Bei der Suche nach den Ursachen der radioaktiven Belastung in der Elbmarsch richtet sich der Verdacht nach Meinung des Gießener Physikprofessors Arthur Scharmann weiterhin gegen das Atomkraftwerk (AKW) Krümmel und die Kernforschungsanlage GKSS. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe. Scharmann, der bis 1996 der Strahlenschutzkommission der Bundesregierung angehörte, widerspricht damit einer Einschätzung des schleswig-holsteinischen Finanz- und Energieministeriums. Das hatte festgestellt, der Einfluss von Krümmel und der GKSS auf die radioaktive Belastung in der Elbmarsch sei "auch nicht ansatzweise sichtbar". In der Elbmarsch sind auffallend viele Kinder an Leukämie erkrankt.
Scharmann, ein Atomkraftbefürworter, hat mit anderen Wissenschaftlern die vorhandenen Daten zur Belastung von Staubproben nochmals bewertet. Die Wissenschaftler fanden Hinweise, dass sich die Konzentration vor allem von Plutonium 241 mit zunehmender Annäherung an AKW und GKSS erhöht. Das sei, so Scharmann, "höchst auffällig" und deute auf die Atomanlagen als "zusätzliche Quelle" hin. (DER SPIEGEL 49/2000, Panorama Deutschland)
Auf anderen Social Networks posten:
© DER SPIEGEL 49/2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH