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Ausgabe 50/2000
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09.12.2000
 

Noch mehr falsch deklarierte Atommüll-Fässer in Geesthacht?

In der Landessammelstelle für schwach radioaktive Abfälle im schleswig-holsteinischen Geesthacht lagern nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL möglicherweise noch mehr falsch deklarierte Atommüll-Fässer als bisher bekannt. Nach Erkenntnissen des GKSS-Forschungszentrums in Geesthacht waren Ende der siebziger Jahre 61 zusätzliche Behälter von der Braunschweiger Firma Amersham & Buchler angeliefert worden. Nach erster Durchsicht der offenbar unzutreffenden Eingangsdokumente „müssen wir mit neuen Funden rechnen“, so ein GKSS-Sprecher. Die Firma bestreitet den Vorwurf der Manipulation.

Das Berliner Bundesumweltministerium will jetzt ermitteln, ob auch in den Sammelstellen anderer Länder Problem-Fässer lagern. Unter der Deklarierung „Papier, Geräte, etc.“ waren in Geesthacht 200-Liter-Behälter mit teilweise flüssigem Strahlenmüll in Beton angeliefert worden; einige der 16 bisher untersuchten Behälter sind bereits korrodiert. Die Strahlungsabgabe des aufgefundenen Cäsium-137 liegt um das 3000fache über dem gesetzlichen Grenzwert und wurde durch eine illegale Bleiummantelung abgeschirmt. Sowohl für die Arbeiter als auch für die Bevölkerung sei ein „Risiko durch austretende Radioaktivität“ gegeben, so Greenpeace-Experte Veit Bürger, „wenn der Strahlenmüll über den Gully nach draußen sickert“.

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