30.03.2004

DER KRIEG IM REICHDas Debakel der Arbeiterbewegung

Die Vertreter der politisch organisierten Arbeiter Europas hatten einander geschworen, sich mit aller Kraft gegen Völkerhass und Brudermord zu stemmen. Als der Krieg da war, kam alles anders.
Das Kriegskalkül der europäischen Großmächte musste mit einem starken innenpolitischen Widersacher rechnen - der sozialistischen Arbeiterbewegung. Denn die beschränkte sich nicht auf die Verteidigung materieller Lebensinteressen im eigenen Land. Sie verstand sich vielmehr als internationale, humanistische und antimilitaristische Bewegung, als legitime Erbin der bürgerlichen Revolutionen - berufen, den Kapitalismus zu überwinden und die alte Verheißung von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu verwirklichen.
Die Grundvoraussetzung dafür bildete der entschlossene und geschlossene Widerstand gegen Völkerhass und Krieg.
Darüber waren sich, trotz taktischer Differenzen, alle einig. Je akuter ein Krieg drohte, umso leidenschaftlicher stritten Vertreter der sozialistisch organisierten Arbeiter vor 1914 auf immer neuen internationalen Kongressen über die rettenden Gegenmittel: Abschaffung der stehenden Heere und Übergang zur Volksmiliz? Internationale Schiedsgerichte? Generalstreik? Befehlsverweigerung? Aufstand?
Schon die erste, 1864 in London gegründete "Internationale Arbeiterassoziation" und ihr Spiritus Rector, der deutsche Emigrant Karl Marx, waren mehrfach - wie beim deutsch-französischen Krieg von 1870/71 - mit diesem Problem konfrontiert gewesen. Erst recht beherrschte es die politischen Debatten der "Zweiten" oder "Sozialistischen" Internationale. Gegründet in Paris am 14. Juli 1889, dem hundertsten Jahrestag der Französischen Revolution, vertrat diese Organisation einen beträchtlichen Teil der europäischen Arbeiterschaft; im Vierteljahrhundert vor Kriegsausbruch wuchs er beständig. Die mit Abstand größte Partei und das allseits bewunderte Vorbild dieser Internationale war die SPD.
Zäh hatte diese zwischen 1878 und 1890 dem Versuch des Reichskanzlers Bismarck getrotzt, sie mit Hilfe des Sozialistengesetzes zu zerschlagen. Trotz der Repressionen wuchs ihre Stimmenzahl bei den Wahlen von 310 000 im Jahr 1881 kontinuierlich auf 1 427 000 nach Aufhebung des Sozialistengesetzes 1890 - da stimmte schon jeder fünfte Wähler für die SPD.
Bismarck hatte einst, um die Massen für die Idee des deutschen Nationalstaates zu gewinnen, die Einführung des allgemeinen Wahlrechts betrieben. Angesichts der Wahltriumphe der Roten hielt er das im Nachhinein für den größten politischen Fehler seines Lebens. Doch der Staatsstreich gegen die Sozialdemokratie, der dem Eisernen Kanzler Anfang der neunziger Jahre vorschwebte, passte Seiner Majestät Wilhelm II. nicht in den Kram: Kurz nach der Thronbesteigung war der neue Kaiser um Popularität bemüht.
Ingrimmig musste er in der Folgezeit zusehen, wie die Stimmenzahl der antimilitaristischen SPD weiter wuchs; bei den letzten Vorkriegswahlen, 1912, heimste sie mehr als ein Drittel der Stimmen ein und stellte die stärkste Fraktion im Reichstag.
Kein Wunder, dass immer mehr Sozialdemokraten den Tag nahe glaubten, an dem ihre Partei Monarchie, Kapitalismus und Krieg abschaffen und die sozialistische Republik ausrufen würde. In einem Brief an einen der Bismarck-Nachfolger, Reichskanzler Bernhard von Bülow, befand Deutschlands Herrscher angesichts dieser Entwicklung an Silvester 1905, die Lage sei noch nicht reif für einen Krieg: "Erst die Sozialisten abschießen, köpfen und unschädlich machen - wenn nötig per Blutbad - und dann Krieg nach außen!"
