Im neuen SPIEGEL Der Kampf um Rom; der Fall Gysi; der globale Drogenkrieg

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Von Chefredakteur Georg Mascolo


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am Aschermittwoch hielt Papst Benedikt XVI. seine letzte Messe im Petersdom in Rom, Tausende Gläubige waren gekommen. Mit seinem Rücktritt hat der Papst die katholische Kirche erschüttert - und zugleich einen Wettkampf eröffnet: zwischen Reformern, Bischöfen, die mehr Freiheiten fordern, und Blockierern, die bereits ihre Seilschaften in Formation bringen. Es geht um die Rolle der Kirche im 21. Jahrhundert, um Deutungshoheit, Macht und Posten. Die Titelgeschichte dieser Ausgabe beschreibt diesen Machtkampf.

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Heft 8/2013
Stunde Null im Vatikan

Vor zwei Jahren gab Gregor Gysi, Fraktionschef der Linken, eine eidesstattliche Versicherung ab: Er habe zu "keinem Zeitpunkt über Mandanten oder sonst jemanden wissentlich und willentlich an die Staatssicherheit berichtet". Viele, die sich mit dem Fall Gysi beschäftigen, haben Zweifel, ob das stimmt; schließlich gab es bei der Stasi die Pseudonyme "Notar" und "Gregor". Doch das seien keine konkreten Personen gewesen, so die Aussagen früherer Stasi-Offiziere, sondern jeweils so etwas wie der Oberbegriff für eine Sammelmappe - eine schwer zu erschütternde Behauptung. Bisher jedenfalls. Nun liegt dem SPIEGEL eine Liste vor, aus der Zeit vor dem Mauerfall, die belegt, dass der Informant "Notar" mit einer Dankesurkunde und einer Münze geehrt werden sollte. Eine Urkunde für eine Sammelmappe? "Diese Liste", urteilt SPIEGEL-Redakteur Peter Wensierski, "kann für Gysi und seine Partei höchst gefährlich werden, denn mit einer falschen eidesstattlichen Versicherung wird der Fall strafrechtlich relevant." Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt, auch der SPIEGEL wird das Thema weiterhin verfolgen.

Einer der berühmtesten ehemaligen Auftragskiller der südamerikanischen Drogenbarone heißt Jhon Velásquez, genannt Popeye, Häftling in einem kolumbianischen Hochsicherheitsgefängnis - wo ihn SPIEGEL-Mitarbeiter Juan Moreno interviewte. Der Report, den er mit SPIEGEL-Reporter Jochen-Martin Gutsch verfasste, ist Auftakt einer Serie. Beschrieben wird der Krieg gegen die Drogen, ein Krieg, der seit 40 Jahren andauert, und beschrieben wird eine 500-Milliarden-Dollar-Industrie sowie ein gigantischer Markt. Die Serie schildert Anbaugebiete und Gift-Labors - und sie erklärt, warum Experten, seriöse Ökonomen und hochrangige Politiker, etwa der ehemalige Uno-Generalsekretär Kofi Annan, ernsthaft über eine kontrollierte Legalisierung von Drogen nachdenken, sie sogar empfehlen - weil der Krieg nicht anders zu gewinnen sei.

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Georg Mascolo



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