Um der Sperrung von Schlachthöfen nach einem BSE-Fall vorzubeugen, will die grüne Verbraucherministerin Renate Künast künftig schon vor der Schlachtung lebende Rinder mit einem Verhaltenstest auf die Seuche untersuchen lassen. Das meldet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Eine solche Eilverordnung ist für diesen Montag geplant. Sie würde Tierärzte zu einer entsprechenden Fortbildung zwingen. Mit dem an der Universität Zürich entwickelten Test können infizierte Tiere nach Ansicht der Fachleute im Ministerium auf dem Bauernhof erkannt werden. Bei dem in der Schweiz erprobten 50 Mark teuren Verfahren werden verdächtige Rinder mit Blitzlicht und Berührungen an Kopf und Hals getestet.
Inzwischen gibt es auch einen Gentest für verunsicherte Verbraucher. Eine Erbgut-Analyse von Blut- oder Speichelproben soll dem Spender enthüllen, ob er womöglich genetisch gegen die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) gefeit ist, die als Pendant zum Rinderwahn beim Menschen gilt. Die Biotechnologie-Firma Medigenomix GmbH im bayerischen Martinsried bietet den Test - Kosten 95 Mark - "ab sofort für jedermann an", so Geschäftsführer Engelbert Precht. Der Test sucht im Erbgut nach einem bestimmten Baustein, den alle bisherigen vCJK-Opfer in Europa aufweisen. Ergibt die Untersuchung, dass eine Aminosäure an einer bestimmten Stelle nicht vorhanden ist, spricht das nach derzeitigen Erkenntnissen zumindest für einen gewissen Schutz.
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© DER SPIEGEL 7/2001
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