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Ausgabe 23/2002
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01.06.2002
 

Neue Spur im Nitrofen-Skandal

Bei der Suche nach der Ursache für die Verseuchung von Öko-Lebensmitteln mit Nitrofen gibt es eine neue Spur. Demnach hat ein bisher unveröffentlichtes Gutachten eines Hannoveraner Labors ergeben, dass eine Probe aus der Mühle des niedersächsischen Futterherstellers GS agri neben Nitrofen noch die Rückstände von drei weiteren verbotenen Pflanzenschutzmitteln enthielt. Bei den im April untersuchten Körnern, die als Öko-Weizen deklariert waren, handelte es sich nach Erkenntnissen des Chemischen Labors Dr.Wirts und Partner deshalb gar nicht um Getreide aus ökologischem Anbau. Das Ergebnis, heißt es in dem Untersuchungsbericht, spreche vielmehr für eine Vermischung des Ökofuttergetreides mit belastetem Getreide aus konventionellem Anbau.

Bei der Untersuchung, welche die Versicherung der GS agri in Auftrag gegeben hat- te, ermittelte das Labor den höchsten Nitrofen-Wert, der bisher in Öko-Getreide der Futtermühle gemessen wurde. Er lag bei 15,9 Milligramm je Kilogramm Weizen. Die Wissenschaftler des Instituts halten es für denkbar, dass ein Umweltsünder die Restbestände mehrerer verbotener Herbizide entsorgt und möglicherweise über eine Charge Korn ausgekippt hat. Nur so sei auch der hohe Nitrofen-Wert zu erklären. Nach Ansicht der Prüfer handelte es sich dabei vermutlich nicht um normales Korn, sondern um eine Charge Saatgut.

Auch in der Frage, wo das Nitrofen ins Ökofutter gelangt ist, gibt es neue Hinweise. Die Auswertung von 26 neuen Futterproben der GS agri hat in elf weiteren Fällen Nitrofen-Belastungen ergeben. Allerdings waren die Rohstoffe des Futters vor ihrer Verarbeitung noch frei von dem krebserregenden Gift gewesen. Dies könnte auf eine Kontamination in der Mühle hindeuten.

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