Studenten über Heimat und ihr Zuhause Wo gehöre ich hin?

Wer das Elternhaus verlässt, muss erstmals selbst seinen Platz im Leben finden. Drei junge Menschen berichten vom Losziehen und Ankommen - und dem Unterschied zwischen Zuhause und Heimat.

Eva Haeberle / UNI SPIEGEL

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Manchmal passt Trost in einen Pappkarton. Da liegen, unter einem Deckel, Notizzettel, die Schulfreundinnen ihr im Unterricht zugeschoben haben. Polaroidfotos, die sie als 16-Jährige knipste. Flugtickets, ein alter Terminkalender, ein Bierdeckel. Lauter Erinnerungen. Manchmal kramt Carla Agha Ebrahim sie wieder hervor. Taucht dann ab in ihre Vergangenheit und irgendwie auch in ein anderes Leben.

In diesem anderen Leben war sie Schülerin in Starnberg, einer Stadt bei München. Sie wohnte im Dachzimmer eines Einfamilienhauses, nachts schlief sie in einem Himmelbett. Im Sommer lag sie mit Freundinnen auf einer Decke am Ufer des Starnberger Sees, hörte Musik, spielte Karten.

Viele Menschen haben sich Gedanken darüber gemacht, was Heimat bedeutet. Es gibt Heimatfilme, die irritierenderweise meistens in Bayern spielen, und es gibt Heimatmusik, die vor allem bei älteren Menschen beliebt ist.

Heimat, könnte man denken, ist irgendwie nicht mehr zeitgemäß.

In Berlin gibt es seit vergangenem Jahr sogar ein Ministerium dafür. In einer Fachabteilung des Bundesministeriums für Inneres, für Bau und Heimat, wie es offiziell heißt, haben Beamte sich eine hübsche Definition ausgedacht: "Heimat ist dort, wo sich Menschen wohl, akzeptiert und geborgen fühlen."

Nichts bleibt geheim in der Kleinstadt

Nimmt man diesen Satz, war Starnberg nie wirklich Heimat für Carla. Sie störte die Enge der bayerischen Kleinstadt und die Tatsache, dass sie als Teenager nicht einmal heimlich eine Zigarette rauchen konnte, ohne dass irgendjemand es ihren Eltern verriet.

Heute lebt Carla in Lüneburg in einer WG in der Altstadt. Sie nennt diesen Ort ihr Zuhause. Doch sie musste einige Umwege auf sich nehmen, bis sich dieses Gefühl bei ihr eingestellt hat. Das Gefühl, angekommen zu sein.

Zwischen ihre Leben in Starnberg und Lüneburg hat Carla eine weitere Episode geschoben. Sie spielt in Berlin. Nicht mal ein Jahr lang lebte Carla dort. Doch während dieser Zeit dachte sie immer wieder darüber nach, was Heimat ausmacht, wie man sie findet - und wie man sie sich vielleicht selbst erschaffen kann.

Die Hauptstadt ist nur aus der Ferne verlockend

Carla war 17 Jahre alt, als sie nach dem Abitur die Enge der bayerischen Kleinstadt gegen das lärmende Chaos von Berlin tauschte. So wild und verlockend und abenteuerlich die Hauptstadt auf sie gewirkt hatte, als Carla noch in Starnberg lebte, so viel Respekt flößte sie ihr auf einmal ein, als die junge Frau ein Zimmer in der leer stehenden Wohnung eines Freundes der Familie bezog, für den Übergang, um anzukommen in Berlin.

Wer das Elternhaus verlässt, stellt nicht bloß seine Möbel in eine neue Wohnung und ändert die Adresse auf dem Personalausweis. Mit dem neuen Wohnsitz verändert sich auch der persönliche Status: Wer vorher Mitglied von Team Familie war, ist nun im Alltag für sich selbst verantwortlich.

Den eigenen Platz erobern

Putzen, Einkaufen, Wäschewaschen, all das muss plötzlich von einer einzigen Person bewältigt werden. Einem selbst. Kaufe ich Lebensmittel im Bioladen oder beim Discounter? Zu welchem Friseur soll ich gehen? Und was mache ich eigentlich, wenn der Abfluss schon wieder verstopft ist?

