Von Glüsing, Jens
Frank Möhrs Arbeitsplatz ist ein Schlachtfeld. Pferde trotten zwischen mannshohen Müllbergen, Geier stöbern in dem bestialisch stinkenden Unrat. Zwischen Knochenresten und leeren Plastikflaschen liegen Patronenhülsen. Die Hauswände sind mit Einschusslöchern übersät. Der Architekt aus Deutschland nimmt Anlauf für einen Sprung über einen stinkenden Abwasserkanal, mitten durch die Moskitoschwärme. "Manchmal fühle ich mich wie in einem 'Mad Max'-Film", stöhnt Möhr.
Vor einer Kneipe lungern schwerbewaffnete Männer mit Goldketten. An den Füßen tragen sie die neuesten Nike-Modelle, im Bund ihrer Designer-Shorts stecken Pistolen, an der Wand lehnen Schnellfeuergewehre. Die Gangster gehören zum "Comando Vermelho" (Rotes Kommando), der mächtigsten Verbrecherorganisation von Rio de Janeiro. Sie sind die Herren von Manguinhos, wie das Stadtviertel heißt - ein Mega-Slum von Holzhütten, heruntergekommenen Ziegelbauten und Wellblechverschlägen, ein Ort des Elends für geschätzte 12 000 Menschen.
Die Cariocas, wie Rios Einwohner heißen, nennen die apokalyptische Landschaft aus Industrieruinen und Hüttensiedlungen "Gazastreifen". Die Favela, nur wenige Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums gelegen, ist berühmt-berüchtigt für ihre Schießereien. Fast täglich gibt es hier Tote - mal auf Seiten der "traficantes", der Dealer, mal auf Seiten der Polizei.
Misstrauisch mustern die Gangster in den ärmellosen roten T-Shirts, der Uniform des Roten Kommandos, den großen blonden "Gringo". Der Fremde trägt Jeans und ein weißes Hemd und würdigt die Männer keines Blickes. Auf der zerbeulten Motorhaube eines Autowracks entfaltet Möhr seinen Bebauungsplan. Sein Besuch ist angekündigt und mit dem Bürgerverein der Favela abgesprochen. Er darf das Gelände vermessen und fotografieren, nur muss er aufpassen, dass die Drogenhändler nicht ins Bild geraten: Die meisten der grimmigen Burschen stehen auf der Fahndungsliste der Polizei.
Wenn es nach Möhr ginge, würden sich die Gangster bald einen neuen Unterschlupf suchen müssen. Er will einen Großteil des Viertels abreißen und neu aufbauen lassen. Der "Gazastreifen" soll sich innerhalb von zwei Jahren in ein lebenswertes Stadtviertel verwandeln. Dafür hat die brasilianische Regierung den 38-Jährigen mit einem Büro, einem Dienst-Volkswagen und viel Geld ausgestattet: 107 Millionen Euro (270 Millionen Reais).
Der Berliner leitet das wohl ehrgeizigste Urbanisierungsprojekt Lateinamerikas. Die Sanierung von Manguinhos wird aus den Mitteln des "Programms zur Beschleunigung des Wachstums" (PAC) finanziert, eines staatlichen Investitionsprogramms zur Verbesserung der maroden Infrastruktur. Fast eine Milliarde Reais, etwa 400 Millionen Euro, hat Präsident Luiz Inácio "Lula" da Silva für die Urbanisierung von Manguinhos und zwei weiteren Großfavelas in Rio freigestellt. Der Staat will damit in den gefürchteten Brutstätten der Gewalt Flagge zeigen.
Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen und Parks lässt Präsident Lula bauen; Staatsfirmen legen Abwasserleitungen und teeren neue Straßen. Dabei beschäftigen sie Anwohner: Etwa 1300 bezahlte Jobs winken den "favelados". Auf dem "Morro do Alemão", dem Elendshügel mit dem kuriosen Namen "Berg des Deutschen", lässt die Regierung eine Schneise für eine Seilbahn freischlagen, die bis zum Gipfel führt. Stararchitekt Oscar Niemeyer, 100, hat der Favela Rocinha den Entwurf einer Fußgängerbrücke gestiftet. Und auch Manguinhos soll besser an den Nahverkehr angeschlossen werden.
