10.06.2013

BriefeTeuerstes Haustier

Nr. 21/2013, Drohnen-Desaster für Minister de Maizière; Nr. 22/2013, Wie das Verteidigungsministerium die Mängel der Drohne ignorierte; Nr. 23/2013, Die Drohnen-Affäre
Das Titelbild ist nicht stimmig. Wie Ihre Geschichte zeigt, hält nicht de Maizière die Drohne an der Leine. Vielmehr lässt sich der ahnungslose (?) Verteidigungsminister von der Rüstungsindustrie am Nasenring führen.
Heinz Birner, München
Da haben Sie aber eine einmalige Chance verpasst! Die Titelblattgestaltung im Querformat. Dann wäre noch Platz gewesen für den General, der unseren Verteidigungsminister an der Leine führt.
Walter Leipold, Zirndorf (Bayern)
Der Titel enttarnt, worum es sich bei Drohnen immer handelt: Es ist ein Spielzeug der westlichen Welt. Leider kein drolliges wie die Hinterherzieh-Ente, sondern ein tödliches und grausames.
Giorgio Forliano, Berlin
Herrlich, de Maizière und der Drohnenhund. Das teuerste Haustier der Regierung.
Olaf Wrobel, Rheine
Wieso prüft eigentlich keine Staatsanwaltschaft, ob Verantwortliche des Verteidigungsministeriums sich der Untreue schuldig gemacht haben könnten? Wer sehenden Auges, das heißt, als die Schwierigkeiten längst bekannt waren, unbekümmert an dem Projekt festhält und weiter Millionen vergeudet, verstößt gegen seine Pflicht, die Vermögensinteressen des Bundes zu wahren.
Eberhard Drück, Wachtberg (NRW)
Die Einzelheiten zur Zulassung weisen - anders als kolportiert - auf ein reguläres Zulassungsverfahren hin. Nämlich eine Einstufung der Airworthiness in Cat II. Das heißt, das System darf nur in segregated Airspace (Korridor) durch den Controlled Airspace fliegen. Danach fliegt es über dem Bereich, in dem Verkehrsflugzeuge fliegen. Wenn man die Flugdauer und die Startfrequenz betrachtet, kann ich kein Problem bezüglich der Verwendbarkeit sehen. Mit der Cat-II-Einstufung konnte der amerikanische Nutzer zigtausend "produktive" Einsätze im Irak mit dem "Global Hawk" fliegen. Eine hochfliegende Drohne muss sich ja nicht im deutschen Controlled Airspace bewegen. Das System kann also sehr wohl eingesetzt werden, es kann nur nicht ohne Korridor durch den Controlled Airspace fliegen.
Name und Anschrift der Redaktion bekannt
Es scheint so zu sein, dass der so hochgeschätzte de Maizière nun doch nicht die Fähigkeiten hat, die ihm nachgesagt werden, aber das darf man ja wohl nicht laut sagen. Es ist ein Trauerspiel, wie man hier an festgefügten Meinungen festhält.
Manfred Mengewein, Arnsberg
Natürlich hat de Maizière längst erkannt, dass die Zukunft bei Luftraumüberwachung und bald auch bei Kampfhandlungen Luft-Luft oder / und Luft-Boden nicht mehr bei den primär menschengesteuerten Flugmaschinen liegt, sondern bei den sekundär menschengesteuerten Drohnen. Wobei nicht nur moralische, sondern auch finanzielle Gründe dafür sprechen, mal abgesehen von der Trefferquote. Wer könnte also mehr gegen diese Entwicklung sein als die Lobby der Hersteller von Kampf- und Überwachungsflugzeugen? Es müssen ja die Alarmglocken bei denen läuten, sofern sie nicht umdenken. Wie hätte de Maizière da früher reagieren sollen?
Gerhard Rust, Turnau (Österreich)
Wenn die "Euro Hawk"-Drohne nicht angeschafft werden soll, weil sie über Europa nicht fliegen darf - gegen welches europäische Land sollte sie denn überhaupt eingesetzt werden? Und wenn sie nicht eingesetzt werden darf, weil sie kein Anti-Kollisions-System hat - haben denn die alten unbemannten Flugkörper (Raketen) der Bundeswehr solche Systeme?
Dr. Bernhard Prowe, Braunschweig
Wenn ich einen amerikanischen Straßenkreuzer bestelle, den ich nicht mal lenken darf, und mir die ausführliche Bedienungsanleitung vorenthalten wird, dann ist ein funktionsunfähiges GPS nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt und mich zum Stornieren der Bestellung bewegen würde. Bei so viel Geheimniskrämerei kann kein Verkauf zustande kommen. Das Verteidigungsministerium hätte einfach viel früher die Zusammenarbeit aufkündigen sollen.
Alan Benson, Berlin
Nach so einem Artikel fragt man sich: warum Steuern bezahlen, wenn der Staat so verantwortungslos und ohne ein Hauch von Nachhaltigkeit und Augenmaß mein Geld verschleudert. Den Südeuropäern erklärt man gern, wie ein gesunder Staat funktioniert. Vielleicht sollte man sich nicht zu weit von seinem eigenen Misthaufen entfernen, bevor man ohne Frühwarnsystem abstürzt.
Georg Landwehr, Ammersbek (Schl.-Holst.)
Es ging ja, man muss es ganz klar sagen, um Werkspionage. Deshalb das berechtigte Interesse der US-Firma, Produktionsschritte zu verheimlichen, Pläne nicht herauszugeben, die Flüge der Drohne selbst zu steuern. Jedes deutsche Unternehmen würde genauso handeln. Nun ist man ja Deutscher und auch ein wenig stolz, dass man sich endlich von dem übermächtigen Großen Bruder unabhängig machen will, und hat auch Sympathien dafür, dass man, um Autonomie und Souveränität zu erlangen, auch etwas krummere Wege gehen muss, die viele Millionen Euro kosten dürfen. Die Bereitschaft im Volk, diesen Weg in die Autonomie zu gehen, darf nicht unterschätzt werden. Der SPIEGEL tut es, die Regierung leider auch.
Walter Haug, Walzbachtal (Bad.-Württ.)
Die Frage nach der Verantwortung ist gerechtfertigt. Von einer Rücktrittsforderung sollte man aber absehen. Kurz vor der Wahl würde doch nur ein Stillstand im Verteidigungsministerium entstehen. Man sollte dem Minister die Möglichkeit geben, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Dies sollte auch die Opposition berücksichtigen und auf die Forderung nach de Maizières Rücktritt verzichten.
Franz Koshorst, Kassel

DER SPIEGEL 24/2013
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