07.04.2005

Welchen Papst braucht die Kirche?

Von Küng, Hans

Offener Brief an die Kardinäle / Von Hans Küng

Sehr verehrte Herren Kardinäle,

nach einem überaus langen Pontifikat versammeln Sie sich zur Papst-Wahl: eine Schicksalsstunde für die katholische Kirche des 21. Jahrhunderts - zu vergleichen mit der Versammlung zum Zweiten Vatikanischen Konzil im 20. Jahrhundert.

Mit meinem früheren Tübinger Kollegen und jetzigen Präfekten der Glaubenskongregation Joseph Ratzinger bin ich wohl der letzte noch voll aktive Konzilstheologe.

Vor 45 Jahren hatte ich das Buch "Konzil und Wiedervereinigung" (1960) geschrieben, das vielen Konzilsteilnehmern als Orientierungshilfe diente. Gestatten Sie deshalb, liebe Mitbrüder, mir altgedientem Theologen, der bei aller Kritik an der Politik des verstorbenen Papstes immer treu zu seiner Kirche gestanden hat, Ihnen einige Überlegungen zu unterbreiten, die, wie ich meine, wichtige Gesichtspunkte für die kommende Wahl bieten können.

Im Zweiten Vatikanischen Konzil hatten wir unterschieden zwischen den Problemen der Kirche ad extra und denen ad intra. Und ein Großteil der Katholiken dürfte mit mir der Meinung sein: Ad extra, nach außen, kann die Linie Johannes Pauls II. weithin fortgesetzt werden: Auch der nächste Papst sollte ja ein Verteidiger der Menschenrechte sein, ein Förderer des Weltfriedens und ein Brückenbauer zu den anderen Religionen. Aber wie steht es mit der Kirche ad intra?

Offene Gespräche mit Seelsorgern und Gläubigen in Ihren Heimatdiözesen werden Ihnen bewusst gemacht haben: Der innere Zustand unserer Kirche ist schlechter als vor 30 Jahren. Immer wieder war ein Widerspruch festzustellen zwischen des Papstes Engagement nach außen, in der Welt, und einem fehlenden Engagement für Menschenrechte, Frieden und Dialog innerhalb der Kirchengemeinschaft. Natürlich ist der Einsatz nach außen einfacher, da man anderen ins Gewissen reden kann, als der nach innen, wo eine selbstkritische Gewissenserforschung gefordert ist, die möglicherweise unbequeme Konsequenzen hat. Ein kommender Papst kann jedenfalls die Menschen nur dann überzeugen, wenn er die Reform bei sich und den Seinen anfängt. "Reformatio in capite et membris" - eine Forderung schon im Spätmittelalter: "Reform an Haupt und Gliedern".

Doch was für einen Papst braucht unsere Kirche in dieser Stunde? Darum kreist gewiss auch Ihr Denken. Ich fasse alles in fünf Kriterien zusammen. Sie sind nicht beliebig. Sie sind am Neuen Testament, an der großen katholischen Tradition und am Zweiten Vatikanischen Konzil ausgerichtet.

Ein evangelisch gesinnter Papst

Wir leben in einer ernsten Zeit - nicht nur weil in den meisten Ländern der Priesternachwuchs, sondern auch die Identifizierung der jungen Generation und der Frauen mit der Kirche und überhaupt der Einfluss der Kirche in der Öffentlichkeit rapide zurückgehen. In dieser Stunde braucht es einen Papst, der sich grundlegend an den Erfordernissen des Evangeliums Jesu Christi orientiert und der gerade so einen Blick für die Bedürfnisse der heutigen Menschen hat.

Niemand will zurück in die Zeiten einer mittelalterlichen Papst-Kirche, wo ein theokratisch regierender päpstlicher Monarch meinte, über die apostolischen Kirchen des Ostens und die Kirchen des Westens, ja, über die Gewissen der Menschen absolutistisch herrschen und gar weltlichen Regierungen die Moral diktieren zu können.

