Im neuen SPIEGEL: Der Nachlass der Nazis; die Vergangenheit des ägyptischen Präsidenten; Roboter-Autos; das British Empire

Von Chefredakteur Georg Mascolo

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Liebe Leserin, lieber Leser,

die Nazis waren nicht nur Mörder - sie waren auch, darin ihrem "Führer" Adolf Hitler nacheifernd, versierte Diebe, zumindest ihre nahezu komplette Führungsriege. Zusammengerafft wurde alles, was da glänzte und glitzerte, was kostbar war oder wertvoll schien: Möbel, Teppiche, Schmuck, Gemälde. Opfer dieses größten Kunstraubs des 20. Jahrhunderts waren in den meisten Fällen Juden. Was geschah mit dem Nachlass der Nationalsozialisten? Dieser Frage ist mein Kollege Steffen Winter nachgegangen. Nach dem Krieg wurden rund zweieinhalb Millionen Stücke an die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Erben zurückgegeben, durch oder auf Druck der Alliierten. Doch einige tausend Pretiosen, fand Winter heraus, liegen heute noch in den Depots deutscher Museen, und noch keine deutsche Regierung hat sich mit Konsequenz bemüht, die braune Beute loszuwerden. Ziemlich genau 80 Jahre nach der Machtergreifung ist das ein moralisches Desaster.

In dieser Woche kommt ein besonderer Staatsgast nach Berlin: Mohammed Mursi, Präsident von Ägypten. Wer ist dieser Mann? Es gibt jemanden, der Mursi offenbar kennt. Der ägyptische Journalist Abd al-Galil al-Scharnubi war ein überzeugter Muslimbruder, seit seinem 13. Lebensjahr, und er machte Karriere. So arbeitete er nach eigenen Angaben vier Jahre hindurch im Informationskomitee der Bruderschaft in Kairo eng mit einem Mohammed Mursi zusammen. Der leitete den Online-Dienst der Bruderschaft. Damals, noch vor der Revolution, konnte Scharnubi sich also eine Meinung bilden über den Kollegen: Mursi habe jede Zusammenarbeit mit Israel als Sünde bewertet, Hetze gegen Juden entspreche seinem Denken. Dass der Politiker inzwischen seine Haltung geändert haben könnte - daran wollte Scharnubi, der vor zwei Jahren die Bruderschaft verließ, gegenüber meinen Kollegen Dieter Bednarz und Volkhard Windfuhr nicht glauben. "Mursi ist ein Meister der Tarnung", sagte Scharnubi. Aus dem Präsidentenpalast zu Kairo gab es, obwohl der SPIEGEL sich dringlich darum bemühte, keine Stellungnahme. Für Kanzlerin Merkel wird Mohammed Mursis Besuch heikel werden.

Einer der wichtigsten Pioniere des selbstfahrenden Autos, Sebastian Thrun, empfing SPIEGEL-Redakteur Christian Wüst auf dem Parkplatz der Google-Zentrale in Mountain View, südlich der San Francisco Bay. Thrun hatte ein Auto dabei - ein besonderes. Er hat, für Google, das Auto ohne Fahrer erfunden: mit einer Software, die Chauffeursdienste leistet. Für Wüst, Motor-Redakteur des SPIEGEL, war dies die seltsamste aller Probefahrten. Das Auto fuhr an wie von Geisterhand bewegt, das Lenkrad drehte sich, so kutschierte man eine Dreiviertelstunde über die Highways. Wüst war beeindruckt: "Verkehrsunfälle gehen sehr oft auf menschliches Versagen zurück, der Computer ist der perfekte Chauffeur."

SPIEGEL-Redakteur Michael Sontheimer stand in der Krypta der St. Paul's Cathedral, mitten in der Londoner City, und bestaunte einen Sarkophag aus schwarzem Marmor: Hier ruhen die Gebeine von Vizeadmiral Horatio Nelson, der in der Schlacht von Trafalgar sein Leben ließ - dessen geniale Schlachtordnung jedoch den Sieg der Briten herbeiführte und die Grundlage für das Empire schuf. Sontheimers Beitrag über den Helden und sein militärisches Genie findet sich, neben Reportagen, Analysen und Gesprächen, im SPIEGEL GESCHICHTE "Das Britische Empire", das von Dienstag an im Handel ist.

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