AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 35/2017

Urlaubstrend "Staycation" Lieblingsferien: Zu Hause bleiben 

Je älter unsere Kolumnistin wird, desto mehr gleichen sich ihre Urlaubspläne denen ihrer Tante Käthe an. Nur heißt das jetzt "Staycation".

Von


Thilo Rothacker für den SPIEGEL

Im Norden des Schwarzwaldes steht ein Haus, in dem im vergangenen Jahrhundert die Calwer Tanten wohnten, von denen man sich in meiner Familie oft und gern erzählte. Tante Angelika, Tante Mariele und Tante Käthe hatten weder Mann noch Kinder, dafür zusammen zwei Einkommen, jede ein gutes Leben und einen Garten, der sich über mehrere Terrassen erstreckte und um den sich meist Tante Käthe kümmerte, auch dann, wenn die anderen verreisten. Tante Käthe blieb in den Ferien daheim.

Urlaub auf Balkonien sagte man lange Zeit dazu, halb im Scherz, aber mit echtem Bedauern. Urlaub war mehr als eine Reise. Er war ein Statussymbol wie der gepflegte Vorgarten und das Auto in der Garage. Barths machten Kluburlaub auf den Kanaren. Theißens reisten nach Mallorca. Tante Mariele fuhr nach Rimini. Und wir, na ja, wir fuhren immerhin zu meinen Großeltern nach Süddeutschland, wo es zwar kein Hotelbüfett gab und keinen Mittelmeerstrand, aber dafür Kässpätzle und eine Schaukel im Garten.

Nur Tante Käthe blieb zeit ihres Lebens am liebsten daheim, in dem Haus am Hang, sie pflegte die Tomaten im Garten und bekam schon schlechte Laune, wenn sie nur daran dachte, verreisen zu müssen.

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Heft 35/2017
40 Jahre Deutscher Herbst - Der einstige RAF-Mann Peter-Jürgen Boock über Terror damals und heute


insgesamt 3 Beiträge
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cerberus99 08.09.2017
1. ...omg
...jetzt werde ich auf meine alten Tage noch "modern" - dabei habe ich genau das nie gewollt! Seit Jahren schon mche ich am liebsten "Urlaub" zu Hause - kein Ferienhaus kann mir mehr bieten als mein eigenes Haus, kein Garten einen schöneren Blick ins Grüne. Meine Welterfahrungen und Reisen habe ich als junger Mann gemacht - teils mit meinen Kindern, teils beruflich durchzog ich so gut wie alle Kontinente (bis auf Australien). Schon seit etlichen Jahren bin ich sicher: Die schönsten Reisen mache ich heutzutage im Kopf, mit einem Buch in der Hand (eines der vielen, die ich früher verschlungen habe und mir heute endlich mal gründlich und Satz für Satz mit Muße neu erlesen kann). Die dafür perfekte Umgebung habe ich mir erschaffen können - was also sollte mich daran reizen, mir noch Reisestrapazen anzutun? Allerdings - wenn das jetzt zur Mode wird, werde ich es heimlich tun, werde herumerzählen, ich sei irgenwohin verreist, werde indes kein Telefon abnehmen, keine Mails lesen, keine Post öffnen, keine Besuche machen und keine Freunde einladen. Damit ich nicht in den Verdacht komme, ich sei plötzlich zum Trend-Nachläufer mutiert. Denn das wollte und will ich nie sein.
bauerbob 08.09.2017
2. Schöner Schwarzwald
Kann ich verstehen, bin vor kurzem eher versehentlich in dieser Gegend gewesen und muss sagen, dass es da echt schön ist.
qlcasa 08.09.2017
3. Wirklich SPON?
Das ist doch nichts neues, das einzige Neue hier ist der Ausdruck "Staycation", früher hat das Ganze Ferien auf "Balkonien" geheißen.
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