Herauszufinden, wie man wohnen und leben möchte, ohne die Vorstellung der Eltern erfüllen zu müssen, eröffnet neue Freiheiten. Muss ich in der eigenen Wohnung tatsächlich die Schuhe ausziehen, nur weil ich das 18 Jahre lang so gelernt habe? Und wer sagt eigentlich, dass Nudeln mit Ketchup kein vernünftiges Abendessen sind? Stück für Stück erobern sich junge Erwachsene ihren ersten eigenen Platz in der Welt. Ohne Erwartungen, ohne Kontrolle. Ganz frei.

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Zu Hause in der Heimat: Vom Losziehen und Ankommen

"In Starnberg hatte jeder ein Bild von mir, alle wussten scheinbar, wie ich so ticke", sagt Carla. "In Berlin, so hoffte ich, könnte ich herausfinden, wer ich ohne diese ganzen Einflüsse bin." In Berlin fühlte sie sich einerseits frei. "Du könntest in dieser Stadt auch nur mit Bananenschalen bekleidet auf die Straße gehen - und die Menschen würden das akzeptieren", sagt Carla.

Andererseits machte sie diese Freiheit auch unfassbar haltlos, gerade am Anfang.

Zwölf Neuanfänge in einem Jahr

Die Journalistin Meike Winnemuth hat schon einige Male einen Neustart in der Fremde gewagt. Nachdem sie bei "Wer wird Millionär?" eine halbe Million Euro gewonnen hatte, ging sie auf eine ganz besondere Weltreise: Jeden Monat zog sie in eine neue Stadt. Zwölf Neuanfänge in einem Jahr.

Im Anschluss veröffentlichte sie ihre Eindrücke in dem Buch "Das große Los". "Freiheit ist erst mal eine Zumutung, niemand von uns hat gelernt, wie das geht", schreibt sie da. "Ich fühlte mich wie ein Zootier, das in der Savanne ausgewildert werden soll und sich aus Furcht vor der Freiheit nicht aus der Transportkiste traut."

Aufbrechen, kämpfen, ankommen - all das kann irre spannend sein, aber auch wahnsinnig anstrengend. In den ersten Tagen des neuen Semesters fühlte sich Carla, als würde sie untergehen zwischen all den fremden Menschen, viele älter als sie. "An einer Massenuni interessiert es niemanden, ob du da bist oder nicht", sagt Carla. In der Einführungsveranstaltung saß sie plötzlich mit rund 3000 anderen Menschen.

Ein Stück Appenzeller - ein Stück Heimat

So bunt und laut die Stadt vor ihrem Fenster, so trist und dunkel erschien Carla ihr neues Zuhause. Oft ließ sie den Fernseher oder das Radio laufen, damit es nicht so still war. Bei ihren ersten Streifzügen in die umliegenden Supermärkte kaufte sie viel zu viel. Auch immer wieder ein Stück Appenzeller. Den reichte ihr früher ihre Mutter, wenn sie nicht einschlafen konnte. Ein Stück Heimat, immerhin.

Es könne bis zu zwei Jahre dauern, bis man sich an einem neuen Wohnort zu Hause fühlt, diesen Rat hatte ihre Mutter Carla mit auf den Weg gegeben. Zwei Jahre! Und in der Zwischenzeit? Wenn man sich mies fühlt, können schon zwei Wochen die Hölle bedeuten.

Viele neigen dazu, in solchen Momenten die Schulzeit zu verklären. Psychologen sprechen von "Verlustaversion". Der Schmerz über das, was man nicht mehr hat, wiegt stärker als die schönen Dinge, die man gewinnt. Doch zurück nach Hause, wenigstens für eine kleine Weile, diese Option stand für Carla nicht zur Verfügung.

Das Haus verkauft, das Kinderzimmer weg

Das Haus, in dem Carla und ihre Geschwister aufgewachsen waren, war inzwischen verkauft worden. Wenn Carla heute ihre Eltern besucht, ist da kein Kinderzimmer mehr, in dem Erinnerungsstücke aus dem früheren Leben auf sie, die Heimkehrerin, warten.

Carla hatte den einen Ort verlassen, ohne am anderen anzukommen, hing zwischen den Welten fest. "Ich wollte so nicht weitermachen", sagt Carla. Immer wieder kamen ihr die gleichen Fragen. Gehen oder bleiben? Weiterziehen oder weiterkämpfen?