Mit der Sanierung der Slums will die Regierung die Herrschaft der Drogengangs brechen. "Die Stadt muss die Favelas zurückerobern, bevor diese die Stadt einnehmen", sagt Rios Vizegouverneur Luiz Pezão. Bislang bewegen sich die Verbrecher im Labyrinth der Elendsviertel wie Fische im Wasser. Von den Dächern und Terrassen der Favelas überwachen sie ihr Revier, halten Ausschau nach der Polizei und rivalisierenden Gangs.
Möhr führt die urbanistische Gegenoffensive an. Sein Chef, der einer staatlichen Baufirma vorsteht, hatte ihm die Stelle angeboten; er hält große Stücke auf ihn. Der Deutsche lebt seit 1996 in Rio, war mit einer Brasilianerin verheiratet und spricht perfekt Portugiesisch. Vor allem gilt Möhr als Organisationstalent und als Kommunikationsgenie. Sein jetziges Gehalt beträgt nicht einmal ein Fünftel dessen, was er in der Privatwirtschaft verdienen würde. Doch nach einer schlaflosen Nacht schlug er ein: "So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben."
Es ist die Chance, einen Slum in ein normales Wohnviertel zu verwandeln, die Chance, illegalen Zuwanderern vom Land ein urbanes Zuhause zu geben, die Chance, aus verängstigten Slum-Bewohnern selbstbewusste Bürger zu machen. Und es ist gleichzeitig die Herausforderung, buchstäblich Licht ins Dunkel zu bringen: mit Straßenlaternen, größeren Plätzen, offeneren, geraden Gassen, in denen sich die Verbrecher nicht mehr verstecken können. Sehr hehre Ziele sind das.
Aber können bessere Straßen und bessere Häuser allein dafür sorgen, dass bessere Menschen dort wohnen?
Möhr kennt das Risiko, zu scheitern, es ist nicht sein erstes Favela-Projekt. Vor sechs Jahren hat er in Jacarezinho, Rios Favela mit dem euphemistischen Namen "Krokodilchen", an einem Projekt des Dessauer Bauhaus mitgewirkt. Die Deutschen stellten den Favela-Bewohnern ein tolles Bürgerzentrum hin, sie lockerten die Bebauung einiger Straßenzüge auf und errichteten ein Kino, das der Bürgermeister von Rio persönlich einweihte.
Heute sitzen Drogenhändler in den schönen Räumen. Besucher trauen sich nur mit Polizeischutz oder auf Einladung der Mafia in den Slum. Möhr: "Stadtplanung zur Vorbeugung von Kriminalität funktioniert nur, wenn der Staat dauerhaft Präsenz zeigt."
Dass es funktionieren kann, weiß er aus Medellín, der einstigen Drogenmetropole Kolumbiens. Wie in Rio herrschten die Drogenhändler und Jugendgangs dort auch in den Slums, und wie in Rio wuchsen diese an den Hängen am Stadtrand empor - bis die Regierung die schlimmsten Elendsviertel sanierte. Man baute eine Seilbahn, legte Wasser- und Stromleitungen, säumte Plätze und Straßen mit Bänken, Bäumen, Schaukeln. Die Einwohner wurden in die Bauarbeiten miteinbezogen, ihr Engagement wurde von der Stadtverwaltung entlohnt.
Heute hat sich die einstige Hauptstadt des Mordens in eine blühende, lebenswerte Stadt verwandelt; die Verbrechensrate ist deutlich gesunken. "Aus den Slum-Bewohnern von einst sind Mitbürger geworden, die sich in ihrem Viertel heimisch fühlen", schwärmt Möhr. So ein Wunder schwebt ihm auch für Manguinhos vor.
