AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 20/2017

Vorsicht Reimport Passat bestellt, Laster bekommen

Wer ein reimportiertes Auto kauft, kann viel Geld sparen - aber auch manch böse Überraschung erleben.

Verladung im Hamburger Hafen: Überkapazitäten losbekommen
Thies Raetzke/ Laif

Verladung im Hamburger Hafen: Überkapazitäten losbekommen

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Der Volkswagen Passat ist als Vertreterwagen oder Familienkutsche seit 44 Jahren weitverbreitet. Weniger bekannt ist aber, dass er auch ein Lastkraftwagen sein kann.

Florian Stemmler, 37, gerade zum zweiten Mal Vater geworden, brauchte ein geräumiges Auto und kaufte einen Passat Kombi, Farbe Deep Black Perleffekt, Stoffpolsterung Matera. Eigentlich ist er sehr zufrieden mit dem Wagen, wäre da nicht ein Schreiben seiner Versicherung gekommen: Er habe einen Lkw gekauft und müsse seinen Passat auch entsprechend versichern.

Ein gewöhnlicher Passat soll ein Lkw sein? Was klingt wie ein Witz, beschäftigt Stemmler seit Wochen. Tatsächlich hat Volkswagen seinen Passat als Wagen des Typs "N1" statt als "M1" klassifiziert. Damit ist das im niedersächsischen Emden gebaute Fahrzeug kein Pkw, sondern ein Lieferwagen oder Lkw.

Und deshalb stellt sich für Stemmler nicht nur die Versicherungsfrage. Muss er sich nun ans Sonntagsfahrverbot halten? Braucht er gar einen Lkw-Führerschein? Was passiert, wenn er einen Unfall baut?

Stemmler kaufte den Neuwagen bei einem Rostocker Händler, der auf Reimporte spezialisiert ist. Sein Wagen kam aus Polen, er zahlte deshalb nur 24.850 Euro statt des Listenpreises von knapp 35.000 Euro für seine Ausstattungsvariante. Was er nicht wusste: Volkswagen kann bestimmte Modelle, die nach Polen gehen, auch als Lkw klassifizieren. Das geht für Volkswagen kinderleicht und hat steuerliche Vorteile.

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Dieser Artikel ist aus dem SPIEGEL
Heft 20/2017
Emmanuel Macron rettet Europa ... und Deutschland soll zahlen


