30.03.2010

Größe und Wahn

Vor über 2500 Jahren begann der Aufstieg Persiens zur Weltmacht der Antike. Die Sehnsucht nach früherer Bedeutung bestimmt bis heute das Handeln einer Nation, die sich allzu oft verkannt fühlt.
Der Weg in die Vergangenheit ist gut ausgebaut. Er führt von Schiras, der Hauptstadt der Provinz Fars im Südwesten Irans, über eine mehrspurige Straße. Wie moderne Karawanen ziehen auf ihr Touristenbusse und Kleinwagen mit iranischen Familien durch das hügelige Gelände der Hochebene Marw-e Dascht. Gut 50 Kilometer verläuft die schnurgerade Strecke durch eine Art Halbwüste. Nur ab und zu sorgen Felder und größere Siedlungen für Abwechslung.
Nach knapp einer Stunde erreichen die Reisenden ihr Ziel. Am Fuße des Kuh-e Rahmat, des "Berges der Barmherzigkeit", erhebt sich vor ihnen eine der bedeutendsten historischen Stätten der Weltgeschichte: Parsa, bekannter unter ihrem griechischen Namen Persepolis, "Stadt der Perser".
Die monumentale Freitreppe, die den Besucher empfängt, lässt die einstige Herrlichkeit erahnen. 111 Kalksteinstufen, geschlagen aus dem nahen Berg, führen hinauf zu einer gewaltigen Terrasse von 130 000 Quadratmetern, so groß wie 18 Fußballfelder. Die Stufen sind so flach und tief, dass sie zum Schreiten zwingen. "Wie ein Schiff, das in die Weite des Meeres entlassen wird, schiebt sich die große Terrasse in die Ebene, die Säulen ragen wie kahle Masten in die Luft", schwärmte die britische Schriftstellerin und Iran-Reisende Vita Sackville-West Anfang des vergangenen Jahrhunderts von dem Anblick.
Wie grandios die Stadt zu ihrer Blütezeit vor 2500 Jahren gewesen sein muss, belegen die Schilderungen griechischer Geschichtsschreiber, die Europas Bild von den Persern entscheidend prägten. So parteiisch die hellenischen Berichte über die konkurrierende Großmacht aus Zentralasien auch sind: Die "reichste Stadt unter der Sonne", so der Historiker Diodor, faszinierte sie alle. Die "Metropolis des Königtums der Perser" war die zentrale Residenz eines Imperiums, das Dareios I. etwa 500 v. Chr. errichtet hatte. Als mächtigster Mann der Welt herrschte der Perser-Führer über mehr als zwei Dutzend Völker in Asien, Afrika und Europa.
In den Palästen von Persepolis, so die iranische Überzeugung, empfing der "König der Könige, König der Länder, König auf dieser großen Erde", wie sich Dareios auf Inschriften nennen ließ, seine Statthalter und Verbündeten aus den Provinzen zu Nowrus, dem Neujahrs- und Frühlingsfest. In den Opferstätten am Fuße des Berges der Barmherzigkeit huldigte Dareios seinem obersten Gott: Ahura Mazda, der nach der Lehre des persischen Religionsstifters Zarathustra "den Himmel, die Erde und den Menschen schuf".
Bis heute wird Nowrus am 21. März in ganz Iran begangen. Und bis heute ist auch Persepolis noch immer ein ideelles Zentrum des Landes, das sich seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts Iran nennt. Schätzungsweise zehn Millionen Iraner bestaunen jedes Jahr das "achte Weltwunder", so der iranisch-deutsche Archäologe Mahmoud Rashad. Nach Persepolis strömen - trotz aller Krisen und Konflikte Irans - aber ebenso Zehntausende Besucher aus dem Ausland. Im Februar hat der Iran-Reisegruppenleiter und Autor Rashad seine 250. Reisegruppe aus Deutschland durch die grandiosen Trümmer geleitet.
An die historische Stätte zieht es auch international renommierte Forscher wie den Direktor des Instituts für Iranistik an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Bert Fragner. Seit fast 50 Jahren ist der Wissenschaftler den Ursprüngen der Perser und ihrer Kultur auf der Spur (siehe Gespräch Seite 20). Und noch immer berührt den Wiener Gelehrten die "außergewöhnlich würdige Atmosphäre dieses Ortes", der so wichtig ist für das Verständnis des Landes, seiner Geschichte und seiner Menschen. Reiseleiter Rashad sagt es bei seinen Führungen etwas plakativer: "Persepolis, das ist Persien."