Doch in Medellín hatte der Frieden seinen Preis: Vor dem Beginn der Bauarbeiten schickte Kolumbiens Präsident das Militär in die Slums. 200 Menschen kamen damals, 2002, ums Leben, bei wochenlangen Schießereien. Als Ruhe herrschte, kamen die Architekten.
In Brasilien scheut die Regierung vor dem Einsatz der Streitkräfte zurück, sie überlässt den Drogenkrieg der Polizei. Doch die ist überfordert: Viele Beamte sind korrupt und schlecht ausgerüstet. Sie trauen sich nur im Panzerwagen in die Hüttenlabyrinthe.
In Manguinhos haben die Gangster die Zufahrt mit Stahlträgern blockiert, die sie in den Asphalt gerammt haben. Die Polizei hat in Israel einen schusssicheren Bulldozer geordert, mit dem sie auch unter Sperrfeuer die Barrieren räumen kann. Doch die Regierung will nicht mehr warten. Präsident Lula macht Druck. 2010 will er die renovierten Favelas einweihen, vor den nächsten Wahlen.
So stehen Möhr und seine brasilianischen Mitarbeiter nun einer Truppe von rund 50 bewaffneten Gangstern gegenüber. Die Regierung hat ihm Polizeischutz angeboten, aber er hat abgewinkt. "Wenn ich mich nicht frei bewegen kann, hat das ganze Projekt keinen Sinn."
Er weigert sich auch, mit der "Parallelregierung" zu verhandeln, wie das Comando Vermelho in der Favela genannt wird. Bevor er das erste Mal Manguinhos betrat, rief er die Vertreter der zwölf Bürgervereine zusammen, die den einzelnen Slum-Quartieren vorstehen. "Ich bin hier, um Häuser zu bauen und Straßen anzulegen", verkündete er ihnen. "Vom Drogenkrieg will ich nichts wissen." Die Funktionäre nickten stumm. Sie verstanden. Jetzt lassen ihn die Drogenhändler in Ruhe, aber bei jedem Ortstermin wird er von mehreren Vereinsvorstehern begleitet.
Manchmal kommt das aufs Gleiche hinaus. Manchmal sind die Vereinspräsidenten gleichzeitig Vasallen der Mafia.
Der Chef von Mandela II, einer der Unterfavelas, aus denen Manguinhos besteht, erwartet ihn schon. Er heißt Leonardo da Silva und trägt Markenturnschuhe, eine teuer aussehende Uhr und Goldkette. Zusammen mit seinem Stellvertreter führt er Möhr durch die Hütten. Der Deutsche will eine ehemalige Fabrikhalle mitten in der Favela besichtigen. Früher wurden hier Telefonanlagen gefertigt, heute steht das riesige Gebäude leer. "Die Regierung wollte es abreißen lassen, dabei ist es noch prima erhalten."
Möhr klettert auf das Dach. Sein Blick schweift über das trostlose Hüttenmeer. Darin stillgelegte Kasernen, Viadukte, eine Fabrikruine. Er zeigt, wie das Gelände nach einer Investition von über hundert Millionen Euro aussehen könnte: Fast 2000 neue Häuser verteilt er auf dem Terrain, ein- oder zweistöckig, mit 45 Quadratmetern pro sechsköpfige Familie. Dazwischen stehen ein Wohnblock, ein Schwimmbad, eine neue Schule, eine Bibliothek. Das Herzstück des neuen Manguinhos soll der sogenannte Parque Metropolitano werden: Die Eisenbahnlinie, die bisher Manguinhos zerschnitt, soll auf sieben Meter hohe Stelzen gestellt werden und an einen neuen Bahnhof andocken, der mehrere Linien verbindet. In dem Komplex soll eines der hier so beliebten Einkaufszentren, ein "Shopping", entstehen.