Es musste ihm ebenso undenkbar erscheinen wie den verhassten Sozis, dass diese wenige Jahre später im großen Krieg mitmachen würden. Zu eindeutig klangen die Willenserklärungen der Sozialistischen Internationale. Auf dem größten ihrer Kongresse, in Stuttgart 1907, hatten 886 Delegierte, die Millionen europäischer Arbeiter aus 25 Nationen vertraten, einstimmig einen Beschluss gefasst:
"Droht der Ausbruch eines Krieges, so sind die arbeitenden Klassen und deren parlamentarische Vertretungen in den beteiligten Ländern verpflichtet ... alles aufzubieten, um durch die Anwendung der ihnen am wirksamsten erscheinenden Mittel den Ausbruch des Krieges zu verhindern ... Falls der Krieg dennoch ausbrechen sollte, ist es die Pflicht, für dessen rasche Beendigung einzutreten und mit allen Kräften dahin zu streben, die durch den Krieg herbeigeführte wirtschaftliche und politische Krise zur Aufrüttelung des Volkes auszunützen und dadurch die Beseitigung der kapitalistischen Klassenherrschaft zu beschleunigen."
Die Schwäche dieser scheinbar eindeutigen Resolution lag freilich darin, dass sie keinerlei Unterscheidung zwischen Angriffs- und Verteidigungskrieg traf. Sie ging davon aus, dass im Zeitalter des waffenstarrenden Wettstreits um Kolonien und Rohstoffe alle europäischen Großmächte gleichermaßen zu kapitalistischen Räubern geworden seien.
Bei näherer Betrachtung verhielt sich die Sache aber gar nicht eindeutig. Das Recht auf nationale Selbstverteidigung gegen einen Überfall von außen hatten traditionell auch die Repräsentanten der Arbeiterbewegung nur selten in Frage gestellt. Sogar der betagte SPD-Gründer August Bebel wollte gegen einen möglichen Angriff des als konterrevolutionär verhassten zaristischen Russland noch einmal das Gewehr schultern. Das hatte er 1904 im Reichstag erklärt.
Auch bei Preußens Krieg gegen das französische Kaiserreich von Napoleon III. war 1870 die überwältigende Mehrheit der jungen deutschen Sozialdemokratie zunächst für die Verteidigung ihres Landes eingetreten. Nachdem die französische Monarchie aber im September 1870 nach sechs Wochen geschlagen, Napoleon III. gestürzt und gefangen war, bejubelten Sozialisten beiderseits des Rheins die Wiederkehr der Republik in Frankreich.
Sie forderten einen ehrenvollen Frieden zwischen Preußen-Deutschland und der französischen Republik. Einmütig protestierten sie gegen die Fortsetzung des Kriegs und gegen die Annexion Elsass-Lothringens, die Frankreich in die Arme Russlands treiben und unweigerlich einen weit schlimmeren Krieg nach sich ziehen müsste (der 1914 kam). Wegen dieser Haltung wurden alle Mitglieder der deutschen Sektion der Internationalen Arbeiterassoziation im September 1870 des Hochverrats bezichtigt und in Ketten in die ostpreußische Festung Boyen gebracht.
Die Unterscheidung zwischen Verteidigungs- und Angriffskrieg gehörte auch zur Tradition der französischen Sozialisten. Dass sie die Errungenschaften der französischen Revolution mit Klauen und Zähnen gegen einen Angriff auf Frankreich verteidigen würden, verstand sich für sie von selbst. Ihr erklärtes Vorbild war die legendäre Pariser Kommune vom März 1871: Damals erhob sich das einfache Volk in der Hauptstadt gegen die deutschen Invasoren, nachdem die Armee des bürgerlichen Frankreich längst kapituliert hatte.
