09.12.2013

FLÜCHTLINGSHILFEGutes Rezept

Nach der Flüchtlingstragödie vor Lampedusa wird in Deutschland wieder viel über Asylpolitik debattiert. Vier Studenten aus Berlin machen nun auf ungewöhnliche Weise auf die Schicksale von Flüchtlingen aufmerksam. Gemeinsam mit Asylsuchenden entwickelten sie das Kochbuch "Über den Tellerrand kochen". Darin stellen Männer und Frauen aus dem Irak, Äthiopien, Afghanistan und elf weiteren Nationen ihre Lieblingsgerichte vor - und erzählen zudem die Geschichte ihrer Flucht. Die Idee für das kulinarische Projekt hatten Carolin Strehmel, Bontu Guschke, Gerrit Kürschner und Ninon Demuth, Studenten an der Freien Universität Berlin. Sie brachten das Buch innerhalb von nur sechs Wochen zur Druckreife; jetzt ist es für 15 Euro erhältlich (Infos unter ueberdentellerrandkochen.de). Dabei ist es für die Studenten, die Publizistik und Biochemie studieren, nicht nur beim Rezepte- sammeln, Layouten und Schreiben geblieben: Sie freundeten sich mit einigen Flüchtlingen an, gingen mit ihnen einkaufen, trafen sich zum gemeinsamen Kochen. Manche Zutaten, wie die Okraschoten aus dem Hochland Ostafrikas, waren den jungen Akademikern bis dahin völlig unbekannt. Genauso wie die Rezepte für Erdnussbutter-Suppe aus Ghana, Fisch-Eintopf aus Nigeria oder das pakistanische "Chicken Karaki", das mit einer würzigen Ingwer-Knoblauch-Paste angerichtet wird. Ein besonders gutes Rezept? "Ich habe mir gestern noch Biryani gekocht. Das ist ein Reisgericht mit Huhn, Curry und Rosinen", sagt Carolin. Wenn das Buch ein Erfolg wird, wollen sie und ihre Kommilitonen ein weiteres Kochbuch auf den Markt bringen. Ein Teil des Erlöses geht an die Organisation "Pro Asyl".
Lecker essen: Die Studentinnen Bontu Guschke und Ninon Demuth (rechts) sammelten Rezepte von Asylsuchenden

UniSPIEGEL 6/2013
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