Im neuen SPIEGEL: Warum glaubt der Mensch?; Walser-Gespräch über Religion; Rekonstruktion einer Europa-Konferenz; Schäubles Sparpläne; wie Deutschlands Lehrer besser werden

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Mascolo

Liebe Leserin,
lieber Leser,

mein Kollege Manfred Dworschak wuchs auf in einem bayerischen Dorf, und dort durchlief er, wie alle Kinder, das volle religiöse Programm: Kommunion, Firmung, Ministrantendienst. Aus diesem Grund klangen ihm die Verheißungen des Glaubens durchaus vertraut, als er für seine Titelstory mit Anthropologen, Religionswissenschaftlern und Psychologen sprach und sich deren neue Erkenntnisse erklären ließ. Dworschak ging einer großen Frage nach - nämlich, wozu der Mensch Gott brauche. Dworschaks Antwort: weil Religion eine Zivilisation zusammenhält. Diesem Themengebiet widmet sich der SPIEGEL übrigens nicht zum ersten Mal. Im Dezember 2000 untersuchte eine Titelgeschichte, ebenfalls unter der Zeile "Warum glaubt der Mensch?", die Renaissance des Glaubens. Auch den Schriftsteller Martin Walser beschäftigt das Sujet seit Jahren; drei der jüngsten Werke Walsers handeln davon. Im SPIEGEL-Gespräch mit meinen Kollegen Susanne Beyer und Volker Hage erzählt der Autor von seiner katholischen Kindheit: warum die Beichte so schön und anregend dialektisch gewesen sei, warum er seine Frömmigkeit ausgerechnet Karl May verdanke.

Mal wieder ging es um die Zukunft Europas, natürlich hinter verschlossenen Türen. Vor zwei Wochen kamen die Staats- und Regierungschefs in Brüssel zusammen, die Erwartungen wurden nur übertroffen von den vollmundigen Versprechungen: Man arbeite, so verlautbarte aus der deutschen Delegation, an einer Union, ohne die der Euro nicht überleben könne. Muss man daran glauben? Eher nicht, fand ein Team des SPIEGEL um Autor Dirk Kurbjuweit heraus. Anhand vieler exklusiver Zugänge und Gespräche rekonstruieren die SPIEGEL-Leute eine historische Konferenz, sie schließen für die Leser die Türen auf, ziehen allerdings ein trauriges Fazit: Das vereinte Europa liegt in weiter Ferne, man fragt sich, ob überhaupt daran gearbeitet wird.

Im nächsten Jahr wird gewählt, die Steuereinnahmen sind auf Rekordhoch. Was also tun die Parteistrategen in Regierung und Opposition? Sie denken schon jetzt darüber nach, welche Versprechen für Familien, Rentner und Hartz-IV-Empfänger im Wahlkampf gut ankommen. Aber es gibt noch eine andere Wirklichkeit, wie mein Kollege Christian Reiermann herausgefunden hat. Danach müssen die Steuern erhöht, die Renten gekürzt, und die Lebensarbeitszeit muss verlängert werden. So hat es das Bundesfinanzministerium berechnet und die Ergebnisse Wolfgang Schäuble vorgelegt. Wegen der nachlassenden Konjunktur und der Risiken aus der Finanz-und Euro-Krise, so der Befund, müsse die nächste Regierung eisern sparen.

Fast jeder kennt sie, Geschichten über lustlose Pädagogen, die einem den Lernstoff und die Schulzeit verleideten; seltener sind die Erinnerungen an großartige Lehrer. Was macht ihn aus, den guten Pädagogen, sie, die tolle Lehrerin? Und wie bildet man ihn oder sie heran? SPIEGEL-Redakteur Jan Friedmann recherchierte zum Beispiel an der Bochumer Professional School of Education, wo man für angehende Lehrer ein eigenes Ressort geschaffen hat - und damit ein Wir-Gefühl, einen Ort, wo sie ihr erzieherisches Talent ausbilden können. Und geht es auch ohne Talent? Ohne Erzieher? In Äthiopien, drei Stunden westlich von Addis Abeba, in dem Dorf Wonchi, kann man auf Lehrer offenbar verzichten. Dort bekamen, in einer Art Experiment, Kinder, die weder schreiben noch lesen können, Tablet-Computer in die Hand gedrückt - und sie brachten sich selbst den Umgang mit dem Touchscreen bei, lernten Buchstaben. "Wenn die Dunkelheit hereinbricht", erzählt SPIEGEL-Korrespondentin Fiona Ehlers, "sitzen die Erwachsenen von Wonchi um ihre Feuer und lauschen den alten Geschichten - während ihre Kinder den Computer als Taschenlampe benutzen."

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen

Georg Mascolo

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