AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 20/2017

Banken-Tricks Restschuldversicherungen können Sie sich sparen

Banken verkaufen ihren Kunden massenhaft Kreditversicherungen, etwa für den Todesfall. Dabei sind diese teuer und häufig komplett nutzlos. Jeder Vierte tappt in die Falle.

Michael Walter/DER SPIEGEL


Seinen Humor hat Ludger Altenkamp nicht verloren. "Sie wissen, was ich von Beruf bin?", fragt er selbstironisch, bevor er über seine Erlebnisse mit der Ostsächsischen Sparkasse berichtet. Denn Altenkamp ist Staatsanwalt, und als solcher weiß er eigentlich, dass eine gutbürgerliche Fassade nichts zu bedeuten hat. "Aber nie hätte ich gedacht, dass eine Sparkasse mich so abzieht."

2014 und 2016 nahm Altenkamp zwei Kredite auf - einmal 30.000 und einmal 15.000 Euro. Beide Male schloss er dabei auch sogenannte Restschuldversicherungen ab, die einspringen sollen, wenn ein Kreditnehmer stirbt. Die Policen kosteten knapp 2900 beziehungsweise rund 2000 Euro. "Da habe ich schon gemault", sagt Altenkamp, "aber die Bankberaterin erklärte mir: ohne Versicherung keinen Kredit."

Erst Jahre später, als er eine Sondertilgung vornehmen wollte, las Altenkamp in seinen Vertragsunterlagen, dass der Abschluss angeblich freiwillig war. "Da blieb mir die Luft weg! Meine Frau und ich haben gute Gehälter und ein Eigenheim. Wir brauchen keine Restschuldversicherung."

Vor allem aber: Im Ernstfall helfen viele dieser Policen wenig.

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Heft 20/2017
Emmanuel Macron rettet Europa ... und Deutschland soll zahlen


insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
rst2010 16.05.2017
1. einfach den
potentiellen erben den tipp geben, das erbe nicht anzutreten, solange der kredit läuft;-)) aber versichern? für was?
aprilapril 16.05.2017
2. Leider....
zählte ich auch zu den Gutgläubigen. Das was eine komplette Fehlinvestition und sehr teuer. Außerdem kommt man beinahe nicht heraus aus dem Schlamassel. Ich brauchte ein Dutzend Anläufe dazu. Ich kann nur dringend warnen, eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Banken oder Sparkassen, die solchen Humbug anbieten unbedingt meiden.
Hansespirit 16.05.2017
3. ähnliche Erfahrung
Es wird suggeriert, man sei ohne "Versicherung" nicht so richtig kreditwürdig aber irgendwie halt doch. Wenn man dann geklärt hat, ob die Bank nun ein Geschäft mit einem machen wolle oder nicht, wird als nächstes mit der Angst gespielt: "Was, wenn Sie versterben?" "Was dann? Wenn ich versterbe, habe ich andere Sorgen als dass die Bank ihr Geld zurück bekommt." "Und Ihre Erben?" "Meine Erben leben ihr eigenes Leben und machen ihre eigenen Geschäfte"
neu-stuttgarter 16.05.2017
4.
Zitat von aprilaprilzählte ich auch zu den Gutgläubigen. Das was eine komplette Fehlinvestition und sehr teuer. Außerdem kommt man beinahe nicht heraus aus dem Schlamassel. Ich brauchte ein Dutzend Anläufe dazu. Ich kann nur dringend warnen, eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Banken oder Sparkassen, die solchen Humbug anbieten unbedingt meiden.
Na, Artikel nicht gelesen? Eine Risikolebensversicherung ist irgendwie was völlig anderes als eine Restschuldversicherung. Zum einen ist eine Risikolebensversicherung vor allem für Alleinverdiener mit Familie absolut sinnvoll, zum anderen kommt man aus Risikolebensversicherungen in der Regel völlig problemlos wieder raus.
gnarze 16.05.2017
5. Staatsanwalt
Schon ein wenig komisch, dass ein Staatsanwalt so wenig zur Seite legt. Die Versicherung ist sicherlich so teuer, weil er auch nicht mehr der Jüngste ist und/oder nur kleine Raten leistet.
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