Zumindest ist Persepolis der gemeinsame Nenner für die etwa 75 Millionen Einwohner der Islamischen Republik Iran, die der Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini nach dem Sturz des Schahs im Februar 1979 ausgerufen hat. Auf die Ruinen sind die letzten Royalisten so stolz wie die größten Islamisten. Hier stellte sich 1971 auf einer pompösen Mega-Party Mohammed Resa Schah in eine Ahnenreihe mit Dareios.
Heute zieht es hierhin selbst Bannerträger der Revolution wie Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Im März 2007 lud der Staatschef - demonstrativ bescheiden in dunkler Windjacke - "die Mächte der Welt" dazu ein, "auf unsere Kosten nach Persepolis zu kommen, damit sie die Macht und die Fähigkeiten unseres Volkes sehen". Als wären sein umstrittenes Regime und die Macht eines Dareios auch nur annähernd vergleichbar, beschwor er die Größe und Herrlichkeit der alten Perser: "Sie haben Mächte in die Knie gezwungen, vor denen die heutigen Mächte ein Nichts sind." Deutlicher hätte er den "großen Satan" USA nicht schmähen können.
So ist Persepolis für viele Perser nicht nur ein kostbarer Kulturschatz und Synonym für den Stolz auf eine Zivilisationsgeschichte, deren Anfänge so weit zurückgehen in die Vergangenheit wie bei kaum einer anderen Nation. Persepolis ist auch die Stein gewordene Manifestation eines Machtanspruchs, der sich über die Jahrtausende ins kollektive Gedächtnis des Volkes eingebrannt hat, dessen Selbstwertgefühl prägt und das Handeln seiner Herrscher bestimmt - und mitunter die Grenzen zwischen Größe, Wahn und Sinn verwischt.
Der Blick zurück auf die Anfänge dieser Supermacht der Antike führt in ein karges Hochland, das etwa den Grenzen des heutigen Iran entspricht und etwa fünfmal größer ist als Deutschland. Schon vor über 10 000 Jahren sollen in diesem unwirtlichen Gebiet Menschen gelebt haben. Doch erst mit der indo-germanischen Einwandererwelle begann die eigentliche Besiedlung: Im Norden und Nordosten setzten sich die Skythen fest, im Nordwesten ließen sich die Meder nieder. In den Süden zogen die Parsa ein, die als Ur-Perser gelten. Farsi, die Bezeichnung der heutigen Landessprache Persisch, ist ebenso eine Ableitung von Parsa wie der Name der Provinz, in der Persepolis liegt.
Der Aufstieg zur ersten Weltmacht der Geschichte begann mit dem Niedergang der Elamer, deren Reich mit der Hauptstadt Susa am westlichen Rand des Hochlands lag. Erst nachdem die Assyrer, die über das fruchtbare Mesopotamien und weite Teile des Nahen Ostens regierten, die Elamer besiegt hatten, konnten sich die Perser auf deren Herrschaftsgebiet ausdehnen. Der Drang zur Größe, der Persiens Geschichte bestimmen sollte, war geweckt.
Endgültig aus der Enge des Hochlands führte die Perser Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. dann Kyros II., genannt der Große, der bis heute verklärt wird wie kein anderer ihrer Herrscher. Schon um seine Abstammung ranken sich die Mythen. Für den Geschichtsschreiber Herodot war der Vater ein persischer Vasall, die Mutter die Tochter des Mederkönigs Astyages. Der griechische Autor Ktesias hingegen sieht in Kyros den Sohn eines persischen Freischärlers und einer Schafhirtin. Der Persepolis-Erbauer Dareios jedoch reiht Kyros ein in den eigenen Stammbaum, den der Achaimeniden. Als Urvater dieses Fürstengeschlechts gilt der Stammesführer Hachamanisch, auf griechisch Achaimenes, der zum Begründer der Dynastie stilisiert wurde.
