Im neuen SPIEGEL: Warum Abnehmen so schwer ist; Frank Schirrmacher im Streitgespräch, Ministerin Schröder antwortet ihren Kritikern, der Geisterkrieg in Mali

Von Chefredakteur Georg Mascolo

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Dicke seien "selbst an ihrem Zustand schuld, sie müssten ja einfach nur weniger essen". Dieses Vorurteil hören übergewichtige Männer, Frauen und Kinder häufig, aber neue Forschungsergebnisse belegen, dass dies nicht stimmt. "Beim Dickwerden ist nicht Willensschwäche entscheidend, sondern der Lebenswandel", sagt meine Kollegin Veronika Hackenbroch, die für den aktuellen SPIEGEL-Titel zusammen mit Laura Höflinger und Kerstin Kullmann recherchierte. Einer ihrer Gesprächspartner war der Mediziner und Adipositas-Experte Achim Peters. Im SPIEGEL-Interview sagt er, dass vor allem Dauerstress, etwa Unzufriedenheit mit der Arbeit, Armut oder Existenzangst, zu Übergewicht führe. Wie das Gehirn dabei Einfluss auf das Essverhalten nimmt, haben Wissenschaftler durch Experimente nachweisen können. Ihre Schlussfolgerung: Diäten, die an den Lebensumständen nichts ändern, sind zum Scheitern verurteilt.

Lange Jahre standen Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen", und mein Kollege Jan Fleischhauer politisch auf derselben Seite. Beide waren überzeugte Konservative, hielten den Kapitalismus für verteidigungswürdig; und wenn sie einander trafen, lästerten sie gemeinsam über die Linken. Fleischhauer macht das auch heute noch so, Schirrmacher hat sich gewandelt, vom Verteidiger des Kapitalismus zu einem vehementen Skeptiker. Nach früheren Debattenbeiträgen wie "Minimum" und "Das Methusalem-Komplott" rechnet er in seinem neuen Buch "Ego" mit einer Gesellschaft ab, die den hemmungslosen Egoisten als vernünftigeren Menschen feiert und eine "moderne Informationsökonomie" begründet. In einem SPIEGEL-Essay stellt Schirrmacher seine Überlegungen vor und verteidigt sie anschließend in einem Gespräch mit Fleischhauer.

Familienministerin Kristina Schröder hat weniger Zeit als üblich für Journalisten, ihre Tochter gewöhnt sich in die Kita ein. Der SPIEGEL-Titel der vergangenen Woche mit seiner massiven Kritik an der Familienpolitik der Bundesregierung sorgte dafür, dass sich Schröder trotzdem eine Stunde Zeit nahm, um mit meinen Kollegen René Pfister und Alexander Neubacher über eine Studie zu diskutieren, die ihrer Politik weitgehende Unwirksamkeit bescheinigt. Schröder: "Ich finde nicht, dass Politik vorgeben sollte, wie Familien zu leben haben."

Zwei Wochen nach dem Einmarsch der französischen Armee ist die Stadt Timbuktu im Norden von Mali immer noch eingeschlossen. Das malische Militär riegelt alle Zufahrtswege in die Wüstenstadt hermetisch ab, um die Rückkehr der Islamisten zu verhindern. Meinem Kollegen Thilo Thielke ist es dennoch gelungen, mit einem Buschpiloten in die legendäre Stadt vorzudringen. Durch die Straßen wehten noch die verkohlten Reste verbrannter Bücher. "Die Glaubenskrieger", sagt Thielke, "haben sich einfach in die Wüste zurückgezogen. Nun ist der Krieg in Mali ein Geisterkrieg."

Das Zentralarchiv des russischen Verteidigungsministeriums in der Nähe von Moskau ist normalerweise so verschlossen wie die Archive des Vatikan. Journalisten wird nur sehr selten Zugang gewährt. Über 18 Millionen Dokumente lagern in Podolsk, viele aus der Zeit des sogenannten Großen Vaterländischen Krieges zwischen 1941 und 1945. Hier finden sich Frontkarten, Lageberichte, zerfledderte Stabszeichnungen und auch ein Konvolut aus zwölf Bänden, insgesamt 389 Seiten, die sich mit dem Leben und Sterben von Oberleutnant Jakow Dschugaschwili beschäftigen, Stalins erstgeborenem Sohn, der von seinem Vater verstoßen wurde, sich wohl von den Deutschen gefangen nehmen ließ und im April 1943 im KZ Sachsenhausen umkam. Sechs Monate lang schrieb mein Kollege Christian Neef Eingaben, um schließlich ins Archiv vorgelassen zu werden - allerdings mit der Auflage, nur handschriftliche Notizen zu machen, Kopien waren verboten. Das Studium der Akten gewährt neue, ungewöhnliche Einblicke in das Familienleben des Diktators, der seinem Sohn über dessen Tod hinaus nicht vergab.

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Georg Mascolo

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