Marihuana-Geruch weht hoch. Unten drehen sich ein paar Jungs Joints. "Sexo, Drogas e Rock", steht auf einer Mauer, daneben hat einer gekritzelt: "Rauchen, Trinken und Ficken: Marihuana ist gesund." Möhr befindet sich genau über dem Treffpunkt der Favela-Junkies. Gebrauchte Kondome und aufgerissene Kokain-Briefchen liegen auf dem Boden verstreut. "Nachts geht hier die Post ab", sagt Möhr.
Damit soll bald Schluss sein, er will die Halle in ein Sportzentrum verwandeln: Fußball statt Drogen heißt die Devise. Unten bolzen bereits ein paar Kids auf dem Betonboden, unbeeindruckt von den Hanfschwaden.
Mit großen Schritten eilt Möhr weiter, im Schlepptau folgen ein brasilianischer Kollege, ein Sozialarbeiter der Regierung und die Chefs der Favela-Organisationen. Misstrauische Blicke verfolgen die Gruppe. Der Slum hat tausend Augen.
Eine hohe Mauer versperrt den Weg. "Die muss weg." Möhr klopft auf seinen Bebauungsplan. Das kommt bei den Anwohnern gar nicht gut an. "Ohne Mauer haben die Drogenhändler freie Sicht und können uns abknallen wie die Kaninchen", fürchtet ein älterer Herr, der aus einer Gasse herbeigeeilt ist. Seinen Namen möchte er nicht nennen.
Der Mann wohnt auf der anderen Seite der Mauer in Combatentes, dem besseren Teil von Manguinhos. Einfache Apartmentblocks und adrette Häuschen, die in den fünfziger Jahren von Präsident Juscelino Kubitschek für Veteranen aus dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden, gruppieren sich um einen kleinen Platz. Hier leben viele pensionierte Soldaten und Polizisten.
"Mauern fördern Ghettobildung, das wollen wir vermeiden", erläutert der Deutsche. Doch er stößt auf taube Ohren, Manguinhos ist durchzogen von unsichtbaren Grenzen.
Die Einwohner von Combatentes haben bewaffnete Milizen aufgestellt und die Drogenhändler vertrieben. Ohne Mauer könnte das Comando Vermelho das Viertel jederzeit zurückerobern. "Wer beschützt uns, wenn ihr weg seid?", fragt ein Anwohner. "Etwa die Polizei?"
Möhr versteht die Angst allzu gut. Jüngst täuschten Unbekannte die Entführung von Möhrs Tochter vor. Sie riefen auf einem seiner zwei Handys an, dessen Nummer nur wenige kennen. Möhr lebt lange genug in Rio, um sich von solchen Tricks nicht erschüttern zu lassen. Aber er fragt sich, ob der Anruf aus Manguinhos kam und womöglich eine verkappte Warnung war. Diese Telefonnummer war nur den Favela-Vorstehern bekannt.
Die Drogenhändler setzen neuerdings auf eine Unterwanderungsstrategie: Wenn sie die Urbanisierung schon nicht verhindern können, dann wollen sie wenigstens daran teilhaben. Immer öfter mischen sie sich unter die Favela-Bewohner, die sich für die Bauarbeiten eintragen. Die Regierung zahlt zwischen 250 und 350 Euro im Monat für jeden, der sich als Maurer oder Handwerker verdingt. Bei einer Schießerei nahm die Polizei jüngst einen Dealer mit einem Ausweis der staatlichen Baugesellschaft fest, die für die Umbauten verantwortlich ist.
Cândida Maria Privado ist Vorsitzende des Favela-Vereins der "CCPL" und Möhrs wichtigste Verbündete. Sie ist eine energische kleine Frau mit leuchtenden Augen und die Seele der illegalen Siedlung. Die Abkürzung CCPL steht für eine stillgelegte Milchfabrik. Vor zwei Jahren besetzten Cândida und eine Gruppe gleichgesinnter, resoluter Frauen mit ihren Kindern die Ruine. Heute leben 1700 Familien auf dem Gelände.
