27.09.2011

Hirohitos Herrenmenschen

Mit einem Ölembargo wollten die USA Tokio stoppen - bis Japan angriff. Die Bomben auf Pearl Harbor waren der Auftakt eines Kampfes, mit dem sich der Tenno-Staat in den Zweiten Weltkrieg stürzte.
Der Eintritt des japanischen Kaiserreichs in den Zweiten Weltkrieg war auf zahllosen Geheimkonferenzen und Hinterzimmertreffen seit dem Spätsommer 1941 diskutiert worden. Politiker und Militärs, Adlige und Wirtschaftsbosse stritten über das Für und Wider eines Waffengangs gegen die USA.
Die Positionen gingen weit auseinander. Komplizierte gesellschaftliche Hierarchien, der traditionelle Respekt vor Älteren und Höherrangigen, die oft nebulösen Höflichkeitsformeln an Stelle klarer Argumente erschwerten die Debatte. Einigkeit bestand allein in der Überzeugung, dass die USA nicht besiegt, sondern günstigenfalls gezwungen werden könnten, ihr kürzlich erlassenes Ölembargo zu beenden. Der Lieferstopp traf die Nation an ihrer empfindlichsten Stelle; er sollte den japanischen Imperialismus in die Schranken weisen.
Der befand sich nämlich seit 1931 im steten Vorwärtsdrang. Zunächst war die kaiserliche Armee in den Nordosten Chinas eingedrungen, kurz darauf wurde dort der Marionettenstaat Mandschukuo ausgerufen. Daheim entfachte dieser erfolgreiche Überfall eine derartige Woge patriotischer Begeisterung, dass immer neue Landnahmen nur konsequent erschienen - weite Teile Chinas wurden besetzt. Als Japan Mitte 1941 in Indochina einmarschierte, mochten die USA dem Treiben nicht länger zusehen, verhängten ein totales Handelsembargo und forderten den Rückzug der Japaner.
Die selbstbewusste Armeeführung in Tokio überlegte, wie Washingtons Wille mit militärischen Mitteln gebrochen werden könnte. Doch über allem thronte Tenno Hirohito, ein zierlicher Mann von 40 Jahren zum Zeitpunkt der jetzt unumgänglichen Entscheidung.
Seit seinem 21. Lebensjahr führte Hirohito die Nation, zunächst fünf Jahre lang kommissarisch an Stelle des schwerkranken Vaters, nach dessen Tod im Dezember 1926 dann als gottgleicher Landesvater. Der junge Tenno, Absolvent einer Adelsschule, war wie seine 123 kaiserlichen Vorgänger die höchste Autorität des Staates, die Verfassung billigte ihm unumschränkte Befugnisse zu - auf dem Papier.
Tatsächlich war der Kaiser ein Herrscher mit begrenzter Souveränität, auch wenn er offiziell Oberkommandierender der Streitkräfte war. Das Militär war nämlich schwer zu bändigen. 1932 wurde Premier Inukai Tsuyoshi von Marinekadetten ermordet. 1936 putschten junge Offiziere zwar erfolglos, dennoch wurde die Armee immer stärker.
De facto fungierte Hirohito als Klammer zwischen Politik und Militär; er war, so bringt es der Japanologe Gerhard Krebs auf den Punkt, "mehr ein Konzept als ein Individuum". Das letzte Wort über einen Krieg gegen die USA konnte, in solch schwerer Lage, gleichwohl nur der Tenno sprechen.
Schwierig war die Gefechtslage paradoxerweise gerade deshalb, weil Japan militärisch so erfolgreich war. Die Beherrschung der eroberten Gebiete, insbesondere der unter Chiang Kai-shek und Mao Zedong wachsende chinesische Widerstand, kostete erhebliche Ressourcen; allein in China standen eine Million Mann.