Selbst Papst Wojtyla ist es trotz aller Reden und Reisen nicht gelungen, seine rigorosen Auffassungen insbesondere in Sexual- und Ehemoral gegen die überwältigende Mehrheit auch nur der Katholiken und die nationalen Parlamente durchzusetzen. Alle vatikanischen Verlautbarungen, disziplinarischen Sanktionen und alle offenen und versteckten Einflussnahmen haben kaum etwas erreicht. Im Gegenteil: Die "Evangelisierungs"-Kampagne hat die Ängste vor dem geistlichen Imperialismus Roms geschürt und zur Ablehnung der Erwähnung Gottes und sogar des Christentums als Kulturfaktor in der Präambel der Europäischen Verfassung unausgesprochen beigetragen.

Vielerfahrene wie Sie wissen: Die gut organisierten päpstlichen Massenveranstaltungen können nicht verbergen, dass es nicht gut steht um unsere Kirche. Die Kader sind ausgedünnt, der Nachwuchs fehlt, in Bälde werden nicht nur im deutschen Sprachraum fast zwei Drittel der Pfarreien ohne ordinierte Seelsorger und ohne regelmäßige Eucharistiefeiern sein. Der zölibatäre Klerus ist im Aussterben und durch die Pädophilie-Skandale von den USA bis Österreich in seiner Glaubwürdigkeit schwer erschüttert.

Meine erste große Bitte an Sie ist, vorgetragen im Namen vieler: Wählen Sie einen Papst, der sich nicht ans mittelalterliche Kirchenrecht klammert, sondern der sich nach dem Kompass des Evangeliums richtet, das für alle anstehenden Probleme in Richtung Freiheit, Barmherzigkeit und Menschenfreundlichkeit weist. Der nächste Papst braucht, wenn er das Vertrauen der Menschen gewinnen will, nicht nur eine formale, juridische, institutionelle, sondern eine persönliche, sachliche, charismatische Autorität.

Mit einem Wort: Wählen Sie, liebe Mitbrüder, einen evangelisch gesinnten Papst, der schlicht so handelt, wie der Herr selbst handelte, von dem es heißt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Johannes 14,6).

Ein kollegialer Mit-Bischof

Längst hinter uns liegt das 19. Jahrhundert, da man in Rom zur Abwehr des modernen Liberalismus und Sozialismus meinte, mit Zentralisierung und Bürokratisierung reagieren zu müssen. Damals versuchte man das mittelalterlich-gegenreformatorische Paradigma von Kirche gegen die Moderne neu durchzusetzen. Ich erinnere mich genau an die vielen Gespräche mit Theologen und Bischöfen während des Zweiten Vatikanischen Konzils. Einig war man sich darin, dass Zentralismus, Iuridismus und Triumphalismus Irrwege sind. Das alles sollte durch das Konzil überwunden werden.

Vielerfahrene wie Sie wissen, dass in den vergangenen Jahrzehnten vielfach gegen den Geist der Kollegialität verstoßen wurde. Bischöfe wurden auf die vatikanische Linie festgelegt, was auf Kosten ihrer Glaubwürdigkeit vor ihrem Klerus und ihrem Kirchenvolk ging.

Deshalb meine zweite große Bitte an Sie: Wählen Sie einen Papst,

* der die in der Kirche seit den ersten Jahrhunderten gegebene und vom Zweiten Vatikanischen Konzil feierlich bestätigte Kollegialität des römischen Bischofs mit den anderen Bischöfen wiederherstellt;

* der die Kirche nicht einseitig als Machtapparat versteht, was Dialog und echte Demokratie ausschließt, sondern als Glaubensgemeinschaft, als Volk Gottes, in dessen Dienst Papst und Bischöfe stehen;

* der die kirchlichen Ämter also nicht als "heilige Herrschaft" (Hierarchie) ansieht, sondern als Dienst (Diakonia) an den Menschen;

* der sich nicht als Alleinherrscher präsentiert, sondern als leitender Bischof, eingebunden in das Bischofskollegium, im Dienst der ganzen Ökumene;

* der von den Bischöfen nicht blinden Gehorsam und Linientreue erwartet, sondern, in Verbindung mit dem Papst, Eigenverantwortung von "guten Hirten", die sich im Geist Jesu Christi primär mit den Menschen ihrer Diözese und ihres Landes identifizieren.

