Im neuen SPIEGEL: Berühmt und behindert, die Milliarden von Stuttgart, Kriegsfotos, Essay

Vom stellvertretenden Chefredakteur Klaus Brinkbäumer

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DER SPIEGEL

Brinkbäumer

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie begrüßen wir Menschen, die uns nicht die Hand geben können? Man streichle ihnen über die Hand, das war der Tipp, den mein Kollege Markus Feldenkirchen vor dem Flug nach München bekam. Seine Gesprächspartner Samuel Koch und Philippe Pozzo di Borgo berichteten Feldenkirchen dann, dass selbst Fachärzte und Pflegepersonal ihnen die Hand zur Begrüßung vors Gesicht hielten; "die hängt mir vor dem Gesicht, verharrt da und verharrt, bis mein Gegenüber peinlich berührt errötet, weil ihm klar wird, dass ich den Handschlag nicht erwidern kann", so erzählte es Koch. Das SPIEGEL-Gespräch mit Koch, 24, der bei "Wetten, dass …?" verunglückt war, und Pozzo di Borgo, 61, der beim Gleitschirmfliegen vom Himmel gefallen war und das Buch "Ziemlich beste Freunde" verfasst hat, schaffte es auf den Titel des neuen SPIEGEL. Denn es ist ein bewegender Text: so schmerzhaft wie zart, so grausam wie lustig.

Und wieso gibt ein Ministerpräsident 4,7 Milliarden Euro für eine Beteiligung am Stromkonzern EnBW aus? Seit Monaten recherchieren Teams der Ressorts Deutschland und Wirtschaft den Fall Stefan Mappus. Nun stießen sie auf E-Mails, in denen sich Mappus und sein Jugendfreund, Morgan-Stanleys Deutschland-Chef Dirk Notheis, auch über Nachrichten aus dem SPIEGEL austauschen. Mappus an Notheis: "Bei dem zweiten Vorwurf bist Du der Kronzeuge!" Notheis an Mappus: "Wie hast Du so schön gesagt: Theaterdonner ..." Theaterdonner? Inzwischen ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen Mappus; und die Kollegen beschreiben in dieser Woche das besondere Verhältnis der beiden Hauptfiguren dieser Affäre. Notheis an Mappus: "Das musst du sicherstellen." Mappus an Notheis: "O.K.!"

Warum reist jemand in den Krieg? SPIEGEL-Redakteur Takis Würger fuhr im vergangenen Jahr hin, nach Afghanistan, weil er wissen wollte, was Bundeswehr-Soldaten dort erleben; in dieser Ausgabe beschreibt Würger, warum Fotografen den Krieg fotografieren, einmal, zweimal, immer wieder und schließlich so lange, bis sie selbst zu Opfern des Krieges werden.

Und worüber reden wir, wenn wir über Erziehung reden? "Erst mal über uns selbst", sagte mir Elke Schmitter, nachdem sie einen Essay verfasst hatte: "Vom Unbehagen am Medienkonsum meines Sohnes". Schmitter hatte sich über das gewundert, was viele Eltern erleben, und sie war den Gefühlen nachgegangen, die sie überfallen, während ihr Sohn - vollkommen glücklich - per Play-Station Fußball spielt. Und erst als sie ihren Stress verstand, konnte sie mit ihrem Sohn darüber reden, was bei ihm passiert: Statt durch Bewegung Stress abzubauen, ist er beim virtuellen Fußball auch nach dem Spiel noch gestresst. Schmitter sprach mit ihrem Sohn über diesen Stress, und, so erzählte sie mir, "das leuchtet ihm einigermaßen ein, aber auch wenn's ihm nicht einleuchten würde: Dann gebe ich die Zeiten vor und erziehe". Auch Elke Schmitters außergewöhnlichen Essay finden Sie im neuen SPIEGEL.

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Eine anregende Lektüre wünscht
Ihr
Klaus Brinkbäumer

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