Der Aufstieg des Kyros hatte wahrlich biblische Dimensionen. Während Rom noch ein Kleinstaat in Mittelitalien ist und die Germanen weder Städte noch Schrift kennen, gebietet der Perser über das erste Weltreich der Geschichte. Weil er bei der Eroberung Babylons - wie nebenbei - die dort lebenden Juden aus ihrer Gefangenschaft befreit, wird Kyros in der Heiligen Schrift der "Gesalbte" genannt, den Gott "an der rechten Hand gefasst hat, um ihm die Völker zu unterwerfen, um die Könige zu entwaffnen" (Jesaja Kapitel 45, Vers 1). Selbst die erste Menschenrechtsdeklaration schreiben viele Perser ihrem Kyros zu. Das allerdings ist eine Legende, auch wenn es eine Tonrolle gibt, auf der dem Herrscher in Keilschrift die Förderung von Frieden und Kultpflege zugeschrieben wird.
Unbestritten ist, dass Kyros ein umsichtiger und erfolgreicher Großkönig war. Die besiegten Reiche behielten weitgehend ihre Autonomie und ihre eigene Verwaltung - und damit ihre Würde.
Sich auch nur in die Nähe dieses Über-Herrschers zu rücken sollte in den folgenden Jahrtausenden für manche Regenten geradezu zur Obsession werden. "Kyros, großer König, König der Könige, unsterblicher Sohn der Geschichte, ruhe in Frieden, denn wir wachen und werden weiter wachen", gelobte Schah Mohammed Resa 1971 in Persepolis. Acht Jahre später stieß Ajatollah Chomeini ihn vom Pfauenthron.
Perfektioniert wurde die persisch-elegante Art der Staatsführung von Dareios. Der Sohn eines Statthalters unter Kyros erweiterte nicht nur das Reich noch einmal. Er stieß bis ins heutige Bulgarien vor. Mit der Errichtung von Persepolis begründeten er und sein Sohn Xerxes den Mythos von der alles überragenden persischen Zivilisation.
Doch Persepolis steht zugleich für tiefe Schmach. Wie ein Tsunami ist Alexander der Große 330 v. Chr. über die Stadt hinweggefegt und ließ die Paläste des Xerxes - als Vergeltung für dessen Angriffe auf Athen und die Zerstörung der Akropolis - niederbrennen. Dass der Mann aus Makedonien die Perser um ihre Vormachtstellung brachte, wurde zum Trauma eines ganzen Volkes. Zu jäh kam der Sturz vom Weltmacht-Thron, zu groß war die Demütigung. Was blieb, war der Wille, wieder ein Global Player zu werden. Irgendwann. Irgendwie.
Gleichsam das Sammelbuch zur Verklärung der Vergangenheit liefert 1300 Jahre später ein Mann, mit dem die zweite Glanzzeit Persiens beginnt: Abu al-Ghasem Mansur Ferdausi, Verfasser des berühmten "Schahname", des Buchs der Könige. In über 50 000 Versen erzählt er die Sagen und zum Teil wohl auch tatsächlichen Geschehnisse von den Anfängen Persiens bis zur Eroberung durch die Araber und der damit ab dem siebten Jahrhundert verbundenen Islamisierung. Ferdausis "Schahname" wird zum Stammbuch der Nation. Nur der Koran, die Offenbarungen Allahs an den Propheten Mohammed, hat Iran tiefer geprägt.
Mit Ferdausi und den Dichtern, die ihm folgen, vor allem Hafis und Saadi, erlebt Persien ein Comeback als Großmacht, diesmal als geistige. Das Land steht nun für kulturelle Größe, für Dichtung, Malerei und die hohe Schule des Teppichknüpfens, während in Europa die Fußböden noch kalt und kahl blieben. Die Mausoleen von Hafis und Saadi, die beide in der südwestlichen Stadt Schiras liegen, sind bis heute das Mekka für jeden auch nur halbwegs gebildeten Iraner. Saadis Gedichte stehen in jedem Schulbuch, und Verse aus seinem Gedichtband "Golestan" (Rosengarten) zieren die Eingangshalle der Vereinten Nationen in New York: "Die Menschenkinder sind ja alle Brüder, aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder, hat Krankheit nur ein einzig Glied erfasst, so bleibt anderen weder Ruh noch Rast."
