MEDIZIN
Training an Toten
Es gibt gute Gründe dafür, den hier abgebildeten Dresdner Studenten und allen anderen Nachwuchsmedizinern die Ausbildung am Präpariertisch zukünftig zu verwehren. Längst gibt es gestochen scharfes Filmmaterial aus dem Inneren des menschlichen Körpers und Computerprogramme, mit denen sich die Organe am Bildschirm erforschen lassen. Man braucht keine mit Formalin konservierten Leichen mehr fürs Medizinstudium. "Präpkurse" seien ein Relikt aus dem Mittelalter, argumentieren die Kritiker. Die Diskussion um die Zukunft der anatomischen Ausbildung läuft in Deutschland seit Monaten, in anderen Ländern wurde das Training an Toten aus moralischen Gründen längst verboten. Die Nachwuchsmediziner der Technischen Universität Dresden, die auf diesem Bild an der Leiche eines vor Wochen gestorbenen Menschen stehen, haben Verständnis für die Vorbehalte gegen eine Form der Ausbildung, die seit Jahrhunderten nicht reformiert wurde. Trotzdem wollen sie nicht darauf verzichten, auch zukünftig an Toten herumzuschneiden. Warum, kann man auf den nächsten beiden Seiten lesen. Dort begründen sie unter ihrer jeweiligen Nummer, warum sie die Präpkurse schätzen.
UniSPIEGEL 4/2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.
Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.
Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.
Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.