Im neuen SPIEGEL: Die Antimaterie, die Euro-Krise, die Geiselnahme - und die Frage, was aus Männern wird, die gern beides hätten: Kinder und Karriere

Vom stellvertretenden Chefredakteur Martin Doerry

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Doerry

Liebe Leserin, lieber Leser,

auch wenn Physik in der Schule nicht Ihr Lieblingsfach war: Die Titelgeschichte dieser Woche wird Sie beeindrucken, vielleicht sogar begeistern. Johann Grolle, Physiker und Co-Chef unseres Wissenschaftsressorts, hat sie aufgeschrieben, nach gründlichen Recherchen unter anderem im Forschungszentrum Cern bei Genf. Grolle beschreibt die Suche der Wissenschaftler nach der Antimaterie, also dem Stoff, der schon in vielen Science-Fiction-Romanen und -Filmen auftauchte. Grolle traf auch den Nobelpreisträger Samuel Ting; dessen Team erkundet die Gesetze von Materie und Antimaterie, jene Regeln, die die Welt im Innersten zusammenhalten. Ting empfing den Journalisten aus Hamburg in einem Büro mit den Abmessungen eines Tanzsaals, durch die Glasfront seines Büros kann der Wissenschaftler hinabblicken auf den Kontrollraum: Dort steuert sein Team einen Antimaterie-Detektor, der an der Weltraumstation ISS montiert ist. Um Grolle sein jüngstes Experiment im All zu erläutern, ließ Ting Bildschirme von der Decke herunterfahren, und vor allem erklärte er, warum es nötig ist, stets das zu tun, was alle anderen für unmöglich halten.

Die Debatte um die Zukunft des Euro beschäftigt uns auch in dieser Ausgabe gleich in mehreren Beiträgen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bekennt sich trotz aller Rückschläge im SPIEGEL-Gespräch zu einer starken, handlungsfähigen Europäischen Gemeinschaft. Der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio hingegen warnt die Berliner Politik vor einem Konflikt mit dem Bundesverfassungsgericht und vor Angriffen auf das Grundgesetz. Im Gespräch mit meinen Kollegen Thomas Darnstädt und Dietmar Hipp attackiert Di Fabio vor allem die in der Regierung kursierenden Ideen einer Volksabstimmung über die europäische Intergration. "So heftig", berichtet Darnstädt nach dem Interview, "habe ich den noch nie erlebt."

Wer in der vergangenen Woche die Berichte über die tödliche Geiselnahme in Karlsruhe verfolgte, konnte glauben, dass dies nur ein weiteres Drama aus dem Hartz-IV-Milieu gewesen sei. Doch die Recherchen eines Teams um den Kollegen Jürgen Dahlkamp ergeben ein anderes, überraschendes Bild.

Die SPIEGEL-Redakteure reisten nach Baden und ins benachbarte Elsass, die Heimat des Täters, und beschreiben hier eine psychische Extremsituation, die offenkundig weniger soziale, denn persönliche Ursachen hatte - eine bewegende Geschichte, die ich Ihnen ganz besonders ans Herz legen möchte.

In der vergangenen Woche empfahl Ihnen an dieser Stelle Chefredakteur Georg Mascolo ein SPIEGEL-Interview mit Anne-Marie Slaughter, jener amerikanischen Professorin, die ihrer Kinder wegen auf die Karriere verzichtet und damit eine große Debatte in den USA ausgelöst hatte. In dieser Ausgabe finden Sie nun eine Replik des SPIEGEL-Kollegen Markus Brauck. Der Wirtschaftsredakteur stellt die berechtigte Frage, was eigentlich aus den Männern werden soll, die beides wollen: Karriere und Kindererziehung. "Meine Kolleginnen", so Brauck, "werden ständig gefragt, wie sie das hinkriegen, ihren Job und ihre Familie. Mich fragt keiner."

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Martin Doerry

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