Hafis, der sich von Saadi inspirieren ließ, gilt als Meister des "Ghasel", einer Liedreimform, die von Liebe, Trennung und Sehnsucht handelt, von Schönheit, Anbetung und der Vergänglichkeit des Lebens. Sie preist den Lebensgenuss und tadelt liebevoll-böse die religiöse Scheinheiligkeit des muslimischen Klerus. Berühmt wurde Hafis durch sein posthum erstelltes Sammelwerk aus 489 Ghaselen, "Diwan" genannt.
Es ist die Feinsinnigkeit der Dichter, die - wenngleich mit erheblicher Verzögerung - den Westen verzückt. Erst in der Reflexion auf Persien, das zum Inbegriff des ebenso wundersamen wie faszinierenden Morgenlands wird, erkennt sich das Europa des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, Zeit der Aufklärung und Romantik, als Abendland. In Königsberg begeistert sich der Philosoph Immanuel Kant für die "Franzosen Asiens". In Weimar schreibt Johann Wolfgang von Goethe seinen "West-östlichen Divan", eine Gedichthommage an den Seelenverwandten Hafis in Schiras.
Geprägt ist das persische Selbstbild aber auch durch die Zugehörigkeit zur Schia, jener islamischen Glaubensrichtung, die vom Herrschergeschlecht der Safawiden im 16. Jahrhundert zur Staatsreligion erklärt wurde.
Das Bekenntnis zur Schia war ein strategischer Schachzug, um das Reich zu einen im Abwehrkampf gegen die sunnitischen Osmanen. Damit jedoch wurde Persien zum Zentrum einer Glaubensrichtung, die sich nach der Ermordung des Propheten-Vetters Ali und später auch seines Sohnes Hossein im 7. Jahrhundert abgespalten hatte und bestimmt ist von der Bereitschaft zum Marty-rium, dem Gefühl des Auserwähltseins. Sich ständig wehren zu müssen gegen Verrat und Hinterhalt, gegen böse Mächte und die große Mehrheit bestimmt die persische Seele nicht weniger als Großmachtstreben und der so ausgeprägte Kulturstolz.
Die traditionelle Schia hielt sich mit politischen Ansprüchen eher zurück, verharrte weitgehend still in der Erwartung des Mahdi, des verborgenen Imam, jenes Messias der Schiiten, der zum Ende aller Zeiten die Herrschaft übernehmen wird. Bis Chomeini den Anspruch der Geistlichkeit auf politische Führung - als Mahdi-Ersatz - erhob. So wurde Iran zum Exporteur der islamischen Revolutionsidee.
Da ist er wieder, der Drang nach Einfluss und Größe.
Der religiöse Fanatismus, der allzu schnell die Revolution vergiftete, erfasste zwar nur eine kleine Schicht der Bevölkerung. Doch er wird zur dunklen Seite Persiens, das sich auf die "Achse des Bösen" gesetzt sieht; dem im Nuklearkonflikt mit dem Westen sein verbrieftes Recht auf Urananreicherung verwehrt wird - obwohl sie laut dem Regime ausschließlich zivilen Zwecken dient.
Da ist es wieder, das Gefühl, ausgegrenzt zu sein.
Wie lange die Eiferer und Provokateure in Teheran das Bild von Persien noch trüben, vermag niemand zu sagen. Die Massenproteste gegen die allzu offensichtlich manipulierte Wiederwahl Ahmadinedschads im Juni 2009 scheinen den Anfang vom Ende der Welajate Fakih, der Herrschaft des obersten Rechtsgelehrten, zu markieren. Könnte ein Militärregime - gestützt auf die Revolutionswächter und die Bassidsch, die Volksmilizen - die Zukunft des Landes bestimmen?
Was wird bleiben vom Gottesstaat? Die gewaltige Grabstätte des Ajatollah Chomeini im Süden Teherans? Als Erinnerung an Sendungsbewusstsein und Macht der Schia - und den Missbrauch des Glaubens durch die Politik?