Wie Hitler von der ukrainischen Kornkammer und kaukasischen Ölquellen träumte, trieb es auch die japanischen Ultranationalisten zu fremden Rohstoffquellen. Dabei verstanden sich die Japaner ähnlich wie die Nazis als Herrenrasse. Wurden sie anfangs noch vielerorts als Befreier von den europäischen Kolonialisten begrüßt, so verwandelte sich die Stimmung in Ostasien bald in ohnmächtigen Hass auf Hirohitos Herrenmenschen. Denn die ließen Einheimische in Minen oder beim Schienen- und Straßenbau bis zum Tode schuften.
Gnadenlose Experimente mit chemischen und biologischen Waffen, darunter Cholera-Bomben, Zwangsarbeiterlager, Menschenversuche, Vergewaltigungsorgien und Zwangsprostitution prägten das Besatzungsregime (siehe Seite 80). Japanische Propaganda-Parolen von einer "Interessengemeinschaft Groß-Ostasien" oder einer "Großostasiatischen Wohlstandssphäre" konnten über die Terrorherrschaft nicht hinwegtäuschen.
Die USA kalkulierten Mitte 1941 mit ihrem Ölembargo durchaus den Krieg mit ein. Denn die Versorgung mit diesem wichtigsten Rohstoff hatte Japan nicht sicherstellen können.
Ließ sich Washington, das war nun die Kernfrage, auf dem Verhandlungsweg zu einer Lockerung oder Aufhebung bewegen - oder musste mit Waffen nachgeholfen werden?
Hirohitos Herrschaft stand unter dem Motto "Erleuchteter Friede" (Showa). Er war der Showa-Tenno, und als solcher befürwortete er zunächst eine diplomatische Lösung. Die Militärs hingegen hofften mit einem Überfall auf den zentralen US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii die Amerikaner zum Einlenken zu bringen. Als alle Verhandlungsvorschläge, die Japan vorlegte, von Washington abgelehnt wurden, schwenkte Hirohito um. Das Erstschlagsszenario war verlockend, und die Energieversorgung wurde immer prekärer.
Generalstabschef Sugiyama erlebte den Tenno erleichtert, geradezu in ausgezeichneter Stimmung, als der schließlich vornehm nickend seinen Segen gab. In der Nacht zum 7. Dezember 1941, einem Sonntag, flogen dröhnende Kampfgeschwader von der japanischen Flugzeugträgerflotte, die sich heimlich genähert hatte, nach Pearl Harbor und zerstörten frühmorgens 5 Schlachtschiffe sowie fast 200 Flugzeuge. 2400 US-Soldaten starben.
Der Zweite Weltkrieg hatte den pazifischen Raum erreicht. Der Kaiser trug am Tag von Pearl Harbor seine Marineuniform und schien erneut "glänzend gelaunt", wie sich ein Attaché später erinnerte. Franklin D. Roosevelt, Präsident der geschockten und verwundeten Weltmacht USA, sprach hingegen von einem "Tag der Niedertracht".
Die Gegenoffensive ließ bis zum Frühjahr 1942 auf sich warten. Bis dahin hatten Japans Soldaten auch Hongkong, Singapur und die Philippinen überrollt. Nach Burma marschierten sie von Thailand aus ein, mit Duldung des Monarchen in Bangkok. Anfang 1942 attackierten Mitsubishi-Bomber sogar Darwin und Broome im Norden Australiens.
450 Millionen Menschen lebten in dieser Phase unter japanischem Regiment, mehr noch als Nazi-Deutschland unterjochte. Bei Morgenappellen mussten die neuen Untertanen sich in Richtung des Tokioter Kaiserpalastes verneigen. Daheim machte die Propaganda Stimmung gegen die dekadenten "Teufel" in Amerika, die ihrerseits gegen die "gelben Affen", "Halbmenschen" und "Ratten" hetzten.
Das Kriegsglück verließ Nippon jedoch früh. Die US-Marine war keineswegs so geschwächt, wie man es erhofft hatte. Das Energieproblem blieb ungelöst, trotz einiger Ölquellen auf Borneo, Sumatra und Java. Zudem gelang es amerikanischen Kryptologen, wichtige Teile der japanischen Geheimcodes zu dechiffrieren.
