Im neuen SPIEGEL Die Anne Frank aus Tschetschenien


Als junges Mädchen begann Polina Scherebzowa, Tagebuch zu führen - dann brach der Krieg in Tschetschenien aus. Diese Geschichte und andere empfiehlt Redakteurin Anke Dürr aus dem aktuellen SPIEGEL.

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Heft 10/2015
Wie das Silicon Valley unsere Zukunft steuert

  • An dieser Stelle stellt Ihnen die SPIEGEL-Redaktion ihre Lieblingsgeschichten aus der neuen Ausgabe vor.
    In dieser Woche: Anke Dürr, 45, seit 1995 beim SPIEGEL. Sie ist Redakteurin beim KULTUR SPIEGEL.
Anfang der Woche saß ich nach Feierabend mit Kollegen noch ein bisschen zusammen. Es war lustig, wir hatten einen anstrengenden, hektischen Tag hinter uns und plauderten über die Oscar-Verleihung, jemand berichtete von einem neuen Restaurant. Dann stieß der Kollege Tobias Rapp aus dem Kulturressort dazu. Er erzählte, noch immer aufgewühlt, die Geschichte von Polina Scherebzowa, die er gerade getroffen hatte. Scherebzowa ist in Tschetschenien aufgewachsen. Sie war neun, als in ihrer Heimat der Krieg ausbrach und sie anfing, Tagebuch zu schreiben. Ihre Aufzeichnungen konnte sie durch alle Kriegswirren hindurch retten, sie werden jetzt auf Deutsch veröffentlicht. Rapp vergleicht das Buch mit dem Tagebuch der Anne Frank: "Eine Kinderstimme erzählt von einem der großen Menschheitsverbrechen der vergangenen zwanzig Jahre."

Es gibt Schauspieler, derentwegen ich ins Kino gehe, auch wenn das Thema des Films eigentlich gar nicht meines ist. So ist das auch mit meinem Kollegen Alexander Smoltczyk: Dessen Geschichten lese ich fast immer, egal worüber er schreibt. Und auch in dieser Woche lohnt sich das - Smoltczyk und seine Mitautoren Christian Reiermann und Nikolaus Blome schaffen es, selbst etwas Abstraktes wie die Verhandlungen zwischen der EU und Griechenland so plastisch zu beschreiben, dass das Lesen ein Vergnügen ist.

Am frühen Freitagnachmittag wird der neue SPIEGEL bei uns im Hamburger Redaktionsgebäude an die Mitarbeiter verteilt - für mich immer ein spannender Moment. Diesmal besonders, weil der aktuellen Ausgabe der neue KULTUR SPIEGEL beiliegt. Das Heft, für das ich seit fast 20 Jahren arbeite, hat ein neues Gesicht bekommen, und ich bin wirklich begeistert von der Arbeit meines Kollegen Nils Küppers. Er hat das neue Layout entworfen, das Heft ist optisch klarer und eleganter geworden, die Schrift dabei ganz klassisch. Zur März-Ausgabe haben Kollegen aus dem ganzen Haus beigetragen, anlässlich der Leipziger Buchmesse stellen sie die besten Bücher des Frühjahrs vor. Der Fotograf Reinhard Hunger hat einige dieser Bücher im Stil der alten Meister in Szene gesetzt - und sich die Freiheit genommen, in seinen Stillleben auch mal eine Plastiktüte auftauchen zu lassen.

Hier kommen Sie zur Digitalausgabe des neuen SPIEGEL.

Viel Spaß bei der SPIEGEL-Lektüre wünscht Ihnen

Anke Dürr

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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"Armenhaus" 27.02.2015

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