Schließlich entschied sie sich, nach Lüneburg in Norddeutschland zu ziehen. Nicht die Stadt reizte sie, sondern ein einzigartiger Studiengang: das sogenannte Studium Individuale. Eine Art Studium des Allgemeinwissens, bei dem die Teilnehmer sich völlig frei aus allen Fachrichtungen Vorlesungen und Seminare zusammensuchen können. Die Entscheidung weiterzuziehen traf sie auf einer Reise nach Costa Rica. Dort, in der Ferne, gelang der Außenblick auf das, was kommen sollte.

"Vielleicht ist Heimat kein fester Ort"

Nach Berlin fährt sie immer noch gelegentlich. Die Hauptstadt ist ihr im Nachhinein doch ans Herz gewachsen. Nachdem sie das Studium dort abgebrochen hatte und in eine WG gezogen war, blieb sie noch acht Monate, in denen sie ein Praktikum absolvierte und jobbte - und so ganz nebenbei doch noch Berlin schätzen gelernt hat.

Vor allem ihre Mitbewohner halfen ihr dabei: "Endlich hatte ich den Anschluss, den ich mir gewünscht hatte." Carla fühlt sich wohl in Lüneburg - und sehnt sich doch manchmal nach dem turbulenten, wilden, lauten Berlin. "Vielleicht ist Heimat kein fester Ort", sagt sie, "sondern das Gefühl, das Richtige zu tun, und umgeben von Menschen zu sein, die mir wichtig sind."

Schöner hätte es auch Horst Seehofers Fachabteilung im Ministerium nicht sagen können.

Zuhause gibt's nur im Singular

So richtig loslassen, dem Geburtsort den Rücken kehren, das möchte Jana Kriebel nicht. Noch nicht zumindest. Die 18-Jährige lebt einen Spagat. Auf der einen Seite: Solingen, eine mittelgroße Stadt in Nordrhein-Westfalen, wo ihre Eltern und ihre Schulfreunde wohnen, ihre Handballmannschaft trainiert. Auf der anderen: Bremen, wo sie vor wenigen Monaten ein Studium begonnen hat.

Mehrmals im Monat steigt Jana ins Auto und fährt zwischen ihren beiden "Zuhausen" hin und her - wobei es das Wort Zuhause im Plural überhaupt nicht gibt. Knapp 300 Kilometer sind es pro Strecke. "Mit dem Ergebnis, dass ich oft das Gefühl habe, überall nur so halb und nirgendwo wirklich zu sein", sagt Jana.

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Aus ihrem Schulfreundeskreis ist kaum einer so weit weggezogen wie sie. Die allermeisten machen erst einmal eine Pause, manche reisen durch die Welt, andere absolvieren Praktika oder jobben in der Region. Wirklich festgelegt, wo sie die nächsten Jahre verbringen möchten, haben sich die wenigsten.

"Zu Hause läuft das Leben einfach weiter", sagt Jana. "Das ist manchmal nicht leicht für mich." Sie schafft es nicht mehr, mit ihren Handballfreundinnen in Solingen zu trainieren. Den Verein hat sie schweren Herzens verlassen.

Halt in einer WG

Ihr Umzug in den Norden glich dem berühmten Sprung ins kalte Wasser: Ihre neue Stadt hatte Jana zuvor noch nie besucht. "Als die Zusage von der Uni kam, dachte ich einfach: Okay, ich probiere das jetzt."

Eine Wohngemeinschaft kann helfen, dass sich das Wasser anfangs nicht ganz so kalt anfühlt - gerade wenn sich die Mitbewohner in einer ähnlichen Lage befinden. Wer den Abschied aus dem Elternhaus schon hinter sich hat - egal ob vor drei Monaten oder vor drei Jahren -, bietet denjenigen Halt, die gerade mittendrin stecken. Gemeinschaft lenkt ab.

Keine Chance für Heimweh

In der Einführungswoche und in den ersten Vorlesungen traf Jana nette Mitstudenten, alle auf der Suche nach Anschluss, genau wie sie. Dadurch, dass sie so schnell Gleichgesinnte getroffen habe, sagt Jana, sei richtiges Heimweh bisher nicht aufgekommen. "Nur dass hier alle immer Moin sagen, daran muss ich mich noch gewöhnen." Eine richtige Chance hat das Heimweh allerdings auch nie bekommen: Das nächste Wochenende in Solingen, in der Heimat, liegt immer in Sichtweite.

