Der gescheiterte Unternehmer wirft Breuer vor, mit umstrittenen Äußerungen zur Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe deren Insolvenz verschuldet zu haben. Ziel ist es, alle Schadensersatzansprüche der von der Insolvenz betroffenen Gesellschaften (KirchMedia, Kirch-Beteiligungen und Taurus TV) gegen Breuer und die Bank in einem so genannten Litigation Pool zusammenzufassen. Dessen Ansprüche soll Kirch, so haben es Insolvenzverwalter Michael Jaffé und die Kirch-Anwälte vertraglich geregelt, gemeinsam mit seinen eigenen Forderungen vor Gericht vertreten.
Die Gläubiger des gestrauchelten Filmhändlers haben dabei wenig zu verlieren. Die Kosten des Verfahrens, die sich nach internen Schätzungen zwischen 30 und 50 Millionen Euro belaufen dürften, wird Kirch allein tragen. Es mehren sich zudem die Anzeichen, dass Kirch, neben dem derzeit in zweiter Instanz laufenden Verfahren in München, Breuer und die Deutsche Bank demnächst auch in den USA verklagen wird. Bereits im Sommer hatte Kirch vorsorglich eine Statthalterklage von seinen US-Anwälten in New York einreichen lassen. Ein Prozess in den USA ist möglich, weil das umstrittene Breuer-Interview auf amerikanischem Boden geführt wurde.
Bei Kirch gibt es zudem Überlegungen, die Klagen gegen die Deutsche Bank auch auf andere Länder auszudehnen. Es werde überall dort geklagt, "wo Schaden entstanden ist", so ein Kirch-Vertrauter. Den will die Kirch-Seite zwar nicht genauer beziffern, er gehe aber "in die Milliarden", heißt es.
Auf anderen Social Networks posten:
© DER SPIEGEL 46/2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH