Im neuen SPIEGEL: Der nächste Irre mit der Bombe; im indischen "Vergewaltigungs-Staat"; Besuch bei einem Kunstfälscher

Von Chefredakteur Georg Mascolo

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Liebe Leserin,
lieber Leser,

Kim Jong Un, der Diktator Nordkoreas, droht mit einem nuklearen Angriff auf die USA, er riskiert damit die Apokalypse, nicht nur in Südostasien, sondern für die ganze Welt - ist der geheimnisumwitterte Sohn eines Tyrannen einfach nur verrückt, lediglich der nächste "Irre mit der Bombe", wie der SPIEGEL, später oft damit zitiert, vor acht Jahren über dessen Vater titelte? Oder folgt Kim Jong Uns Rhetorik rationalen Motiven, geht es ihm um die Legitimierung seiner Herrschaft, um die Zurückdrängung des Militärs? Und falls dem so ist - wie wahrscheinlich ist dennoch eine Eskalation? Diesen und weiteren Fragen gehen wir in der Titelgeschichte unserer SPIEGEL-Ausgabe nach. Und wir beschreiben das Dilemma der chinesischen Außenpolitik: nämlich einen unliebsamen und unkontrollierbaren Verbündeten zu haben - und dadurch ausgerechnet die USA auf den Plan zu rufen. Auch untersuchen wir die Frage, wie weit in Pjöngjang der Plan gediehen ist, die Bombe tatsächlich auf Raketen zu montieren? Darüber sprachen meine Kollegen mit einem der einflussreichsten Experten zu diesem Thema, mit David Albright, Direktor des Institute for Science and International Security. Albrights Aussage klingt pessimistisch: "Der Westen sollte sich schon mal darauf einstellen."

Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit, Ehrenmorde, Vergewaltigungen wie unlängst in Neu-Delhi - seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Indien eine Demokratie, dennoch lauert eine hohe Gewaltbereitschaft unter der vielgerühmten Toleranz. SPIEGEL-Redakteurin Sandra Schulz reiste jetzt in den Norden des Subkontinents, in den Bundesstaat Haryana, eine der konservativsten Gegenden Indiens - auch bekannt als "Vergewaltigungs-Staat". Dort herrschen informelle Dorfräte, die "Khap Panchayats", eine Art Parallelregierung, zwar nicht gewählt, doch mit erheblichen Machtbefugnissen ausgestattet. Schulz traf einen solchen Ältesten und Khap-Führer, sie sprach mit Frauenrechtlerinnen und Wissenschaftlern, und sie nahm an einer Dorfversammlung teil, wo sie auf einer separaten Tribüne sitzen musste, unter den scheelen Blicken der Männer.

Wie ein glücklicher Tourist, braungebrannt, im Hawaii-Hemd und mit kräftigem Händedruck - so empfing Robert Driessen seinen Besuch, SPIEGEL-Mitarbeiter Michael Sontheimer. Man traf sich in einem Strandcafé in Thailand, das Driessen gehört, der genaue Ort soll nach Driessens Wunsch geheim bleiben. Denn der Niederländer gilt als einer der erfolgreichsten Kunstfälscher, in Europa wird Driessen mit Haftbefehl gesucht. Seine Spezialität waren Arbeiten im Stile des Bildhauers Alberto Giacometti, etwa 1300 Skulpturen, hat Driessen nach eigener Aussage produziert. Und manchmal habe er sich dem Vorbild so nahe gefühlt, dass er meinte, seine eigenen Figuren hätten dem Meister ebenfalls gefallen müssen. Beim Abschied musste Sontheimer den Eindruck eines glücklichen Menschen revidieren:"Es ist das ewige Dilemma des Kunstfälschers", so Sontheimer, "Driessen fühlt sich als Künstler - und verkannt."

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