In einem Wort, wählen Sie, liebe Mitbrüder, einen kollegialen Mit-Bischof. Denn: "Einer sei euer Meister, ihr alle seid Brüder" (Matthäus 23,8).

Ein frauenfreundlicher Seelsorger

Ihnen, sehr verehrte Kardinäle, ist seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bewusst, dass eine effiziente Kirchenleitung die andere Hälfte der Menschheit, die weibliche, nicht als Kirchenmitglieder zweiter Klasse behandeln darf, die sich den Männern in stiller Unterordnung einfach zu fügen hätten.

Vorbei sind erfreulicherweise die Zeiten des Patriarchats, in denen die Frauen schweigend hinnahmen, dass männliche kirchliche Amtsträger "ihr" Wesen und "ihre" Rolle in Kirche und Gesellschaft zu definieren hätten. Sie bestimmen heutzutage als mündige Christinnen selbst, worin sie ihre Aufgabe auch in der Kirche sehen. Selbst im Namen des Vatergottes und des Mannes Jesu lässt sich heute keine Männerherrschaft und Frauenunterdrückung in der Kirche mehr legitimieren.

Auch der große Marienverehrer Karol Wojtyla, der von manchen traditionellen katholischen Frauen bewundert wurde, stieß bei Millionen moderner Frauen auf energische Ablehnung, wenn er sie wegen Empfängnisverhütung zur "Kultur des Todes" rechnete, wenn er andererseits Frauen wegen ihres Geschlechts als für höhere Weihen untauglich erklärte und wenn er dies gar als Gottes Willen und unfehlbare Lehre verkünden ließ. Unter seinem Pontifikat wurde es von immer weniger Frauen hingenommen, dass männliche Machthaber sie zu Befehlsempfängerinnen oder gar zu Objekten degradieren.

Deshalb meine dritte große Bitte an Sie, vorgetragen stellvertretend für ungezählte Frauen und Männer in unserer Kirche: Wählen Sie einen Papst,

* der Sexismus und Patriarchalismus in der Kirche und die Einteilung der Kirchenmitglieder in solche erster und zweiter Klasse ablehnt;

* der das Recht der Theologinnen und Theologen auf freie Meinungsäußerung gewährleistet;

* der bei komplexen Problemen wie Empfängnisverhütung, Abtreibung und Homosexualität auf moralisierende Verdikte verzichtet;

* der das Recht auf Ehe für Amtsträger, klar im Neuen Testament und in der Kirche des ersten Jahrtausends gewährleistet, respektiert und das erst aus dem 11. Jahrhundert stammende diskriminierende Heiratsverbot für Priester überdenkt;

* der wiederverheiratete Geschiedene nicht auf Dauer unbarmherzig von der Teilnahme an der Mahlgemeinschaft fern hält;

* der das Recht der Ordensfrauen auf eigene Lebensgestaltung und Kleidung anerkennt;

* der die Ordination der Frau, wie sie sich vom Neuen Testament her für die heute veränderte Situation aufdrängt, gestattet;

* der die unselige Enzyklika "Humanae vitae" des Wojtyla-Vorgängers Paul VI. über die Pille, die zahllose Katholikinnen ihrer Kirche entfremdet hat, korrigiert und die Selbstverantwortung der Partner für Geburtenkontrolle und Kinderzahl ausdrücklich anerkennt;

* der also die unterschiedlichen Fähigkeiten, Berufungen, Charismen in der Kirche ernst nimmt, die für den Aufbau einer partnerschaftlichen Gemeinschaft von Frauen und Männern wichtig sind.

Mit einem Wort: Wählen Sie, liebe Mitbrüder, einen frauenfreundlichen Papst. Denn: "In Christus gibt es weder Mann noch Frau" (Galater 3,28).