Allein die Kalkulation, dass die Sowjetunion durch Hitlers Ostfeldzug gebunden sei und kein zusätzlicher Angriff aus sibirischer Richtung drohe, ging einstweilen auf.
Tokio vertraute dabei auf das Neutralitätsabkommen mit Moskau vom April 1941, auf den Antikominternpakt mit dem Deutschen Reich von 1936 und den vier Jahre später geschlossenen Dreimächtepakt mit Deutschen und Italienern zur gegenseitigen Unterstützung im Falle des Kriegseintritts einer neuen Großmacht - gemeint waren die USA.
Denen bot sich die erste große Gelegenheit zur Rache für Pearl Harbor im Juni 1942 in der Schlacht bei den Midway-Inseln. Wieder plante Japans Generalstab, der sein Hauptquartier mittlerweile im kaiserlichen Bezirk hatte, einen Überraschungscoup. Doch diesmal gaben sich die Amerikaner, auch dank des geknackten Codes, keine Blöße. Sie entsandten in das wichtigste Luft- und Seegefecht des pazifischen Krieges jene Flugzeugträger, die nicht vor Pearl Harbor gelegen hatten, und einige der dort getroffenen, eilig wieder seetüchtig gemachten Schiffe.
Japan verlor 4 Flugzeugträger, mehr als 300 Flugzeuge und 3500 Soldaten, darunter seine fähigsten Piloten. Von diesem Debakel erholte sich das Kaiserreich nicht mehr. Nun setzte es umso mehr auf "Bushido", die japanische Kriegerethik, unbedingten Kampfeswillen und Gehorsam, notfalls bis zum Untergang.
Doch im Februar 1943 verlor Japan als Nächstes die strategisch bedeutsame Salomonen-Insel Guadalcanal. Es wurde für die Japaner immer schwerer, ihre Erdöl- und Kohletransporte vor feindlichen Fliegern und U-Booten zu schützen.
Im Juli 1944 eroberten die Amerikaner die Insel Saipan. Damit geriet die japanische Hauptstadt in den Radius von US-Bombern. "Auf nach Tokio!", schrieben die Piloten auf ihre Maschinen und luden aus sicherer Höhe ihre tödliche Fracht ab. Wenn es wolkig war, diente der den Japanern heilige Berg Fuji mit seiner schneebedeckten Kuppe als Orientierung.
Die japanische Bevölkerung darbte, Grundnahrungsmittel waren rationiert, die Regierung mobilisierte das letzte Aufgebot. Japans verbohrte Kriegstreiber reduzierten das Mindestalter für Rekruten auf 17 Jahre und steckten sogar 15-jährige Freiwillige in Uniformen. Sie ließen Schüler ab der sechsten Klasse in Rüstungsfabriken schuften und gaben Anweisung, notfalls mit bloßen Händen zu kämpfen.
Und sie zogen eine letzte Karte: Kamikaze ("Göttliche Winde"). Diese Winde, in Wahrheit ein Taifun, hatten das Inselreich im 13. Jahrhundert zweimal vor mongolischen Flotten gerettet. Nun wurde der Mythos wiederbelebt, diesmal in Gestalt junger Selbstmordpiloten, die sich mit einsitzigen Maschinen auf feindliche Kriegsschiffe und Stellungen stürzen sollten.
Mit härtestem Drill wurde den Kandidaten Opfermut eingebläut. Kehrte ein Pilot mehrmals um, weil er angeblich sein Ziel nicht ausmachen konnte, so drohte ihm die Hinrichtung.
Oft starteten die Selbstmordkommandos im Geschwader. Wer größere Strecken zu fliegen hatte, lief Gefahr, mangels Treibstoff in den Weiten des Pazifiks abzustürzen. Allein in der Schlacht um die südjapanische Insel Okinawa im April 1945 wurden rund 1500 Kamikaze-Piloten - nicht selten auf die Schnelle ausgebildete Rekruten - verheizt. Ungerührt verbreiteten die Militärs über das Radio Durchhalteparolen wie jene vom "Volk der 100 Millionen Märtyrer". Über den wahren Kriegsverlauf erfuhr die Nation kaum etwas.
