Die Südfleisch AG in München, Deutschlands größter Rindfleischvermarkter, ist in den bayerischen Schweinemastskandal und den Export von BSE-Risikomaterial ins Ausland verwickelt. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL in der neuen Ausgabe. Die Staatsanwaltschaft in Regensburg ermittelt gegen zwei Beschuldigte einer Südfleisch-Tochtergesellschaft in Pfarrkirchen. Bei Untersuchungen des inzwi-schen inhaftierten Tierarztes Roland Fechter hatten die Fahnder festgestellt, dass der Betrieb große Mengen Stresnil bezogen hatte. Mit dem Psychopharmakon werden Ferkel und Schweine für den Transport ruhig gestellt. Südfleisch hat den Vorgang bestä-tigt, will Stresnil aber nur beim Transport zwischen Bauernhöfen und nicht beim Verladen von Schlachtvieh eingesetzt haben. Diese Vorgehensweise sei erlaubt.
Unterdessen ist der Export von BSE-Risikomaterial einer Südfleisch-Tochter von Pfarrkirchen nach Italien zu einem Politikum geworden. Am 15. Februar waren italieni-schen Kontrolleuren Rinderviertel mit BSE-Risikomaterial aufgefallen. Offenbar hatte der von Bayerns Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner (CSU) zwei Tage zuvor eigens instruierte Inspektor für die Schlachtkontrolle geschlampt. Der Verbraucher-schutzminister hatte daraufhin die zuständige Landrätin aufgefordert, den als Fleisch-beschauer eingesetzten Tierarzt zur Rechenschaft zu ziehen und personelle Konsequenzen einzuleiten. Die Politikerin der Unabhängigen Wählergemeinschaft weigerte sich jedoch, den Anordnungen aus München Folge zu leisten. (DER SPIEGEL 11/01, Panorama Deutschland)
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