syrien weist Öcalan aus, eine Odyssee durch mehrere Länder beginnt 1999 Öcalan wird in Kenia gekidnappt und in die Türkei verschleppt
[GrafiktextEnde]
Von Carolin Emcke, Annette Großbongardt, Udo Ludwig, Georg Mascolo, Zand und Bernhard

DER SPIEGEL 8/1999
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