Für die meisten Iraner hat das Mausoleum des Revolutionsführers mit der goldenen Kuppel bereits im Jahre 31 nach der Revolution seine Strahlkraft verloren. Von zeitloser Magie für eine ganze Nation scheint hingegen Persepolis, "das Juwel von Allem", was er je gesehen habe, wie der deutsche Geograf und große Weltreisende des 18. Jahrhunderts, Carsten Niebuhr, schwärmte. Da ist es wieder, das großartige Persien.
Während Rom noch ein Kleinstaat ist, gebietet Kyros bereits über das erste Weltreich der Geschichte.
Der religiöse Fanatismus wird zur dunklen Seite Persiens, das sich auf die "Achse des Bösen" gesetzt sieht.

ERNST HÖLTZER (1835 BIS 1911)
war ein deutscher Telegrafie-Ingenieur, der von 1863 an über 30 Jahre in Persien lebte. Von Isfahans armenisch geprägtem Vorort Dschulfa aus bereiste er schon von Berufs wegen weite Teile des Landes; ab 1873 begann er Menschen, Alltagsszenen, Handwerk, Bräuche und Bauten zu fotografieren, wofür er sogar eigene Expeditionen unternahm. Die etwa tausend Glasnegative werden seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wissenschaftlich erschlossen.
SOLDATEN-DARSTELLER für das Trauerfest Muharram, in dem der Märtyrertod des Schia-Helden Hossein szenisch nachgespielt wird
ISLAMISCHE BAUTRADITION Die Madar-e-Schah-Hochschule (o.), erbaut 1706 bis 1714 unter Schah Sultan Hossein, liegt an der Isfahaner Prachtstraße Tschahar Bagh. Das Hospital von Dr. Carr (u.) enthielt neben dem Innenhof Unterkunftsbereiche wie eine Karawanserei.
PERSER MIT SEINEM SOHN Gegen die traditionelle Kleidung des Vaters hebt sich das europäisierende Frackmäntelchen des Jungen ab.
LOR-FRAUEN AUF DEM WEG ZUM MARKT Die Loren oder Bachtiari leben im Südwesten Irans, verstreut in den Provinzen Fars und Chusestan. Bis heute haben sie als Nomaden, Halbnomaden und sesshafte Bauern ihre Eigenständigkeit bewahrt - so pflegen sie eine eigene Teppich-Tradition. Hier tragen Frauen des Stammes trockene Blätter zum Isfahaner Basar.
ALLTAG IN ISFAHAN Von der Koranschule (o. l.) bis zur Basar-Bäckerei (u. r.) dokumentierte Ernst Höltzer im Lauf der Jahre das Leben in seiner Umgebung. Dabei entstanden auch immer wieder Porträts wie das einer Armenierin aus der Nachbarschaft (o. r.). Die Athleten der rituellen Pahlawan-Gymnastik, die mit Keulen und Stützbrettern arbeitet (u. l.), sangen während des Sports Verse aus Ferdausis Nationaldichtung "Schahname".
Persien, wie es war: Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hielt der Deutsche Ernst Höltzer Trachten, Feste, Gebäude und Charaktere in eindrucksvollen Bildern fest - eine bald darauf von Modernisierungswellen ausgelöschte Welt.
Das Isfahan des Ernst Höltzer bot seit Jahrhunderten ein vorwiegend islamisch geprägtes Bild. Dennoch waren neben Kulturtraditionen wie der armenischen auch schon europäische Einflüsse zu spüren.
Neugierig und doch gelassen posieren die Frauen mit riesigen Bündeln von Naturalien für die Kamera des Fotografen - es muss ihnen kurios vorkommen, dass jemand diesen Moment festhalten will.
Höltzers Fotos zeigen Menschen voller Stolz auf die Normalität ihres Lebens - und doch oft mit nachdenklichem oder fragendem Blick: Die ersten Anzeichen der Moderne waren schon klar zu erkennen.

FOTOS: ERNST HÖLTZER
FOTOS: ERNST HÖLTZER
ERNST HÖLTZER
FOTOS: ERNST HÖLTZER
S. 14/15: ARCHIV FRIEDRICH / INTERFOTO; BETTMANN / CORBIS (L.)
JAVAD MOGHIMI / PARSPIX
PHOTOAISA / INTERFOTO
Von Dieter Bednarz

SPIEGEL GESCHICHTE 2/2010
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