Die meisten hier verdingen sich als Tagelöhner oder Müllsammler im Stadtzentrum. Sie haben Cândida zu ihrer Präsidentin gewählt, eine Frau, die wie eine Löwin ihr kleines Reich gegen Annäherungsversuche des Comando Vermelho verteidigt. "Drogendealer haben hier keinen Zugang", sagt sie.
Cândida empfängt Möhr mit selbstgebackenem Kuchen und einer Flasche Autan. Die Favela ist von Moskitos verpestet, die das Dengue-Fieber übertragen, viele Einwohner sind erkrankt. Der Slum erstreckt sich auf ehemaligen Mangrovensümpfen am Rand eines Kanals, der oft über die Ufer tritt - ein Paradies für Mücken. Mit Sinn für schwarzen Humor hat Cândida die Hauptstraße von Manguinhos "Dengue-Boulevard" getauft.
Möhr reibt sich gründlich ein, dann führt Cândida ihn durch die baufälligen Fabrikgebäude. Die Zimmer sind alle besetzt, in manchen stehen knietiefe, faulige Pfützen. Auf den Gängen flitzen Ratten; überall stinkt es nach Kot und Urin.
Ein junger Mann zimmert oben auf dem Dach einen Verschlag aus Holzabfällen. Er ist erst vor kurzem mit seiner Familie in die Favela gekommen und hat kein freies Zimmer gefunden. "Du kannst hier nicht bleiben, das wird alles abgerissen", sagt Möhr. Der junge Vater zuckt nur mit den Schultern.
Wieder unten, breitet Möhr vor Cândida und einer Gruppe Neugieriger die Bebauungspläne aus. Die Bewohner können wählen, ob sie sich entschädigen lassen oder in eines der zweistöckigen Modellhäuser umziehen, die Möhr auf dem Gelände errichten will.
Die meisten sind misstrauisch, sie fürchten, dass sie hereingelegt werden. "Wie heißt denn der Kandidat?", fragt einer spöttisch. Politiker lassen sich in Manguinhos normalerweise nur zu Wahlzeiten blicken, sie versprechen das Blaue vom Himmel, dann verschwinden sie wieder.
Cândida vertraut dem Deutschen, sie hat Möhr ins Herz geschlossen. Sie beugt sich über die Pläne und träumt. Sollte es möglich sein, dass Manguinhos doch eine Zukunft hat? Dass die Goldkettenträger sie nicht mehr belästigen, dass die Jugendlichen zur Schule gehen, statt zu kiffen, dass der Müll verschwindet und sauberes Wasser fließt? Se Deus quiser, so Gott will! Wenigstens einen größeren Kindergarten und eine Krankenstation, bittet sie Möhr, bräuchten sie hier dringend. Und vielleicht eine kleine Kapelle? "Präsident Lula ist doch auch Katholik, der versteht das bestimmt!"
Möhr wiegelt ab, eine weitere Kirche hat er eigentlich nicht vorgesehen. Im Zentrum von Manguinhos steht noch eine denkmalgeschützte Kirche, ein Relikt aus besseren Zeiten. Aber das mit der Kita gehe in Ordnung, verspricht er Cândida. Sie begleitet den Deutschen zu seinem VW, zum Abschied umarmen sie sich. "Bald kommen die Bauarbeiter", macht Möhr ihr Mut. "Sieh zu, dass du dein Viertel clean hältst!"
Als er zwei Wochen später wiederkommt, prangt ein großes "CV" an der Einfahrt zur Favela. Es ist das Zeichen des Comando Vermelho. Cândida ist aufgewühlt, alle Fröhlichkeit ist aus ihren Zügen gewichen. Die Polizei habe die Favela nebenan gestürmt, berichtet sie atemlos, daraufhin hätten sich die Drogenhändler auf das ehemalige Fabrikgelände geflüchtet.
"Sie haben ihr Zeichen an die Wand gepinselt und gesagt: ,Ihr gehört jetzt zu uns.'" JENS GLÜSING
SPIEGEL SPECIAL 4/2008
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