13.02.2012

Studie / Intelligenz Neugier siegt

Wer schon mal einen Intelligenztest gemacht hat und dabei mit einem Wert zwischen 90 und 110 eher im Mittelfeld gelandet ist, sollte sich mit Blick auf den akademischen Abschluss und auf den späteren beruflichen Erfolg keine größeren Sorgen machen. Erstens kommt es bei diesen Tests stets auf die Tagesform an, zweitens legt eine neue Studie den Verdacht nahe, dass es neben dem Intelligenzquotienten mindestens eine weitere Eigenschaft gibt, die über die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten und Abschlussnoten entscheidet: Neugierde. Forscher aus der Schweiz und aus Großbritannien haben die Daten von 50 000 Studierenden ausgewertet und sind zu dem Schluss gekommen, dass Hochschüler, die sich als besonders hungrig nach Neuem zu erkennen gaben und zudem gewissenhaft arbeiteten, im Studium genauso erfolgreich sind wie die mit einem überdurchschnittlich hohen Intelligenzquotienten. Auffällig war zum Beispiel, berichtet Sophie von Stumm, Co-Autorin der Studie, dass häufig diejenigen gute Studienleistungen zeigten, die zwar nur über einen IQ von etwas über 100 verfügen, aber dafür gern reisen oder in der Küche neue Gerichte ausprobieren. Reisefreude und Experimentierlust beim Kochen seien eher Ausdruck für Neugierde als ein Merkmal von Intelligenz.

UniSPIEGEL 1/2012
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