Bis zum letzten Mann, um jede Handbreit Boden wurde gerungen. Kein japanischer Krieger sollte den Invasoren lebend in die Hände fallen. In aussichtsloser Lage war Selbstmord Ehrensache, Vorgesetzte zwangen ihre Untergebenen dazu.
Legendär wurde die Schlacht um das 1200 Kilometer südlich von Tokio gelegene karge Vulkan-Eiland Iwo Jima im Frühjahr 1945. Die Japaner hatten Iwo Jima bis zu 20 Meter tief unterhöhlt und ein 18 Kilometer langes Tunnelsystem mit 1000 Ein- und Ausgängen und 1500 größeren Kammern angelegt. Aus diesen Stellungen feuerten sie auf die Invasoren.
Die USA entsandten Marineinfanteristen, die auf der 21 Quadratkilometer großen Insel einen Luftwaffenstützpunkt einrichten sollten. Während der Operation kämpften die Amerikaner mit mehr als 100 000 Mann, sie setzten Flammenwerfer und Napalm ein. Nach fünf Wochen waren etwa 7000 GIs tot und rund 21 000 Japaner.
Weltberühmt wurde das Foto des AP-Fotografen Joe Rosenthal. Es zeigt US-Soldaten beim Hissen des Sternenbanners auf dem höchsten Punkt der Insel. Die Aufnahme war jedoch nachgestellt und kein Schnappschuss im Kampf, wie oft behauptet. Die auf dem Foto abgebildeten sechs Soldaten wurden später zu Nationalhelden. Und die Aufnahme, für die Rosenthal den Pulitzer-Preis bekam, diente bald als Werbung für amerikanische Kriegsanleihen und brannte sich im kollektiven Gedächtnis der Amerikaner ein.
Regisseur Clint Eastwood rekonstruierte 2006 die Leiden beider Seiten als Summe des pazifischen Krieges - in zwei parallelen Filmen: "Flags of our Fathers" erzählt die Geschichte des Kampfes, des Fotos und seiner Vermarktung aus US-Sicht. "Letters from Iwo Jima", für vier Oscars nominiert, zeigt die Perspektive und die Mentalität der japanischen Verlierer und wurde in Japan als "bester ausländischer Film" ausgezeichnet.
Das Ende für Japan nahte. Nach Iwo Jima fiel Okinawa. Die Hauptstadt brannte, wohl 100 000 Menschen starben im Inferno. Nagoya, Kobe und Osaka wurden von US-Bombern in Trümmerwüsten verwandelt. Die in der Potsdamer Erklärung vom 26. Juli 1945 geforderte bedingungslose Kapitulation aber war für Japans Führung indiskutabel; auch weil dann die Abschaffung der Monarchie drohte.
2600 Jahre Kaiserdynastie und nun ein solches Ende? Hirohito hielt sich in einem Bunker unter seinem schwerbeschädigten Palast versteckt und gab von dort die Order, dass seine Insignien - Spiegel, Kronjuwel, Schwert - bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen seien.
Nun spielten die USA ihren ultimativen Trumpf aus, gegen den der Göttliche Wind der Japaner ein laues Lüftchen war: die zuvor erst einmal in New Mexico getestete Atombombe. Für das ebenso geheime wie gigantische "Manhattan Project" zur Aufrüstung der Kriegsmaschinerie hatten 125 000 Fachleute, darunter Nobelpreisträger wie der von deutschen Juden abstammende Physiker Robert Oppenheimer, in 37 Großanlagen die Waffe aller Waffen einsatzfähig gemacht.
Am 6. August 1945 um 8.15 Uhr ließ US-Oberst Paul Tibbets aus einem von der Marianen-Insel Tinian gestarten B-29-Bomber die Uranbombe "Little Boy" über der japanischen Stadt Hiroshima ausklinken. Drei Tage später waren es Major Charles Sweeney und die B-29 "Bock's Car", die mit der Plutoniumbombe "Fat Man" um 11.02 Uhr in einem gleißenden Blitz halb Nagasaki vernichteten.