Ein ökumenischer Vermittler

Auch diejenigen unter Ihnen, verehrte Kardinäle, die aus mehrheitlich katholischen Ländern kommen, verstehen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, dass sich die römisch-katholische Kirche nicht als "alleinseligmachende", als die einzig wahre Kirche Jesu Christi über andere erheben darf. Und gewiss kennen auch Sie Katholikinnen und Katholiken, die nicht länger hinnehmen wollen, dass die Kirchen sich wegen bestimmter Lehrgegensätze ausgrenzen und Christen wegen anderer Konfessionszugehörigkeit sich bis in die Familie hinein gegenseitig diskriminieren.

Vorbei sind heute für viele Christen die Zeiten

* der konfessionellen Amtsanmaßung, die Amtshandlungen von protestantischen oder anglikanischen Pfarrern oder Pfarre-

rinnen (vor allem beim Abendmahl) für ungültig ansieht, die eine konfessionsverbindende Ehe als Vergehen und die aktive Teilnahme an einem evangelischen Abendmahl als religiöses Delikt betrachtet und ökumenische Gottesdienste am Sonntag strikt verbieten will;

* der konfessionellen Gemeinschaftsverweigerung, die von der Großzahl der katholischen wie evangelischen Gläubigen nicht mehr verstanden und hingenommen wird, ja, die ihnen gegen den Geist Jesu zu verstoßen scheint, der bekanntlich alle, auch die von der frommen Gesellschaft Ausgeschlossenen, an seinen Tisch geladen hatte.

Johannes Paul II. hat während seines langen Pontifikats immer wieder Gesten guten Willens gemacht. Immerhin konnte eine gemeinsame katholisch-lutherische Erklärung zur Rechtfertigungslehre feierlich verabschiedet werden. Aber viele hat enttäuscht, dass den ökumenischen Worten und Gesten keine wirklichen ökumenischen Taten folgten. Im Gegenteil: Die Beziehungen zum Weltrat der Kirchen tragen wegen des andauernden römischen Machtanspruchs wenig Frucht, und die Beziehungen zur russisch-orthodoxen Kirche sind wegen römisch-katholischer Missionierungsbestrebungen belastet.

Deshalb meine vierte große Bitte im Namen auch vieler Freunde in den anderen christlichen Kirchen: Wählen Sie einen Papst,

* der die Ergebnisse der ökumenischen Dialogkommissionen sich zu Eigen macht und energisch in die Tat umsetzt;

* der die durch ökumenische Kommissionen schon längst empfohlene und vielerorts schon praktizierte Anerkennung protestantischer und anglikanischer Ämter endlich vollzieht;

* der die "Verwerfungen" aus der Reformationszeit und die Exkommunikation Martin Luthers aufhebt;

* der die in vielen Gruppen und Gemeinden schon längst ohne großes Aufsehen praktizierte eucharistische Gastfreundschaft und die vielfältige praktische Zusammenarbeit begrüßt und fördert.

In einem Wort: Wählen Sie, liebe Mitbrüder, einen ökumenischen Vermittler zum Papst. Denn: Für alle Gläubigen, heißt es im Johannesevangelium, "bitte ich, dass alle eins seien" (Johannes 17,21).

Ein Garant für Freiheit und Offenheit in der Kirche

Spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sind die Zeiten vorbei, da man unseren christlichen Glauben als die einzig legitime Religion auf Erden bezeichnen konnte, ja, den Glauben der anderen als Ausgeburt der Unwissenheit, der Selbstrechtfertigung und der Sünde diffamieren durfte. Unvereinbar mit dem Geist des Nazareners, der vielen Nichtjuden Sympathie, ja Liebe entgegengebracht hat, sind

* der europäische Kolonialismus, der in Christi Namen andere Religionen und Kulturen vor allem in Lateinamerika und Afrika mutwillig und planmäßig zerstörte;

* der römische Imperialismus, der alteingesessene (apostolische) wie junge christliche Kirchen zu gängeln und auf ein in vieler Hinsicht fragwürdiges Kirchenrecht und eine Liturgieregulierung zu verpflichten trachtete, statt die Kirche zu Selbstunterhalt, Selbstverwaltung und Selbstverbreitung anzuhalten.