Im Englischen gibt es dieses allumfassende Wort "home". Wer sich schmerzlich danach sehnt, leidet unter "homesickness". Die Deutschen unterscheiden zwischen Zuhause und Heimat. Für manche Menschen sind die beiden Begriffe aber auch im Deutschen eins, für andere klafft dazwischen eine Lücke oder, wie bei Mohammad Arar, eine halbe Welt.

Heimat geht auf die eigenen Wurzeln zurück

Mohammads Zuhause misst im Moment knapp 15 Quadratmeter. Es ist ein Zimmer in einem Studentenheim im Hamburger Südosten, grauer Teppichboden, ein Bett mit glatt gestrichener Tagesdecke. Auf seinem Schreibtisch liegen Notizzettel, "Buch zurückgeben" etwa steht drauf. Auf Deutsch. Ein laminiertes Pappschild an seiner Tür erinnert daran, dass Mohammad diese Woche Küchendienst machen muss.

Nasskalter Winterregen benetzt die Äste vor Mohammads Fenster, kahl und steif stehen sie im norddeutschen Wind. Mohammad sagt: "Das Wetter hier ist für mich auch ein Stückchen Zuhause, es ist sehr besonders und wird mich immer an Hamburg erinnern." Heimat aber, das sei etwas anderes. Heimat, das habe etwas mit den Wurzeln zu tun. Mit der Familie, und oft auch mit der Vergangenheit.

"Ich wollte nicht gehen, ich wollte bei meiner Familie bleiben"

Mohammad war 18 Jahre alt, als er seine Heimat verließ. Der Bürgerkrieg wütete in der syrischen Provinz Daraa, wo Mohammad mit seinen Eltern und vier Geschwistern wohnte. "Ich wollte nicht gehen, ich wollte bei meiner Familie bleiben, wollte diesen Krieg mit ihnen zusammen durchstehen - aber mein Vater hat mich überredet."

Zusammen mit seinem Bruder floh er über die Balkanroute nach Deutschland, mit nichts weiter als der Kleidung, die sie trugen. "Ich fühlte mich wie ein Baby, das gerade auf die Welt gekommen war", sagt Mohammad. "Ich habe kein Wort verstanden - und ich wusste nicht, wie das Leben hier funktioniert." Wie ein Spiel, dessen Regeln man nicht kennt.

In Hamburg und im Leben einen Platz gefunden

Mohammad zog in ein Erstaufnahmelager, drei Mann in einem Zimmer, das kleiner war als seine heutige Bleibe im Wohnheim. Er besuchte einen Deutschkurs, lernte schnell. Heute spricht er so flüssig und korrekt, dass schwer zu glauben ist, dass so etwas in nur drei Jahren möglich ist. "Dabei habe ich gar kein Talent für Sprachen", sagt er. "Englisch und Französisch waren in der Schule meine Hassfächer." Mittlerweile studiert er im zweiten Semester Medizintechnik an der Fachhochschule in Bergedorf, einem Hamburger Vorort.

Vor wenigen Monaten bot ihm seine Professorin eine Stelle als studentische Hilfskraft an. Deshalb steht der Syrer nun neun Stunden in der Woche im Biologielabor und hilft Bakterien beim Wachsen. Er habe nun seinen Platz gefunden. Die Arbeit war der letzte fehlende Baustein. Mohammed, so klingt es, ist angekommen in seinem Hamburger Leben.

Das Handy als Fenster in die Heimat

"Das Einzige, was mich noch mit Syrien verbindet, sind meine Familie und Freunde." Das Land, so zerstört, wie es heute sei, habe nichts mit dem Syrien seiner Kindertage zu tun. "Wenn ich Heimweh spüre, denke ich an die Menschen."

Wird die Sehnsucht zu stark, nimmt er sein Smartphone in die Hand. Dank WhatsApp und Videochats öffnet sich für Mohammad im regnerischen Hamburg ein kleines Fenster nach Syrien, in das Familienleben der Verbliebenen - seiner Eltern und des 13-jährigen Bruders.