Die Beispiele zeigen, worauf es im Vorfeld von 1914 für die Gegenseite, die zum Krieg entschlossenen Politiker und Militärs, ankam: Sie mussten den Krieg als unvermeidliche nationale Notwehr verkaufen. Ebendas hatte Deutschlands Generalstabchef Helmuth von Moltke in einer Denkschrift von 1913 im Sinn. Man könne auch die schwersten Aufgaben bewältigen, heißt es da, "wenn es gelingt, den Casus Belli so zu formulieren, dass die Nation einmütig zu den Waffen greift".
Und es gelingt - obwohl sich SPD und Arbeiterschaft bis zum letzten Moment gegen das große Schlachten aufbäumen. Auf das österreichische Ultimatum an Serbien vom 23. Juli 1914 reagiert der SPD-Parteivorstand mit einem Aufruf zu Massendemonstrationen: "Das klassenbewusste Proletariat Deutschlands erhebt im Namen der Menschlichkeit und der Kultur flammenden Protest gegen dieses verbrecherische Treiben der Kriegshetzer. Es fordert gebieterisch von der deutschen Regierung, dass sie ihren Einfluss auf die österreichische Regierung zur Aufrechterhaltung des Friedens ausübe und, falls der schändliche Krieg nicht zu verhindern sein sollte, sich jeder kriegerischen Einmischung enthalte. Kein Tropfen Blut eines deutschen Soldaten darf dem Machtkitzel der österreichischen Gewalthaber, den imperialistischen Profitinteressen geopfert werden." Mehr als eine halbe Million Menschen folgen in der letzten Juli-Woche dem Aufruf.
Am Tag der österreichischen Kriegserklärung an Serbien, dem 28. Juli, trifft sich in Brüssel die Zweite Internationale - und offenbart ihre Ohnmacht. Resigniert berichtet Victor Adler, der große alte Mann der österreichischen Sozialisten, vom Ausnahmezustand in seinem Land. Verzweifelt erklärt der Führer der tschechischen Arbeiter: "Das Parlament ist ausgeschaltet. Wer der Mobilisierung Widerstand leistet, wird aufgehängt."
Die Repräsentanten der beiden stärksten europäischen Arbeiterparteien aus Deutschland und Frankreich versuchen, mit Optimismus dagegenzuhalten. SPD-Parteiführer Hugo Haase verweist beschwörend auf die deutschen Massendemonstrationen. Er meint, Wilhelm II. habe Angst vor dem Krieg und wolle ihn nicht. Jean Jaurès, als mitreißender Redner und hochgebildeter Sozialist eine der überragenden Gestalten der europäischen Arbeiterbewegung, ruft aus: "Ich habe nie gezaudert, auf mein Haupt den Hass unserer Chauvinisten herabzuziehen durch meine hartnäckige Forderung einer deutsch-französischen Annäherung." Drei Tage später werden seine Worte schrecklich bestätigt: Ein französischer Kriegsfanatiker erschießt Jaurès in einem Pariser Café. In den Straßen Brüssels aber hallt an diesem 28. Juli 1914 noch einmal die alte Parole der Internationale wieder: "Guerre à la guerre", Krieg dem Krieg.
Berlin ist am selben Tag Schauplatz von 27 Massenversammlungen. "Die Sozen machen antimilitaristische Umtriebe in den Straßen, das darf nicht geduldet werden", notiert Kaiser Wilhelm erbost. Im Wiederholungsfall will er den Belagerungszustand ausrufen und die Führer "samt und sonders einsperren". Am 30. Juli schickt die SPD vorsorglich Friedrich Ebert und Otto Braun mit einem Teil des Parteivermögens nach Zürich.
Doch Kanzler Theobald von Bethmann Hollweg verfolgt eine geschmeidigere Taktik. Mehrfach werden in den letzten Juli-Tagen SPD-Vertreter in Preußens Innenministerium bestellt. Die Friedensdemonstrationen, beteuern die Ministerialen, wolle man nicht unterdrücken. Auch die Regierung wünsche ja Frieden. Die deutsche Führung setzt auf die Russenfurcht der Arbeiterbewegung. Zuverlässigen Informationen zufolge, gibt sie zu verstehen, sei die antideutsche, panslawistische Stimmung in Russland sehr stark. Die SPD-Führung möge es darum vermeiden, durch Kritik der eigenen Regierung dieser Stimmung Vorschub zu leisten.
