Berlin - Beim Wiederaufbau eines kriegszerstörten Irak will die Bundesregierung tatkräftig helfen – sogar mit Soldaten. Das wurde zwar vergangene Woche in Berlin nicht offiziell bestätigt, da die Koalition den Eindruck vermeiden will, sie habe sich mit einem Krieg unter US-Führung abgefunden und alle Hoffnung auf eine friedliche Lösung begraben.
Intern ist aber bereits von einem Hilfsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau die Rede sowie dem möglichen Einsatz von bis zu 1000 Soldaten für eine Friedenstruppe. Es komme jedoch darauf an, wer um die Hilfe bitte: Sollten die Vereinten Nationen entsprechende Ersuchen stellen, könnte Berlin sich dem "schwerlich entziehen", gab ein Kabinettsmitglied zu bedenken.
Die Bundeswehr könne die nötigen Soldaten trotz der Einsätze zwischen Balkan und Hindukusch wohl noch aufbieten, die Bagdad-Mission müsse jedoch aus der Uno-Kasse finanziert werden. Forderungen der USA, die Nato solle sich auf Wiederaufbau und Friedenstruppen vorbereiten, hatte Rot-Grün dagegen in den vergangenen Monaten strikt abgelehnt.
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© DER SPIEGEL 12/2003
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