Johannes Paul II. hat auf vielen seiner Reisen regelmäßig die Begegnung mit Vertretern anderer Religionen gesucht. Die von ihm initiierten Friedensgebete in Assisi 1986 und 2002 waren wichtige Zeichen. Trotzdem ließ er es zu, dass in einem von ihm approbierten Lehrschreiben behauptet werden konnte, Nichtchristen lebten "objektiv in einer schwer defizitären Situation". Das hat viele Nichtchristen abgestoßen und der Glaubwürdigkeit des Papstes schwer geschadet. Er brachte so das kritisch-selbstkritische Gespräch mit den Weltreligionen - sieht man von seinen Aussagen über Judentum und Holocaust ab - in keiner nennenswerten Weise voran.

Deshalb meine fünfte große Bitte an Sie in Verantwortung für eine bessere und friedlichere Welt: Wählen Sie einen Papst,

* der bei allem Anspruch auf Wahrheit kein Wahrheitsmonopol beansprucht;

* der die anderen Religionen nicht nur belehren, sondern auch von ihnen, von ihren ästhetischen, spirituellen, liturgi-

schen, ethischen und theologisch-philosophischen Traditionen, ohne alle synkretistische Vermischung lernen will;

* der den National-, Regional- und Lokalkirchen eine angemessene Autonomie lässt, damit sie in eigener Verantwortung ihren Lebens- und Organisationsstil gestalten können;

* der auch unangenehme "Anfragen" (wie die nach Bevölkerungsexplosion, Empfängnisverhütung und kirchlicher Unfehlbarkeit) ernst nimmt und beantwortet;

* der somit statt des römisch-absolutistischen Herrschaftsprimats einen vom Evangelium her erneuerten und der Freiheit verpflichteten pastoralen Dienstprimat (nach dem Vorbild Johannes'' XXIII.) vertritt.

In einem Wort: Wählen Sie, liebe Mitbrüder, einen Garanten für Freiheit und Offenheit in der Kirche. Denn: "Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit" (2 Korinther 3,17).

Anders als zur Zeit Johannes'' XXIII. und des Zweiten Vatikanischen Konzils herrscht in großen Teilen unserer Kirche heute Pessimismus und Defätismus. Das erfüllt mich mit tiefer Sorge, habe ich doch ein Theologenleben lang dafür gearbeitet, dass Menschen trotz großer Enttäuschungen in unserer Kirche die Hoffnung bewahren. Jetzt freilich liegt es an Ihnen, durch die Wahl eines neuen Papstes die Hoffnung der Menschen zu stärken und die Kirche aus der Hoffnungskrise herauszuführen. So viele Menschen in und außerhalb der katholischen Kirche erwarten, dass der Reformstau aufgelöst wird und die schon längst anstehenden strukturellen Probleme offen besprochen und einer Lösung zugeführt werden - sei es durch den neuen Papst persönlich oder aber durch die Bischofssynode oder schließlich durch ein Drittes Vatikanisches Konzil.

Hans Küng, 76, gehört zu den bedeutendsten katholischen Theologen der Gegenwart. Mit der Kirchenobrigkeit liegt der in Tübingen lebende Schweizer seit Jahrzehnten in Dauerfehde. Wegen seiner kritischen Anfragen an das Papsttum entzog ihm der Vatikan 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis. Dennoch ist Küng weiterhin Priester und lehrte bis zu seiner Emeritierung 1996 an der Universität Tübingen ökumenische Theologie. Derzeit ist er Präsident der "Stiftung Weltethos".

* Mit orthodoxem, jüdischem und muslimischem Geistlichen in Baku 2002.

SPIEGEL SPECIAL 3/2005
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