"Mein Gott, was haben wir getan!", soll Hiroshima-Copilot Robert Lewis angesichts der Apokalypse geäußert haben. Die Menschen im Zentrum der Explosionen verdampften schlagartig, andere verbrannten, wurden von Trümmern erschlagen oder gingen an den Folgen der radioaktiven Strahlung elend zugrunde.
"Was auch immer mit mir geschieht", sagte der Tenno nach den Schreckensnachrichten, "wir müssen diesem Krieg so bald als möglich ein Ende setzen." Zumal ihm auch Stalin noch zwei Tage nach Hiroshima den Krieg erklärt hatte und die Mandschurei eroberte, während die US-Infanterie sich von Süden her zur Invasion bereit machte.
Die USA bauten Hirohito schließlich eine Brücke. Ihre Antwort auf das japanische Kapitulationsangebot enthielt die Zusicherung, das japanische Volk dürfe über die spätere Regierungsform frei entscheiden - die Monarchie war gerettet.
Das Kabinett möge sofort ein kaiserliches Edikt zur Beendigung des Krieges entwerfen, befahl der Herrscher ungewöhnlich bestimmt und trocknete mit weißen Handschuhen seine Tränen.
Am 15. August wandte sich Hirohito in seiner ersten Rundfunkrede überhaupt an die Öffentlichkeit - noch nie hatte das japanische Volk sein gottgleiches Oberhaupt reden hören. Landesweit knisterten die Radios, eine dünne, hohe Stimme war zu vernehmen, die ein vielen kaum verständliches Hofjapanisch sprach. Aber die Botschaft kam trotzdem an. Es gelte, "das Unerträgliche zu ertragen", verkündete der Tenno, "indem wir eine ungewöhnliche Maßnahme ergreifen". Das Wort "Kapitulation" gebrauchte er nicht. Führende Militärs, wenigstens 500 Offiziere, zogen sich zum Selbstmord zurück. Viele brave Japaner legten indes die Messer beiseite, die sie in Erwartung eines Befehls zum kollektiven Selbstmord schon bereit gehalten hatten. Gut zwei Wochen später unterzeichnete die japanische Führung die Kapitulationsurkunde.
Die Bilanz des Zweiten Weltkrieges aus japanischer Sicht war das Ende aller wahnwitzigen Großmachtphantasien.
Es war ein traumatisiertes Land mit 66 zerstörten Großstädten, 1,8 Millionen toten Soldaten, 600 000 getöteten Zivilisten und zahllosen "Hibakusha", wie die Strahlenopfer bezeichnet werden, die an Spätfolgen wie Krebs litten und von denen noch heute Zehntausende leben. Nach groben Schätzungen starben 20 Millionen Menschen in Ostasien durch den Krieg.
Der Kaiser regierte bis zu seinem Tod am 7. Januar 1989, er wurde von den 1946 beginnenden Kriegsverbrecherprozessen ausgenommen, ebenso die meisten Spezialisten der biologischen Kriegführung. Die Amerikaner gewährten ihnen im Austausch gegen ihre Forschungsergebnisse Straffreiheit. Die Zwangsarbeiter in den eroberten Gebieten hingegen wurden von Tokio nie entschädigt.
Für den Leutnant Hiroo Onoda dauerte der Krieg noch etwas länger - fast drei weitere Jahrzehnte. Er war Nachrichtenoffizier und auf der kleinen philippinischen Insel Lubang als Guerillakämpfer stationiert worden. "Kein Selbstmord, stirb nicht, überlebe und kämpfe!", hatte ihm sein Vorgesetzter eingeschärft. Und so hielt er eisern die Stellung - bis zum März 1974.
Gelegentlich rauschten Flugzeuge über ihn hinweg, und die Amerikaner hielten in Hörweite Manöver ab. Das nahm er als Beweis, dass Japan immer weiter kämpfe. Dafür, dass er ein halbes Leben im Dschungel ausharrte, hatte der einsame Außenposten Onoda eine schlichte Erklärung: Befehl ist Befehl.
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Von Rüdiger Falksohn

SPIEGEL GESCHICHTE 5/2011
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