Albert Südekum vom rechten SPD-Flügel versichert dem Kanzler schriftlich und ehrerbietig, dass "gerade aus dem Wunsch heraus, dem Frieden zu dienen, keinerlei wie immer geartete Aktion (General- oder partieller Streik, Sabotage u. dgl.) geplant oder auch nur zu befürchten" sei. Befriedigt registriert Bethmann Hollweg, dass seine Taktik aufgeht.
Bis zum 31. Juli scheint die Haltung der SPD zum unmittelbar bevorstehenden Krieg offen. Im Partei- und Fraktionsvorstand herrscht Ratlosigkeit, nur ein einziger Abgeordneter kündigt an, er werde den Kriegskrediten zustimmen. Hermann Müller, späterer Reichskanzler der Weimarer Republik, wird ohne klare Direktiven nach Paris entsandt, um die Haltung mit den französischen Genossen abzustimmen. Für diese geht die Bedrohung freilich vom deutschen Militarismus aus. Die deutschen Arbeiter, so beteuert Müller, hegten für Frankreich nur brüderliche Gefühle - nicht aber für den russischen Zarismus. Ein Teil der SPD-Fraktion wolle sich enthalten, ein anderer gegen die Kriegskredite stimmen. Eine Zustimmung zieht er nicht in Betracht. Als Müller nach Berlin zurückkommt, ist die Stimmung über Nacht umgeschlagen. Deutschland hat Russland am 1. August den Krieg erklärt, die Mobilmachung ist im Gange, die Arbeiterpresse ruft wie die bürgerlichen Zeitungen zur Verteidigung gegen das "Blutzarentum" und "halbbarbarische Horden" auf.
Am 3. August beschließt die SPD-Fraktion mit 78 zu 14 Stimmen das Unerhörte: Sie wird den Kriegskrediten zustimmen. Sogar die unterlegene Minderheit um den rastlosen Kriegsgegner Karl Liebknecht unterwirft sich dem geheiligten Prinzip der Parteidisziplin. Sie trägt am 4. August im Reichstag das einstimmige sozialdemokratische Ja mit - obwohl Deutschland inzwischen auch dem republikanischen Frankreich den Krieg erklärt hat.
Wie schwer sich die Partei mit der Entscheidung tut, deren Folgen sie bald zerreißen werden, geht aus ihrer Erklärung zum Protokoll hervor. Darin gibt sie der "imperialistischen Politik" die Verantwortung für den Krieg: "Wir lehnen sie ab. Die Sozialdemokratie hat diese verhängnisvolle Entwicklung mit allen Kräften bekämpft, und noch bis in die letzten Stunden hinein hat sie durch machtvolle Kundgebungen für die Aufrechterhaltung des Friedens gewirkt. Ihre Anstrengungen sind vergeblich gewesen. Jetzt stehen wir vor der ehernen Tatsache des Kriegs... Für unser Volk und seine freiheitliche Zukunft steht bei einem Sieg des russischen Despotismus, der sich mit dem Blute der Besten des eigenen Volkes befleckt hat, viel, wenn nicht alles auf dem Spiel. Es gilt, die Kultur und die Unabhängigkeit unseres eigenen Landes sicherzustellen."
Die ganze Hilfosigkeit der Partei zeigt sich im Widersinn, dass sie die Verantwortung für einen Krieg ablehnt, dessen Finanzierung sie zustimmt. Was für die Internationale zählt, ist indes nicht der dramatische innere Konflikt der Sozialdemokraten, sondern ihre Zustimmung. "Dieser Akt traf die Internationale ins Herz. Sie fiel als das erste Opfer des Weltkrieges", schreibt der Historiker Julius Braunthal in seiner großen "Geschichte der Internationale". Prompt folgen andere sozialistische Parteien dem deutschen Beispiel und stellen die Vaterlandsverteidigung über die internationale Solidarität.
