22.10.2007

LSE / Hohe Erwartungen

Gestresste Elite-Profs

Das Lehrpersonal der renommierten London School of Economics and Political Science (LSE) ächzt unter dem hohen Erwartungsdruck der Studenten. Rund ein Drittel der Dozenten gab jüngst in einer Umfrage an, die Ansprüche der Studierenden bereiteten ihnen Probleme, umgekehrt würden die Studenten aber oft unvorbereitet in die Seminare kommen und alles auf den letzten Drücker erledigen: "Die Studenten hier sind generell sehr klug, aber sie sind nicht besonders gut darin, die Dinge dann zu erledigen, wenn sie es sollten", sagte ein Dozent des International History Department. Die Debatte um die Lehrqualität der LSE wird zeitweilig recht heftig ausgefochten. So hatten sich etwa im Frühjahr Dutzende Studierende des Fachbereichs Medien in einem Protestbrief über zu kurze Sprechstunden der Professoren beklagt und gefordert, die Seminarzeiten auszudehnen, sehr zur Überraschung der ohnehin unter dem Leistungsdruck der LSE leidenden Dozenten. Einer Umfrage der Uni-Zeitung "The Beaver" zufolge sind gar 64 Prozent der Studenten unzufrieden mit der Lehrqualität. "In Yale habe ich meinen Supervisor drei Stunden die Woche gesehen, hier nur zehn Minuten", beklagte sich beispielsweise eine Amerikanerin. Manche Dozenten ätzen hinter vorgehaltener Hand inzwischen, dass vor allem die US-Amerikaner "Nanny"-Profs verlangten. Die hohen Ansprüche sind freilich nicht nur eine Folge des guten Rufs der LSE - sondern auch der exorbitanten Gebühren von bis zu 24 000 Euro für ein Jahr Master-Studium.


UniSPIEGEL 5/2007
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