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Ein SPIEGEL-Interview, das keines war

 

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In der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL berichten wir über die Arbeitsbedingungen bei der Telekom-Tochter T-Mobile USA. Schon seit Jahren werfen Gewerkschafter dem Unternehmen vor, die Wahl von Arbeitnehmervertretern zu verhindern und jede Form von Mitbestimmung zu unterdrücken.

Die Deutsche Telekom sah sich offenbar genötigt, auf die in der Geschichte beschriebenen neuen Beispiele zu reagieren.

Jedenfalls erschien im Intranet der Deutschen Telekom kurz darauf ein Interview mit der im Vorstand für Personal und Recht zuständigen Marion Schick, in der sie noch einmal die Position des Unternehmens zu den Vorwürfen wiedergibt.

Wie auf einer internen Unternehmensplattform nicht anders zu erwarten bestechen die Interview-Fragen durch eine gewisse, nun ja, nennen wir es Einseitigkeit: "Was steckt Ihrer Meinung (sic!) hinter der geplanten Kampagne von Verdi..."?

Überraschender als die Antwort der Vorstandsfrau auf diese Steilvorlage ist allerdings der Fragesteller. Denn laut dem Intranet der Telekom war das ein gewisser "Spiegel".

Auch nach hartnäckigen Recherchen in unserer Redaktion wollte niemand die Verantwortung für das Interview übernehmen. Die Fragen entstammen auch nicht einer SPIEGEL-Anfrage, die dann in ein Interview umfunktioniert worden wäre.

Ein Anruf bei der Telekom brachte Klarheit. Es handele sich um ein Missgeschick, hieß es dort, der Fehler werde korrigiert.

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