Die Nachricht, dass ausgerechnet das große Vorbild SPD plötzlich die Kriegskredite befürwortet, löst unter revolutionären Sozialisten fassungsloses Entsetzen aus. Rosa Luxemburg ist so niedergeschmettert, dass sie sich im ersten Moment umbringen will, um ein Fanal zu setzen. Lenin hält die Meldung zunächst für einen imperialistischen Propagandatrick - auch er, der Fanatiker der Revolution, hat bis zum 4. August an den Mythos der unbeugsamen Sozialdemokratie geglaubt. Aus der "Schändung des Sozialismus", wie er die Zustimmung zu den Kriegskrediten nennt, zieht er nun seine eigene Konsequenz: Da die alte Internationale mit dem Klassenfeind paktiere und tot sei, agitiert er fortan für den Aufbau einer revolutionären Alternative, die als "Dritte" oder "Kommunistische Internationale" 1919 in Moskau Gestalt annehmen wird.
Lenins Parole vom historischen "Verrat" der Arbeiterführer gehört bis heute zu den Dogmen des orthodoxen Kommunismus. Sie geht an der Wirklichkeit vorbei. Denn die instinktive Entscheidung für die vermeintlich bedrohte Heimat entsprach exakt dem jähen Umschwung in der Stimmung der Arbeiterbevölkerung - nicht nur in Deutschland, sondern in allen Krieg führenden Ländern. Die SPD musste fürchten, jeden Rückhalt bei ihrer Basis zu verlieren, hätte sie bei Kriegsausbruch anders gestimmt. Die panische Angst vor der Niederlage, besonders gegen Russland, war geschürt von einer gerissenen Diplomatie, die in den entscheidenden Tagen den Zarismus als Sündenbock vorschob.
Sicher spielte daneben auch die Sorge eine Rolle, dass die stolze SPD unter dem Belagerungszustand wieder auf eine Paria-Existenz reduziert würde wie unter dem Sozialistengesetz. Längst hatten deutsche Sozialdemokraten mehr zu verlieren als die Ketten der Proletarier, von denen einst im "Kommunistischen Manifest" die Rede gewesen war. Und mit den scheinbar unaufhaltsamen Wahlerfolgen war bei einem beträchtlichen Teil der deutschen Arbeiter die Vorstellung gewachsen, dem Sozialismus sei mit Reformen und bürgerlicher Gleichberechtigung besser gedient als mit der alten Revolutionsrhetorik.
Dass es aber Deutschlands Staatsführung gelang, die SPD nicht nur zur Bewilligung der Kriegskredite, sondern auch zu einem vierjährigen "Burgfrieden" zu bringen, darin lag "der größte innenpolitische Triumph der Reichsleitung während des Kriegs" - so urteilt die Historikerin Susanne Miller im Standardwerk "Burgfrieden und Klassenkampf".
Für die deutsche Arbeiterbewegung war dieser Burgfrieden teuer erkauft. "Das Postulat ''Es gibt keine Parteien mehr''", konstatierte Karl Liebknecht bitter, "bedeutet nur: Anerkennung des Proletariats als gleichberechtigtes Kanonenfutter."
Zu ebendiesem Schluss kamen nach dem Bekanntwerden der deutschen Eroberungspläne immer mehr Arbeiter, die gegen die offizielle Parteilinie rebellierten. Die überstimmte SPD-Minderheit der Kriegskreditgegner bildete den Kern der neuen Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, aus der nach einer weiteren Spaltung die Kommunistische Partei Deutschlands hervorging.
So wurde der Krieg zum Ursprung einer folgenschweren Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung. Sie sollte keine 20 Jahre später den stärksten Gegner des Nationalsozialismus lähmen und dadurch Hitler den Weg zur Macht ebnen.
RAINER TRAUB
* Beim Internationalen Sozialistenkongress 1907.
Von Rainer Traub

SPIEGEL SPECIAL 1/2004
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