insgesamt 19 Beiträge
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Das Pferd 13.05.2017
1.
Kenne ich auch aus Berlin. Zur Zeit der Berlinförderung gab es eine Investitionszulage für bestimmte Investitionsgüter. U.a. für LKW. Der sollte nicht mehr als drei Sitzplätze haben Und es gab findige Tischler, die einen passenden Ladeeinsatz fertigte, der auch einen der hinteren Plätze unbenutzbar machte. Natürlich problemlos entfernbar und passend für Mercedes T-Kombis. Die fuhr natürlich der Chef, ohne die Kiste. So weit ich weiß, gab es da auch eine geänderte Zulassung. Kümmerte sich die Mercedes-Niederlassung drum.
Fritz.A.Brause 13.05.2017
2. Wenn Leute über etwas urteilen,...
...dass sie nicht verstehen, dann kommen solche Urteile zustande: "Das Image von VW" hat also in den Augen des Kunden "gelitten". Warum? VW nutzt nationale Bestimmungen, um den lokalen Kunden das Fahrzeug zu einem wettbewerbsfähigen Preis anbieten zu können. Und das macht natürlich nicht nur VW, sondern das machen alle Hersteller. In den skandinavischen Ländern wird z.B. alles mögliche als LKW zugelassen, um die horrenden Luxussteuern zu umgehen. Das ist aus der Sicht eines Kaufmanns, die Rolle in der sich VW hier befindet, vollkomen rational und auch legitim. Der Kunde hat ja auch, ohne mit der Wimper zu zucken, den günstigeren Preis mitgenommen. Hätte dadurch auch sein Image irgendwo leiden müssen? Die selbstbezogenheit der Leute macht mich zusehends sprachlos. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
catcargerry 13.05.2017
3. Die Oberschlauen
Zitat von Fritz.A.Brause...dass sie nicht verstehen, dann kommen solche Urteile zustande: "Das Image von VW" hat also in den Augen des Kunden "gelitten". Warum? VW nutzt nationale Bestimmungen, um den lokalen Kunden das Fahrzeug zu einem wettbewerbsfähigen Preis anbieten zu können. Und das macht natürlich nicht nur VW, sondern das machen alle Hersteller. In den skandinavischen Ländern wird z.B. alles mögliche als LKW zugelassen, um die horrenden Luxussteuern zu umgehen. Das ist aus der Sicht eines Kaufmanns, die Rolle in der sich VW hier befindet, vollkomen rational und auch legitim. Der Kunde hat ja auch, ohne mit der Wimper zu zucken, den günstigeren Preis mitgenommen. Hätte dadurch auch sein Image irgendwo leiden müssen? Die selbstbezogenheit der Leute macht mich zusehends sprachlos. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
Das ist eine Grundhaltung: Ich nutze alle Lücken, aber wehe, mein Geschäftspartner tut es mir gleich. Und wer schlauer ist als ich, ist unfairer Cheater. Dann muss der LKW-Eigentümer halt einen kleinen Bruchteil seiner Ersparnis für eine Einzelabnahme abdrücken. Mehr als einen halben Tausender kann das nicht kosten. Ich decke mich für meinen Haushalt im Großhandel ein - da kann ich auch nicht rumjaulen, wenn ich bei Obst- und Gemüsekisten oder der Verarbeitung von Fleischsträngen Schwund habe, den der Einzelhändler aussortiert oder der Fleischer wegschneidet, muss ich dann selbst machen.
Neandiausdemtal 13.05.2017
4. Malbabgesehen von dem, was Sie Selbstbezogenheit nennen.
Zitat von Fritz.A.Brause...dass sie nicht verstehen, dann kommen solche Urteile zustande: "Das Image von VW" hat also in den Augen des Kunden "gelitten". Warum? VW nutzt nationale Bestimmungen, um den lokalen Kunden das Fahrzeug zu einem wettbewerbsfähigen Preis anbieten zu können. Und das macht natürlich nicht nur VW, sondern das machen alle Hersteller. In den skandinavischen Ländern wird z.B. alles mögliche als LKW zugelassen, um die horrenden Luxussteuern zu umgehen. Das ist aus der Sicht eines Kaufmanns, die Rolle in der sich VW hier befindet, vollkomen rational und auch legitim. Der Kunde hat ja auch, ohne mit der Wimper zu zucken, den günstigeren Preis mitgenommen. Hätte dadurch auch sein Image irgendwo leiden müssen? Die selbstbezogenheit der Leute macht mich zusehends sprachlos. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
Das was aus Ihrer Sicht eine nachvollziehbare kaufmännische Gepflogenheit ist, ist wohl tatsächlich eher Betrug. Genauso könnte man Behaupten, der nicht entdeckte Ladendiebstahl ist allein durch dieses Nichtendecktwerden automatisch legalisiert. Da möchte ich die "ehrbaren" Kaufleute aber mal zetern hören.
Fritz.A.Brause 13.05.2017
5. Sie wissen aber schon...
Zitat von NeandiausdemtalDas was aus Ihrer Sicht eine nachvollziehbare kaufmännische Gepflogenheit ist, ist wohl tatsächlich eher Betrug. Genauso könnte man Behaupten, der nicht entdeckte Ladendiebstahl ist allein durch dieses Nichtendecktwerden automatisch legalisiert. Da möchte ich die "ehrbaren" Kaufleute aber mal zetern hören.
...wie Betrug definiert ist, oder? VW bietet ein Auto in einem lokalen Markt analog zu den lokalen Richtlinien an. Unter anderem auch in einer Version, die (wie das in anderen Märkten auch vorkommt) LKW Version. Wo ist der Betrug? Ob der Re-Importeur den Kunden hätte besser informieren können, steht auf einem anderen Blatt. Niemand hat den Kunden gezwungen bei einem Re-Importeur ein Auto, das für den polnischen Markt bestimmt ist und dort auch allen Erfordernissen entspricht, in Deutschland zu kaufen. Mit selbstbezogenheit meine ich, dass scheinbar niemand mehr für sein eigenes Handeln einstehen möchte und grundsätzlich die "Schuld" woanders sucht. Selbstbezogen ist zu sagen: "ich mache grundsätzlich immer alles richtig, aber die Welt ist schlecht und haut mich übers Ohr". Alternativ hätte der Kunde ja auch einen anderen Kombi kaufen können. Einen, für den sein Budget ausreicht, ohne dass er sich beim Re-Importeur bedienen muss. Ein Ford Mondeo wäre sicher auch möglich gewesen.
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