Fremd in zwei Welten

Ob Deutschland für ihn jemals Heimat werden kann? Darüber muss Mohammad einen Moment lang nachdenken. Er holt tief Luft, bevor er antwortet. "In Deutschland fühle ich mich als Mensch gesehen. Hier kann ich meine Talente einsetzen und mich weiterentwickeln - und das ist ganz toll." Gleichzeitig fühle er sich manchmal fremd.

"Manche Menschen sehen vor allem den Ausländer in mir", sagt Mohammad. "Ich fürchte, dass dieses Gefühl bleibt: dass ich niemals richtig dazugehören kann." Umgekehrt habe er Sorge, auch in Syrien als Fremder gesehen zu werden, wenn er zu lange wegbleibe. "Irgendwann", sagt er, "muss ich mich entscheiden."



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
siebenachtneun 11.03.2019
1.
Für mich war das Ausziehen eine Art Befreiung mit neuen Möglichkeiten und Pflichten. 2- 3 Tage hat es gedauert bis ich mich dran gewöhnt habe. In der ersten Zeit machte ich ein paar Fehler. Ich kaufte zu viel und zu teuer ein, aber ich kaufte auch Sachen ein, die in meiner Familie nicht gekauft wurden und ich mal ausprobieren wollte. Waschen, putzen und auch einkaufen, habe ich auch bei meinen Eltern wohnend schon gemacht. Nach 3 Monaten kam ich das erst Mal heim und es war anders. Nach ein paar Tagen wollte ich dann wieder heim und meine Ruhe haben. Ich kann immer sagen, dass ich nach hause fahre. Meine eigene Wohnung ist schnell zu meinem richtigen Zuhause geworden. Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.
The Restless 11.03.2019
2. Der Übergang ...
...fiel mir damals leicht, weil ich nach der Schule zunächst zur Bundeswehr musste und somit das 'WG'-Leben (mit 8 rauchenden Leuten auf einem Zimmer) gewohnt war. Das Studentenwohnheim mit 11qm Einzelzimmer war dagegen schon wieder paradiesisch. Lüneburg ist schön und hat auch ein paar nette Kneipen :-)
te36 11.03.2019
3. Ort, Zeit und Menschen
Wenn man versucht Heim und Zuhause nur ueber den Ort zu erfassen greift man zu kurz. Oftmals ebenso, wenn nicht wichtiger ist die Zeit und die Menschen. Wenn man nicht umzieht merkt man es nicht so schnell, aber letzlich verbindet jeder mit den Begriffen Erlebnisse an einem Ort zu einer Zeit meistens mit bestimmten Menschen. Heimat kann einfach auch nur sein, wo die Menschen sind auf die der Begriff bezogen ist. Oder eine praegende Zeit die halt nicht widerholbar ist, selbst wenn der Ort und die Leute der Erfahrung noch existieren. Je mehr von diesen drei Faktoren sich veraendern, umso mehr wird man halt auch entfremdet.
Sibylle1969 11.03.2019
4.
Ich konnte seit meinem 16. Lebensjahr nicht erwarten, endlich mein Elternhaus zu verlassen. Die Enge der Kleinstadt, in der wirklich nichts los war, wo man sich ohne Auto wie eingesperrt fühlte, nervte mich gewaltig. Zum Studium zog ich in eine Großstadt, ich wählte extra ein Studienfach, das es an der Uni in der Nähe meines Elternhauses nicht gab. Vom ersten Tag an genoss ich das Leben in der Großstadt: wohltuende Anonymität, keine nervigen Nachbarn, die einen bei den Eltern verpetzen, Einkaufen in Fusswegnähe, Ausgehmöglichkeiten in Hülle und Fülle, öffentliche Verkehrsmittel, die den Namen verdienen. Da ich auch schon vorher im Elternhaus selber putzen, Wäsche waschen, bügeln, einkaufen und kochen musste, war die erste eigene Budd da kein Problem, sondern Befreiung für mich. Und liebe Carla, nein, man muss nicht sofort die Schuhe ausziehen, wenn man die Wohnung betritt.
katapultoffel 11.03.2019
5. Die erste eigene
Wohnung war eine Wohltat. Endlich weg von den Eltern und der enge der Kleinstadt. Wir zogen damals nach Hamburg. An die Kleinigkeiten des selbständigen Lebens hatte mal sich ruck zuck gewöhnt. Was mir aufgefallen ist. Frauen werden integriert. Und haben es somit etwas einfacher. Männer müssen sich integrieren.
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