01.07.1997

Lieber Macho als Memme

Das Wunschbild, das deutsche Männer von sich selber haben, ist eindeutig: Sie möchten lieber Macho als Memme sein. Fast jeder zweite identifizierte sich bei einer Emnid-Umfrage im Auftrag von SPIEGEL special mit ausgesprochenen Chauvi-Charakteren - mit Draufgängern wie Götz George oder Heiner Lauterbach, der in einer Anzeige für Männlichkeitspillen bekennt, er sei "kein Softie", denn "das mögen die Frauen". Die Meinungsforscher legten den Befragten eine Liste von neun prominenten deutschsprachigen Film- und Fernsehschaffenden vor, die, sei es im wirklichen Leben oder durch ihre Filmrollen, als "Machos", "Normalos" oder als "Softies" gelten; welche Namen für welches Naturell stehen, sagten die Interviewer nicht. Auf die Frage, welchem Typ Mann sie sich "am ehesten verwandt" fühlen, nannten 17 Prozent George und 13 Prozent Lauterbach. Zusammen mit den 6 Prozent, die in Arnold Schwarzenegger ihr Vorbild sehen, votierten mithin 36 Prozent für Macho-Typen. Da 18 Prozent keine Angaben machten, bedeutet dies, daß unter denjenigen, die eine Antwort gaben, sich 44 Prozent selbst als harte Männer einschätzen.
Folgerichtig stehen Softies wie Sascha Hehn, Otto Waalkes und Wigald Boning am Ende der Skala. Boning wurde nur von den 14- bis 29jährigen überdurchschnittlich oft genannt, wobei der Favorit in dieser Altersgruppe unangefochten Til Schweiger ist - eher ein Typus der mittleren Kategorie wie auch Robert Atzorn, der bei den Befragten mit Abitur oder Hochschulstudium besonders gut abschnitt.
Gravierende Ost/West-Unterschiede fallen nicht auf - abgesehen davon, daß sich mit dem Normalo Thomas Gottschalk 11 Prozent der Westdeutschen wesensverwandt fühlen, aber lediglich 5 Prozent der Ostdeutschen.

SPIEGEL SPECIAL 7/1997
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